Top 10 Rüstungsaktien 2024: Klingelnde Kriegskassen für Dein Depot

Rüstungsaktien gehörten in den beiden letzten Jahren zu den Top-Performern an den internationalen Finanzmärkten. Vor allem deutsche Rüstungsaktien wie Rheinmetall und Hensoldt erfreuten Anleger mit einer Vervielfachung ihrer Aktienkurse. Grund für die Rüstungsrallye ist in erster Linie der Ukraine-Krieg und die damit verbundene „Zeitenwende“ in der deutschen und europäischen Verteidigungspolitik. Vor diesem völlig neuen politischen Hintergrund beleuchtet dieser Ratgeber das Thema Rüstungsaktien. Du erfährst darin, was Rüstungs-Aktien sind, welche Besonderheiten sie haben und wie Du in sie investieren kannst. Zudem stellt der Ratgeber 10 der weltweit wichtigsten Rüstungsaktien vor.

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☝️ Das Wichtigste in aller Kürze

  • Rüstungsaktien haben die Besonderheit, dass der Staat der einzige Nachfrager ist.
  • Die weltweiten Ausgaben für Rüstungsgüter sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen.
  • Die USA haben den mit Abstand größten Verteidigungshaushalt der Welt, gefolgt von China und Russland.
  • Angesichts der angespannten geopolitischen Lage in vielen Weltregionen wird in den kommenden Jahren mit weiter steigenden Rüstungsausgaben gerechnet.
  • In die Rüstungsindustrie kannst Du nur in Form von Rüstungseinzelaktien oder Rüstungs-EFTs investieren.
  • Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges Anfang 2022 haben die meisten Rüstungsaktien einen starken Kursanstieg erlebt.

Über Jahre und Jahrzehnte wurden Rüstungs Aktien von den meisten Anlegern eher stiefmütterlich behandelt. Das hat sich mit dem russischen Überfall auf die Ukraine gehörig geändert. Seit 2022 ist der Krieg zurück in Europa und hat ein Erdbeben in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ausgelöst.

Nachdem sich Europa über einen langen Zeitraum auf den kostengünstigen Schutzschild der USA verlassen hat, ist seit zwei Jahren klar, dass alle europäischen Staaten mehr für die Sicherheit und Verteidigung ihres Kontinents leisten müssen. Fast alle Länder Europas, allen voran Deutschland, haben ihre Verteidigungsausgaben als Reaktion auf die russische Aggression deutlich erhöht.

Auch auf anderen Kontinenten ist die Welt in den letzten Jahren nicht sicherer geworden. Der Nahe Osten steht nach dem Hamas-Überfall auf Israel und dem darauffolgenden Einmarsch der israelischen Armee im Gaza-Streifen vor einem Flächenbrand. Und in Ostasien sind die Spannungen zwischen China und seinen Nachbarn sowie zwischen Nord- und Südkorea so hoch wie schon lange nicht mehr. Werden Rüstungsaktien deshalb zu den Top-Performern der kommenden Jahre zählen?

In diesem Ratgeber erfährst Du, wie sich die Rüstungsindustrie in den vergangenen Jahren entwickelt hat und wie ihre zukünftige Entwicklung aussehen könnte. Den Hauptteil des Ratgebers macht die Vorstellung der wichtigsten internationalen, europäischen und deutschen Rüstungs Aktien aus. Darüber hinaus lernst Du, wie Du in die Rüstungsbranche investieren kannst und was Du dabei beachten solltest.

Was gehört zur Rüstungsindustrie?

Unter der Rüstungsindustrie wird der Wirtschaftszweig verstanden, der Ausrüstung für das Militär herstellt. Rüstungsunternehmen sind somit Firmen, die in der Entwicklung und Produktion von Waffen und sonstiger militärischer Ausrüstung tätig sind.

Kernbereich der Rüstungsbranche ist die Herstellung von Waffensystemen und Munition. Darüber hinaus werden auch Gegenstände und Systeme als Rüstungsgüter bezeichnet, die in der militärischen Logistik zum Einsatz kommen. Dazu zählen beispielsweise Bekleidung und Ausrüstung, Führungs- und Kommunikationstechnologien sowie Kraftfahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe ohne Bewaffnung.

Wie beim Militär wird der Rüstungssektor häufig in die drei Domänen Luft- und Raumfahrt, Land und See unterteilt. Inzwischen hat sich aufgrund der Bedeutung der elektronischen Kampfführung auch der Cyberraum als vierte Domäne etabliert.

Was ist das Besondere an der Rüstungsindustrie?

Bevor Du in Aktien aus der Rüstungsindustrie investierst, sollte Dir eine Besonderheit dieser Branche bewusst sein. Im Gegensatz zu anderen Branchen, in denen es sehr viele Nachfrager gibt, existiert in der Rüstungsindustrie nur ein einziger Nachfrager pro Land. Die Regierung jedes Landes ist ein sogenannter „Monopsonist“.

Sie allein entscheidet über die Höhe und die Verteilung des Verteidigungshaushalts. Zudem kontrolliert die Regierung, an welche anderen Staaten und Firmen der Export von Rüstungsgütern erlaubt ist.

Die Rüstungsindustrie ist damit eine der am strengsten regulierten und eingeschränkten Branchen. Das macht sie äußerst konservativ. Die am Markt aktiven Unternehmen existieren seit vielen Jahrzehnten und besitzen über lange Jahre gewachsene, intensive Beziehungen zu Regierungen und Ministerien. Neue Marktteilnehmer haben vor diesem Hintergrund fast keine Chance auf einen erfolgreichen Markteintritt.

Wie groß ist die globale Rüstungsindustrie?

Die weltweiten Militärausgaben kennen seit einigen Jahren nur noch eine Richtung, und zwar nach oben. Während im Zeitraum von 2010 bis 2017 die Staaten der Welt ihre Wehretats nahezu stabil hielten, ist seit 2018 wieder ein deutlicher Anstieg der weltweiten Rüstungsausgaben festzustellen. In den letzten drei Jahren (2021 bis 2023) hat sich dieser Anstieg zudem beschleunigt. 2023 gaben alle Länder der Welt 36% mehr für ihre Armeen aus als noch 2017.

Die USA haben nach wie vor den mit Abstand größten Verteidigungshaushalt aller Länder der Welt. Mit 916 Milliarden US$ machen die Vereinigten Staaten über 35% der weltweiten Militärausgaben aus.

Aber China hat in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt und sich mit einem Wehretat von knapp 300 Milliarden US$ zur klaren Nummer 2 der Welt bei den Rüstungsausgaben entwickelt. Auf Platz 3 im Ranking der Staaten mit den größten Militärhaushalten steht Russland, das aufgrund des Ukraine-Krieges seinen Wehretat massiv auf über 100 Milliarden US$ erhöht hat.

Auch Deutschland hat sein Verteidigungsbudget als Reaktion auf die russische Aggression deutlich aufgestockt. Mit einem Wehretat von 67 Milliarden US$ steht die Bundesrepublik auf Platz 7 im internationalen Ranking der staatlichen Militärausgaben.

Wie ist die sicherheitspolitische Weltlage?

Die Welt befindet sich im Jahr 2024 in einem sicherheitspolitisch erheblich fragileren Zustand als noch vor einigen Jahren. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine geht inzwischen in sein drittes Jahr und ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Vielmehr haben sich die Fronten im Osten des Landes so verhärtet, dass seit einigen Monaten beide Kriegsparteien kaum mehr Geländegewinne verzeichnen.

Durch den Überfall der Hamas auf Israel und den anschließenden Militäreinsatz der israelischen Streitkräfte im Gaza-Streifen hat sich die sicherheitspolitische Lage im Nahen Osten massiv verschlechtert. Abgesehen von einem kurzzeitigen Raketenbeschuss Israels durch den Iran haben bislang keine weiteren Parteien in den Konflikt eingegriffen. Das kann sich bei einer weiteren Eskalation im Gaza-Streifen allerdings ändern.

Auch in Asien stehen die Zeichen auf Konflikt. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un tritt gegenüber seinen Erzfeinden Südkorea und den USA so aggressiv auf wie schon lange nicht mehr. Die Zahl der militärischen Provokationen hat in jüngster Vergangenheit deutlich zugenommen.

Und auch der Ton Chinas gegenüber Taiwans und anderer Anreinerstaaten im südchinesischen Meer hat sich verschärft. In den letzten Monaten kam es mehrfach zu militärischen Muskelspielen in der Luft und zur See.

Wie sieht die Zukunft der Rüstungsindustrie aus?

Stand heute kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Militärausgaben weltweit weiter steigen werden. Russland wird unter der Führung Wladimir Putins den Krieg in der Ukraine fortführen und gegebenenfalls sogar intensivieren.

Auf der anderen Seite werden die EU und die NATO nicht tatenlos einer Niederlage der Ukraine zusehen und das Land weiterhin massiv mit Waffenhilfe unterstützen. Gleichzeitig sind viele NATO-Staaten, die bislang das 2%-Ziel des Verteidigungsbündnisses nicht erfüllt haben (darunter auch Deutschland), dabei, ihre Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen.

Auch in Asien wird das Wettrüsten weitergehen. China hat den Anspruch, sich militärisch neben den USA als zweite globale Supermacht zu etablieren. Japan, Südkorea und andere asiatische Staaten begegnen dem Großmachtstreben ihres chinesischen Nachbarn ebenfalls mit einer Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben.

Nicht zuletzt wollen auch die USA in den kommenden Jahren sicherstellen, ihre Alleinstellung als einzige globale militärische Supermacht nicht zu verlieren. Angesichts der Bedeutung des indo-pazifischen Raums für die USA werden die Vereinigten Staaten auch ihr Verteidigungsbudget auf neue Rekordwerte erhöhen.

Wie kann man in Rüstungsaktien investieren?

Im Gegensatz zu anderen Branchen sind Deine Möglichkeiten, in die Rüstungsindustrie zu investieren, deutlich beschränkter. Dazu stehen Dir nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

1.     Rüstungs-Einzelaktien und

2.    Rüstungs-ETFs

Investmentfonds mit einer reinen Branchenausrichtung auf den Rüstungssektor gibt es nicht. Ebenso existieren keine Rüstungs-Zertifikate.

Rüstungs-Einzelaktien

Die erste Möglichkeit, in Rüstungshersteller zu investieren, ist der Kauf von Rüstungs Aktien. Die Auswahl an börsennotierten Unternehmen in der Rüstungsindustrie ist geringer als in anderen Branchen. Das liegt daran, dass es sich bei der Rüstungsbranche um ein Oligopol handelt, in dem vergleichsweise wenige, sehr große und seit vielen Jahren etablierte Unternehmen aktiv sind.

Die meisten Rüstungsunternehmen sind Großkonzerne, die in den Bereichen Sicherheit, Luft- und Raumfahrt tätig sind. Es gibt aber auch kleinere Firmen, die sich auf einzelne Systeme bzw. Technologien spezialisiert haben.

Rüstungs-ETFs

Exchange-traded Funds sind eine beliebte Alternative zu Investitionen in Einzelaktien. Sie ermöglichen eine schnelle und einfache Streuung von Kapital über mehrere Unternehmen einer Branche. Vor allem Anfänger ersparen sich über ein ETF-Investment das mühsame Stockpicking, also die Analyse und Auswahl einzelner Aktien.

Ein weiterer Vorteil von ETFs sind ihre niedrigen Kosten. Im Gegensatz zu aktiv verwalteten Investmentfonds besitzen sie kein Management, was die laufenden Kosten für die Fondsverwaltung erheblich verringert.

Der große Nachteil von Exchange-traded Funds in der Verteidgungsindustrie ist die geringe Auswahl. Derzeit werden in Deutschland nur zwei Fonds auf Rüstungsaktien angeboten.

Name Volumen
(Mio. €)
Vergleichsindex
HANetf Future of Defence UCITS ETF 326 MarketVector Global Defense Industry Index
VanEck Defense ETF 606 EQM NATO+ Future of Defence Index

In den USA ist aufgrund der wesentlich größeren Rüstungsindustrie das Angebot an Rüstungs-ETFs breiter als in Europa. Dort kannst Du beispielsweise in den Invesco Aerospace & Defence ETF und den iShares U.S. Aerospace & Defense ETF investieren. An deutschen Börsen sind diese Fonds allerdings nicht handelbar, da sie die europäischen Anlagerichtlinien nicht erfüllen. Als Privatanleger bleibt Dir somit nur der relativ kostspielige Weg über eine der Börsen in den USA.

Das sind zehn der wichtigsten Rüstungsaktien

Das Spektrum an Aktien aus der Rüstungsindustrie ist zwar kleiner als in anderen Branchen. Nichtsdestotrotz erwartet Dich als Anleger eine ausreichend große Auswahl aus Rüstungstiteln aus den USA und verschiedenen europäischen Ländern. Vor allem in Deutschland ist die Zahl der börsennotierten Rüstungsunternehmen in den letzten Jahren auf drei gestiegen.

In der nachfolgenden Detailvorstellung wurde auf eine gute Mischung von Rüstungsaktien aus den USA, Europa und Deutschland geachtet. Mit Rheinmetall, Hensoldt und Renk werden alle deutschen börsennotierten Rüstungsunternehmen vorgestellt. Mit Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman und RTX sind die vier weltgrößten US-amerikanischen Rüstungskonzerne Teil der Vorstellung. Und nicht zuletzt werden mit Airbus, BAE Systems und Leonardo die drei größten europäischen Rüstungsfirmen vorgestellt.

Aktie

Marktkapitalisierung in Milliarden €
(Stand Anfang Mai 2024)

ISIN
Airbus 125 NL0000235190
BAE Systems 48 GB0002634946
Boeing 101 US0970231058
Hensoldt 4 DE000HAG0005
Leonardo 13 IT0003856405
Lockheed Martin 103 US5398301094
Northrop Grumman 64 US6668071029
Renk 3 DE000RENK730
Rheinmetall 24 DE0007030009
RTX 125 US75513E1010

Die 10 wichtigsten internationalen Rüstungsaktien im Mini-Porträt

Airbus

Wie Boeing ist auch Airbus kein reiner Hersteller von Zivilflugzeugen. Auch der europäische Luftfahrtkonzern besitzt einen bedeutenden militärischen Geschäftsbereich, wenngleich er mit einem jährlichen Umsatzanteil von ca. 20% nicht ganz so gewichtig ist wie jener von Boeing.

In der Division Airbus Defence and Space sind alle Geschäftsaktivitäten des europäischen Konzerns rund um die militärische Luft- und Raumfahrt gebündelt. Airbus‘ Produktspektrum im Rüstungsbereich reicht von Jagd- und Transportflugzeugen über Radar- und Raketenabwehrsysteme bis zu Satelliten und Trägerraketen. Bekannteste Systeme aus dem Hause Airbus sind das Jagdflugzeug Eurofighter, das Transportflugzeug A400 und die Trägerrakete Ariane.

Die Aktien von Airbus sind seit dem Jahr 2000 börsennotiert. Sie ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Auch Airbus verzeichnete im Zuge der Corona-Pandemie einen massiven Kursrückgang, konnte im Gegensatz zu Boeing allerdings bis heute wieder alle Kursverluste mehr als wettmachen.

BAE Systems

Ein Jahresumsatz von 23 Milliarden GBP macht BAE Systems zum umsatzstärksten unter den europäischen Rüstungskonzernen. BAE mit Sitz in London ist ähnlich wie seine US-Wettbewerber Lockheed Martin und RTX ein sehr breit aufgestellter Hersteller von Waffen und militärischer Ausrüstung. Das Spektrum der angebotenen Produkte und Systeme reicht von Kampf- und Aufklärungsflugzeugen über Aufklärungs-, Führungs- und Kommunikationstechnologie bis zu Panzern, gepanzerten Fahrzeugen, Raketensystemen und Feuerwaffen. Zudem ist BAE Naval System der größte Hersteller von Kriegsschiffen und U-Booten außerhalb der USA.

BAE Systems entstand 1999 durch die Fusion der beiden Rüstungs- und Technologiekonzerne British Aerospace und Marconi Electric Systems. In den darauffolgenden Jahren übernahm BAE mehrere Unternehmen und entwickelte sich damit zum größten Rüstungskonzern außerhalb der USA.

Die Aktien von BAE Systems notieren an der Börse in London. Ähnlich wie die Anteilsscheine deutscher Rüstungsfirmen wurde auch die BAE Systems-Aktie durch den Ukraine-Krieg beflügelt. Seit Anfang 2022 hat sich der Kurs der Aktien des britischen Rüstungskonzerns mehr als verdoppelt.

Boeing

Boeing ist den meisten Anlegern als Hersteller von Passagierflugzeugen bekannt. Der US-Konzern mit Sitz in Arlington im Bundesstaat Virginia ist aber auch einer der weltgrößten Hersteller von Luft- und Raumfahrttechnik. In den letzten Jahren steuerte der Geschäftsbereich Verteidigung einen Anteil von 30 bis 45% zum Konzernumsatz bei.

Die Aktivitäten von Boeing im Rüstungsbereich reichen von Flugzeugen und Hubschraubern über Raumschiffe und Satelliten bis zu Raketenwerfern und Trägerraketen. Zu den bekanntesten Rüstungsgütern des Konzerns gehören das F-15 Jagdflugzeug, der AH-64 Apache Kampfhubschrauber und die Interkontinentalrakete Minuteman.

Boeing ist seit 1978 börsennotiert und Mitglied im US-Leitindex Dow Jones Industrial. Bis 2019 entwickelten sich die Kurse der Boeing Aktien sehr gut. Aufgrund der Corona-Pandemie und schwerwiegender Qualitätsmängel bei Passagierflugzeugen, die sogar zu Abstürzen führten, brach der Aktienkurs in den Folgejahren jedoch ein.

Hensoldt

Hensoldt ist einer von drei deutschen börsennotierten Rüstungskonzernen. Das in Taufkirchen bei München beheimatete Unternehmen ist auf die Entwicklung und Herstellung von Radar- und Sensortechnologien spezialisiert.

Hauptprodukte von Hensoldt sind Radar-, Avionik- und optoelektronische Systeme sowie Lösungen zur elektronischen Kampfführung. Die Produkte des Unternehmens werden vorwiegend militärisch eingesetzt, kommen aber auch in zivilen Anwendungen zum Einsatz.

Hensoldt ging 2017 aus Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space hervor. Seit 2020 ist das Rüstungsunternehmen börsennotiert und Teil des Nebenwerteindex MDAX. Der Verlauf der Kurse der Hensoldt Aktien hat in den letzten beiden Jahren eine ähnliche Entwicklung genommen wie die Rheinmetall-Aktie. Der Börsenwert des Unternehmens hat sich seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges mehr als verdreifacht. Auch Hensoldt profitiert maßgeblich vom Sondervermögen der Bundeswehr.

Leonardo

Leonardo nimmt mit einem Jahresumsatz von rund 15 Milliarden € Platz 2 unter den europäischen Rüstungskonzernen ein. Der Konzern mit Sitz in Rom ist mit Tätigkeiten auf den Gebieten der Rüstung, Informationssicherheit, Luft- und Raumfahrt ebenfalls sehr breit aufgestellt.

Leonardo entwickelt und baut Flugzeuge und Hubschrauber, Satelliten, Raketen und Raumfahrtkomponenten, Geräte für die Kommunikations- und Informationstechnik, Schiffsgeschütze, Torpedos und Waffensysteme für Panzerfahrzeuge. Bekannteste Tochtermarke von Leonardo ist der Hubschrauberhersteller AgustaWestland. Leonardo ist mit 25,1% am deutschen Unternehmen Hensoldt beteiligt.

Der Konzern notiert an der Börse Mailand. Auch die Leonardo Aktien bekam viel Rückenwind durch die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Seit Anfang 2022 hat die Aktie ihren Kurs annähernd vervierfacht.

Lockheed Martin

Mit einem Jahresumsatz von fast 70 Milliarden US$ ist Lockheed Martin seit vielen Jahren der umsatzstärkste Rüstungskonzern der Welt. Der US-Konzern mit Sitz in Bethesda im Bundesstaat Maryland ist in nahezu allen Segmenten der Sicherheit, Luft- und Raumfahrt tätig und entwickelt, produziert und integriert zahlreichen Waffen- und sonstige Technologiesysteme.

Zum Produktspektrum zählen u. a. Jagdflugzeuge und Bomber, Aufklärungs- und Transportflugzeuge, Hubschrauber, Drohnen, Artillerie sowie ballistische, Flugabwehr- und Interkontinentalraketen. Zu den bekanntesten Produkten von Lockheed Martin zählen das Kampfflugzeug F-35, der Hubschrauber Sikorsky UH-60 Black Hawk, der HIMARS Mehrfachraketenwerfer, die Patriot Luftabwehrrakete und die Trident Interkontinentalrakete.

Lockheed Martin notiert seit 1995 an der NYSE (New York Stock Exchange) und ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500. Auch der US-Rüstungsgigant zählte in den letzten Jahren zu den Erfolgsgeschichten an den Finanzmärkten. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Kurs der Lockheed Martin Aktien mehr als verdreifacht.

Northrop Grumman

Northrop Grumman ist neben Lockheed Martin und RTX der dritte große reine Rüstungskonzern aus den USA. Der Konzern mit Sitz in West Falls Church im Bundesstaat Virginia ist vor allem als Hersteller von Flugzeugen, Raketen- und Weltraumtechnik bekannt.

Das bekannteste Waffensystem aus dem Hause Northrop Grumman ist der B-2 Sprit und sein Nachfolger B-21 Raider Langstrecken-Tarnkappenbomber. Zu den weiteren bekannten Projekten des Konzerns zählen die Bereitstellung der Feststoffraketen für die Allmissionen der NASA und das James-Webb-Weltraumteleskop. Zudem wird Northrop Grumman eine neue Modellgeneration von ballistischen Interkontinentalraketen für die USA entwickeln.

Northrop Grumman notiert seit 1981 an der NYSE und ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500. Auch diese US-Rüstungsaktie ist eine Börsenerfolgsgeschichte. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Kurs der Northrop Grumman-Aktie verfünffacht.

Renk

Die Renk Group ist das jüngste deutsche börsennotierte Rüstungsunternehmen. Im Unterschied zu Hensoldt und Rheinmetall handelt es sich bei Renk allerdings nicht um einen reinen Rüstungsgüterhersteller, sondern um einen Mischkonzern.

Die Gruppe mit Sitz im bayerischen Augsburg stellt Getriebe, Motoren, Hybridantriebssysteme, Federungssysteme für Fahrzeuge, Gleitlager, Kupplungen und Prüfsysteme her. Mit einem Umsatzanteil von rund 70% sind Spezialgetriebe für Panzer, Fregatten und Eisbrecher die wichtigste Einnahmequelle.

Renk notiert seit Februar 2024 an der Frankfurter Börse. Die Kursentwicklung der Renk-Aktie in den ersten Wochen nach dem Börsengang war sehr erfreulich.

Rheinmetall

Rheinmetall mit Sitz in Düsseldorf ist der größte deutsche Rüstungskonzern. Das Unternehmen ist vor allem für die Herstellung von Kampf- und Schützenpanzern und deren Munition sowie militärischen Rad- und Kettenfahrzeugen bekannt. Dazu zählen der Kampfpanzer Leopard 2 und der Schützenpanzer Puma.

Darüber hinaus entwickelt und produziert Rheinmetall aber auch zahlreiche weitere Systeme für den militärischen Einsatz, darunter Flugabwehr- und Schutzsysteme, Führungs- und Aufklärungssysteme sowie Cyber Security und Simulationsanlagen.

Rheinmetall stieg Anfang 2023 in den deutschen Leitindex auf und ist damit das jüngste DAX-Mitglied. Die Rheinmetall-Aktie war in den vergangenen zwei Jahren einer der Bestperformer auf dem deutschen Aktienmarkt. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges Anfang 2022 hat sich der Börsenwert von Rheinmetall mehr als verfünffacht. Rheinmetall liefert zahlreiche Waffen an das osteuropäische Land und profitiert in hohem Maße vom Sondervermögen der Bundeswehr.

RTX

Nach Lockheed Martin ist RTX (bis 2023 bekannt als Raytheon Technologies) mit einem Jahresumsatz von über 65 Milliarden US$ der zweitgrößte Rüstungskonzern der Welt. RTX hat seinen Sitz in Arlington County im Bundesstaat Virginia und besitzt ein ähnlich breites Produktspektrum wie Lockheed Martin.

RTX entwickelt und produziert zahlreiche Produkte und Systeme in den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, darunter Flugzeugtriebwerke, Avionik-Systeme, Raketen, Luftabwehrsysteme, Drohnen und Cybertechnologie. Bekannteste Tochtergesellschaft des RTX-Konzerns ist der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney.

RTX entstand im Jahr 2020 aus der Fusion des Rüstungsunternehmens Raytheon mit dem Technologiekonzern United Technologies. RTX notiert ebenfalls an der New York Stock Exchange und kann ebenso als Börsenerfolgsgeschichte gewertet werden. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Aktienkurs von RTX mehr als vervierfacht.

Tipps und Tricks beim Investieren in Rüstungsaktie

Wie in diesem Ratgeber dargestellt, hat der Rüstungssektor seine eigenen Spielregeln, weshalb sich ein Investment in Rüstungsaktien von einem Investment in einer anderen Branche unterscheidet. Rüstungsunternehmen sind stark abhängig von ihren Heimatländern, produzieren sehr häufig teures Großgerät und reagieren sensibel auf politische Ereignisse. Beim Investieren in Rüstungsaktien oder einen Rüstungs ETF solltest Du demnach diese drei Tipps und Tricks beherzigen:

1.     Achte auf das Heimatland

Wie zuvor erwähnt, besteht zwischen Rüstungsunternehmen und ihren Ländern eine meist lange und intensive historische Beziehung. Hauptauftraggeber fast aller Rüstungsunternehmen sind das Verteidigungsministerium bzw. die Streitkräfte. Während US-Rüstungskonzerne ihre Milliardenumsätze mit den Teilstreitkräften der USA machen, ist die Bundeswehr der wichtigste Auftraggeber deutscher Rüstungsunternehmen. Vor einem Investment in Waffen Aktien solltest Du deshalb darauf achten, welches Land der wichtigste Kunde des jeweiligen Unternehmens ist. Es bestimmt maßgeblich dessen zukünftige Umsatzentwicklung.

2.     Habe die Nachrichten im Blick

Rüstungsaktien reagieren traditionell sehr sensibel auf wichtige geopolitische Ereignisse, vor allem wenn sie das Zeug dazu haben, militärische Konflikte auszulösen. Bei einer Geldanlage in Rüstungsaktien oder Rüstungs-ETFs solltest Du deshalb die Nachrichten im Blick haben, um entsprechend schnell reagieren zu können.

3.     Rechne mit Rückschlägen

Viele Rüstungskonzerne machen einen Großteil ihres Umsatzes mit bestimmten Waffensystemen. Das gilt besonders für Konzerne, die sehr kostspielige Waffen wie Flugzeuge, Schiffe und Raketen produzieren. Wenn sie einen Auftrag gegen einen Wettbewerber verlieren oder ein Land sich dazu entschließt, ein Waffensystem durch ein anderes zu ersetzen, kann es zu einer heftigen Kursreaktion der betroffenen Rüstungsaktie kommen. Zwischenzeitliche Kursrückschläge sind deshalb trotz der vorteilhaften geopolitischen Weltlage nicht ausgeschlossen.

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