Sascha / 16.08.21 / 15:43

Dividenden-Aristokraten: Das kannst Du kaufen und halten

In diesem Artikel dreht sich alles um sogenannte Dividenden-Aristokraten. Was ist das überhaupt? Die bekannteste Definition lehnt sich an die von Standard & Poors (S&P) beim S&P 500 Dividend Aristocrats an. Demnach sind Dividenden-Aristokraten Aktien von Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren kontinuierlich erhöht haben.

Das hört sich schon ziemlich einzigartig an. Es gibt aber noch Steigerungen davon. So werden Aktien von Unternehmen, die ihre Ausschüttungen über die letzten 50 Jahre beständig erhöht haben, Dividenden-Könige genannt. Doch auch das lässt sich noch toppen. Denn es existieren tatsächlich, wenngleich nur wenige, Aktien von Unternehmen, die bereits seit mindestens 100 Jahren ununterbrochen eine Dividende zahlen.

Zu diesen Unternehmen gehören unter anderem Colgate-Palmolive (seit 1895, WKN: 850667), Eli Lilly (seit 1885, WKN: 858560 ), Exxon Mobil (seit 1908, WKN: 852549), IBM (seit 1916, WKN: 851399), Procter & Gamble (seit 1890, WKN: 852062) oder Union Pacific (seit 1899, WKN: 848144). Man beachte hier aber den Unterschied: Die zuletzt aufgezählten Unternehmen schütten zwar seit mindestens 100 Jahren ununterbrochen eine Dividende aus, sie haben diese aber nicht zwangsläufig stets erhöht.

Warum Dividendentitel im Depot wichtig sind

Nachdem wir nun wissen, was es mit dem Dividenden-Adel auf sich hat, wenden wir uns der Frage zu, wie wichtig Dividendentitel im Depot sind.  Studien besagen, dass Dividenden auf längere Sicht mehr als ein Drittel der Performance eines Portfolios ausmachen. Allerdings gilt es, auch bei Dividenden aufzupassen. Zum einen, weil besonders hohe Dividenden(renditen) oftmals sogar auf Probleme des Unternehmens hindeuten können. Zum anderen aufgrund des Dividendenabschlags.

Die Dividendenrendite (in Prozent) berechnet sich so: Dividende geteilt durch aktuellen Aktienkurs multipliziert mit 100. Notiert die Aktie eines Unternehmens A also bei 50 € und es werden 1,80 € Dividende je Aktie an die Anteilseigner ausgeschüttet, so liegt die Dividendenrendite bei 1,80 € geteilt durch 50 € x 100 und somit bei 3,6%. Da es entscheidend auf den Kaufkurs ankommt, hat jeder Anleger eine leicht unterschiedliche Dividendenrendite, diese persönliche Dividendenrendite kann steigen oder sinken.

Stempel und Euroscheine

Sie sinkt natürlich, wenn das Unternehmen seine Dividende kürzt – und steigt, wenn sie angehoben wird. Schon deshalb eignen sich Dividenden-Aristokraten sehr gut für Anleger, die Wert auf Ausschüttungen legen. Doch warum sind dann hohe Ausschüttungen manchmal gefährlich?

Eine hohe Dividendenrendite kann zwei Gründe haben: Entweder das Unternehmen schüttet eine hohe Dividende aus. Dann gilt es zu prüfen, ob es sich diese überhaupt leisten kann. Oder der Aktienkurs ist niedrig. Das ist meistens dann der Fall, wenn das Unternehmen Schwierigkeiten hat.

Zu guter Letzt sollte man noch den Dividendenabschlag beachten. Wenn die Aktie eines Unternehmens A bei 50 € notiert und 1,80 € an Dividende je Aktie ausgeschüttet wird, so kommt es am Tag der Ausschüttung zu einem Dividendenabschlag in Höhe von eben diesen 1,80 €. Die Aktie verliert also am sogenannten Ex-Tag 1,80 € und fällt somit auf 48,20 €, ohne dass dies reale Kursverluste wären. Aber nur starke Unternehmen sind in der Lage, diesen Dividendenabschlag – durch steigende Kurse – zügig wieder zu egalisieren.

Ein guter Grund, bevorzugt auf Dividenden-Aristokraten zu setzen!

Womit sich der Kreis wieder schließt. Denn natürlich dürften in erster Linie solche Unternehmen über ein derart stabiles Geschäftsmodell verfügen, die über viele Jahre ihre Dividenden nie gesenkt haben, also Dividenden-Aristokraten sowie Dividenden-Könige. Daher sollten Anleger, die gerne Dividenden erhalten möchten, bevorzugt auf solche Dividenden-Aristokraten respektive -Könige setzen. Wobei man, wenn es sich um ausländische Werte handelt, noch einen möglicherweise nachteiligen Wechselkurs gegenüber dem Euro berücksichtigen sollte.

Schließlich nützt es wenig, wenn ein US-amerikanisches Unternehmen seine Dividendenausschüttung in US-Dollar zwar erhöht, der €/US$-Wechselkurs diese Dividendenerhöhung aber auffrisst. Vielleicht auch deshalb sind die Aktien von Schweizer Konzernen wie Nestlé (WKN: A2N7XQ) hierzulande sehr beliebt. Denn der Schweizer Franken gilt als tendenziell eher harte Währung, so dass man hier möglicherweise sogar doppelt profitieren kann. Allerdings gibt es auch dabei einige Fallstricke zu beachten.

Euroscheine und Münzen

Denn zum einen interveniert die Schweizer Notenbank (SNB) schon seit einigen Jahren, um den Schweizer Franken nicht zu hart werden zu lassen. Prinzipiell ist das zwar ein positives Zeichen, denn die Notenbank würde ja nicht intervenieren, wenn es keinen nachhaltigen Aufwärtsdruck geben würde. Trotzdem legt man sich mit einer starken Notenbank an.

Schließlich ist dann auch noch die steuerliche Komponente zu beachten. Denn in der Regel müssen Kapitalerträge wie Dividenden versteuert werden, was selbst im EU-Ausland (Frankreich) schwierig werden kann.

Mit diesen Aktien fahren Dividendenjäger am besten

Abschließend stellen wir noch einige Aktien vor, auf die Dividendenjäger setzen sollten. Es handelt sich dabei um Aktien, die entweder bereits zum Dividenden-Adel zählen oder kurz davor stehen, in den Adelsstand erhoben zu werden.

Aus dem DAX gehören die Münchener Rück (Munich RE, WKN: 843002) sowie Siemens (WKN: 723610) zu dieser Kategorie. Mit leichten Abstrichen kann man sich noch die Allianz (WKN: 840400),  BASF (WKN: BASF11), Bayer (WKN: BAY001), und die Deutsche Post (WKN: 555200) anschauen. Aus dem MDAX sollte man wohl in erster Linie Fuchs Petrolub (WKN: 579043) beachten.

Die Unternehmen in den USA, die bereits seit mehr als 100 Jahren Dividenden ausschütten, sind natürlich für Dividendenjäger ebenfalls beachtenswert. Noch interessanter sind Unternehmen, die nicht nur über einen langen Zeitraum von 25 oder 50 Jahren Dividenden ausschütten, sondern diese auch stabil halten oder sogar anheben. In den vergangenen Jahrzehnten ist dieses Kunststück beispielsweise der Schweizer Nestlé gelungen.

Wegen der steuerlichen Schwierigkeiten, die es bei ausländischen Dividendenzahlern geben kann, blicken wir noch einmal auf deutsche Aktien und schauen uns speziell Allianz, BASF, Bayer, Deutsche Post, Fuchs Petrolub, Münchener Rück (Munich RE) sowie Siemens näher an. Sehr auffällig ist, dass zwei dieser insgesamt sieben Aktien aus dem Versicherungsbereich sowie drei aus dem Bereich der chemischen Industrie stammen. Das ist kein Zufall.

Münzen und kleine Häuser

So hat kein Geringerer als Multi-Milliardär und Börsen-Guru Warren Buffett seinen Reichtum auch auf Versicherungen aufgebaut. Der große Vorteil, den Versicherungen haben: Sie erhalten Prämieneinnahmen heute, müssen aber mögliche Forderungen erst in der Zukunft begleichen. In der Zwischenzeit können sie daher mit dem Geld arbeiten, was Buffetts Berkshire Hathaway besonders gut gemacht hat. Aber es kommt noch etwas dazu: Selbst große und für Versicherungen zunächst teure Katastrophen sind für diese in der Regel nur ein temporäres Problem, da sie anschließend die Prämien erhöhen.

Topfavoriten: Allianz, Bayer und Münchener Rück (Munich RE)

Ein wenig anders sieht das in der chemischen Industrie aus. Hier muss man konstatieren, dass Deutschland mit BASF und Bayer zwei der weltweit besten Chemiekonzerne hat, was für stabile beziehungsweise steigende Dividenden sorgte. Fuchs Petrolub ist zwar ebenfalls kein schlechtes Unternehmen, aber schon sehr auf Schmierstoffe spezialisiert. Man kann daher am Kursverlauf der Aktie sehen, dass das Unternehmen – allein aufgrund seiner Größe – nicht ganz so stabil dasteht wie andere. Hier stützt eher, dass es ein gut geführtes Familienunternehmen ist.

Wenn ich mir drei Dividendentitel aus den sieben genannten Aktien herauspicken sollte, würde meine Wahl auf die Allianz, Bayer sowie die Münchener Rück (Munich RE) fallen. Wobei ich einschränkend schreiben muss, dass es vielleicht nicht so clever ist, sich gleich zwei verschiedene deutsche Versicherungskonzerne gleichzeitig ins Depot zu packen. Zwischen der Allianz und der Münchener Rück (Munich RE) würde ich daher letztere bevorzugen.

Doch warum Bayer? Da bin ich wieder bei Warren Buffett. Denn der sagte einmal, dass man am besten Aktien von Unternehmen kaufen sollte, die selbst ein absoluter Vollidiot leiten könne. Denn genau dies werde eines Tages passieren. Nun möchte ich den Bayer CEO Werner Baumann an dieser Stelle nicht als Vollidioten verunglimpfen. Aber dass er bei der Monsanto-Übernahme alles andere als ein glückliches Händchen hatte, dürfte er wohl inzwischen selbst einsehen. Dadurch ist die Aktie aber vergleichsweise günstig zu haben – und die Dividende kann sich immer noch sehen lassen!

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