Forex-Trading: Wie es funktioniert – einfach erklärt

Vielleicht hast Du auch schon einmal beiläufig etwas von Forex-Trading gehört und fragst dich jetzt, was überhaupt dahintersteckt? Mit diesem ausführlichen Ratgeberartikel wollen wir Licht ins Dunkel bringen und Dich über diesen wichtigen Teil des Finanzmarktes aufklären.

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⚠️ Das Wichtigste in aller Kürze

  • Gemessen am Handelsvolumen ist der Forex-Markt der größte der Welt, sogar um ein Vielfaches größer als der Aktienmarkt.
  • Wenn Du ein Währungspaar kaufst, machst du dann Gewinn, wenn die Basiswährung gegenüber der Notierungswährung an Wert zulegt.
  • Mithilfe eines Hebels in Form eines Broker-Kredits können Forex-Trader mit einem relativ kleinen Einsatz große Summen bewegen. Zum Schutz von unerfahrenen Händlern ist der maximale Hebel bei Major-Währungspaaren jedoch auf 1:30 beschränkt.
  • Eine Reihe von Faktoren kann Einfluss auf die Wertentwicklung bei einem Währungspaar. Die wichtigsten, mit denen ein Trader vertraut sein sollte, sind: Inflationsrate, Konjunkturlage und Außenhandel.
  • Forex-Handel ist eine hochspekulative Anlageform. Eine lange Einarbeitungszeit ist daher notwendig, um als Einsteiger nicht zu riskieren, in finanzielle Nöte zu kommen.
  • Der Forex-Markt ist für Major-Währungspaare extrem liquide und rund um die Uhr handelbar.

Einführung in das Forex-Trading

Der Begriff Forex ist eine Abkürzung der englischen Bezeichnung „Foreign Exchange“, was sinngemäß so viel wie Währungs- oder Devisenhandel bedeutet. Manchmal wirst Du auch einfach die beiden Buchstaben „FX“ sehen. Das ist ebenfalls eine Schreibweise, mit der „Foreign Exchange“ gemeint ist. Im Kontext des Devisenhandels spricht man zudem häufig von Währungspaaren. Darauf kommen wir später allerdings noch zurück.

Wusstest Du eigentlich, dass der Devisenmarkt der mit deutlichem Abstand größte beziehungsweise bedeutendste Finanzmarkt der Welt ist? Die Umsätze, die hier von den Tradern täglich erzielt werden, sind um ein Vielfaches höher als etwa die an den globalen Aktienmärkten.

Es ist also keineswegs so, als wäre der Handel mit Währungspaaren lediglich ein Nischenbereich, den es sich nicht zu betrachten lohnt. Warum aber werden gerade beim Forex-Trading derart hohe Summen verschoben?

Warum ist Forex-Trading beliebt?

Waren es vor einigen Jahren vor allem Banken und große Unternehmen, die rege am Devisenhandel teilgenommen haben, so mischen inzwischen immer mehr Privatpersonen mit. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen ist der Zugang zu solchen Finanzanlagen heute wesentlich einfacher möglich als noch vor ein bis zwei Jahrzehnten.

Die zahllosen Trading-Plattformen versprechen außerdem hohe Renditen bei überschaubarem Risiko, was den Reiz für manchen Investor deutlich steigern dürfte. Überdies lassen sich durch den Einsatz von sogenannten Hebeln, auf die wir später zurückkommen, mit verhältnismäßig geringen Einsätzen hohe Summen handeln. Nicht zuletzt hat die jahrelange Niedrigzinspolitik vieler wichtiger Notenbanken ihren Teil dazu beigetragen, dass Forex immer stärker in den Fokus von Privatanlegern rückt.

Wie funktioniert Forex-Trading?

Im Grunde genommen unterscheidet sich der Handel mit Devisen gar nicht einmal so stark von anderen Transaktionen, die entweder an der Börse oder auch im alltäglichen Leben vorgenommen werden. Zentral ist hier definitiv immer der Marktpreis. Letzterer gibt vereinfacht gesagt an, wie viel einer Währung vonnöten ist, um eine andere kaufen zu können.

Nimmt man beispielsweis das Paar EUR/USD heran, so zeigt der dortige Marktpreis, wie viele US-Dollar ein einziger Euro aktuell kostet. Wichtig ist auch der dreistellige Code, der jede Währung eindeutig identifiziert. Für den Euro ist dies etwa EUR, für den US-Dollar USD oder für die Schweizer Franken CHF.

Entscheidet man sich nun für den Kauf eines beliebigen Währungspaares, so erwartet man regelmäßig eine Wertzunahme der Basiswährung gegenüber der Notierungswährung, also einen Kursanstieg. Das genaue Gegenteil ist bei einem Verkauf des Währungspaares der Fall. Hier geht man analog davon aus, dass die Basiswährung im Vergleich zur Notierungswährung an Wert verlieren wird, der Kurs also fällt.

Schauen wir uns die vorhergehende Ausführung einmal an einem konkreten Beispiel an. Angenommen, Du kaufst das Währungspaar EUR/CHF. Dieses Szenario besagt nun, dass Du einen Wertanstieg des Euros gegenüber dem Schweizer Franken erwartest. Künftig müsstest Du für den Erwerb eines einzigen Euros also auch mehr Schweizer Franken als bislang aufwenden. Verkaufst Du das besagte Währungspaar stattdessen, so hältst Du eine Abwertung des Euros im Vergleich zum Schweizer Franken für wahrscheinlich und würdest künftig einen Euro für weniger Schweizer Franken als bisher bekommen.

Die Rendite für den Investor errechnet sich im Übrigen wie folgt: Man nimmt die Differenz der beiden zugrundeliegenden Währungen und teilt diese durch den jeweiligen Währungskurs. Vom Ergebnis müssen schließlich noch etwaige Gebühren und Steuern subtrahiert werden. Soweit zur grundlegenden Funktionsweise des Forex-Tradings.

Wichtige Begrifflichkeiten beim Forex-Trading

Alle weiteren Erläuterungen würden nicht viel Sinn ergeben, sofern nicht an dieser Stelle elementare Begriffe erklärt würden. Diesen Fachsprache lückenlos zu verstehen, ist demnach eine der Grundvoraussetzungen, um überhaupt erfolgreich mit Währungen handeln zu können. Wir schauen uns deshalb die wichtigsten Fachbegriffe an.

Pip: Ein sogenannter Price Interest Point misst die kleinste Einheit der Veränderung im Kurs eines Finanzinstruments. Für gewöhnlich bezieht sich der Pip auf die letzte Dezimalstelle beziehungsweise -ziffer des Kurses des Instruments. Zur Veranschaulichung: Angenommen, der Kurs des Paares EUR/USD bewegt sich gegenwärtig bei 1,42620 /1,42640. Nun steigt ebenjener auf 1,42650 beziehungsweise 1,42670. Damit hat man eine Bewegung in Höhe von 30 Pips vorliegen.

Lot: Wird von einem sogenannten Lot gesprochen, sind damit in der Regel 100.000 Einheiten einer Basiswährung gemeint. In diesem Zusammenhang ist häufig auch vom Standard-Lot die Rede. Neben diesem existieren ferner die Mengeneinheiten Mini-Lot (10.000 Einheiten) und Micro-Lot (1.000 Einheiten). Wenn Du also beispielsweise von einem Lot für das Währungspaar EUR/CHF hörst, bezieht sich diese Angabe auf genau 100.000 Euro.

Spread: Bei jedem Devisenpaar gibt es stets einen kleinen Unterschiedsbetrag zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis. Diese Differenz wird allgemein als Spread bezeichnet. Ändert sich der Spread, wird dies im Übrigen durch kleine Preisbewegungen, die bereits angesprochenen Pips, gemessen. Generell gilt, dass ein Spread nicht zu groß sein sollte, da sich dies sonst negativ auf die Rendite des Investors auswirkt.

Gaps: Unterscheidet sich der Anfangskurs des einen Handelstages vom Schlusskurs des vorherigen, ohne dass dazwischen Aktivitäten stattgefunden haben, so liegt eine Kurslücke, auch bekannt als Gap, vor. Erfahrene Trader können diese Gaps zu ihren Gunsten ausnutzen.

Slippage: Ins Deutsche übersetzt bedeutet dieser Begriff so viel wie „Schwund“. Genau das ist mit Slippage auch gemeint. Konkreter versteht man darunter eine Situation, in der eine Order zu einem anderen als dem vom Trader angegebenen Preis ausgeführt wird.

Ob es sich dabei um eine Kauf- oder Verkaufsorder handelt, ist zunächst zweitrangig. Problematisch ist Slippage insbesondere dann, wenn auf Seiten des Händlers Verluste oder zumindest Gewinnschmälerungen eintreten.

In der Vergangenheit mussten sich einige Broker mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, absichtlich Slippage herbeigeführt zu haben, um sich die entstehenden Differenzen selbst in die Taschen stecken zu können.

Was hat es mit den Begriffen „Hebel“ und „Margin“ auf sich?

Die beiden Begriffe „Hebel“ und „Margin“ musst Du auf jeden Fall verstehen, sofern Du dich tiefer mit der Materie des Forex-Handels auseinandersetzt. Obwohl es immens wichtig ist, die dahinterstehenden Konzepte zu verstehen, wenden viele Anleger genau dafür kaum Zeit auf. Mitunter kann dies allerdings fatale Folgen haben. Was also solltest Du dazu wissen, um es besser zu machen?

Der Hebel – oder englisch „Leverage“ – wird beim Trading mit Devisen immer dann eingesetzt, um mit überschaubarem Eigenkapital hohe Summen im Markt bewegen zu können. Der Gedanke dahinter besteht darin, dass auf diese Weise auch höhere Gewinne erzielt werden können. Es sei darauf hingewiesen, dass der Hebel auch in die andere Richtung und somit gegen den Trader wirken kann. Für Privatanleger gilt inzwischen, dass sie bei sogenannten Major-Forex-Paaren (dazu später mehr) einen maximalen Hebel von 1:30 einsetzen dürfen. Für exotische Währungen ist die Restriktion sogar noch strenger und liegt bei 1:20. Hintergrund dessen ist ein besserer Schutz für unerfahrene Trader.

Wie kommt nun aber das zusätzliche Kapital her, das dank des Leverage-Effektes gehandelt werden kann?

Hier kommen die Banken beziehungsweise Broker ins Spiel. Sie sorgen nicht nur dafür, dass zwischen den unterschiedlichsten Akteuren Transaktionen ausgeführt werden können, sondern finanzieren zum Teil die Trades. Eben letztere Aufgabe ist im Kontext der Hebel von Relevanz.

Vielleicht hast Du bis hierher bereits die Grundzüge der Idee verstanden, möchtest das Ganze aber noch an einem Beispiel illustriert bekommen? Dann sieh Dir unbedingt folgendes Exempel an.

Üblicherweise beginnen Anfänger beim Forex-Trading mit überschaubaren Beträgen, zum Beispiel 1000 €. Dieses Geld nutzt nun ein beliebiger Anleger, um damit das Währungspaar EUR/USD zu kaufen. Zum hier betrachteten Zeitpunkt notiert der Kurs bei 1,20 US$ zu einem €. Würde ebenjener Kurs bis auf 1,32 US$ zu einem € anschwellen, könnte der Anleger einen ordentlichen Gewinn in Höhe von 10% einstreichen.

Gerade bei wichtigen Devisen wie den im Beispiel genannten ist eine solche Schwankung besonders innerhalb kurzer Zeiträume jedoch äußerst unwahrscheinlich. Damit sich das Forex-Trading trotzdem lohnt, greifen viele Anleger auf Hebel zurück. Diese Hebel werden vom Broker in diversen Größenordnungen angeboten, oftmals auch im Verhältnis 120.

Wählen wir also einen solchen Hebel von 1:20 für die Fortführung unseres Beispiels, so könnte der Trader trotz seines wenig beträchtlichen Eigenkapitals von ursprünglich 1.000 € plötzlich mit 20.000 € im Markt mitmischen.

Würde sich der Kurs des gekauften Währungspaares jetzt um lediglich 1% nach oben bewegen, hätte der Trader sein Eigenkapital dank des Leverage-Effektes bereits auf 1200 € erhöht. Aber Achtung: Ein Abfallen des Kurses um 0,5% impliziert den Verlust von 100 € Eigenkapital.

Allgemein kann folgendes festgehalten werden: Je höher der eingesetzte Hebel, desto größer die potenziellen Gewinnchancen, desto größer allerdings auch das mögliche Verlustrisiko.

Gerade beim Handel mit hohen Hebeln sollte man demnach umfassendes Fachwissen über den Devisenmarkt mitbringen. Alles andere wäre reine Spekulation und könnte den Betroffenen im schlimmsten Fall in finanzielle Bedrängnis bringen.

Ein Begriff bleibt an dieser Stelle noch zu klären: die sogenannte Margin. Wie gerade dargestellt, helfen Hebel dabei, trotz niedriger Summen an Eigenkapital beträchtliche Gewinne am Forex-Markt erzielen zu können – vorausgesetzt der Kurs verläuft in die gewünschte Richtung.

Möglich macht dies ein großzügiger Fremdkapital-Zuschuss seitens des Brokers. Das Eigenkapital, das der Trader selbst in die Hand nimmt, wird in diesen Fällen als Margin bezeichnet. Interessant für Privatanleger ist dabei vor allem die seit 2018 geltende 50 % Margin Close-out Regel. Vereinfacht ausgedrückt besagt sie, dass die Position mit der schlechtesten Performance automatisch geschlossen wird, sobald der Gesamtwert eines Kontos auf unter die Hälfte des anfänglich investierten Betrags fällt.

Zwei Dinge sind im Zusammenhang mit Hebel und Margins abschließend noch anzumerken. Seit 2019 ist es Brokern innerhalb der Eurozone untersagt, Privatanlegern Trades im Spot-Markt zu ermöglichen. Stattdessen müssen sie nun, um Devisen handeln zu können, CFDs erwerben, die die Wertentwicklung der jeweiligen Währungen nachbilden. Mit Inkrafttreten der ESMA-Neuregelungen sind CFD-Broker überdies zu einer Standardmeldung verpflichtet, die den Prozentsatz an Privatanlegern wiedergibt, die im vorangegangenen Quartal verlustreich gehandelt haben. Für gewöhnlich beläuft sich dieser Anteil auf 65 % bis 75 % und zeigt, dass die Mehrheit der Trader bei CFDs mit einen ungünstigen Risiko-Rendite-Verhältnis operiert.

Zum besseren Schutz von privaten Anlegern sind zumindest im Euroraum keine Nachschusspflichten mehr zulässig. Mehr als 100% des Einsatzes können beim Devisenhandel für die genannte Gruppe somit nicht verlorengehen.

Was ist mit Majors und Minors gemeint?

Dieser Unterschied ist simpel und daher recht schnell erklärt. Unter Majors sind im Zusammenhang mit dem Forex-Trading diejenigen Währungen und Währungspaare zu verstehen, die besonders rege gehandelt werden. Vor allem der US-Dollar ist demnach ein Beispiel für eine Major-Währung. Früher wurde er aufgrund seines Status als Leitwährung nicht selten vor allem in Krisenzeiten gekauft.

Indes gelten unter anderem die im Verlauf dieses Ratgebers bereits des Öfteren genannten Währungen Euro und Schweizer Franken zu den Majors. Doch auch der japanische Yen, der australische Dollar oder das britische Pfund sind hier einzuordnen. Insgesamt machen Majors etwa zwei Drittel des weltweiten Umsatzes an den Devisenmärkten aus.

Analog zu den Majors werden mit den Minors diejenigen Währungen beziehungsweise Währungspaare bezeichnet, die durch eine geringe bis maximal mittlere Handelsaktivität charakterisiert sind und somit eine eher weniger wichtige Rolle einnehmen. Manchmal wird man in diesem Kontext auch von den sogenannten „Exotics“ hören.

Als Beispiele für Minors sind vor allem die schwedische, die norwegische sowie die dänische Krone anzuführen. Doch auch der brasilianische Real, der russische Rubel oder der Hongkong-Dollar fallen zweifelsfrei in diese Kategorie. Sie alle stehen entsprechend für das restliche Drittel des Devisenumsatzes.

Zu welchen Zeiten ist der Forex-Handel möglich?

Wer Devisen traden möchte, kann dies quasi rund um die Uhr tun. Einzige Ausnahme bildet hier das Wochenende. Ansonsten ist der Forex-Markt aufgrund der weltweiten Zeitverschiebung zwischen Sonntagabend 22.00 Uhr und Freitagabend 23.00 Uhr irgendwo auf dem Globus immer geöffnet.

Anleger können hier also weitaus freier agieren als etwa auf den Aktienmärkten. Endet beispielsweise der Handel in Tokio, so startet er bereits wieder in den Vereinigten Staaten. Stillstand ist an dieser Stelle ein Fremdwort. Die Öffnungszeiten dürften mitunter ein Grund für die hohe Liquidität des Devisenmarktes sein.

Welche Faktoren können die Währungskurse beeinflussen?

Wie auch an den Aktienmärkten sind Kursänderungen im Forex-Trading in den seltensten Fällen auf einen einzigen Aspekt zurückzuführen. In der Praxis ist es oftmals außerdem schwer auszumachen, aus welchem Grund die eine Währung an Wert gewinnt, während eine andere wiederum Verluste hinnehmen muss. Das gilt insbesondere bei kurzfristiger Betrachtung der Bewegungen.

Dennoch gibt es mittlerweile unterschiedlichste Ansätze und Theorien, die sich mit den wichtigsten Einflussfaktoren am Devisenmarkt auseinandersetzen. Von welchen auch Du gehört haben solltest, listen wir Dir im Folgenden inklusive kurzer Erklärung auf.

Inflationsrate: Sie ist unter anderem ein Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Sollte der Preisauftrieb im Inland höher als der im Ausland sein, so bedeutet dies negative Konsequenzen für heimische Unternehmen und deren Absatzchancen.

In der Folge werden verstärkt Waren der ausländischen Konkurrenz importiert, woraus nicht zuletzt ein Anstieg der Nachfrage nach ebenjener Währung resultiert. Letztere erfährt entsprechend eine Aufwertung im Vergleich mit der Inlandswährung. Bewegt sich die inländische Teuerungsrate dagegen unterhalb der ausländischen, so folgt daraus für gewöhnlich auch eine Aufwertung der heimischen Währung.

Außenhandel: Durch die zunehmende Globalisierung werden Devisen rund um den Globus getauscht. Eine wichtige Rolle nimmt dabei der Außenhandel ein. Außenhandel heißt nichts anderes, als dass ein Land Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert und im Gegenzug Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland importiert.

Für die Exporte erhält ein Staat fremde Währungen, die entweder in die heimische umgetauscht oder als sogenannte Devisenreserven gehalten werden können. Damit das Land allerdings die Importe des Handelspartners bezahlen kann, muss zunächst dessen Währung gekauft werden. Zu diesem Zweck wird die eigene Währung in die des Gegenübers gewechselt. Sämtliche Importe und Exporte werden schließlich in der Außenhandelsbilanz eines Landes festgehalten. Für die Währungskurse selbst bedeutet das: Je mehr ein Staat exportiert, desto höher steigt die Nachfrage nach dem eigenen Zahlungsmittel, das dann wiederum an Wert gewinnt.

Kurzum: Ein Handelsbilanzüberschuss, wie Deutschland ihn zum Beispiel regelmäßig einfährt, beeinflusst die heimische Währung gegenüber der Fremdwährung in positivem Sinne. Besteht im umgekehrten Fall allerdings ein Handelsbilanzdefizit, charakteristisch etwa für die USA, geschieht das Gegenteil des Beschriebenen.

Dabei ist das Land mit dem Handelsbilanzdefizit gezwungen, zur Finanzierung der in ausländischer Währung notierenden Waren und Dienstleistungen das eigene Zahlungsmittel zu verkaufen. Dieses Prozedere jedoch drückt den Wert verglichen mit der Fremdwährung. Zumindest mittel- bis langfristig besteht somit ein gewisser Zusammenhang zwischen der Außenhandelspolitik und der Währung eines Landes. Als Forex-Trader solltest Du das also berücksichtigen.

Konjunkturlage: Nicht zuletzt kann die Erwartung der Marktteilnehmer hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes dessen Währung positiv oder negativ beeinflussen. Wie sich die Konjunktur entwickelt, ist wiederum abhängig von zahlreichen Faktoren, unter anderem auch von der Politik. Kommt zum Beispiel nach einem Wahlsieg eine wirtschaftsliberale Partei an die Macht, so kann dies zu einer Aufwertung der inländischen Währung führen.

Sonstige beachtenswerte Punkte: Im Rahmen der Einflussfaktoren auf den Devisenmarkt gilt es insbesondere noch die aus der Makroökonomie stammende sogenannte Kaufkraftparitäten-Theorie sowie die Zinsparitäten-Theorie als volkswirtschaftliches Modell zu berücksichtigen. Diese genauer zu erläutern, würde an der Stelle jedoch den Rahmen sprengen. Eine nur skizzenhafte Darstellung der beiden Ansätze würde dem Erklärungsgehalt jedoch nicht gerecht.

Vor- und Nachteile des Forex-Trading

Was spricht nun aber für und was potenziell gegen einen Einstieg in den Devisenhandel? Falls Du dich das auch fragen solltest, haben wir die wichtigsten Pros und Contras nachfolgend aufgelistet.

Nachteile: Ohne entsprechende Marktkenntnisse ist davon abzuraten, auf gut Glück Forex-Trading auszuprobieren. Immerhin geht es hier um reales Geld, das im schlimmsten Fall vollständig verloren gehen kann. Von den potenziellen Gewinnchancen sollte man sich nicht blenden lassen. Selbstverständlich ist es möglich, mit dem Handel von Devisen Einnahmen zu erzielen. Dazu ist aber ein tiefergehendes Verständnis der Gesetze am Markt vonnöten.

Einher mit dem vorgenannten Aspekt geht das verhältnismäßig hohe Risiko, das Devisengeschäften anhaftet. Demnach ist das Forex-Trading in keinem Fall als konservative Anlage zu verstehen, sondern im Gegenteil als hochspekulative. Um die Regeln zu verstehen und nachhaltige Erfolge verzeichnen zu können, ist außerdem eine lange Einarbeitungszeit unabdingbar. Nicht jeder wird die dazu nötige Geduld aufbringen.

Nicht außer Acht gelassen werden sollte überdies die Tatsache, dass potenzielle Gewinne im Devisenhandel starken Schwankungen ausgesetzt sein könnten. Anleger brauchen demnach gute Nerven, um dieser Volatilität trotzen zu können. Weiter oben bereits angesprochen wurde der Umstand, dass die Hebelwirkung im Forex-Trading natürlich auch gegen den Investor wirken kann. Verluste summieren sich somit durchaus schnell auf beträchtliche Summen, sind zumeist aber auf die Margin begrenzt.

Vorteile: Devisen sind quasi immer handelbar. Das gilt nicht nur in Hinblick auf die ausgedehnten Handelszeiten, die bereits kurz Erwähnung fanden. Die Tatsache, dass der Forex-Markt um ein Vielfaches größer als der Aktienmarkt ist, weist auf die hohe Liquidität hin. Aufgrund der Möglichkeit, Hebel bis zu einer gewissen Grenze einzusetzen, sind keine allzu großen Summen an Start- oder Eigenkapital notwendig.

Laufen die Kurse für einen, sind mit dem Forex-Handel ansehnliche Renditen zu erzielen, die nicht selten die Aktien-Performance schlagen. Letztlich benötigt ein Investor lediglich einen funktionierenden Internetzugang, um flexibel und von überall auf der Welt Devisen kaufen und verkaufen zu können.

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