Aktien sind die einfachste Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Während das Sparbuch und andere Festgeldanlagen durch die Inflation schleichend an Wert verlieren, bietet der Aktienmarkt die Chance, direkt am Erfolg weltbekannter Unternehmen teilzuhaben. Und doch zögern Millionen von Sparern, der ersten Schritt auf das Börsenparkett zu machen. Begriff wie Depot, Broker und Transaktionsgebühren klingen zunächst kompliziert und undurchsichtig. In diesem Ratgeber lernst Du deshalb, wie Du vom Beobachter zum Mitbesitzer von Apple, Allianz & Co. wirst. Du erfährst, warum Du Aktien besitzen solltest, wie und und wo Du sie kaufen kannst und welche Dinge Du dabei berücksichtigen musst.

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☝️ Das Wichtigste in aller Kürze

  • Voraussetzung für den Kauf von Aktien ist ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker (Online- bzw. Neo-Broker).
  • Aktien können an zahlreichen Börsen im In- und Ausland gekauft und gehandelt werden, die unterschiedliche Handelsangebote und Gebühren haben.
  • Der größte Vorteil von Aktien sind ihre höheren Renditechancen gegenüber anderen Geldanlagen.
  • Anleger haben die Wahl, in Einzelaktien oder in Aktienfonds, die Dutzende Aktien halten, zu investieren.
  • Der Kauf von Aktien ist mit verschiedenen Risiken verbunden, unter anderem das Kurs-, das Zins- und Inflations- sowie das Währungsrisiko.
  • Aktien können über Einmalanlagen oder regelmäßig investierende Sparpläne gekauft werden.

Wie kauft man Aktien?

Der Kauf von Aktien ist heutzutage genau so einfach wie der Kauf eines Produktes über einen Online-Shop. Dank moderner Handelsplattformen und Apps, die selbst für Börsenneulinge kinderleicht zu bedienen sind, ist der Einstieg in den Aktienhandel nur noch eine Frage von Minuten.

Der Kauf von Aktien ist ein vierstufiger Prozess, den Dir die folgende Anleitung Schritt für Schritt erklärt.

1. Ein Depot eröffnen

Grundvoraussetzung, um Aktien kaufen und verkaufen zu können, ist ein Wertpapierdepot (oft auch „Wertpapierhandelskonto“ genannt) bei einer Bank oder einem Broker (Online- oder Neo-Broker). Dieses Depot ist sozusagen Dein Konto für Deine Wertpapiere. Bei der Auswahl einer Bank oder eines Brokers hast Du heutzutage die Qual der Wahl aus Dutzenden in- und ausländischen Anbietern mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Leistungsspektren. Worauf es bei der Auswahl ankommt, liest Du weiter unten.

Der Prozess zur Eröffnung eines Wertpapierdepots ist bei allen Anbietern nahezu identisch. Zur Registrierung musst Du in einem ersten Schritt eine Reihe von persönlichen Angaben machen und in einem zweiten Schritt Deine Identität nachweisen. Dies geschieht bei den meisten Banken und Brokern über das VideoIdent-Verfahren. Dabei handelt es sich um ein kurzes Videotelefonat mit einem Mitarbeiter der Bank bzw. des Brokers, der dabei Deinen Ausweis mit Deinem Kamerabild abgleicht.

Nach der Registrierung eines Wertpapierdepots dauert es in der Regel nicht länger als zwei Werktage, bis der Anbieter Dein Depot eingerichtet hat. Bei vielen Neo-Brokern kannst Du sogar schon am selben Tag in den Aktienhandel einsteigen.

Um Deine ersten Aktien kaufen zu können, musst Du aber noch Geld auf Deinem Handelskonto einzahlen. Dies kann über verschiedene Arten geschehen, wie beispielsweise eine Standardüberweisung, eine Kreditkarte oder Zahlungsdienstleister wie PayPal. Sobald das Geld auf dem Wertpapierhandelskonto bei der Bank oder dem Broker gutgeschrieben wurde, kannst Du es in Aktien investieren.

2. Eine Aktie auswählen

Um eine bestimmte Aktie zu kaufen, musst Du sie über die Suchfunktion Deines Depotanbieters auswählen. Dazu stehen Dir immer drei Möglichkeiten zur Verfügung: der Name des Unternehmens, die WKN oder die ISIN.

Die WKN (Wertpapierkennnummer) ist ein sechsstelliger, alphanumerischer Code zur eindeutigen Identifizierung von Finanzinstrumenten (wie Aktien) in Deutschland. Mit ihr kannst Du eine Aktie eindeutig identifizieren. International wird sie jedoch zunehmend durch die ISIN (in der die WKN enthalten ist) ersetzt.

Bei der ISIN (International Securities Identification Number) handelt es sich um eine zwölfstellige, international eindeutige Kennnummer zur Identifikation von Wertpapieren wie Aktien und Fonds. Sie besteht aus einem Ländercode, einer nationalen Nummer und einer Prüfziffer, um Verwechslungen beim globalen Handel zu vermeiden.

3. Eine Order aufgeben

Sobald Du die von Dir gewünschte Aktie identifiziert hast, klickst Du auf die Schaltfläche „Kaufen“. Dadurch öffnet sich eine Ordermaske (ein Formular), das bei allen Banken und Brokern eine ähnliche Struktur aufweist.

Um eine Aktie zu kaufen, musst Du in dieser Maske immer drei Dinge festlegen: Zum Ersten die Anzahl der Aktien, die Du kaufen willst. Zum Zweiten den Handelsplatz, an dem Du die Aktie kaufen möchtest. Und zum Dritten den Ordertypen. Weitere Details hinsichtlich der Auswahl des Handelsplatzes und des Ordertyps findest Du in den beiden nachfolgenden Abschnitten.

4. Die Order bestätigen

Bevor Du Deine Order endgültig bestätigst, solltest Du alle Angaben noch einmal sorgfältig prüfen und sie gegebenenfalls korrigieren. Seriöse Banken/Broker weisen vor der Orderbestätigung auch noch einmal detailliert die damit verbundenen Kosten aus. Das ist vor allem bei Ordern über ausländische Börsen ein wichtiger Punkt.

Wenn alle Angaben stimmen, kannst Du die Order über einen Klick auf die entsprechende Schaltfläche bestätigen. Bei den meisten Banken und Brokern musst Du die Orderaufgabe zur Sicherheit noch einmal über Dein Smartphone ein zweites Mal bestätigen. Sobald die Order ausgeführt wurde, erscheinen die gekauften Aktien in Deiner Depotübersicht.

An welchen Börsen kann man Aktien kaufen?

Aktien kannst Du an einer Vielzahl von Handelsplätzen kaufen, die sich in die drei Gruppen Präsenzbörsen, elektronische Handelsplattformen und Auslandsbörsen unterteilen lassen. Je nachdem, welche Bank oder welchen Broker Du nutzt, hast Du Zugriff auf ein unterschiedliches Spektrum an Handelsplätzen. Banken und große Online-Brokern bieten Dir in der Regel ein sehr breites Spektrum an Börsen für den Aktienhandel an. Bei kleineren Brokern und vor allem Neo-Brokern ist das Angebot allerdings meist sehr beschränkt. Nicht selten bist Du bei diesen Anbietern an einen Handelsplatz gebunden.

Die wichtigste Präsenzbörse in Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse. Darüber hinaus gibt es hierzulande eine Reihe von Regionalbörsen (Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart), die sich auf bestimmte Produktarten spezialisiert haben oder sich gut für den Handel von weniger liquiden Nebenwerten eignen.

Die meisten Privatanleger kaufen und verkaufen Aktien jedoch über eine elektronische Handelsplattform wie Tradegate, Gettex oder LS Exchange. Grund für die Beliebtheit dieser elektronischen Börsen ist ihre hervorragende Kombination aus breitem Aktienangebot, niedrigen Handelsgebühren und langen Handelszeiten.

Manche Aktien kannst Du jedoch nicht über deutsche Präsenzbörsen oder elektronische Handelsplattformen handeln. In diesem Fall bleibt Dir nur der Weg über eine ausländische Börse. Die beiden international wichtigsten Börsen sind die New York Stock Exchange und die Technologiebörse Nasdaq in den USA. Von Bedeutung in Europa sind die Euronext (Paris, Amsterdam, Brüssel), die London Stock Exchange und die SIX Swiss Exchange (Zürich). Und in Asien spielen die Tokyo Stock Exchange in Japan und die Hong Kong Stock Exchange in China die größte Rolle.

Der Handel von Aktien über ausländische Börsen, sofern überhaupt von Deiner Bank / Deinem Broker angeboten, ist im Regelfall jedoch mit deutlich höheren Kosten verbunden als eine Transaktion über einen inländischen Handelsplatz. Vor allem bei kleineren Aufträgen stehen die Handelsgebühren im Ausland oftmals in keinem vernünftigen Verhältnis zum Transaktionswert. Überprüfe deshalb vor der Aufgabe einer Order über einen ausländischen Handelsplatz immer die damit verbundenen Transaktionskosten.

Welche Ordertypen gibt es?

Wie zuvor erwähnt, hast Du bei der Aufgabe einer Kauforder für eine Aktie die Möglichkeit, einen von mehreren Ordertypen auszuwählen. Dieser Ordertyp ist sozusagen die Anweisung an die Bank / den Broker, die Order nicht einfach irgendwann zu unerwünschten Konditionen auszuführen, sondern zu den von Dir gewünschten Bedingungen.

Die beiden wichtigsten klassischen Ordertypen sind die Market-Order und die Limit-Order. Mit einer Market-Order kaufst Du die Aktien sofort zum nächsten verfügbaren Preis. Eine Market-Order ist demnach der richtige Ordertyp, wenn Du eine Aktie jetzt haben willst, egal, wie teuer sie ist.

Der Vorteil einer Market-Order ist die Kombination aus Schnelligkeit und garantierter Ausführung. In der Regel wird der Kauf der Aktien innerhalb von Sekunden nach der Orderaufgabe über den ausgewählte Handelsplatz ausgeführt.

Bei einer Market-Order sollte Dir aber ein Nachteil bewusst sein. Bei selten gehandelten Aktien mit einer nur geringen Liquidität und bei Aktien mit starken Kursschwankungen wird die Order möglicherweise zu einem deutlich schlechteren (höheren) Preis abgewickelt als gedacht.

Um solche bösen Überraschungen zu vermeiden, kannst Du eine Limit-Order aufgeben. Im Unterschied zu einer Market-Order gibst Du bei einer Limit-Order beim Kauf einer Aktie einen Maximalpreis an. Der Vorteil einer Limit-Order ist somit die volle Preiskontrolle. Du zahlst nie mehr, als Du willst. Der Nachteil dieses Ordertyps ist jedoch, dass die Order möglicherweise nie ausgeführt wird, weil der Aktienkurs niemals unter den von Dir angegebenen Maximalpreis rutscht.

Ein dritter Ordertyp für den Kauf von Aktien ist die sogenannte Stop-Buy-Order. Dieser Ordertyp wird jedoch in der Praxis eher selten angewandt. In diesem Fall wird die Order erst aktiv, wenn ein bestimmter Kurs überschritten wird. Anleger nutzen eine Stop-Buy-Order in der Regel, um erst dann in eine Aktie einzusteigen, wenn der Kurs einen charttechnischen Widerstand durchbrochen hat.

Bei der Aufgabe einer Limit-Order oder einer Stop-Buy-Order musst Du zusätzlich angeben, wie lange der Ordertyp gültig ist. In der Regel hast Du die Wahl zwischen „Tagesgültig“ und „GTC - Good till cancelled“. Eine GTC-Order hat bei den meisten Banken/Brokern eine Gültigkeit von maximal 90 Tagen.

Wo kann man Aktien kaufen?

Wie eingangs erwähnt, benötigst Du für den Handel von Aktien ein Wertpapierdepot. So ein Depot kannst Du bei drei Gruppen von Finanzdienstleistern einrichten: Banken, Online-Brokern und Neo-Brokern. Die Grenzen zwischen diesen drei Gruppen sind inzwischen sehr verschwommen, es gibt aber immer noch klare Unterschiede im Geschäftsmodell, den Kosten und dem Funktionsumfang der Handelsplattformen, die nachfolgend dargestellt sind.

Banken / Sparkassen

Die Hausbank bzw. Sparkasse ist für viele Anleger die erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, Aktien zu kaufen. Der große Vorteil ist, dass die Eröffnung eines Wertpapierdepots bei einer Bank bzw. Sparkasse, bei der Du bereits ein Girokonto besitzt, in der Regel sehr unkompliziert und schnell geht.

Der Nachteil beim Handel von Aktien über Banken und Sparkassen ist jedoch, dass diese meist deutlich höhere Gebühren verlangen als Online- und Neo-Broker und ihre Handelsplattformen nicht so benutzerfreundlich sind. Oftmals ist auch das Spektrum der handelbaren Aktien bei Banken und Sparkassen weniger breit als bei Online-Brokern.

Online-Broker

Online-Broker sind für die meisten Anleger die beliebtesten Anbieter, um Aktien zu kaufen und zu handeln — und das hat gute Gründe. In erster Linie punkten Online-Broker mit einem sehr breiten Handelsangebot an Aktien. Bei den drei großen Brokern in Deutschland, comdirect, Consorsbank und ING, kannst Du fast alle Aktien Deiner Wahl handeln.

Hinzu kommt, dass diese großen Online-Broker nicht nur den Handel an inländischen Börsen ermöglichen, sondern auch über eine Vielzahlen an ausländischen Handelsplätzen. Bei ihnen ist das Spektrum an verfügbaren Handelsplätzen deutlich größer als bei Neo-Brokern.

Ein weiterer Vorteil, Aktien über einen Online-Broker zu kaufen, sind die meist sehr guten Handelsplattformen, die vor allem Profi-Tradern sehr viele Auswahl- und Analysemöglichkeiten bieten. Und nicht zuletzt kommst Du bei einem Online-Broker in den Genuss eines qualitativ hochwertigen Kundenservices. Im Gegensatz zu Neobrokern ist der Service bei größeren Online-Broker meist 24/7 auch telefonisch erreichbar.

Diese zahlreichen Pluspunkte bezahlst Du allerdings in der Regel mit etwas höheren Transaktionsgebühren als bei Neo-Brokern. Diese können vor allem bei kleineren Handelsvolumina ins Gewicht fallen.

Neo-Broker

In den letzten Jahren sind in Deutschland neben Banken und klassischen Online-Brokern zahlreiche sogenannte Neo-Broker entstanden. Dabei handelt es sich um rein digitale Finanzdienstleister, die den Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren deutlich vereinfacht und vergünstigt haben.

Einen Neo-Broker kannst Du Dir am besten wie den „Discounter“ der Finanzwelt vorstellen. Es gibt keine Filialen, keine persönliche Beratung und ein schlankes Angebot – dafür sind die Preise sehr niedrig.

Im Unterschied zu Online-Brokern ist das Angebot an handelbaren Aktien bei Neobrokern meist etwas beschränkter. Viele Nebenwerte, vor allem aus dem Ausland, können nicht über sie gekauft werden.

Eine besonders starke Einschränkung hast Du bei Neo-Brokern, was die Wahl der Handelsplätze angeht. Bei den meisten dieser Broker bist Du an einen oder zwei (meist elektronische) Börsen gebunden.

Der große Vorteil von Neo-Brokern sind jedoch ihre sehr niedrigen Handelsgebühren. Viele Anbieter bieten ihren Kunden Abo-Modelle mit Flatrates an. Diese Gebührenmodelle sind vor allem ein großer Vorteil, wenn Du sehr häufig Aktien in nur kleineren Stückzahlen kaufst.

Ein weiterer Vorteil dieser Broker sind ihre meist sehr benutzerfreundlich gestalteten Apps. Sie erleichtern besonders Börsenneulingen den Einstieg in den Aktienhandel erheblich.

Warum sollte man Aktien kaufen?

Es gibt eine ganze Reihe guter Gründe, weshalb Du Aktien kaufen solltest. Der unter dem Strich wichtigste ist, dass Du mit keiner anderen Wertpapierklasse langfristig so gut und so verlässlich Vermögen aufbauen kannst wie mit Aktien. Nachfolgend findest Du die fünf Hauptgründen, warum Du unbedingt Aktien besitzen solltest.

Höhere Renditechancen

Historisch gesehen bieten Aktien die mit Abstand besten Renditechancen über einen längeren Zeitraum. Die Zinssätze von Tages- oder Festgeldanlagen liegen in der Regel nur knapp über der Inflationsrate. Das bedeutet, dass Du mit diesen Anlageprodukten langfristig kaum Realvermögen aufbauen kannst.

Die Durchschnittsrendite von Aktien liegt über längere Zeiträume hingegen deutlich über der Teuerungsrate. Über den Zeitraum der letzten 20 Jahren hat der „Weltindex“ MSCI World seinen Wert um durchschnittlich 8,6% pro Jahr gesteigert. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 8,1% kommt der deutsche Leitindex DAX auf einen ähnlichen hohen Wert.

Noch höhere Durchschnittsrenditen kannst Du langfristig mit US-amerikanischen Aktien erzielen. Der breite US-Leitindex S&P 500 gewann in den vergangenen 20 Jahren um durchschnittlich 11,2% an Wert. Eine Spitzenrendite von jährlich 16,0% konntest Du mit einem Investment in den technologielastigen Index Nasdaq 100 erzielen.

Der Zinseszinseffekt

Ein besonderer langfristiger Rendite-Booster von Aktien-Investments ist der Zinseszinseffekt. Wenn Du Deine Gewinne aus Dividenden und Kurssteigerungen nicht ausgibst, sondern reinvestiert, verzinsen sich diese in den nächsten Perioden mit. Das hat eine Art Schnellballeffekt über Jahrzehnte zur Folge. Aus einem anfänglich kleinen Vermögensschneeball wird über viele Jahre ein sehr großer Ball.

Eingebauter Inflationsschutz

Wie bereits beim ersten Punkt erwähnt, liegt die langfristige Durchschnittsrendite von Aktienanlagen deutlich über der allgemeinen Teuerung. Das bedeutet, dass Du mit Aktien einen eingebauten Inflationsschutz kaufst.

Aktien sind als Unternehmensbeteiligungen schließlich Sachwerte. Unternehmen können bei steigenden Preisen meist ihre eigenen Verkaufspreise anheben, wodurch ihre Gewinne und damit langfristig auch ihre Aktienkurse steigen. Wenn Du Aktien kaufst, musst Du Dir folglich weniger Sorgen um die Inflation machen.

Passives Einkommen

Viele Unternehmen schütten einen mehr oder weniger großen Teil ihres Jahresgewinns als Dividende an ihre Aktionäre aus. Diese Gewinnausschüttungen stellen ein attraktives passives Einkommen dar, mit dem Du Dein aktives Arbeitseinkommen ergänzen kannst.

Vor allem für Anleger, die über größere Vermögenssummen verfügen, können diese Dividenden eine sehr interessante Größenordnung annehmen. Wenn Du über Jahrzehnte ein größeres Aktiendepot „ansparst“, können Dividenden dazu beitragen, Dir in der Rente ein sehr hohes Zusatzeinkommen zu bescheren.

Hohe Liquidität

Aktien sind sehr liquide Wertpapiere. Das heißt, dass Du sie jederzeit und in nahezu jeder Größenordnung kaufen und verkaufen kannst. Beim Handel von Aktien gibt es praktisch keine Beschränkungen.

Das ist besonders wichtig, wenn Du kurzfristig Geld benötigst. In diesem Fall kannst Du umgehend einen Teil Deiner Aktien an der Börse verkaufen und so zu Geld machen.

Sollte man Einzelaktien oder Fonds kaufen?

Diese Frage treibt vor allem Börsenneulinge um, die zum ersten Mal Aktien kaufen wollen. Eine konkrete bzw. richtige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Die Antwort ist von einer Reihe von persönlichen Faktoren abhängig, wie beispielsweise Deinem Zeitbudget, Deinem Börsenwissen und Deiner Risikoneigung.

Das spricht für und gegen Einzelaktien

Der Hauptgrund, Einzelaktien zu kaufen, ist die sogenannte Jagd nach einer Überrendite. Wenn Du in einzelnen Aktien anstelle eines Aktienfonds investierst, versuchst Du, durch eine gezielte Aktienauswahl (auch „stock picking“ genannt), den Markt zu schlagen. Durch eine geschickte Auswahl der richtigen Aktien kann es Dir durchaus gelingen, eine deutlich über dem Marktdurchschnitt liegende Rendite zu erzielen — wenngleich es statistisch gesehen eher unrealistisch ist.

Ein weiterer Faktor, der für den Kauf von Einzelaktien spricht, sind die geringen Kosten. Für die Verwaltung eines Fonds bezahlst Du in der Regel eine Management-Gebühr. Diese kann vor allem bei aktiv verwalteten Investmentfonds über 2% der Anlagesumme betragen. Dieses Geld sparst Du, wenn Du Dich selbst um Deine Aktienanlage kümmerst.

Und auch der emotionale Faktor spricht dafür, Einzelaktien zu kaufen. Vielen Anlegern macht es schlichtweg mehr Spaß, Aktien selbst zu analysieren, auszuwählen und den Erfolg ihrer eigenen Investments zu genießen.

Dieser Punkt spricht aber gleichzeitig auch gegen den Kauf von Einzelaktien. Die Analyse und Auswahl erfolgsversprechender Aktien kostet viel Zeit und erfordert ein gewisses Börsengrundlagenwissen. Falls Du keine Zeit hast, Finanzdaten zu lesen, Geschäftsmodelle zu analysieren und Nachrichten zu verfolgen, solltest Du besser die Finger von Einzelaktien lassen.

Eine weitere Gefahr bei Investments in Einzelaktien ist das Klumpenrisiko. Die Kurse vieler Aktien korrelieren stark miteinander. Das bedeutet, dass sie sich meist ähnlich stark nach oben oder unten bewegen. Viele Anleger lassen diese Korrelation von Aktienkursen außer Acht und gehen damit das Risiko ein, dass ihr gesamtes Depot zeitgleich an Wert verliert.

Nicht zuletzt ist auch die Emotionalität oftmals ein Faktor, der gegen den Kauf von Einzelaktien spricht. Nicht wenige Anleger beurteilen Aktien nicht nach rationalen Maßstäben, sondern lassen sich beim Kauf und Verkauf von Emotionen treiben, was oftmals falsche Entscheidungen zur Folge hat.

Das spricht für und gegen Aktienfonds

Aktienfonds lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: Exchange-traded Funds (ETFs) und Investmentfonds. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen liegt in der Zusammensetzung und der Verwaltung der Fonds. Während ETFs nur passiv einen bestimmten Aktienindex (wie beispielsweise den DAX) nachbilden, werden Investmentfonds aktiv von einem Fondsmanagement verwaltet, das die im Fonds enthaltenen Aktien selbst auswählt.

Beide Ansätze haben ihr Vor- und Nachteile. Der Hauptvorteil von ETFs sind ihre niedrigen Kosten. Da sie kein Fondsmanagement benötigen, sind die laufenden Verwaltungsgebühren deutlich geringer als bei Investmentfonds. Der Hauptnachteil eines ETFs ist die Tatsache, dass Du durch das passive Nachbildung eines Aktienindex keine Überrendite erzielen kannst.

Bei Investmentfonds sind Vor- und Nachteile genau andersrum gelagert. Durch die aktive Aktienauswahl des Fondsmanagements hast Du die Möglichkeit, eine über dem Marktschnitt liegende Rendite zu erwirtschaften. Diese Chance erkaufst Du Dir aber mit höheren Gebühren, die Deine Rendite schmälern.

Sowohl ETFs als auch Investmentfonds haben gegenüber Einzelaktien den großen Vorteil, dass Du mit ihnen auf einen Schlag in Dutzende verschiedene Aktien investieren kannst. Bei einem Investment in einen DAX-Fonds kaufst Du beispielsweise (indirekt) Anteile an den 40 größten deutschen Aktiengesellschaften. Mit einem Investment in einen S&P 500-ETF investierst Du sogar auf einmal in die 500 wichtigsten US-Aktien. Auch Investmentfonds halten in der Regel über 20 Einzelaktien.

Mit ETFs und Investmentfonds streust Du demnach Dein Risiko über eine große Zahl von Aktien. Zudem ist die Auswahl eines Fonds mit einem viel geringeren Zeitaufwand verbunden als der Kauf von Einzelaktien.

Ein weiteres Argument, Aktien über Fonds zu kaufen, ist, dass Du damit Deine Anlageentscheidung an Profis (Investmentfonds) bzw. den Markt (ETFs) delegierst. Dadurch löst Du Dich von Deiner persönlichen Emotionalität und kannst Deine Investmententscheidungen neutral betrachten.

Welche Risiken haben Aktien?

Wie zuvor erwähnt, liefern Aktien über längere Zeiträume deutlich höhere Renditen als andere Geldanlagen. Aber Aktien zu kaufen ist kein risikoloses Geschäft. Bevor Du Geld in Aktien investierst, sollest Du die wichtigsten damit verbundenen Risiken kennen.

Das Kursrisiko

Aktienkurse schwanken von Minute zu Minute und von Tag zu Tag. Diese Kursschwankungen können vor allem bei jüngeren und kleineren Unternehmen sehr große Ausmaße annehmen. Oftmals gewinnen oder verlieren Aktien mehr als 10% an Wert an einem Tag. Selbst die Aktien von Großunternehmen können über mehrere Tage zweistellige Gewinne oder Verluste aufweisen. Diese Volatilität von Aktien führt nicht selten dazu, dass Du Buchverluste erleidest. Das heißt, auf dem Papier ist die Aktie weniger wert als zum Zeitpunkt des Kaufes. Diese Buchverluste musst Du als Aktionär aushalten können.

Das Unternehmensrisiko

Unternehmen sind hochdynamische Gebilde, die jeden Tag einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt sind. Dazu zählen unter anderem Management-, Produkt-, Rechts- und Wettbewerbsrisiken. Im schlimmsten Fall führen einzelne oder die Summe dieser Risiken zur Insolvenz eines Unternehmens. In diesem Fall werden dessen Aktien wertlos und Du erleidest einen Totalverlust Deines Investments.

Das Marktrisiko

Dieses Risiko betrifft nicht einzelne Unternehmen, sondern den gesamten Markt. Viele Ereignisse haben eine so große Tragweite, dass sie die Aktien fast aller Unternehmen betreffen. Dazu zählen beispielsweise Kriege, Handelskonflikte, Finanzkrisen oder Pandemie. In diesen Fällen fallen meist die Kurse aller Aktien gleichzeitig.

Das Inflations- und Zinsrisiko

Die Inflation und folglich die Leitzinsen der wichtigsten Währungsräume haben sehr große Auswirkungen auf den Kursverlauf von Aktien. Bei steigenden Zinsen verlieren Aktien in der Regel an Attraktivität gegenüber anderen Anlageformen. Sie verteuern nicht nur die Finanzierung von Unternehmen, sondern machen auch Anleihen und Festgeldkonten vergleichsweise attraktiver.

Das Währungsrisiko

Wenn Du Dein Geld in Aktien anlegst, die nicht in Euro notieren, gehst Du zusätzlich zum Kursrisiko der Aktie ein Währungsrisiko ein. Kaufst Du beispielsweise eine US-amerikanische Aktie und der US-Dollar verliert gegenüber dem Euro an Wert, verringert sich auch der Wert Deiner Aktie, selbst wenn es gar keinen Kursverlust gab.

Das Klumpenrisiko

Viele Anleger machen den Fehler, ihr Geld in zu wenige Aktien zu investieren. Dadurch gehen sie ein sogenanntes Klumpenrisiko ein. Diese Kurse vieler Aktien sind stark miteinander korreliert und bewegen sich demnach in die gleiche Richtung. Das kann bei fallenden Kursen dazu führen, dass das gesamte Portfolio an Wert verliert.

Das Emotionalitätsrisiko

Der Handel mit Aktien ist wissenschaftlich erwiesen mit sehr starken Emotionen verbunden. Vor allem unerfahrene Anleger schaffen es oft nicht, sich von ihren Emotionen zu lösen und treffen deshalb falsche Investitionsentscheidungen. Dazu zählen beispielsweise der panische Verkauf bei fallenden Kursen, die wachsende Gier bei steigenden Kursen oder das „Hinterherrennen“ von Hype-Aktien.

Ist eine Einmalanlage oder ein Sparplan sinnvoller?

Wenn Du Geld in Aktien investieren willst, bist Du mit der grundsätzlichen Frage konfrontiert, ob Du es einmalig oder regelmäßig (in Form eines Sparplans) anlegen willst. Auch bei dieser Frage gibt es kein richtig und kein falsch. Welche der beiden Optionen besser zu Dir passt, hängt vor allem von Deiner Persönlichkeit ab.

In Bezug auf die Gesamtrendite gewinnt statistisch gesehen die Einmaleinlage. Sie liefert in rund drei Viertel der Fälle eine höhere Rendite als ein Sparplan. Das liegt an der Natur der Aktienmarktes. Über die meisten Zeiträume steigen die Aktienkurse an der Börse. Das bedeutet im Umkehrschluss, je früher Du Aktien kaufst, desto besser.

Das muss aber nicht immer so sein. Vor allem in Phasen rückläufiger oder seitwärts verlaufender Kurse kann ein regelmäßiger Aktienkauf über einen Sparplan sinnvoller sein. Der Vorteil eines Sparplan ist, dass Du darüber immer die gleiche Summe in Aktien investierst. Bei sinkenden Kursen kaufst Du folglich mehr Aktien.

Zudem hat ein Sparplan einen psychologischen Vorteil gegenüber einer Einmalanlage. Wenn Du nur zu einem einzigen Zeitpunkt Aktien kaufst, gehst Du ein großes Timing-Risiko ein. Bereits am Tag danach können die Kurse sinken und Du wirst Dich über Deine Fehlentscheidung massiv ärgern.

Diesen Ärger kannst Du Dir mit einem Sparplan ersparen. Er nimmt den psychologischen Druck aus der Timing-Entscheidung.

Nicht zuletzt übt ein Sparplan auch einen disziplinierenden Effekt auf Anleger aus. Du investierst regelmäßig den gleichen Betrag in Aktien und musst Deine Investmententscheidung nicht jedes Mal aufs Neue überdenken.

Expertenempfehlungen zum Kauf von Aktien: Diese 10 Tipps solltest Du berücksichtigen!

  1. Investiere nur Geld, das du übrig hast! Kaufe niemals Aktien mit Geld, das Du für Deine laufenden Ausgaben benötigst. Zudem solltest Du immer einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben haben.
  2. Denke langfristig! Der Kauf von Aktien ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aktienkurse können kurzfristig sehr stark schwanken, steigen aber langfristig immer.
  3. Lege nicht alle Eier in einen Korb! Setze am Aktienmarkt niemals alles auf eine Karte. Ein gutes Aktiendepot besteht idealerweise aus mindestens zehn Aktien aus unterschiedlichen Ländern und Branchen, um Klumpenrisiken zu vermeiden.
  4. Kauf nur, was Du verstehst! Investiere Dein Geld nur in die Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodelle Du verstehst. Fehlendes Knowhow am Aktienmarkt kann Dich sehr viel Geld kosten.
  5. Versuche nicht schlauer zu sein, als der Markt! Niemand weiß, wie sich die Kurse einzelner Aktien morgen und übermorgen entwickeln. Nur sehr wenige Anleger und Fondsmanager schaffen es, langfristig Überrenditen gegenüber dem Markt zu erzielen.
  6. Nutze den Zinseszinseffekt! Reinvestiere eine Großteil Deiner Dividenden. In dem Du mit den ausgeschütteten Gewinnen neue Aktien kaufst, startest Du einen Schnellballeffekt, der Dich langfristig deutlich vermögender macht.
  7. Achte auf niedrige Gebühren! Viele Fonds, insbesondere Investmentfonds zu bestimmten Themen, verlangen hohe Verwaltungsgebühren. Diese Kosten sind Rendite-Killer, die Deinen Börsenerfolg signifikant schmälern können.
  8. Berücksichtige die Bewertung! Ein erfolgreiches Unternehmen muss nicht zwangsläufig ein gutes Investment sein, wenn die Aktien zu teuer sind. Prüfe vor dem Kauf von Aktien deshalb immer deren Bewertung.
  9. Bleibe auf dem Laufenden! Kaum etwas auf der Welt dreht sich so schnell wie das Börsenkarussell. Vor allem wenn Du in Einzelaktien investierst, solltest Du die aktuelle Nachrichtenlage über Unternehmen und Märkte kennen.
  10. Lass Dich nicht von Emotionen leiten! Bauchentscheidungen können an der Börse zu kostspieligen Fehlern führen. Versuche immer, möglichst rationale Investmententscheidungen zu treffen.