In diesem Artikel dreht sich alles um sogenannte Dividenden-Aristokraten. Was ist das überhaupt? Die bekannteste Definition lehnt sich an die von Standard & Poors (S&P) beim S&P 500 Dividend Aristocrats an. Demnach sind Dividenden-Aristokraten Aktien von Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren kontinuierlich erhöht haben.
Die Elite unter den Dividendenaktien
In diesem Artikel dreht sich alles um sogenannte Dividenden-Aristokraten. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff?
Die bekannteste Definition orientiert sich an der Klassifikation von Standard & Poor’s im S&P 500 Dividend Aristocrats Index. Demnach gelten Aktien von Unternehmen als Dividenden-Aristokraten, wenn sie ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben.
Das klingt bereits beeindruckend – doch es geht noch exklusiver.
Unternehmen, die ihre Ausschüttungen über mindestens 50 Jahre kontinuierlich gesteigert haben, werden als Dividenden-Könige bezeichnet. Und selbst das lässt sich noch übertreffen: Es existieren tatsächlich einige wenige Unternehmen, die seit über 100 Jahren ununterbrochen Dividenden zahlen.
Zu diesen zählen beispielsweise:
- Colgate-Palmolive (Dividendenzahlungen seit 1895, WKN: 850667)
- Eli Lilly (seit 1885, WKN: 858560)
- Exxon Mobil (seit 1908, WKN: 852549)
- IBM (seit 1916, WKN: 851399)
- Procter & Gamble (seit 1890, WKN: 852062)
- Union Pacific (seit 1899, WKN: 848144)
Wichtig ist dabei jedoch ein Unterschied: Diese Unternehmen zahlen zwar seit über 100 Jahren Dividenden, sie haben diese jedoch nicht zwingend jedes Jahr erhöht.
Warum Dividendenaktien im Depot wichtig sind
Nachdem wir geklärt haben, was es mit dem sogenannten Dividenden-Adel auf sich hat, stellt sich die Frage: Welche Rolle spielen Dividendenaktien im Portfolio?
Studien zeigen, dass Dividenden langfristig mehr als ein Drittel der Gesamtrendite eines Aktienportfolios ausmachen können.
Dennoch sollten Anleger einige Punkte beachten.
Zum einen kann eine sehr hohe Dividendenrendite ein Warnsignal sein. Oft deutet sie darauf hin, dass der Aktienkurs stark gefallen ist – möglicherweise aufgrund wirtschaftlicher Probleme des Unternehmens.
Zum anderen sollten Anleger den sogenannten Dividendenabschlag kennen.
Wie sich die Dividendenrendite berechnet
Die Dividendenrendite berechnet sich nach folgender Formel:
Dividende / Aktienkurs × 100
Ein Beispiel:
- Aktienkurs: 50 €
- Dividende: 1,80 € pro Aktie
Dividendenrendite = 1,80 € / 50 € × 100 = 3,6 %
Da der Kaufkurs entscheidend ist, hat jeder Anleger eine individuelle persönliche Dividendenrendite. Diese verändert sich über die Zeit:
- Sie steigt, wenn das Unternehmen die Dividende erhöht
- Sie sinkt, wenn die Dividende gekürzt wird
Gerade deshalb sind Dividenden-Aristokraten für viele Anleger besonders attraktiv: Unternehmen, die ihre Dividende über Jahrzehnte steigern konnten, verfügen in der Regel über sehr stabile Geschäftsmodelle.
Vorsicht bei besonders hohen Dividenden
Eine ungewöhnlich hohe Dividendenrendite kann zwei Ursachen haben:
- Das Unternehmen zahlt tatsächlich eine sehr hohe Dividende
- Der Aktienkurs ist stark gefallen
Letzteres ist häufig der Fall, wenn ein Unternehmen wirtschaftliche Schwierigkeiten hat.
Deshalb sollten Anleger stets prüfen, ob ein Unternehmen seine Dividende nachhaltig finanzieren kann.
Der Dividendenabschlag
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Dividendenabschlag am Ex-Tag.
Bleiben wir beim Beispiel:
- Aktienkurs: 50 €
- Dividende: 1,80 €
Am Tag nach der Hauptversammlung wird die Aktie ex Dividende gehandelt. Der Kurs reduziert sich dann rechnerisch um die Dividende:
- 50 € – 1,80 € = 48,20 €
Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen echten Kursverlust, sondern lediglich um eine rechnerische Anpassung.
Starke Unternehmen schaffen es meist relativ schnell, diesen Abschlag durch steigende Kurse wieder auszugleichen.
Warum Dividenden-Aristokraten besonders interessant sind
Damit schließt sich der Kreis: Unternehmen, die ihre Dividenden über Jahrzehnte hinweg nie gesenkt haben, verfügen in der Regel über:
- stabile Geschäftsmodelle
- hohe Cashflows
- solide Marktpositionen
Deshalb greifen viele Anleger gezielt zu Dividenden-Aristokraten oder Dividenden-Königen.
Bei internationalen Aktien sollten Anleger allerdings auch Währungsrisiken berücksichtigen.
Erhöht ein US-Unternehmen beispielsweise seine Dividende in US-Dollar, kann ein ungünstiger Wechselkurs gegenüber dem Euro diesen Vorteil teilweise wieder zunichtemachen.
Beliebte Dividendenaktien in Europa
Ein Grund, warum deutsche Anleger häufig Aktien von Schweizer Konzernen wie Nestlé (WKN: A2N7XQ) halten, ist die relative Stärke des Schweizer Franken.
Allerdings gibt es auch hier einige Punkte zu beachten.
Die Schweizer Nationalbank (SNB) greift seit Jahren regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Frankens zu verhindern. Außerdem müssen Anleger stets die steuerliche Behandlung von Dividenden berücksichtigen – insbesondere bei ausländischen Aktien.
Interessante Dividendenaktien aus Deutschland
Wer steuerliche Komplikationen vermeiden möchte, kann auch auf deutsche Dividendentitel setzen.
Zu den besonders interessanten Kandidaten zählen:
DAX-Unternehmen
- Münchener Rück (WKN: 843002)
- Siemens (WKN: 723610)
- Allianz (WKN: 840400)
- BASF (WKN: BASF11)
- Bayer (WKN: BAY001)
- Deutsche Post (WKN: 555200)
MDAX
- Fuchs Petrolub (WKN: 579043)
Auffällig ist dabei, dass mehrere dieser Unternehmen aus der Versicherungs- und Chemiebranche stammen.
Warum Versicherungen besonders attraktiv sein können
Versicherungen besitzen ein interessantes Geschäftsmodell:
Sie erhalten Prämienzahlungen heute, während mögliche Schadensfälle oft erst in der Zukunft eintreten.
In der Zwischenzeit können Versicherer dieses Kapital investieren – ein Prinzip, das Warren Buffett mit seiner Holding Berkshire Hathaway sehr erfolgreich genutzt hat.
Selbst große Schadensereignisse sind für Versicherungen häufig nur temporäre Belastungen, da sie anschließend ihre Prämien anpassen können.
Drei persönliche Favoriten
Wenn ich drei Aktien aus den genannten Kandidaten auswählen müsste, wären es:
- Allianz
- Bayer
- Münchener Rück
Allerdings ist es möglicherweise nicht ideal, zwei Versicherungen gleichzeitig stark zu gewichten. Deshalb würde ich persönlich eher die Münchener Rück bevorzugen.
Warum außerdem Bayer?
Hier kommt ein berühmtes Zitat von Warren Buffett ins Spiel: Man sollte Aktien von Unternehmen kaufen, die sogar von einem Vollidioten geführt werden könnten – denn früher oder später werde genau das passieren.
Damit soll der damalige Bayer-CEO Werner Baumann keineswegs beleidigt werden. Doch die Übernahme von Monsanto hat sich für Bayer als äußerst schwierig erwiesen. Genau deshalb ist die Aktie heute vergleichsweise günstig bewertet – während die Dividende weiterhin attraktiv bleibt.
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