Rohstoffe

Für die ersten Menschen erschienen die Rohstoffvorkommen sicher schier unerschöpflich. Heute wissen wir es besser. Rohstoffe sind keineswegs in unendlicher Menge verfügbar. In den letzten 50 Jahren wurden weltweit mehr Rohstoffe verbraucht als in der gesamten Menschheitsgeschichte. Tatsächlich sind Rohstoffanlagen die einzige Anlageklasse, die seit dem Beginn der Menschheit und der Börsen existiert und die vermutlich als letzte übrigbleibt, wenn wir das Zivilisationsende erreichen.

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Natürlich weiß niemand, wann und wie der Mensch oder seine Zivilisation enden wird. Aber ich bin mir sicher, dass die letzten beiden Menschen auf der Erde sich um Rohstoffe streiten werden, vielleicht um ein Stück Brot oder den letzten Schluck Wasser.

Bis dahin sind es hoffentlich noch ein paar Jahrtausende oder sogar Jahrmillionen. In dieser Zeit werden Rohstoffe, die schon am Beginn der zivilisatorischen Entwicklung standen, der eigentliche Dreh- und Angelpunkt bleiben.

Einer der wichtigsten Sektoren an der Börse

Die erste jemals an einer Börse gehandelte Aktiengesellschaft war die 1602 in Amsterdam notierte Dutch East India Company. Diese war für viele Jahrzehnte das wertvollste Unternehmen der Erde. Bezogen auf den Anteil am Weltvermögen und bereinigt um Wechselkurse und historische Inflation übertraf diese Aktie die heutigen Börsenwerte der größten Konzerne der Welt bei Weitem.

Das ist kein Einzelfall: Die größten Konglomerate und Konzerne, die jemals an der Börse notierten, waren alles Rohstoffhandelshäuser oder Öl-Konzerne.

Wenn Sie einen Moment innehalten und nachdenken, dann kommen Sie vielleicht mit mir gemeinsam zum Schluss, dass Rohstoffe immer das Fundament sind, auf dem unser ganzes Leben und der Wohlstand unserer Zivilisation aufbauen.

Je weiter unsere Welt sich entwickelt, desto mehr Rohstoffe braucht sie. Es ist richtig, dass wir auf einen nachhaltigeren Umgang der Rohstoffe achten müssen und diese nicht achtlos wegwerfen dürfen, wie das zurzeit geschieht. Aber eine Welt ohne Rohstoffe wäre ein Rückgang in die Steinzeit und das Ende der Zivilisation.

Im Zuge der wachsenden, immer mehr auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Weltwirtschaft werden Rohstoffe einen ganz neuen Stellenwert erreichen und in ihrer Bedeutung wachsen.

Die Vorkommen gehen zur Neige

Im Grunde findet seit der Jahrtausendwende ein Umdenken statt. Viele bekannte Rohstoffvorkommen sind erschöpft und große Minen, die unsere Welt seit Jahrzehnten versorgen, neigen sich unweigerlich ihrem Ende zu.

In Zukunft werden vor allem kleinere Vorkommen, die oft viele Kilometer Untertage liegen oder sogar am Boden der Weltmeere, unsere Rohstoffversorgung sichern müssen. Die Zeiten der unerschöpflichen und an der Erdoberfläche abbaubaren Vorkommen ist nun langsam vorbei.

Auch wenn der Bedarf unaufhaltsam steigt, verläuft das Nachfragewachstum nicht gleichmäßig. Es gibt vielmehr sogenannte Zyklen, in denen die Nachfrage – und damit auch die Preise der Rohstoffe – verläuft.

Wir stehen gerade am Beginn eines neuen Super-Zyklus. Anleger können also wirklich von Glück sagen, wenn Sie sich jetzt mit Rohstoff-Anlagen auseinandersetzen. Denn so eine Chance bekommt man maximal einmal im Jahrzehnt geboten.

Warum das so ist und warum jetzt Ihre Gewinnchancen am größten sind, dazu später mehr. Denn die Rohstoff-Nachfrage im nächsten Zyklus wird noch gewaltiger als jemals zuvor. Verantwortlich dafür sind drei Mega-Trends.

Besonderheiten der Preisbildung

Die Besonderheiten in der Preisbildung von Rohstoffen führen zu den sogenannten Zyklen. Angebot und Nachfrage sind hier nämlich nur höchst selten im Gleichgewicht.

Im Gegensatz zu Aktien können Rohstoffe nicht wertlos werden. Das ist vielleicht der wichtigste Aspekt bei Rohstoffanlagen. Im Resultat führt das dazu, dass Rohstoffe um ihren langfristigen Mittelwert handeln. In der Fachsprache wird das als „Mean-Reversion“ bezeichnet.

Der Preis kann über dem Mittelwert liegen oder darunter. Die Preise sind nicht „effizient“. Das ermöglicht profitable Spekulationen.

Dabei ist es logisch nachvollziehbar, dass die Preise für Rohstoffe und die Renditen für Rohstoff-Aktien genauso wenig unendlich steigen wie komplett wertlos werden können. Das ist der große Vorteil von zyklischen Anlagen.

Wenn Sie sich schon länger für Rohstoffe interessieren, haben Sie sich sicherlich schon mal gefragt, wie die Preisbildung bei Rohstoffen eigentlich funktioniert. Warum gibt es diese immer wiederkehrenden Zyklen und damit die Möglichkeit, satte Gewinne zu erzielen?

Alles fängt mit dem Marktgleichgewichtspreis an, zu dem sich ein Angebot und die Nachfrage treffen.

Die individuelle Situation von Angebot und Nachfrage eines jeden Gutes führen im Ergebnis dazu, dass die Preise im Auge des Betrachters entweder relativ hoch oder niedrig sind.

Selten trifft der Preis exakt den Geschmack von Konsumenten und Produzenten gleichermaßen, so dass ein friedlicher, permanenter Gleichgewichtszustand herrscht. Das gilt selbstverständlich in höchstem Maße für die Rohstoffe.

Es hängt alles damit zusammen, dass sich die Rohstoffpreise nur selten in einem „Gleichgewichtszustand“ befinden. Die Regel ist eher ein permanentes „Ungleichgewicht“, in dem es entweder einen Nachfrage- oder Angebotsüberhang gibt.

Rohstoffpreise folgen demnach gewissen Trends und sind volatil.

Die ideale Voraussetzung für einen Super-Zyklus der Rohstoffe besteht, wenn das Angebot weniger stark steigt oder sogar zurückgeht, während die Nachfrage stark wächst oder mindestens konstant bleibt.

Außer der tatsächlichen, gegenwärtigen Angebots- und Nachfragesituation, die Sie mit etwas Mühe durchaus herausfinden werden, bleibt die Psychologie der wichtigste, allerdings nur schwer einschätzbare Faktor.

Der Preis von Rohstoffen, wie Aktien, beruht nämlich auch auf einer Erwartungshaltung, die dazu beiträgt, dass die Preise eher steigen, fallen oder stagnieren.

Es ist keineswegs so, wie es oftmals in der Volkswirtschaft gelehrt wird, dass sich der Markt stets beim fairen Preisniveau trifft. Die Erwartungshaltung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

George Soros spricht in seinem Buch „Alchemie der Finanzen“ von der „Theorie der Reflexivität“.

Die Reflexivität bezieht sich auf die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer und führt dazu, dass heute ein Preis als fair wahrgenommen kann, der weitab von der Realität liegt, wenn man alle Informationen kennen würde.

Das alles führt bei den Rohstoffen zur Entstehung von ausgeprägten, langjährigen Bullen- und Bärenmärkten, bis hin zur Bildung von Super-Zyklen, die Jahrzehnte anhalten und die Preise schließlich sogar weit über das „normale“ Maß hinaus antreiben können .

Der Schweine-Zyklus: Garant für stetiges Ungleichgewicht

Neben der Psychologie und den tatsächlichen Daten von Angebot und Nachfrage wirkt noch ein weiterer wichtiger Faktor auf den Preis von Rohstoffen ein. Die Rede ist vom sogenannten Schweine-Zyklus.

Der deutsche Agrar-Forscher Arthur Hanau prägte den Begriff 1927 in seiner agrarwissenschaftlichen Dissertation über den Schweinepreis. Der Begriff wird inzwischen aber in vielen Branchen verwendet und trifft insbesondere auf Rohstoffe zu.

Der „Schweine-Zyklus“ besagt, dass die Anpassungen des Angebots auf die Nachfrage immer erst mit einer Verzögerung erfolgen. Deswegen folgt im Zyklus auf jeden Angebotsengpass ein anschließendes Überangebot, welches von einem Preisverfall begleitet wird.

Bei hohen Marktpreisen kommt es verstärkt zu Investitionen, zum Beispiel in neue Minen, um das Angebot auszuweiten. Diese können aber erst mit einer gewissen Verzögerung in Produktion gehen und somit das Angebot nicht sofort beeinflussen – die Preise steigen weiter.

Gleiches gilt auch dann, wenn das Angebot die Nachfrage bereits übersteigt: Bereits im Bau befindliche Projekte werden fortgesetzt und vergrößern bei Inbetriebnahme das Angebot selbst bei fallenden Preisen weiter – der Abschwung wird verstärkt.

So kommt es, dass das Gleichgewicht nur selten und für ganz kurze Zeit erreicht wird.

Wie Sie sicherlich erkannt haben: Die größten Gewinne winken Ihnen, wenn Sie am Anfang eines Super-Zyklus investieren.

Jeder Aufwärtszyklus der letzten 100 Jahre dauerte im Schnitt 10 bis 15 Jahre. In einem solchen Super-Zyklus hängen Rohstoffe und Rohstoff-Aktien jeden Modetrend an der Börse ab.

Die meisten Anleger steigen viel zu spät ein, wenn der Zyklus sich dem Ende nähert und die Preissteigerungen am stärksten sind. So lange sollten Sie nicht warten, wenn Sie mit Rohstoffen ein richtiges Vermögen aufbauen wollen.

Das letzte Hoch der Rohstoffe war in den Jahren 2007-2010, das Tief lag 10 Jahre zuvor. Aktuell haben wir uns schon ein wenig vom Tief entfernt, aber der weitaus größere Teil des Zyklus liegt noch vor uns.

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