Wasserstoff wird seit Jahren als einer der Bausteine der Energiewende gehandelt. Das Thema ist jedoch alles andere als neu. Schon heute werden in der Industrie mehr als 100 Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr benötigt. Der größte Teil entfällt auf Raffinerien und die chemische Industrie. Der große Unterschied liegt also nicht darin, Wasserstoff erstmals zu nutzen, sondern diesen deutlich sauberer herzustellen und ihn vor allem für neue Bereiche einzusetzen.
Aktuell stammt ein großer Teil aus fossilen Energieträgern wie Kohle und auch Erdgas. Genau das soll sich ändern. Im Fokus steht dabei emissionsarmer Wasserstoff. Dieser kann beispielsweise mit Hilfe erneuerbarer Energien oder auch Kernenergie hergestellt werden. Dabei wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten.
Warum Wasserstoff nicht überall die Lösung ist
Der große Vorteil, den Wasserstoff hat, ist, dass damit Energie gespeichert, transportiert und später wieder genutzt werden kann. Jedoch gibt es auch hier einen Nachteil. Bei der Herstellung von Wasserstoff, der Speicherung und auch der erneuten Nutzung geht Energie verloren. Für einige Anwendungen ist daher die direkte Nutzung von Strom effizienter.
Das macht Wasserstoff aber gerade in den Bereichen interessant, in denen eine direkte Elektrifizierung schwierig ist. Dazu gehören beispielsweise Teile der Stahl- und Chemieindustrie, die Herstellung von Ammoniak, der Verkehrssektor oder auch die Schiffs- und Luftfahrt über daraus hergestellte Kraftstoffe.
Die Rolle von Wasserstoff ist um einiges spezieller, als es der eigentliche Hype damals vermuten ließ. Das Ganze macht das Thema aber nicht weniger spannend. Vielmehr ist entscheidend, in welchen Bereichen Wasserstoff wirklich wirtschaftliche Vorteile bietet.
Der Markt muss sich erst noch beweisen
Die aktuelle Herausforderung liegt darin, den emissionsarmen Wasserstoff günstiger zu machen als den normalen Wasserstoff. In vielen Regionen fehlen auch noch die nötigen Mittel wie Pipelines, Speicher, Abnehmer und eben die langfristigen Verträge.
Doch gestoppt wird der Ausbau nicht, sondern er ist in vollem Gange. Die weltweit installierte Leistung hat sich im Jahr 2025 auf mehr als 4 Gigawatt verdoppelt. Und das, obwohl viele Projekte verschoben oder sogar gecancelt wurden. Für den Markt bedeutet das aktuell, dass die Euphorie etwas verschwunden ist und sich erst einmal zeigen muss, welche weiteren Projekte sich wirtschaftlich umsetzen lassen.
Für Anleger wird genau diese Phase interessant
Jedoch ist genau das interessant: wenn sich noch nicht zu viele für einen Markt interessieren und ein Markt vor dem eigentlichen kommenden Hype gefunden wird. Rund um den Wasserstoff wird eine komplette Infrastruktur benötigt. Dazu gehören Pipelines, Kompressoren, Speicher, Elektrolyseure, Brennstoffzellen und auch Anlagen für die Energieproduktion.
Somit dürfte hier vor allem in den Fokus rücken, welcher Anbieter seine Technik zu wettbewerbsfähigen Kosten anbieten kann und auch gleichzeitig gute Projekte und Abnehmer findet. Sollten die Kosten weiter sinken und eine funktionsfähige Infrastruktur entstehen, könnte Wasserstoff in bestimmten Industrien eine bedeutende Rolle spielen. Für Anleger bleibt das Thema spannend, allerdings wird es deutlich selektiver sein als während des Wasserstoff-Hypes.
Passend hierzu, haben wir für Euch spannende Wasserstoff-Aktien in unserer Playlist: