V-Formation: Trader lieben die radikale Trendumkehr

Unter Tradern gilt sie als dynamisches, ja explosives und kaum zu erahnendes Chartmuster: die V-Formation. Was diese Formation auszeichnet und wie Profis auf sie reagieren, ist Thema des heutigen Wissensbeitrags.

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Corona: Crash und Erholung in Rekordzeit

Um sich die Radikalität einer V-Formation zu vergegenwärtigen, genügt ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Anfang März 2020 zwang die rasante Ausbreitung des Coronavirus Börsen weltweit in Knie. Der DAX verlor in nur 28 Tagen 39 Prozent seiner Marktkapitalisierung. Der Schock saß tief.

Asymmetrische Erholung

Nachdem die Talsohle durschritten war, ging es wieder bergauf. Die Schockstarre löste sich. Das Prinzip Hoffnung regierte die Märkte. Sechs Monate später hatte sich der DAX von den massiven Verlusten erholt und entließ seine gebeutelten Anleger mit einem leichten Plus ins neue Jahr. Eine Besonderheit der V-Formation trat hier bereits auf: Der plötzliche Kurssturz kann so rasant sein, dass die anschließende Erholung hinterherhinkt. Das echte, reell beobachtbare „V“ verläuft oftmals asymmetrisch.

Besonderheiten der V-Formation

V-Muster haben die Eigenheit, dass sie in allen Märkten zu allen Zeiten auftreten können. Die Formation selbst ist ein extrem bullisches Umkehrmuster, das durch panikartige Abverkäufe und aggressive Zukäufe ausgelöst wird.

Ähnlich wie beim Corona Crash zeichnen sich V-Formationen durch ihr hohes Tempo, ihre Heftigkeit und ihre Plötzlichkeit aus. Gerade weil eine V-Formation schwer in Echtzeit zu prognostizieren ist, haben Trader Strategien entwickelt, um auf dieses Muster zu reagieren und erste Anzeichen zu identifizieren.

Frühe Signale

Um die Wahrscheinlichkeit zu vergrößern, eine V-Formation rechtzeitig zu erkennen, achten Trader auf das Eintreten einer bullischen 1-2-3-Umkehrung. Zusammen mit einem zunehmenden Handelsvolumen während der Talfahrt, können sie sich auf die Lauer legen und long gehen.

Was tun, wenn man zu spät ist?

Für den realistischen Fall, dass man eine V-Formation erst nach ihrem Entstehen erkannt hat, gibt es eine konservative Strategie dieses Muster gewinnbringend zu handeln. Der Lösungsansatz wurde bereits beim Traden von Schulter-Kopf-Schulter-Formationen besprochen und kann auf folgende Formel gebracht werden: dem dominanten Trend folgen.

Was heißt das konkret? Strukturell betrachtet, ähnelt die V-Formation einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation: zwei Zwischenhochs und ein Tief. Beide Chartmuster können mit einer Trendlinie, dem Nacken begrenzt werden. Kreuzt der Aktienkurs diese Nackenlinie nach oben, gehen Trader long und setzen auf steigende Kurse.

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