Mit Dividenden-Aktien passives Einkommen erhalten? Die Basics einfach erklärt

Für wen klingen das nicht reizvoll? Als Aktionär regelmäßige Ausschüttungen bekommen, die ein passives Einkommen generieren, von dem am im besten Fall leben kann. Dividenden können Dir das ermöglichen, da Du als Anteilseigner am Gewinn der Aktiengesellschaften direkt beteiligt wirst. In diesem an Börseneinsteiger gerichteten Ratgeber lernst Du alles Grundlegende zum Thema Dividende und erfährst, was erforderlich ist, um ein erstklassiges Dividenden-Depot aufzubauen.

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☝️ Das Wichtigste in aller Kürze

  • Mit Dividenden wirst Du als Aktionär regelmäßig am Unternehmensgewinn beteiligt.
  • Die verlässlichsten Dividendenzahlern, die sogenannten Dividenden-Aristokraten, sind Konzerne mit ausgereiftem Geschäftsmodell und geringem Wachstum.
  • Dividenden-Aktien haben einen großen steuerlichen Nachteil: Der Aktienkurs geht nach der Dividendenausschüttung in voller Höhe der Auszahlung zurück. Nach Abzug der Steuer behältst Du aber nur weniger als 75% der Dividende.
  • Wenn Du mit einem Dividenden-Strategie systematische Mehrrenditen und ein verlässliches Einkommen erzielen willst, musst Du mit einer sehr selektiven Aktienauswahl vorgehen.
  • Konkrete Aktientipps fürs Dividenden-Depot von echten Experten erhältst Du in unserem Live Chat im Dividenden-Kanal. Die einmalige Chat-Anmeldung ist für Dich vollkommen kostenlos!


Vor nicht allzu langer Zeit war der Kauf dividendenstarker Titel vergleichsweise einfach. Viele Werte gab es zu attraktiven Preisen. Doch mittlerweile sind auszahlungsstarke Konzerne wieder stark gesucht. Aufgrund hoher Aktienkurse springen für Anteilseigner oft nur noch schwache Dividendenrenditen raus. Dividendenjäger müssen also selektiver werden.

Möglicherweise ist Dir aber noch gar nicht klar, was genau eine Dividendenrendite ist. Damit Du die Grundlagen verstehst, beantworten wir Dir in diesem Wissensbeitrag zunächst einmal die wichtigsten und häufigsten Fragen rund um Dividenden und Dividenden-Aktien, bevor wir einige Vorschläge für konkrete Investments parat haben.

Vorab: Eine Aktie wird als Dividenden-Aktie bezeichnet, wenn Aktionäre in regelmäßigen Abständen eine Zahlung vom Unternehmen erhalten. Diese Zahlung wird als Dividende bezeichnet. In den folgenden Absätzen werden wir Dir erklären, warum Dividenden-Aktien eine so beliebte Geldanlage für Investoren sind.

Was ist eine Dividende?

Eine Dividende ist zunächst einmal schlicht eine geldwerte Ausschüttung eines Unternehmens an seine Aktionäre, also die Eigentümer der Firma. Man unterscheidet zwischen regelmäßigen Dividenden und Sonderdividenden. Charakteristisch für diese Geldanlage-Form ist also, dass Anteilseigner an wiederkehrenden Unternehmensgewinnen beteiligt wird.

Eine Sonderdividende hingegen wird zum Beispiel ausgeschüttet, wenn ein außerordentlich hoher Sonderertrag – möglicherweise durch den Verkauf einer Sparte – zu signifikanten einmaligen Mehreinnahmen führt, die dewr Konzern nicht reinvestieren, sondern an seine Aktionäre ausschütten will.

Es ist prinzipiell aber gar nicht notwendig, dass ein Konzern eine Dividende auch „verdient“. Rein theoretisch kann eine Firma Schulden aufnehmen und diese Mittel als Dividende an die Aktionäre ausschütten. Eine Praxis, die unter Dividenden-Aristokraten durchaus verbreitet ist. Dazu später mehr.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite zeigt das Verhältnis der Dividende zum Aktienkurs. Die Dividendenrendite berechnet sich, indem Du die Summe an jährlichen Dividendenzahlungen durch den derzeitigen Aktienkurs teilst. Dementsprechend schwankt diese Kennziffer mit dem Aktienkurs und verändert sich quasi täglich.

Die Dividendenrendite sagt über die Attraktivität einer Aktie für sich betrachtet noch nichts aus. Was Du beachten musst und welche Fallstricke es gibt, findest Du auch in unserem Artikel zur Dividendenrendite.

Wie hoch ist eine Dividende

Wie hoch eine Dividende ausfällt, kommt natürlich ganz auf die Unternehmen und die Umstände an. Firmen mit starken Wachstumsmöglichkeiten sind für gewöhnlich darauf fokussiert, ihre Mittel in wertsteigernde Projekte zu investieren, um den Wert des Unternehmens langfristig zu erhöhen.

Konzerne mit reifen Geschäftsmodellen ohne signifikantes Wachstum schütten in der Regel einen Großteil ihrer Erträge aus. Beispiele hierfür sind unter anderem Hersteller von Tabakprodukten oder Vertreter der Öl- und Gasindustrie.

Normalerweise schütten Firmen etwa 30% bis 70% des nachhaltigen Unternehmensgewinns ohne Sondereinflüsse an ihre Aktionäre aus.

Die meisten Dividendenrenditen hingegen bewegen sich zwischen 1% und 10%. Dividendenrenditen über 5% sind für gewöhnlich ein Zeichen, dass die Marktteilnehmer erhebliche Zweifel an der langfristigen Nachhaltigkeit der Erträge des Konzerns und somit auch der Dividende hegen. Investoren sollten nicht erwarten, dass die Dividende in diesen Fällen bis in alle Ewigkeit gezahlt wird.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die attraktivsten Renditen im Bereich zwischen 3% und 7% Dividendenrendite zu finden sind. Dividendenrenditen von 8% und höher sind oft nicht nachhaltig und werden durch große Kursrückgänge (beispielsweise bei sterbenden Geschäftsmodellen) beziehungsweise eine künftige Senkung der Dividende überkompensiert.

Wer entscheidet über die Höhe der Dividende?

Grundsätzlich entscheiden die Aktionäre einer Firma über die Dividende – meist aber auf indirekte Art und Weise. Rein technisch schlägt – je nach Jurisdiktion der Firma – das Management oder der Aufsichtsrat eines Unternehmens eine Dividende vor. Dieser Vorschlag wird von der Hauptversammlung oder dem Aufsichtsrat des Konzerns dann akzeptiert oder abgelehnt.

De facto steht hinter der Entscheidung aber ein laufender Austausch der Entscheidungsträgern mit den Aktionären. Für gewöhnlich verfolgt ein Unternehmen zudem eine festgeschriebene Dividendenpolitik. Beispielhaft könnte es das kommunizierte Ziel sein, etwa 30-40% des nachhaltigen Gewinns (ohne Sondereffekte also) an die Aktionäre auszuschütten. Je nachdem, wie viel Kapital für internes Wachstum oder etwaigen Schuldendienst benötigt wird, kann diese Bandbreite dann ausgenutzt werden.

Was sind Dividenden-Aristokraten?

Darüber hinaus gilt es als Qualitätsmerkmal eines Unternehmens, eine Dividende sowohl stets zu zahlen als auch nie zu kürzen. In schlechten Zeiten schütten Konzerne also gerne auch einmal aus zurückgelegten Gewinnen oder mithilfe von Schulden eine Dividende aus.

Unternehmen, die über einen Zeitraum von über 25 Jahren stetige und steigende Ausschüttungen geleistet haben, bezeichnen Investoren als Dividenden-Aristokraten.

Konzerne, die einmal mit diesem Titel geadelt wurden, möchten ihn natürlich nicht verlieren. Viele Dividenden-Aristokraten erhöhen ihre Dividendenausschüttung daher immer nur marginal, um auch in schlechten Jahr die Bedingungen erfüllen zu können. Es werden zudem Kredite aufgenommen, einzig und allein dafür, um den „Adelstitel“ nicht abgeben zu müssen.

Grundsätzlich kannst Du Dir einprägen, dass der Großteil des Dividenden-Adels aus den USA kommt. Weltweit gibt es derzeit gut 150 Dividenden-Aristokraten (Stand: Ende 2023), wobei etwa 130 ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten führen. Rund die Hälfte von ihnen sind im S&P 500 gelistet, dem US-Aktienindex der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen.

Im deutschen Leitindex DAX gibt es zurzeit offiziell keinen Konzern, der die Bezeichnung Dividenden-Aristokrat trägt. Nichtsdestotrotz gibt es auch hierzulande große Unternehmen, die eine lange Tradition von Dividendenausschüttungen haben wie etwa: der Chemieriese BASF, das Pharma- und Agrarkonglomerat Bayer und die Deutsche Telekom.

Wann werden Dividenden gekürzt oder gestrichen?

Selbstverständlich kann eine Dividende jederzeit reduziert, erhöht oder auch komplett gestrichen werden. Benötigt das Unternehmen die Mittel zur Überbrückung einer Schwächephase, für ein attraktives internes Wachstumsprojekt oder zum Schuldendienst, ist die Kürzung einer Dividende vollkommen akzeptabel und kann sogar im langfristigen Sinne der Aktionäre sein.

Es ist ebenfalls möglich, dass Elemente eines Kreditvertrages (sogenannte Covenants) einer Firma verbieten, eine Dividende zu zahlen, wenn der Jahresgewinn unter eine gewisse Schwelle fällt oder eine gewisser Bestand an liquiden Mitteln dadurch unterschritten würde.

So waren im Rahmen der Corona-Krise Dividendenkürzungen zur Wahrung der Substanz des Unternehmens an der Tagesordnung. Solange die langfristige Wertschöpfungsfähigkeit des Unternehmens nicht beschränkt wird, ist das auch weder ein Problem noch ein Grund zur Sorge.

Wann werden Dividenden ausgezahlt?

Bezüglich der Dividendenzahlung gibt es rund um den Globus zahlreiche verschiedene Gepflogenheiten. Deutsche Firmen, auch DAX-Konzerne, zahlen meist um ihre Hauptversammlung aus. Das liegt daran, dass die Aktionäre dem Dividendenvorschlag zustimmen müssen. In der Folge schütten deutsche Unternehmen in aller Regel nur einmal jährlich eine Dividende an ihre Anteilseigner aus.

Bei Großbritannien ist es üblich, jährlich zwei Dividenden zu zahlen. Meist handelt es sich um eine kleinere Zwischendividende und eine größere Hauptdividende.

Amerikanische Unternehmen hingegen zahlen in aller Regel sogar quartalsweise. In der Öl- und Gasindustrie ist eine vierteljährliche Dividendenausschüttung ebenfalls üblich. Für die Aktionäre bedeutet das ein konstantes zusätzliches Einkommen, welches über das ganze Jahr verteilt ist.

Was ist ein Dividendenkalender?

Grundsätzlich gibt es, was die Frequenz der Ausschüttung angeht, kein Gut oder Schlecht. Beliebter ist aber dennoch die häufigere Ausschüttung (von natürlich jeweils kleineren Beträgen). Bei der Berechnung der Dividendenrendite musst Du dann darauf achten, alle Zahlungen eines Kalenderjahres zu addieren.

Nahezu alle Konzerne unterhalten auf ihrer Webseite eine Sektion, die sich „Investor Relations“ nennt. Dort findest Du auch alle wichtigen Termine, unter anderem die Ausschüttungstage der Dividende – sofern sie denn schon bekannt sind. Hier am Beispiel von BASF und Coca-Cola.

Auch eine Google Suche nach einem „Dividendenkalender“ kann Abhilfe schaffen. So haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Finanzportale auf die Analyse von Dividenden-Aktien spezialisiert. Dort können Anleger ihr Portfolio in einem Dividendenkalender abbilden, um den Überblick über die Dividendenausschüttungen nicht zu verlieren. Die Aktualität der Daten liegt jedoch in den Händen des jeweiligen Betreibers. Auf Nummer sicher gehen kannst Du, indem Du die Daten auf den jeweiligen Investor-Relations-Webseiten der Konzerne gegencheckst.

Dividendenkalender

Was ist ein Dividendenabschlag?

Du musst eine Aktie theoretisch nur an einem einzigen Tag im Depot haben, um für eine Gewinnbeteiligung berechtigt zu sein. Für gewöhnlich fällt der Kurs einer Aktie nach der Zahlung der Dividende aber um ziemlich genau diesen Betrag. Die Intuition dahinter: Das Unternehmen verliert durch die Gewinnausschüttung Barmittel und erleidet einen Substanzverlust. Hierbei spricht vom Dividendenabschlag.

Was bedeutet Ex-Date, Payment-Date, Record-Date?

Bei einer Dividendenzahlung sind diverse Stichtage für den Anteilseigner relevant. Das ist zum Teil kompliziert, da das Eigentum an einer Aktie im Rahmen eines Börsengeschäfts in aller Regel erst zwei Tage später vom Verkäufer an den Käufer übergeht.

Wir fangen ganz einfach an: Am sogenannten „Payment-Date“ wird die Dividende ausgezahlt. Ist Deine Bank nicht komplett von gestern, wird Dir ab diesem Tag oder kurz später ein erhöhter Kontostand ausgewiesen – Tada.

Der „Record-Date“ bezeichnet den Tag, an dem Du rechtlicher Eigentümer der Aktie sein musst, um die Dividende zu erhalten. Aufgrund der oben beschriebenen Thematik musst Du die Aktie spätestens zwei Werktage vor dem Record Date kaufen, um Anspruch auf die Dividendenzahlung zu haben.

Damit sind wir auch beim „Ex-Date“ oder Ex-Tag. Dieses bezeichnet den ersten Tag, ab dem die Aktie ohne das Recht auf die Dividende gehandelt wird. Am Ex-Tag ist mit einem Kursabschlag in Höhe der Dividende zu rechnen. Investoren sprechen davon, dass die Aktie „ex Dividende“ handelt. Das Ex-Date liegt in aller Regel einen Werktag vor dem Record-Date.

Dividenden: Zeitplan für die Ausschüttung

Diese Termine müssen Dividendenjäger im Auge behalten. Grafik: Eigene Darstellung

Dividenden und Steuern

Grundsätzlich gilt: Wer mit Geldanlagen Erträge erzielt, muss darauf Steuern zahlen. Auch wenn die Konzerne ihre Gewinne eigentlich schon versteuert haben, zwackt der Fiskus Dir noch einmal zusätzlich einen Teil der Erträge ab. Genau wie bei anderen Kapitalerträgen auch wird in Deutschland die Abgeltungssteuer von 25% fällig. Obendrauf kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5% und eine etwaige Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer ergibt sich also ein Steuersatz von 25% x 1,055 = 26,375%. Kirchenmitglieder zahlen knapp 28%.

Den Solidaritätszuschlag auf Kapitalerträge abzuschaffen, hat man doch glatt „vergessen“.

Bei ausländischen Dividenden kann der Spaßfaktor darüber hinaus weiter abfallen. Je nach Jurisdiktion werden eventuell Quellensteuern von 10-30 Prozent erhoben, die über die Kapitalertragsteuer hinausgehen und die Nettorendite schmälern können.

Hier gibt es lediglich einen Ausweg: den sogenannten Freibetrag für Kapitalerträge. Der Fiskus gewährt Dir jedes Jahr 801 € (1.602 € für Ehepaare) steuerfreies Einkommen aus Kapitalerträgen, also realisierte Kursgewinne, Zinsen und auch Dividenden.

Die ausländische Quellensteuer wird aber in jedem Fall erhoben. Hast Du in einem Kalenderjahr bereits über 801 € an Kapitalerträgen vereinnahmt, bist Du ab diesem Punkt voll steuerpflichtig. Deutsche Banken ziehen die Steuern direkt ab, bevor sie überhaupt auf Deinem Konto landen.

Dividenden-Rendite

Der rechnerische Nachteil von Dividenden-Aktien

Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um die viel gelobte Dividende auch kritisch zu beäugen. So gibt es für Anteilseigner eine grundsätzliche Problematik: Während der Aktienkurs durch den Dividendenabschlag in voller Höhe der Ausschüttung zurückgeht, landen davon nach Abzug der Steuer weniger als 75% in Deiner Geldbörse.

Bei Investitionen in Aktien, die keine Dividende ausschütten, entgehst du diesem rechnerischen Verlust. Behält der Konzern nämlich die Gewinne ein und reinvestiert diese erfolgreich, kommt dies effektiv einer Steuerstundung gleich und vergrößert Dein Vermögen mittelfristig im Vergleich zur entsprechenden Dividendenzahlung stärker.

Ein Beispiel: Du kaufst Aktie A, welche am Tag darauf ex Dividende notiert, für 100 €. Die Dividende beträgt 3 € je Aktie. Am Tag darauf notiert die Aktie aller Voraussicht nach auf 97 €, auf Deinem Konto landen aber nur 2,21 €. Obwohl sich der Kurs der Aktie effektiv nicht verändert hat, hast Du also für den Moment 0,79% Verlust gemacht. Würdest du die Aktie nun verkaufen, würde der Verlust daraus aber verrechnet werden und Du würdest das Geld zurückbekommen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Wirklich absurd wird es erst dann, wenn Du mit der Aktie auch einmal deutlich im Verlust bist. Auch dann werden nämlich auf Dividenden Steuern fällig. Hältst Du Aktien von ausländischen Firmen, können obendrein Quellensteuern abgezogen werden. Mehr Informationen und Ratschläge zum Thema Quellensteuern findest Du in einem Quellensteuer-Artikel.

In bestimmten Fällen ist es möglich, dass keine Steuern fällig werden. Löst sich eine Firma zum Beispiel auf oder schüttet sie die Dividende technisch über eine Kapitalherabsetzung aus, ist die Ausschüttung abgeltungssteuerfrei.

Das liegt darin begründet, dass es sich nicht um eine Gewinnverteilung, sondern um eine Substanzverteilung handelt.

Ein weiterer Sonderfall sind Aktien wie die der Deutschen Post. Schüttet die Firma eine Dividende aus, erhältst Du diese steuerfrei. Das passiert aber nicht, weil der Finanzminister besonders freundlich ist. Die Dividende senkt aus Steuersicht Deinen Einkaufskurs der Aktien in gleicher Höhe. Dementsprechend wird eine höhere Steuer beim Verkauf der Wertpapiere fällig. In Summe zahlst du gleich viel, aber eben später oder ohne Verkauf nie.

Was ist ein Dividenden ETF?

Der Vollständigkeit halber kommen wir nicht drum herum, im Dividenden-Zusammenhang auch über ETFs zu reden. Selbstverständlich gibt es auch ETFs, die sich auf dividendenstarke Aktien fokussieren. Gerade in einem ETF ist der Fokus aber im Grunde unnötig. Denn es ist für den Fondsmanager ja sehr einfach, jederzeit einen Teil der Aktien zu verkaufen und somit eine Basis für eine Ausschüttung zu erzeugen.

Aber da ein ETF nach festen Regeln in einen Index oder eine Auswahl an Aktien investiert, kannst Du mit Hilfe eines solchen Anlage-Vehikels mit nur einem Wertpapier ein großes Level an Diversifikation erreichen. Das bedeutet, dass Du Risiken, die aus einer einzelnen Firma entstehen, weitgehend eliminieren kannst.

Du darfst in diesem Falle aber nicht erwarten, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Ein Beispiel für einen ETF, der global in dividendenstarke Aktien investiert, ist der iShares MSCI World Quality Dividend UCITS ETF.

Attraktiv an diesem ETF ist, dass er nicht blind Aktien mit hohen Dividendenrenditen erwirbt. Die Nachhaltigkeit der Dividendenzahlung und des zugrunde liegenden Geschäfts spielt ebenso eine wichtige Rolle.

Aber ganz ehrlich – wir auf sharedeals.de sind leidenschaftliche und erfolgreiche „Stock Picker“. Wer einen ETF kauft, schießt mit der Schrotflinte in den Wald und hofft, dass er auch mal trifft. Absurd hohe Renditen, wie wir sie beispielsweise im No Brainer Club regelmäßig einfahren, erreichst Du damit jedenfalls nicht.

Hinzu kommt, dass Du – wenn Du dich mit der Auswahl einzelner Aktien gar nicht befassen willst – mit einem Marktbreiten ETF deutlich besser fährst. Das zeigt zumindest der Performance-Vergleich der vergangenen 10 Jahre.

Dividenden Aktien gegen MSCI World und S&P 500

Wegen Big Tech: In den letzten 10 Jahren haben Dividenden-Aktien gegenüber dem breiten Markt den Kürzeren gezogen. Daten: Marketscreener, Grafik: Eigene Darstellung

Die die oben stehende Grafik deutlich macht, sieht der weltweit größte Dividenden-ETF von Vanguard gegenüber börsengehandelten Fonds, die den breiten Markt darstellen (MSCI World oder S&P 500), alt aus.

Der Grund warum, das Dividenden-Portfolio bei der Wertsteigerung zwei- bis dreimal schlechter abgeschnitten hat, liegt nicht etwa an den Dividendenabschlägen. Für die Vergleichbarkeit wird hier die Gesamtrendite betrachtet bestehend aus Kurs- und Dividendenerträgen.

Der eklatante Unterschied geht klar auf das Konto von Big Tech. Für einen Großteil der Kurssteigerungen des Weltmarkts der vergangenen Jahre waren die großen Technologiekonzerne verantwortlich Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta Platforms Nvidia und Co. schütten aufgrund ihres wachstumsorientierten Geschäftsmodells keine Dividenden aus.

Im Klartext: Wenn Du beim Thema ETF nicht auf den breiten Markt, sondern auf Dividendenzahler fokussierst, lässt Du die fetten Renditen aus dem Tech-Lager links liegen. Diese Tatsache legt den Verdacht nahe, dass Du im Rahmen einer Dividenden-Strategie besser eine andere Herangehensweise wählst – nämlich die des Stock Pickers.

Welche Dividenden-Aktien soll ich jetzt kaufen?

Wenn Du jetzt planst, Dir Dein eigenes Dividenden-Portfolio aufzubauen, solltest Du Dir auf jeden Fall diesen sharedeals.de-Wissensbeitrag durchlesen, der keine Fragen zu dem Thema offen lässt.

Wenn Du die aktuelle Einschätzungen willst, mit welchen Dividenden-Aktien Du in dein Depot stellen solltest, wirst Du in unserer Dividenden-Kategorie fündig. Außerdem gibt es im Dividenden-Kanal unseres Live Chats in hoher Frequenz Ideen von Experten und begeisterten Vollblut-Investoren.

Insbesondere unser Experte für einkommensorientierte Anlagestrategien, André Doerk, glänzt dort regelmäßig mit spannenden und heißen Tipps, inklusive vieler internationaler Qualitätswerten, die noch komplett unter dem Radar fliegen!

Unser Fazit

Die Dividende ist ein probates Mittel für Aktionäre, um zusätzliches Einkommen aus ihrem Vermögen zu erzeugen. Es ist beileibe jedoch nicht der einzige Weg, dieses Ziel zu erreichen.

Rein theoretisch könnte ein Aktionär aber auch jedes Jahr einfach einen kleinen Prozentsatz seiner Aktien verkaufen, um das gleiche Einkommen zu erzielen. In aller Regel würde dies die steuerliche Situation gegenüber deiner Dividendenstrategie deutlich verbessern, da nur etwaige Kursgewinne und nie 100% des Betrags wie bei der Dividende versteuert werden.

Dieses Vorgehen bringt aber Aufwand mit sich und kann gerade bei Auslandstransaktionen hohe Kosten mit sich bringen. Anleger bevorzugen daher eindeutig die Ausschüttung der Dividende durch die Firma.

Wer ein großes Dividendenportfolio pflegt, sollte versuchen, die steuerliche Belastung der Dividendenzahlungen durch den Handel von Positionen im Verlust zu verringern. Bei intaktem Investment-Case solltest Du natürlich den Rückkauf nicht vergessen!

Eine stabile und nachhaltige Dividende ist aber Zeichen eines Qualitätsunternehmens, das die Gewinne zur Finanzierung der Dividende vermutlich noch auf Jahre und Jahrzehnte erwirtschaften wird. Hast Du mehr Interesse an Dividenden, so findest Du noch mehr Ratschläge in unserem Beitrag über Dividendenstrategien.

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