Die Entwicklung neuer Medikamente oder komplexe Simulationen verschiedener Fälle, bevor diese überhaupt hergestellt werden, könnten Quantencomputer in Zukunft übernehmen. Dabei geht es um Aufgaben, bei denen zum aktuellen Stand selbst leistungsstarke Rechner an ihre Grenzen kommen. Aus diesem Grund fließt viel Geld von großen Technologiekonzernen und spezialisierten Unternehmen in die Entwicklung und Weiterentwicklung der Technologie.
Aktuell befindet sich das Thema jedoch noch in den Kinderschuhen. Die möglichen Einsatzgebiete sind aber heute schon erstaunlich. Von Pharma bis hin zu Mobilität und Künstlicher Intelligenz ist alles dabei.
Was macht einen Quantencomputer eigentlich anders?
Jetzt wird es einmal kurz etwas technisch: Ein normaler Computer arbeitet mit Bits, die entweder den Wert 0 oder 1 besitzen. Bei den Quantencomputern kommen hier die sogenannten Qubits zum Einsatz. Vereinfacht gesagt können diese gleichzeitig verschiedene Zustände annehmen. Somit können Quantencomputer bestimmte Probleme auf eine völlig andere Art und Weise berechnen. Besonders spannend ist das bei Aufgaben, bei denen eine enorme Anzahl an Kombinationen berücksichtigt werden muss.
Ein gutes Beispiel hierzu lässt sich in der Medizin finden. Bei der Entwicklung von Medikamenten geht es um Moleküle und deren Wechselwirkungen. Das Thema ist hochkomplex und Quantencomputer könnten in Zukunft helfen, dies genauer zu simulieren und damit neue Wirkstoffe schneller zu entwickeln. Auch bei der Optimierung von Finanzmodellen, Prozessen oder Codes gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Unsere heutigen Rechner werden Quantencomputer jedoch nicht komplett ersetzen. Das, was aktuell am wahrscheinlichsten ist, ist, dass beide Technologien nebeneinander existieren und Quantencomputer die Aufgaben übernehmen, bei denen diese auch einen Vorteil haben.
Der große Durchbruch steht noch aus
Bis zu diesem Zeitpunkt müssen jedoch noch einige Probleme gelöst werden. Die Qubits sind extrem empfindlich und können bereits durch kleinste äußere Einflüsse Fehler produzieren. Aus diesem Grund wird es umso schwieriger, Berechnungen zuverlässig durchzuführen, je größer ein Quantensystem wird.
Aus diesem Grund ist ein sehr großer Teil dieser Industrie mit der Forschung nach Quantenfehlerkorrekturen beschäftigt. Die Fehlerquote soll reduziert werden, während gleichzeitig immer leistungsfähigere Systeme aufgebaut werden.
Trotz der großen Fortschritte der letzten Jahre befinden wir uns noch weit davon entfernt, Quantencomputer im großen Stil für die unterschiedlichsten Aufgaben einzusetzen. Aber genau das macht diesen technologischen Wettlauf und das Thema so interessant.
Ein neuer Milliardenmarkt entsteht
Für uns Anleger eröffnet sich dadurch ein ziemlich breites Feld an Möglichkeiten. Neben bekannten Technologiekonzernen arbeiten auch zahlreiche spezialisierte Unternehmen ausschließlich an Quantencomputern oder den einzelnen Bestandteilen der Technologie.
Das Spannende ist jedoch am Ende nicht nur, wer den leistungsfähigsten Quantencomputer entwickelt. Für den Aufbau der Systeme werden Halbleiter, Kühlsysteme, Laser, Messtechnik, Steuerungselektronik und entsprechende Software benötigt.
Damit kann sich auch rund um das Quantencomputing in den kommenden Jahren ein spezieller Technologiemarkt entwickeln. Die Unternehmen, die entscheidende Komponenten herstellen und liefern oder auch die Technologie erfolgreich nutzbar machen, könnten davon besonders profitieren.
Für Anleger wird es vor allem spannend, welche Unternehmen den Schritt von der Forschung in die Umsetzung schaffen. Diese könnten am stärksten von dem neuen Trend profitieren und somit auch die Aktionäre dieser Unternehmen.
Passend hierzu, haben wir für Euch spannende Quantencomputer-Aktien in unserer Playlist: