Wasser wird nicht zu Unrecht von vielen Menschen als „blaues Gold“ bezeichnet. Obwohl rund 70% unseres Planeten mit Wasser bedeckt sind, macht Süßwasser mit 3% nur einen verschwindend kleinen Anteil der globalen Wasservorkommen aus. Und im Gegensatz zu Gold ist Wasser durch keinen anderen Rohstoff zu ersetzen. Die steigende Weltbevölkerung, die massive Umweltverschmutzung und die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels üben seit Jahrzehnten einen stetig wachsenden Druck auf die Ressource Wasser aus. Mit Wasser-Aktien hast Du die Möglichkeit, in die einzigartigste Ressource der Welt zu investieren. Doch wie kann so ein Investment in die Wasserbranche aussehen? Und was sind die interessantesten Unternehmen rund um Wasser? In diesem Beitrag findest Du Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Thema Wasser-Investitionen und lernst einige der wichtigsten Wasser-Aktien kennen?
Das Wichtigste in Kürze
- Wasser ist die wichtigste natürliche Ressource der Welt und wird deshalb von vielen als „blaues Gold“ bezeichnet.
- Süßwasser macht mit 3% einen nur verschwindend kleinen Anteil der globalen Wasservorräte aus.
- Der mit Abstand größte Wasserverbraucher weltweit ist die Landwirtschaft, gefolgt von der Industrie und Privathaushalten.
- Der Wasserverbrauch ist im vergangenen Jahrhundert deutlich schneller gewachsen als die Weltbevölkerung.
- Bevölkerungswachstum, Umweltverschmutzung und Klimawandel haben einen starken Anstieg der Zahl der zwischenstaatlichen Konflikte um Wasser zur Folge.
- Aufgrund der Breite und Komplexität der Wasserbranche besitzen Unternehmen sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle.
- Neben Investments in Einzelaktien können Anleger auch über ETFs und Investmentfonds in Wasser-Aktien investieren.
Die zehn wichtigsten Wasseraktien im Kurzportrait
American Water Works
American Water Works mit Sitz in Voorhees im US-Bundesstaat New Jersey zählt mit seiner Gründung im Jahre 1886 zu den ältesten und traditionsreichsten Wasserversorgungsunternehmen der Welt. Amwater ist sowohl in der Wasserversorgung als auch der Abwasserbehandlung aktiv. Das US-Unternehmen bietet seine Leistungen nicht nur Privathaushalten, sondern auch zahlreichen gewerblichen und industriellen Kunden an. Zudem zählen viele Kommunen und öffentliche Einrichtungen zu den Kunden von American Water Works.
Im Wassersektor ist Amwater in der Gewinnung, Behandlung und Verteilung von Wasser aktiv. Im Bereich Abwasser kümmert sich das Unternehmen um die Sammlung und Reinigung von Schmutzwasser. Zudem bietet American Water Works den Betrieb und die Instandhaltung von Wasseraufbereitungsanlagen und Abwassersystemen an.
2003 wurde American Water Works vom deutschen Energieversorger RWE übernommen. Sechs Jahre später trennte sich RWE allerdings wieder vollständig von seiner US-Beteiligung.
Badger Meter
Badger Meter mit Sitz in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin wurde 1905 gegründet und hat sich zu einem der weltweit führenden Hersteller von Produkten und Systemen zur Durchflussmessung und Steuerung von Wasser, anderen Flüssigkeiten und Gasen entwickelt.
Im Bereich Wasser entwickelt und produziert das Unternehmen zahlreiche Produkte zur Durchflussmessung, Qualitätskontrolle und Flusssteuerung. Kunden von Badger Meter sind sowohl Wasserversorger und Kommunen als auch gewerbliche und industrielle Kunden. Zudem bietet das Unternehmen Hardware und Software für die Fernauslesung von Messdaten. Die Systemlösungen von Badger Meter erlauben es öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen, die Nutzung von Wasser zu optimieren und Wasserverluste zu reduzieren.
Die Produkte und Systeme von Badger Meter kommen nicht nur im Wassersektor zum Einsatz, sondern auch in zahlreichen anderen Branchen, wie zum Beispiel Chemie, Lebensmittel und Pharma.
Ecolab
Der 1923 gegründete Konzern mit Sitz in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota ist ein weltweit führender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen in den drei Bereichen Wasser, Hygiene und Infektionsprävention. Ecolab bietet ein sehr breites Angebotsspektrum zur Sicherstellung von Sauberkeit, Desinfektion und Wasserqualität.
Die Kunden von Ecolab kommen aus nahezu allen Branchen, darunter landwirtschaftliche Betriebe, Lebensmittel- und Getränkehersteller, Hotels und Restaurants, Krankenhäuser und Pharmakonzerne, Gebäudereiniger und Wäschereien. Darüber hinaus entwickelt Ecolab Systeme zur Überwachung und Verbesserung der Hygiene.
Geberit
Geberit ist ein 1874 gegründeter Konzern für Sanitärprodukte und -systeme mit Sitz in Rapperswil-Jona in der Schweiz. Das Unternehmen ist in den beiden Geschäftsfeldern Sanitärsysteme und Rohrsysteme tätig.
Im Segment Sanitärsysteme stellt Geberit Lösungen für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Gebäuden her. Dazu gehören unter anderem Toiletten, Urinale, Spülsysteme, Waschtische und Armaturen.
Der Geschäftsbereich Rohrsysteme umfasst die Produktion von Rohrleitungssystemen für Gebäude und Grundstücke. Dazu zählen Rohre für den Transport von Wasser, Gas und Wärme.
Kurita Water
Kurita Water ist ein 1949 gegründeter japanischer Hersteller von Anlagen und Chemikalien zur Wasseraufbereitung mit Sitz in Nakano. Das Geschäft gliedert sich in die beiden Bereiche Wasseraufbereitungsanlagen und -chemikalien.
Das japanische Unternehmen plant, baut und wartet weltweit Wasseraufbereitungsanlagen. Außerdem bietet es Systeme zur Wasserrückgewinnung an.
Zudem entwickelt und vertreibt Kurita Water Chemikalien zur Reinigung und Aufbereitung von Wasser in gewerblichen Umgebungen. Dazu zählen unter anderem Korrosionsschutzmittel, Scale-Inhibitoren und Biozide.
Lindsay
Das 1955 gegründete US-amerikanische Unternehmen Lindsay mit Sitz in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska ist einer der führenden Anbieter von Bewässerungsanlagen und Wassermanagementsystemen für die Landwirtschaft. Die mit Feuchtigkeitssensoren und einem Cloud-basierten Beregnungsmanagement ausgestatteten Systeme erlauben es Landwirten, Wasser effizienter einzusetzen, Wasserverluste zu minimieren und ihre Erträge zu steigern.
Neben dem Geschäftsbereich Bewässerung ist Lindsay auch im Infrastruktursektor aktiv. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Produkt und Technologien für Verkehrssicherheit, darunter Leitplanken, Signalbrücken, Fahrbahnmarkierungen und Telematiksysteme.
Pentair
Pentair ist ein 1966 gegründeter irischer Mischkonzern mit Sitz in Dublin. Der Konzern besitzt ein sehr breites Produktspektrum im Bereich kommerzieller Wasser- und Filtrationssysteme und deckt die folgenden sieben Geschäftsbereiche ab: Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, landwirtschaftliche Sprühdüsen und Pumpen, kommerzielle Eislösungen, Wasseraufbereitung, Schwimmbadzubehör und Lebensmittelservices.
Das Produktspektrum von Pentair reicht von Pumpen und Ventilen über Filter und Steuerungsanlagen bis zu Wasserenthärtern und Druckbehältern. Pentair-Produkte kommen in zahlreichen Anwendungsumgebungen zum Einsatz, um die Qualität und Reinheit von Wasser, aber auch anderen Flüssigkeiten und Luft in industriellen und gewerblichen Prozessen sowie in Privathaushalten sicherzustellen.
Primo Water
Primo Water, gegründet 1955 und mit Sitz in Tampa im US-Bundesstaat Florida, ist ein amerikanisch-kanadischer Anbieter von Wasserlösungen. Das Unternehmen bietet Kunden in Flaschen abgefülltes Wasser, Wasserspender, Selbstbedienungsnachfüllmaschinen und Wasserfiltergeräte.
Primo Water ist in über 20 Ländern aktiv. Die Wasserspender und Selbstbedienungsnachfüllmaschinen kommen an über 10.000 Standorten zum Einsatz.
Veolia
Der bereits 1853 gegründete französische Veolia-Konzern (früher Vivendi Environnement) mit Sitz in Paris ist eines der größten und traditionsreichsten Unternehmen im Bereich Wasser/Abwasser. Darüber hinaus ist Veolia auch in der Abfallentsorgung und der Energieversorgung tätig.
Im Geschäftsbereich Wasser/Abwasser ist Veolia in rund 70 Ländern weltweit als Dienstleister für Kommunen und Industriebetriebe tätig. Der Konzern erbringt Leistungen in der Wasseraufbereitung, der Wartung von Leitungsnetzen und der Abwasserbehandlung. Zudem entwickelt Veolia Technologien zur Rationalisierung und zur Wiederverwendung von aufbereitetem Wasser.
Im Bereich der Abfallwirtschaft kümmert sich Veolia um die Sammlung und Sortierung sowie das Recycling und die Entsorgung von Abfällen. Darüber hinaus stellt der Konzern Lösungen zur Abfallvermeidung her.
Das Leistungsspektrum bei Energiedienstleistungen umfasst die Erzeugung und Verteilung von Strom und Wärme sowie die Optimierung der Energieeffizienz in Gebäuden und bei industriellen Prozessen.
Xylem
Xylem mit Sitz in Rye Brook im US-Bundesstaat New York ist einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich der effizienten und nachhaltigen Wassertechnologie. Das Unternehmen entstand 2011 aus der Abspaltung der ITT Fluid Division vom US-amerikanischen Mischkonzern ITT Corporation.
Xylem bietet ein sehr breites Portfolio an intelligenten Systemlösungen in allen Bereichen des Wasserkreislaufs. Dazu zählen unter anderem der Transport und die Aufbereitung von Wasser und Abwasser, die Analyse der Wasserqualität und der Qualität von Rohrleitungen, die Wasserprozessoptimierung und die Behebung von wasserbedingten Umweltschäden. Für diese Zwecke entwickelt und produziert Xylem Pumpen, Filter, Ventile, Wärmetauscher, Wasser- und Wärmezähler sowie UV-/Ozon-Desinfektionsanlagen.
Welche Geschäftsmodelle gibt es in der Wasserbranche?
Planung der Infrastruktur
Bevor Frischwasser durch Leitungen zu den Verbrauchern fließt und Schmutzwasser abgeleitet wird, muss die entsprechende Infrastruktur geplant und gebaut werden. Der Wasserbau zählt zu den komplexesten Disziplinen des Bauingenieurwesens. In der Regel wird die Planung von Wasser- und Abwassersystemen, Regenwasserinfrastruktur, Kläranlagen und sonstiger Wasserbauinfrastruktur von spezialisierten Ingenieurbüros durchgeführt.
Herstellung der Systeme und Komponenten
Bei Wasser- und Abwassernetzen handelt es sich um komplexe Anlagen, sowohl bei Haushalten, Industrieanlagen und in der Landwirtschaft. Für die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung sind entsprechend umfangreiche Systeme und Komponenten erforderlich. Beim Transport, der Steuerung und der Überwachung von Wasser kommt eine Vielzahl an Rohren, Pumpen, Ventilen, Messgeräten und Steuerungssoftware zum Einsatz. Diese wird in der Regel von spezialisierten Unternehmen entwickelt und produziert.
Betrieb der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
Ist die Wasser- und Abwasserinfrastruktur einmal fertiggestellt, muss sich eine Organisation um den laufenden Betrieb kümmern. In Deutschland und vielen anderen Staaten sind Stadtwerke oder sonstige kommunale Einrichtungen für den Betrieb zuständig. In anderen Ländern, allen voran den USA, werden Wasserdienstleistungen meist von Privatunternehmen erbracht.
Bereitstellung von Wasseraufbereitung und Nachhaltigkeit
Aufgrund der mangelhaften Wasserqualität in vielen Regionen der Welt und der zunehmenden Bedeutung der Ressource Wasser haben sich einige Unternehmen auf die Bereitstellung von Dienstleistungen in den Bereichen Wasseraufbereitung und Nachhaltigkeit spezialisiert. Diese Leistungen spielen vor allem bei Großverbrauchern in Industrie und Landwirtschaft, für die Wasser einen großen Kostenfaktor darstellt, eine immer größere Rolle.
Produktion von Trinkwasser
Während in Deutschland und den meisten Ländern Europas das Leitungswasser Trinkwasserqualität aufweist, ist dies in vielen Staaten bzw. Regionen der Welt nicht der Fall. Menschen sind deshalb auf die Versorgung mit Flaschenwasser angewiesen, das meist von Lebensmittel- und Getränkekonzernen produziert wird. In sehr heißen Weltregionen wie beispielsweise dem Nahen Osten und Nordafrika, in denen es nur begrenzte Süßwasservorräte gibt, wird Trinkwasser oftmals durch die Entsalzung von Meerwasser gewonnen.
Wie entwickelt sich der Wasserverbrauch?
Schätzungen zufolge entspricht der globale Wasserverbrauch pro Jahr in etwa einem Drittel der zugänglichen erneuerbaren Süßwasserreserven. Problematisch ist jedoch die Tendenz des Wasserverbrauchs. Studien gehen davon aus, dass im 20. Jahrhundert die Weltbevölkerung in etwa um das Dreifache, der globale Wasserverbrauch jedoch um das Sechsfache gestiegen ist. Jüngste Studiendaten zeigen aber auch, dass sich die enormen Wachstumsraten des Verbrauchs im 21. Jahrhundert aufgrund verbesserter Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft und effizienterer Produktionstechnologien in der Industrie zunehmend abflachen.
Hauptnutzer von Wasser weltweit ist die Landwirtschaft. Sie ist für rund 70% des globalen Wasserverbrauchs verantwortlich. Mit 20 bzw. 10% ist der Verbrauch der Industrie und von Privathaushalten deutlich geringer. Zwischen den einzelnen Ländern der Welt gibt es deutliche Unterschiede in der Wasserverteilung zwischen den drei Sektoren.
Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Wasser?
Die wirtschaftliche Bedeutung von Wasser ist aufgrund des de facto unermesslichen Wertes des Rohstoffs für Mensch und Umwelt, aber auch Industrie und Landwirtschaft kaum zu beziffern. Die Naturschutzorganisation WWF hat trotzdem einen Versuch unternommen, den ökonomischen Wert von Wasser in Zahlen zu fassen. Sie kam zum Schluss, dass Wasser und Süßwasserökosysteme in Summe jährliche Leistungen im Wert von 58 Billionen US$ erbringen. Zur besseren Einordnung: Das entspricht rund 60% der weltweiten Wirtschaftsleistung.
Der direkte wirtschaftliche Nutzen von Wasser für Haushalte, Industrie und Landwirtschaft macht laut WWF mit 7,5 Milliarden US$ nur einen kleinen Teil des Gesamtnutzens aus. Mit knapp über 50 Milliarden US$ ist der indirekte Nutzen des „blauen Goldes“ in Flüssen, Seen und Feuchtgebieten wesentlich höher. Darunter fallen unter anderem Wassereigenschaften wie die Verbesserung der Bodengesundheit, die Speicherung von Kohlenstoff und die Milderung von Naturkatastrophen wie Dürren. Dieser indirekte Nutzen wird häufig von der Menschheit als gegeben angenommen und folglich übersehen.
Wird Wasser zur Ursache von Konflikten?
Die enorme Bedeutung von Wasser lässt sich auch anhand einer weiteren Statistik darstellen. Die Zahl der Konflikte um die natürliche Ressource ist in den vergangenen Jahrzehnten exponentiell angestiegen. Während es weltweit bis zur Jahrtausendwende kaum Auseinandersetzungen um Wasser gab, ist die Zahl der Streitigkeiten um die natürliche Ressource im abgelaufenen Jahrzehnt auf über 600 explodiert. Und diese Zahl wurde bereits im Vierjahreszeitraum von 2020 bis 2023 übertroffen. Zwischenstaatliche Konflikte um knappe Wasservorräte gibt es vor allem in Nordafrika und im Nahen Osten, beispielsweise zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan um das Wasser des Nils und zwischen der Türkei, Syrien und dem Irak um das Wasser von Euphrat und Tigris.
Die dramatisch steigende Konfliktzahl um Wasser hat drei wesentliche Ursachen: das Bevölkerungswachstum, die Umweltverschmutzung und den Klimawandel. Die Weltbevölkerung hat sich im vergangenen Jahrtausend von 1,7 Milliarden auf 6,2 Milliarden Menschen mehr als verdreifacht. 2022 wurde erstmals die Schwelle von 8,0 Milliarden Erdbürgern überschritten. Problematisch ist in diesem Zusammenhang nicht nur die schiere Größe der Weltbevölkerung, sondern auch ihre geografische Verteilung. Das höchste Bevölkerungswachstum wiesen in den vergangenen Jahrzehnten Staaten in Afrika und Asien auf, die vielfach nicht über ausreichende Wasserressourcen verfügen.
Der zweite Treiber von Wasserkonflikten ist die zunehmende Umweltverschmutzung. In vielen Regionen der Welt sind Süßwasserquellen so stark verschmutzt, dass das Wasser daraus nicht bedenkenlos genutzt werden kann. Das schränkt das Nutzungsvolumen von Wasser ein und erhöht die Kosten der Wasserversorgung.
Nicht zuletzt ist der globale Klimawandel zum dritten großen Treiber von Konflikten um Wasser geworden. Inzwischen ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Wandel des Weltklimas zu häufigeren und intensiveren Wetterereignissen wie Dürren und Starkregen führt. Dies hat in fast allen Regionen der Welt immer häufigere Klimakatastrophen wie Überflutungen und Ernteausfälle zur Folge.
Wie kann man in Wasser-Aktien investieren?
Neben zahlreichen Einzelaktien aus unterschiedlichen Subbereichen der Wasserbranche kannst Du auch über ETFs und Investmentfonds in den Wassersektor investieren. Damit genießt Du den Vorteil, Dein Kapital schnell, einfach und kostengünstig über eine Vielzahl von Wasser-Aktien zu streuen.
Derzeit sind in Deutschland fünf Exchange-traded Funds zum Vertrieb zugelassen, die das Anlegerkapital ausschließlich in der Wasserindustrie investieren. Mit Fondsvolumina von ca. 2,0 bzw. 1,6 Milliarden € sind der iShares Global Water und der Amundi MSCI Water die beiden mit Abstand größten Wasser-ETFs auf dem Markt. Auf Platz 3 folgt der L&G Clean Water ETF mit einem Fondsvolumen von ca. 0,5 Milliarden €. Wesentlich kleiner sind der Global X Clean Water und der Xtrackers MSCI Global Clean Water & Sanitation.
Eine deutlich größere Auswahl als bei Wasser-ETFs hast Du bei Wasser-Investmentfonds. Derzeit gibt es rund 15 Fonds, die das Fondsvermögen ausschließlich im Wassersektor anlegen. Mit einem aktiv verwalteten Investmentfonds hast Du den Vorteil, gegenüber einem nur passiven ETF eine Überrendite gegenüber einem Vergleichsindex erzielen zu können. Diesen Vorteil bezahlst Du in der Regel jedoch mit etwas höheren Fondsverwaltungskosten.
Wasser-Investmentfonds erfreuen sich bei Anlegern sehr großer Beliebtheit, was ein durchschnittlich hohes Fondsvermögen zur Folge hat. Drei der Branchenfonds verwalten ein Vermögen von über 2,5 Milliarden € (der Pictet-Water, der BNP Paribas Funds Aqua, der Robeco Sustainable Water).
Tipps und Tricks zum Investieren in Wasser-Aktien
Erfolgreich in Wasser-Aktien zu investieren, ist alles andere als trivial. Wenn Du mit einem Investment in die Wasserbranche liebäugelst, solltest Du die folgenden vier Tipps und Tricks beherzigen.
Keine Überrenditen erwarten
Die Wasserindustrie ist im Allgemeinen eine eher konservative Branche mit etablierten Strukturen und einer vergleichsweise geringen technologischen Dynamik. Das bedeutet, dass Du mit einem Investment in diese Branche keine Überrenditen erwarten solltest. Nur wenige Fonds schaffen es langfristig, eine höhere Rendite als globale Vergleichsindizes wie beispielsweise der MSCI World zu erwirtschaften.
Politische Entwicklungen im Auge behalten
Wasser ist aufgrund seiner extremen Bedeutung für Mensch, Natur und Wirtschaft ein hochpolitisches Gut. Alle wesentlichen Entscheidungen rund um Wasser werden deshalb von der Politik getroffen. In vielen Ländern führte beispielsweise die Privatisierung der Wasserversorgung zu starken Preissteigerungen und sinkenden Qualitätsstandards, was großen Unmut bei Verbrauchern auslöste. In einigen Ländern wurde die Wasserversorgung als Reaktion darauf wieder in kommunale Hände überführt.
Aktuelle Probleme berücksichtigen
Der Klimawandel stellt Mensch und Natur vor die größte Herausforderung der Geschichte. Daraus ergeben sich jedoch auch große Investitionschancen. Unternehmen, die Produkte und Lösungen anbieten, welche die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels erfolgreich bekämpfen, gehören gegenwärtig zweifellos zu den aussichtsreichsten Investments.
Auf die Fondszusammensetzung achten
Wasser-Fonds ist nicht gleich Wasser-Fonds. ETFs und Investmentfonds, die in die Wasserbranche investieren, haben zum Teil sehr unterschiedliche Anlageschwerpunkte. Um sicherzustellen, dass Du Dein Geld in die gewünschten Segmente der Branche investierst, solltest Du im Vorfeld die Zusammensetzung der Fonds überprüfen.