Megatrends der Rohstoffe

Megatrend 1: Wachstum der Weltwirtschaft

Bis vor maximal zwei Jahrzehnten hing die Rohstoffnachfrage fast ausschließlich am Wachstum der westlichen Welt. Doch mit dem unaufhaltsamen Aufstieg der Mittelschichten in vielen Schwellenländern ändert sich dies grundlegend.

Die Wachstumsraten in Asien, angeführt von China und gefolgt von Südostasien sowie Indien, ist sicher am eindrucksvollsten. Aber auch Lateinamerika und sogar Afrika holen ihren Rückstand immer schneller auf.

Neue Technologien, Infrastruktur, Unternehmensinvestitionen und der private Konsum wachsen und besitzen langfristig ein unglaubliches Potenzial. Der Immobilienbau und staatliche Infrastrukturprojekte wie die neue Seidenstraße, die China vorantreibt, werden den Rohstoffverbrauch gewaltig erhöhen.

Viele Schwellenländer dürften in den kommenden Jahrzehnten daher globale Spitzenpositionen erreichen. Und der Großteil der Weltbevölkerung wohnt in diesen Ländern. Die Auswirkungen werden gewaltig sein.

Der wachsende Wohlstand führt zu einem steigenden Pro-Kopf-Verbrauch der Rohstoffe – vor allem aus den Schwellenländern.

Megatrend 2: Zukunftstechnologien, E-Mobilität

Aber auch weltweit gibt es Entwicklungen, welche die Rohstoff-Nachfrage befeuern. Die Digitalisierung und E-Mobilisierung der Welt brauchen immer mehr hochreine Rohstoffe.

China ist der mit Abstand weltweit größte Verbraucher von Rohstoffen und befindet sich auf dem besten Weg, ein globaler Marktführer bei Technologien und sauberen Energien zu werden. Der Aufbau dieser Infrastruktur wird zu einer höheren Nachfrage nach Rohstoffen führen.

  • Selbst ein so kleines Produkt wie ein Handy benötigt bis zu seiner Fertigstellung 44 kg Rohstoffe und enthält wertvolle Elemente wie Gold, Silber, Kupfer, Cobalt oder Lithium.
  • Die weltweite Flotte von E-Autos wird von 1 Million 2017 auf 140 Millionen im Jahr 2035 steigen. Jedes Auto enthält 105 kg Kupfer. Dafür braucht die Welt 12 Millionen Tonnen mehr Kupfer. Allein dieser Faktor entspricht einer halben Weltnachfrage. Die benötigten Stromnetze nicht eingerechnet.
  • Schätzungen zufolge wird die Weltnachfrage nach Industriemetallen wie Kupfer, Nickel, Zink oder Silber bis 2030 um mindestens 65% wachsen.
  • Bei weiteren Metallen übersteigt die Zukunftsnachfrage die aktuelle Weltproduktion sogar um den Faktor 3 bis 5. Dazu gehören Metalle wie Lithium, Cobalt, Vanadium sowie der Sammelbegriff Seltene Erden.

Zukunftsmetalle werden für die Industrie 4.0, den Aufbau der E-Mobilität sowie eine größere Nachhaltigkeit unserer Welt immer wichtiger und deshalb ein explosives Wachstum erfahren.

Selbst wenn es gerne verschwiegen wird: Der Strombedarf für die technologische Revolution ist gigantisch hoch. Sogar neue Felder wie Blockchain oder Krypto-Mining beispielsweise für den Bitcoin verschlingen Unmengen an Elektrizität.

Auf den ersten Blick könnte man sagen, dass viele Anwendungen sinnlos sind. Doch wenn ich einen Schritt weiterdenke, dann komme ich zum Schluss, dass diese enorme Rechenleistung, die zurzeit aufgebaut wird, viele sinnvolle Anwendungen ermöglicht, die den Siegeszug der Industrie 4.0 und des Internets der Dinge (IoT) beschleunigen könnten.

Das ist eine Revolution für die Menschheit. Diese benötigt neue Datenautobahnen sowie intelligente Stromleitungsnetze (Smart-Grid) bis in den hintersten Winkel dieser Welt, die wiederum mehr Kupfer brauchen.

Außerdem gibt es heute Erdteile, die immer noch von der Stromversorgung abgeschnitten sind. So befindet sich Indien heute erst auf einem Entwicklungsniveau, auf welchem sich China schon vor 20 Jahren befand.

Es besteht daher kein Zweifel: Der Trend Industrie 4.0 heizt die Nachfrage nach Rohstoffen und Zukunftsmetallen an.

Megatrend 3: Galoppierende Inflation

Diesen Abschnitt halten wir kurz, weil über die Ursachen von Inflation bereits unzählige Bücher geschrieben wurden. Viel wichtiger für Sie ist es jetzt, rechtzeitig zu handeln und die Konsequenzen der weltweiten Überschuldung und Zinswende zu erkennen.

Es ist überraschend, dass die meisten Menschen nicht wissen, woher ihr Geld kommt. Das Geldsystem ist nicht leicht zu verstehen. Aber wer lange genug gelebt hat, der weiß, dass die Kaufkraft praktisch jedes Jahrzehnt unaufhaltsam sinkt, je länger die Politik des ungedeckten Papiergeldes, mittlerweile elektronisch, fortgeführt wird.

Der mit Abstand stärkste Faktor, der in Zukunft einen Inflationsanstieg und steigende Rohstoffpreise bringt, ist die Verschuldung. Denn diese kann nominal zwar weiter unendlich wachsen. Real sind der Verschuldungssituation aber Grenzen gesetzt.

Die Welt ist überschuldet. Insgesamt wurden weltweit 244 Billionen US$ Schulden aufgenommen. Dies entspricht ungefähr dreimal dem aktuellen Welteinkommen.

Die weltweit aufgenommenen Schulden entsprechen einer Kreditsumme von 30.000 US$ je Erdenbürger. Niemand wird diese Schulden jemals in harter Währung zurückzahlen wollen. Zumal die Verteilung so ungleich ist, dass die Mehrheit glaubt, dass sie von einem Schuldenschnitt profitieren würde.

Warnungen gibt es immer häufiger, nur werden diese von den Anlegern ignoriert.

Eine Institution, die es genau wissen muss, ist die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. Die BIZ ist die Bank der Zentralbanken. Genau diese BIZ warnt vor heftigen Kurseinbrüchen an den Finanzmärkten.

Im Quartalsbericht für das 2. Quartal 2018 weist sie unmissverständlich auf die Überbewertung der Finanzmärkte hin, die vor allem das Resultat der Tiefzinspolitik seien. Die Schuldenniveaus liegen, auch im Vergleich zur Wirtschaftsgröße, auf Rekordniveau. Das Verschuldungsniveau steigt zudem immer weiter. Die größte Schuldnernation sind die USA.

In den USA beträgt das Wachstum der Verschuldung für Kreditkarten, Verbraucherkredite und Autofinanzierung das Fünffache der Wachstumsrate der Volkswirtschaft. In anderen Ländern sieht es kaum besser aus.

Es sieht ganz so aus, als wollten die Regierungen, die Vorreiter beim Schuldenmachen waren, einen Zustand herbeiführen, der Schuldenschnitte, Währungsabwertungen und Inflation salonfähig macht.

Der renommierte Finanzblog Zerohedge.com schreibt darüber:

Was wir wieder seltsam finden, ist, wie ruhig alle in den letzten zehn Jahren waren. Als die Zentralbanken, indem sie die Zinssätze auf einem Rekordtief hielten, die größte Schuldenmacherei der Welt für öffentliche und private Schulden ermöglichten. Jetzt, da die Schulden auf einem Niveau sind …. schreit plötzlich jeder – von den Zentralbanken über die CEOs der Banken bis hin zu den NGOs – von den Dächern, wie gefährlich die Schulden wirklich sind. Wenn man den IWF-Bericht zwischen den Zeilen liest, sucht man nichts anderes als einen Sündenbock für die unvermeidliche globale Schuldenkrise, die bevorsteht und die nicht einmal der IWF mehr versteckt.

Die Projektion der US-Staatsverschuldung geht von einer Schuldenexplosion wie im 2. Weltkrieg aus, nur (bisher) ohne Krieg. Die Inflation sei tot, hört man allerorten. Doch tatsächlich ist das eine Lüge. Die Inflation war nie tot. Sie hat sich nur versteckt.

Heute findet sich die Inflation bei:

  • steigenden Preisen für Vermögenswerte, allen voran den Immobilien.
  • den Gesundheitskosten, die überlebensnotwendig sind.
  • Steuern und Abgaben, welche die Staatsverschuldung decken.
  • der Zentralbankpolitik des leichten Geldes, mit dem Ergebnis realer Negativzinsen, die einen schleichenden Kaufkraftverlust bedeuten.

Ein sehr einleuchtendes Beispiel dürfte der Anstieg der Immobilienpreise sein. Der klassische Fall einer Vermögenspreisinflation. Sie könnten auch andere Preise vergleichen, die in den letzten Jahren gestiegen sind.

Fakt ist: Prozentual war das frei verfügbare Einkommen, das die Menschen der westlichen Welt (USA/EU) sparen können, seit Jahrzehnten nicht so tief wie heute. Viele lebensnötige Ausgaben werden in der Inflationsstatistik nicht berücksichtigt.

Altbau-Wohnhäuser in Häuserzeile

Die Immobilien werden teurer und dieser Preisanstieg wird immer stärker an die Mieter weitergegeben. Ein deutsches Beispiel: In München zahlt ein Mieter heute 46% seines Einkommens für die Miete.

Man könnte sagen, dass sich die Einwohner der westlichen „freien“ Welt immer mehr (selbst) versklaven. Denn was sonst ist es, wenn von einem Bruttoeinkommen fast nichts mehr zur freien Verwendung übrigbleibt?

Egal was die Medien behaupten: Die Gefahren eines Inflationsanstiegs waren selten so groß wie heute und sogar Hyperinflation könnte eines Tages wieder ausbrechen. Das ist die ganz natürliche Konsequenz einer Steigerung des Geldvolumens.

Seit 1913, mit der Gründung der US-Notenbank, wurde die Geldentwertung (=Inflation) ein bedeutender Megatrend, der sich seit dem Ende des Goldstandards 1971 ungebremst entfaltet.

Ich behaupte sogar: Die Welt braucht Inflation, um sich ohne Bankrott vergangener Schulden zu entledigen.

Die Preise der Rohstoffe, gemessen in Papiergeld, verschieben sich langfristig darum immer weiter nach oben. Von wem wird eigentlich die Angst vor Deflation geschürt? In den letzten 100 Jahren gab es systembedingt weltweit kaum ein Deflationsjahr. Die Preise steigen auf globaler Ebene unaufhörlich und die Kaufkraft des Geldes wird immer weiter verringert.

Die Auswirkungen der Megatrends

Die drei wichtigsten Megatrends, welche die Preise für Rohstoffe in den nächsten Jahren in ungeahnte Höhen treiben werden, haben Sie nun kennengelernt. Jetzt gilt es, noch drei weitere wichtige Fragen zu klären:

  • Bisher habe ich immer allgemein von „den Rohstoffen“ gesprochen. Doch welche Rohstoffe meine ich eigentlich genau? Und was ist deren konkreter Nutzen für uns Menschen und die Weltwirtschaft?
  • Warum ist der Zeitpunkt günstig, um in Rohstoffe zu investieren und vom bevorstehenden, größten Super-Zyklus der Menschheitsgeschichte zu profitieren?
  • Wie sieht die beste Strategie aus, um mit dem bevorstehenden Super-Zyklus so viel Gewinn wie möglich zu erzielen?

Alle diese Fragen werde ich Ihnen noch beantworten. Doch zuerst einmal ist es erforderlich, dass Sie das notwendige Grundlagenwissen zu den Rohstoffen besitzen. Das ist wichtig, um mit Investments den gewünschten Erfolg erzielen. Deshalb muss man auch die wichtigsten Rohstoffe für die kommenden Jahre im Detail betrachten.

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