Pharma-Aktien gehören seit jeher zu den Lieblingsinvestments von Millionen von Anlegern. Sie bieten eine attraktive Kombination aus etablierten und soliden Geschäftsmodellen, die hohe Gewinne und Cashflows erzeugen, mit interessanten Zukunftsperspektiven. In kaum einer anderen Branche geht der technologische Fortschritt mit so hohem Tempo vonstatten wie in der Pharmaindustrie. Aber das Investieren in Pharma-Aktien ist alles andere als trivial. Bei diesen Aktien gilt es nicht nur, Finanzdaten zu berücksichtigen, sondern auch den Patentschutz bestehender Medikamente und die Pipeline zukünftiger Wirkstoffe. Das macht Investments in Pharma-Aktien zu einer recht komplexen Angelegenheit. Dieser Ratgeber hilft Dir dabei, Dich in der Welt der Pharmaindustrie zurecht zu finden. Er erklärt Dir, welche Faktoren das Wachstum der Branche antreiben, wie Du in Pharma-Aktien investieren kannst und was Du dabei beachten solltest. Zudem stellt er Dir die zehn wichtigsten Pharma-Aktien vor.
☝️ Das Wichtigste in Kürze!
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Die Pharmaindustrie unterscheidet sich von der Biotech-Branche durch die industriell reproduzierbare Herstellung von Wirkstoffen auf Basis der chemischen Synthese.
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Pharmaunternehmen sind in der Regel durch hohe, gut planbare Umsätze und Cashflows gekennzeichnet.
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Das Wachstum der Pharmabranche von zahlreichen Faktoren aus den Bereichen Demografie, Technologie, Wirtschaft und Lifestyle angetrieben.
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Die Pharmaindustrie weist ein sehr kontinuierliches jährliches Wachstum von rund 6% auf.
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Neben Einzelinvestments kannst Du auch über ETFs, Investmentfonds und Zertifikate in Pharma-Aktien investieren.
- Die zehn größten Pharmaunternehmen der Welt stammen allesamt aus den USA und aus Europa.
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Bei Investments in Pharma-Aktien musst Du auch die Abhängigkeit von Blockbuster-Medikamenten, den Patentschutz und die Wirkstoff-Pipeline bewerten.
| Aktie | Market Cap. in Milliarden US$ (Stand Februar 2026) |
ISIN |
| Eli Lilly | 1000 | US5324571083 |
| 600 | US4781601046 | |
| 400 | US00287Y1091 | |
| 375 | CH0012032048 | |
| 340 | CH0012005267 | |
| 310 | GB0009895292 | |
| 300 | US58933Y1055 | |
| 200 | US0028241000 | |
| 160 | DK0062498333 | |
| 160 | US7170811035 |
Die zehn wichtigsten Pharma-Aktien im Kurzporträt
Eli Lilly
Mit einem Börsenwert von fast 1 Billion US$ ist Eli Lilly der mit großem Abstand wertvollste Pharmakonzern der Welt. Das 1876 gegründete US-Traditionsunternehmen aus Indianapolis hat sich in den letzten Jahren durch eine aggressive Innovationsstrategie zum unangefochtenen Marktführer im Bereich der Stoffwechselmedizin entwickelt.
Der Erfolg der Eli Lilly-Aktie beruht im Wesentlichen auf dem Wirkstoff Tirzepatid, der unter den Markennamen Mounjaro und Zepbound zur Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit eingesetzt wird. Vor allem im Bereich der Adipositas-Therapie hat sich Eli Lilly zuletzt als Marktführer etabliert. 2026 wird der US-Pharmakonzern auch eine Abnehmpille unter dem Namen Orforglipron auf den Markt bringen.
Neben den Kerngeschäftsfeldern Diabetes und Adipositas ist Eli Lilly aber auch stark auf dem Feld der Onkologie und Immunologie vertreten. Durch Zukäufe und Kooperationen hat der Pharmakonzern seine Präsenz bei Krebs- und Autoimmuntherapien deutlich ausgeweitet.
Ein weiteres Standbein von Eli Lilly ist die Behandlung von Alzheimer. Durch das neuartige Medikament Kisunla (Wirkstoff Donanemab) ist das Unternehmen in kurzer Zeit zum Marktführer bei Therapien gegen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn aufgestiegen.
Johnson & Johnson
Mit einem Börsenwert von knapp 600 Milliarden US$ ist Johnson & Johnson der zweitwertvollste Pharmakonzern der Welt. Gegründet im Jahr 1886 zählt der in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Konzern ebenfalls zu den Traditionsunternehmen der Vereinigten Staaten.
Über Jahrzehnte war Johnson & Johnson ein Mischkonzern mit einer Pharma-/Gesundheitssparte und einer Konsumgütersparte. Letztere wurde 2023 als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht, sodass J & J heute ein fokussiertes Pharma- und Gesundheitsunternehmen ist. Im Unterschied zum reinen Pharmakonzern Eli Lilly besitzt Johnson & Johnson aber nicht nur eine Pharmasparte, die rund zwei Drittel des Umsatzes ausmacht, sondern auch eine Medizintechniksparte, die etwa ein Drittel der Erlöse einbringt.
Im Pharmabereich konzentriert sich Johnson & Johnson auf die Entwicklung komplexer Biopharmazeutika in den Bereichen Onkologie, Immunologie und Neurowissenschaften. Die wichtigsten Medikament des Konzerns sind Darzalex (Daratumumab) gegen Blutkrebs, Tremfya (Guselkumab) gegen Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis, Ereleada (Apalutamid) gegen Prostatakrebs, Stelara (Ustekinumab) gegen Morbus Crohn und Carvykti (Ciltacabtagene Autoleucel) gegen Multiples Myelom.
Abbvie
Abbvie kommt aktuell auf einen Börsenwert von knapp 400 Milliarden US$ ist damit die Nummer 3 in der Rangliste der wertvollsten Pharma-Aktien der Welt. Der in Chicago ansässige Konzern entstand 2013 als Abspaltung des Pharmakonzerns Abbott Laboratories.
Abbvie fokussiert sich auf die vier Fachrichtungen Immunologie, Neurologie, Onkologie und Ästhetik. Die beiden Blockbuster-Medikamente des Pharma-Konzerns sind Skyrizi (Risankizumab) gegen Schuppenflechte, Psoriasis-Arthritis und Morbus Crohn sowie Rinvoq (Upadacitinib) gegen Rheumatoide Arthritis, Neurodermitis und Colitis ulcerosa. Stark ist Abbvie auch bei Botox (Botulinumtoxin) zur ästhetischen Behandlung von Falten als auch zur medizinischen Behandlung von Migräne und Spastiken positioniert.
Im Bereich der Neurowissenschaften besitzt Abbvie zwei dynamisch wachsende Medikamente. Vraylar (Cariprazin) ist ein führendes Medikament gegen bipolare Störungen und Depressionen und Vyalev (Foslevodopa/Foscarbidopa) zur kontinuierlichen Behandlung von fortgeschrittenem Parkinson. Darüber hinaus vertreibt der Pharmakonzern mit Ubrelvy und Qulipta führende Medikamente in der modernen Migränetherapie.
In der Onkologie haben sich die Medikamente Venclexta zur Behandlung von Blutkrebs und Elahere zur Behandlung von Eierstockkrebs zu tragenden Säulen des Abbvie-Portfolios entwickelt.
Roche
Ein Börsenwert von rund 375 Milliarden US$ macht Roche zum wertvollsten europäischen Pharmakonzern. Das 1896 gegründete Schweizer Unternehmen ist auf die vier Fachgebiete Augenkrankheiten, Neurologie, Onkologie und Virologie spezialisiert.
Neben dem Kerngeschäft Pharma, das rund drei Viertel des Konzernumsatzes ausmacht, stellt Roche auch Reagenzien und Geräte für medizinische Untersuchungen her (Diagnostika). Der Schweizer Konzern ist Weltmarktführer in der In-vitro-Diagnostik.
Der wichtigste Blockbuster aus dem Hause Roche ist Ocrevus (Ocrelizumab) zur Behandlung von schubförmiger und primär progredienter Multipler Sklerose. Weitere umsatzstarke Medikamente sind Vabysmo (Faricimab) zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration und des diabetischen Makulaödems sowie Hemlibra (Emicizumab) zur Therapie von Hämophilie A (Bluterkrankheit).
Auch in der Onkologie spielt Roche mit zwei Wirkstoffen eine wichtige Rolle. Dies sind Phesgo zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs und die Immuntherapie Tecentriq, die bei verschiedenen Krebsarten wie Lungen- und Leberkrebs eingesetzt wird.
Nicht zuletzt dringt Roche auch in das Segment der Adipositas-Behandlung vor. Durch die Übernahme von Carmot Therapeutics hat sich der Schweizer Pharmakonzern wichtige Wirkstoffe eingekauft. Erste Studiendaten in diesem Bereich fielen sehr vielversprechend aus.
Novartis
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 340 Milliarden US$ schafft es mit Novartis eine zweite Schweizer Pharma-Aktie in die Top5 der wertvollsten Pharmakonzerne der Welt. Novartis entstand 1996 als der Fusion der beiden Schweizer Pharma- und Chemiekonzerne Ciba-Geigy und Sandoz.
Die Herstellung von Generika wurde 2023 unter dem einstigen Namen Sandoz in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Novartis konzentriert sich seitdem auf die Entwicklung von Therapien in den vier Kernbereichen Herz-Kreislauf/Nieren/Stoffwechsel, Immunologie, Neurowissenschaften und Onkologie.
Die wichtigsten Wachstumstreiber von Novartis sind gegenwärtig Kisqali (Ribociclib) zur Behandlung von Blutkrebs, Kesimpta (Ofatumumab) zur Therapie von Multipler Sklerose und Pluvicto (Lutetium-177) zur Behandlung von Prostatakrebs.
Weitere Blockbuster im Portfolio von Novartis sind das Immunologie-Medikament Cosentyx (Secukinumab) gegen Schuppenflechte und Arthritis sowie Entresto zur Behandlung von Herzinsuffizienz.
Als große Hoffnungsträger des Schweizer Pharmariese zählen zudem die Cholesterin-Spritze Leqvio (Inclisiran) und Scemblix zur Behandlung von Leukämie. Durch die Übernahme von Avidity Biosciences Anfang 2026 hat sich Novartis im Bereich der RNA-Therapie verstärkt. Avidity ist ein Pionier bei sogenannten Antikörper-Oligonukleotid-Konjugaten, die es ermöglichen, Medikamente direkt in die Skelett- und Herzmuskulatur zu schleusen.
AstraZeneca
AstraZeneca ist ein britisch-schwedischer Pharmakonzern, der 1999 aus der Fusion der schwedischen Astra AB mit der britischen Zeneca PLC entstand. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich im englischen Cambridge. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 310 Milliarden US$ ist AstraZeneca die Nummer 3 unter den europäischen und die Nummer 6 unter den globalen Pharmakonzernen. AstraZeneca ist in den drei Kerngeschäftsfeldern Onkologie, CVRM (Herz, Kreislauf, Nieren & Stoffwechsel) und Seltene Krankheiten tätig.
Die Onkologie ist mit den beiden Blockbustern Tagrisso (Osimertinib) und Imfinzi (Durvalumab) der wichtigste Geschäftsbereich des Pharmakonzerns. Tagrisso wird zur Behandlung von EGFR-mutiertem Lungenkrebs eingesetzt. Imfinzi ist eine Immuntherapie bei Lungen-, Blasen- und Magenkrebs. Ergänzt wird das Blockbuster-Portfolio in der Onkologie durch Enhertu (Trastuzumab-Deruxtecan), das bei HER2-positivem Brust- und Magenkrebs zum Einsatz kommt.
Im Segment CVRM sind Farxiga (Dapagliflozin) zur Therapie von Diabetes Typ 2, Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung sowie Wainua (Eplontersen) gegen die seltene Herzkrankheit ATTR-Amyloidose die wichtigsten Medikamente. Im Bereich Seltene Erkrankungen hat sich AstraZeneca durch die Übernahme von Alexion zu einem führenden Anbieter entwickelt. Wichtigstes Medikament ist Ultomiris zur Behandlung seltener Blut- und Immunkrankheiten.
Das aktuelle Highlight in der Pipeline von AstraZeneca ist zweifellos Elecoglipron, eine orale Abnehmpille zur Behandlung von Fettleibigkeit. Auch der britisch-schwedische Pharmakonzern will sich zu einem führenden Anbieter in der Therapie von Adipositas entwickeln.
Merck & Co.
Merck & Co. war ursprünglich eine Tochter des gleichnamigen deutschen Pharmaunternehmens Merck KGaA, wurde jedoch 1917 zu einem eigenständigen US-Unternehmen. Außerhalb der USA tritt Merck & Co. übrigens unter dem Namen Merck Sharp & Dohme (MSD) auf. Mit einem Börsenwert von knapp 300 Milliarden US$ liegt Merck & Co. auf dem siebten Platz der wertvollsten Pharma-Aktien der Welt. Seinen Hauptsitz hat der Konzern in Kenilworth im US-Bundesstaat New Jersey.
Das Flaggschiff-Medikament von Merck & Co. ist das Krebsmittel Keytruda, das zur Behandlung von über 30 Krebsarten, darunter Brust-, Lungen- und Nierenkrebs eingesetzt wird. Keytruda macht nicht nur gut die Hälfte des Gesamtumsatzes von Merck aus, es ist gegenwärtig auch das meistverkaufte Medikament der Welt.
Weitere Blockbuster von Merck & Co. sind der HPV-Impfstoff Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs und Winrevair zur Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie (Lungenhochdruck).
Ein weitere bedeutender Geschäftszweig von Merck & Co. ist die Tiergesundheit, die rund 10% zum Gesamtumsatz des US-Pharmakonzerns beisteuert. Das Portfolio ist breit gefächert und deckt sowohl Heimtiere (Hunde, Katzen) als auch Nutztiere (Rinder, Schweine, Geflügel, Aquakultur) ab.
Um seine Abhängigkeit vom Krebsmittel Keytruda zu verringern, investiert Merck & Co. seit geraumer Zeit aggressiv in Zukäufe. Zuletzt erwarb der Pharmakonzern das Unternehmen Ciara Therapeutics. Ciara ist ein führendes Unternehmen in der Entwicklung von sogenannten Drug-Fc-Konjugaten (DFCs).
Abbott Laboratories
Gegründet im Jahr 1888 gehört Abbott Laboratories mit Sitz in Abbott Park im US-Bundesstaat Illinois ebenfalls zu den ältesten Pharmakonzernen der USA. Mit einem Börsenwert von knapp 200 Milliarden US$ ist Abbott das achtwertvollste Pharmaunternehmen der Welt.
Abbott Laboratories ist heute in vier Geschäftsbereichen tätig. Mit rund 45% des Umsatzes ist die Medizintechnik der wichtigste Teilbereich. Flaggschiffprodukt sind der FreeStyle Libre-Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung.
Zweiter Geschäftsbereich von Abbott ist die Diagnostik. Der US-Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Laborgeräten und Schnelltests. Durch die Akquisition von Exakt Sciences wird Abbott zudem zum Marktführer in der Krebsdiagnostik aufsteigen.
Dritter Bereich ist die Herstellung von Generika. Einen Großteil seines Pharmaportfolios hat Abbott Laboratories 2013 an den nun eigenständig agierenden Abbvie-Konzern abgespalten.
Und nicht zuletzt ist Abbott Laboratories auch in der Ernährung aktiv. Der Konzern stellt Spezialnahrung für Säuglinge und Erwachsene her.
Novo Nordisk
Das 1923 gegründete Unternehmen Novo Nordisk mit Sitz in Bagsværd in Dänemark war in den letzten Jahren einer der weltweit erfolgreichsten Pharmakonzerne und hat sich zwischenzeitlich sogar zum wertvollsten Konzern Europas entwickelt. Der dänische Pharmariese ist auf die Behandlung chronischer Erkrankungen spezialisiert — insbesondere Diabetes und Adipositas.
Bei Diabetes ist Novo Nordisk mit einem globalen Marktanteil von ca. 35% der unangefochtene Weltmarktführer. Bei Insulinprodukten kontrolliert der dänische Konzern sogar fast die Hälfte des Marktes.
Zum großen Wachstumstreiber hat sich in den letzten Jahren der Diabetes-Wirkstoff Semaglutid entwickelt, der sehr erfolgreich in der Therapie von Fettleibigkeit eingesetzt werden kann. Mit seinem Abnehmmittel Wegovy, das inzwischen nicht nur als Spritze, sondern auch als Pille erhältlich ist, war Novo Nordisk der technologische Pionier auf diesem neuen Markt. Jüngster Hoffnungsträger in der Adipositas-Therapie ist der Wirkstoff CagriSema, der ebenfalls vielversprechende Studienresultate zeigte.
Neben der Behandlung von Adipositas und Diabetes stellte Novo Nordisk auch Wirkstoffe zur Therapie seltener Erkrankungen, wie zum Beispiel Hämophilie, her. Mit einem Börsenwert von ca. 160 Milliarden US$ liegt Novo Nordisk auf Platz 9 der wertvollsten Pharma-Aktien.
Pfizer
Pfizer mit Sitz in New York City ist einer der bekanntesten und ältesten Pharmakonzerne der USA. Das Unternehmen besteht bereits seit 1849 und ist mit einem Börsenwert von knapp 160 Milliarden US$ das letzte Mitglied unter den Top10 der Big Pharma-Aktien.
Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der Konzern während der Covid-19-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 durch die Vermarktung einer der ersten Impfstoffe und eines Medikaments (Paxlovid) gegen das Virus.
Wie kaum ein anderer Pharmakonzern erlebte Pfizer jedoch nach dem Abflauen der Pandemie einen massiven Umsatz- und Gewinneinbruch. Das während der Corona-Pandemie verdiente Geld hat Pfizer im Wesentlichen in zwei Teilbereiche investiert: die Therapie von Krebs und Fettleibigkeit.
Durch die 2023 erfolgte Übernahme des Krebsspezialisten Season möchte sich Pfizer als weltweit führender Anbieter von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) etablieren. Bis 2030 plant der Pharmakonzern nicht weniger als acht neue Blockbuster-Krebsmedikamente auf den Markt zu bringen.
Nach Fehlschlägen bei der Eigenentwicklung einer Diätspritze hat Pfizer sich Ende 2025 das erforderliche Knowhow durch die Übernahme des US-Biotechnologieunternehmens Metsera ins Haus geholt. Metsera ist im Besitz einer vielversprechenden Wirkstoffpipeline für die Behandlung von Adipositas.
Was ist der Unterschied zwischen Biotech- und Pharma-Aktien?
Nicht selten werfen Anleger Biotech- und Pharma-Aktien in einen Topf. Ein großer Irrtum, denn Aktien aus den beiden Branchen unterscheiden sich in wesentlichen technologischen und kommerziellen Eigenschaften.
Der grundlegende Unterschied zwischen der Biotech- und der Pharmabranche liegt in der Herstellungsweise von Arzneimitteln. Pharmaunternehmen stellen Medikamente fast immer durch chemische Synthese her. Medikamente werden in Reaktoren durch das Mischen von Chemikalien hergestellt. Dieser Prozess ist wie ein Kochrezept hochgradig reproduzierbar und liefert im Ergebnis identische Kopien.
Biotech-Unternehmen nutzen hingegen Bioprozesse zur Herstellung von Wirkstoffen. Hier dienen lebende Organismen, wie Bakterien, Hefen und Zellen als „Mini-Fabriken“ zur Züchtung komplexer Eiweißstrukturen. Die Zellen werden gentechnisch so verändert, dass sie den gewünschten Wirkstoff produzieren. Typische Beispiele für Biotech-Wirkstoffe sind mRNA-Impfstoffe und Antikörper-Therapien.
Aufgrund der Stabilität der Wirkstoffe und der Einfachheit der Herstellung fokussieren sich Pharma-Unternehmen in der Regel auf Anwendungen im Massenmarkt. Biotech-Unternehmen entwickeln hingegen oftmals Spezialtherapien für eher selten auftretende Erkrankungen.
Auch in kommerzieller Hinsicht gibt es fundamentale Unterschiede zwischen Biotech- und Pharma-Unternehmen. Bei letzteren handelt es sich meist um sehr große Konzerne mit einem breiten Spektrum an Medikamenten bzw. Therapien und folglich hohen und stabilen Umsätzen. Pharma-Konzerne zählen aufgrund ihrer starken Cashflows und der meist guten Planbarkeit ihrer Geschäfte zu den solidesten und besten Dividendenaktien an der Börse.
Biotech-Unternehmen zeichnen sich hingegen oft durch jahrelange, hohe Verluste während der Forschungsphase aus. Bei vielen jungen und kleineren Unternehmen aus dieser Branche gehen Anleger zudem ein binäres Risiko ein. Das heißt, entweder liefert die Forschung einen Erfolg oder sie scheitert. Das bringt das Potenzial für explosionsartige Gewinne, aber auch vollständige Verluste mit sich.
In den letzten Jahren ist allerdings die Grenze zwischen der Pharma- und der Biotech-Branche zunehmend verschwommen. Viele Pharmakonzerne haben Biotech-Firmen gekauft und nutzen biotechnologische Verfahren, um sich technologisch und kommerziell zu diversifizieren bzw. weiterzuentwickeln.
Wie entwickelt sich die Pharmaindustrie?
Die globale Pharmabranche gehört zu den langfristig am kontinuierlichsten und gleichmäßigsten wachsenden Industrien der Welt. Das jährliche Wachstum der Branche liegt kontinuierlich bei rund 6%.
Auch für die kommenden Jahre prognostizieren Marktforschungsinstitute eine Fortsetzung des Wachstums in dieser Größenordnung. Ausgehend von einem Marktvolumen von knapp 1,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 wird in den kommenden Jahren demnach ein Wachstum auf über 3,0 Billionen US-Dollar erwartet.
Was treibt das Wachstum der Pharmaindustrie?
Wie kaum eine andere Industrie wird das Wachstum der Pharmabranche von zahlreichen Faktoren aus den Bereichen Demografie, Technologie, Wirtschaft und Lifestyle angetrieben.
Demografie
Haupttreiber der Pharmaindustrie ist die demographische Entwicklung der Weltbevölkerung. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Zahl der Erdenbürger von rund 4 auf knapp über 8 Milliarden verdoppelt. Zwar hat sich das Bevölkerungswachstum in den letzten zehn Jahren deutlich abgeflacht. Trotzdem gehen Prognosen im Schnitt von einem weiteren globalen Bevölkerungswachstum auf rund 10 Milliarden Menschen im Jahr 2060 aus.
Neben der schieren Zunahme der Weltbevölkerung treibt auch die zunehmende Alterung der Menschen die Pharmabranche an. Zum einen ist die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit in den letzten 50 Jahren von ca. 60 auf knapp 80 Jahre angestiegen.
Zum anderen hat sich die Zahl älterer Menschen in vielen Weltregionen drastisch erhöht. In Europa und Nordamerika liegt der Anteil der Personen über 65 inzwischen bei mehr als 20%. Auch in anderen Weltregionen, die derzeit noch eine jüngere Bevölkerungsstruktur aufweisen, wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der Anteil der Über-65-jährigen deutlich zunehmen.
Diese drei demographischen Entwicklungen (Bevölkerungswachstum, Lebenserwartung und Alterung) führen zu einem deutlich erhöhten Bedarf an Medikamenten. Ältere Menschen sind schließlich über einen längeren Zeitraum auf Behandlungen angewiesen.
Die Alterung der Bevölkerung bringt aber auch eine Zunahme von chronischen Erkrankungen mit sich. Die Rate von Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen steigt mit zunehmendem Alter deutlich an.
Lifestyle
Nicht nur die Alterung der Bevölkerung, sondern auch die globale Veränderung des Lebensstils fördert die Zunahme von chronischen und sogenannten „Lifestyle“-Erkrankungen. Vor allem die Verschlechterung der Ernährungsgewohnheiten in vielen Ländern hin zu industriell verarbeiteten Lebensmitteln mit hohem Zucker-, Salz- und Fettgehalt führt zu einer stärkeren Verbreitung von Diabetes, Fettleibigkeit und Autoimmunerkrankungen.
Vor allem die Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Wachstumsmärkte in der Pharmabranche entwickelt. Neue Spritzen und Pillen zur Gewichtssenkung sind in kurzer Zeit zu Blockbuster-Medikemanten geworden.
Innovation
Die Pharmabranche gehört seit vielen Jahrzehnten zu den innovativsten aller Industriesektoren. In den letzten Jahren hat die Branche eine Phase beispielloser technologischer Sprünge erlebt.
Revolutionäre Gen- und Zelltherapien verbreiten sich rasant und versprechen die Heilung von genetisch bedingten Erkrankungen, für die es bislang keine Behandlungsmöglichkeiten gab. Neue Wirkstoffe wie Semaglutid und Tirzepatid ermöglichen nicht nur eine effektive Behandlung von Adipositas (Fettleibigkeit), sondern werden auch zur Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Schafapnoe eingesetzt. Antikörper-Wirkstoff-Konjungate geben der Onkologie erheblich effektivere und nebenwirkungsfreiere Behandlungsmöglichkeiten. Und fortgeschrittene Genom-Analysen stellen die Basis für eine personalisierte Präzisionsmedizin mit patientenindividuellen Therapien dar.
Über all dem schwebt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Pharmaindustrie. Durch KI-Tools können Forscher inzwischen die Struktur von Proteinen innerhalb von Sekunden vorhersagen. Das verkürzt die Zeit für die Identifizierung neuer Wirkstoffkandidaten von Jahren auf Monate. Zudem verringert Künstliche Intelligenz die Zeit für die Durchführung präklinischen Tests massiv.
Wirtschaft
Die Weltwirtschaft befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Vor allem in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie Indien, Indonesien und Nigeria steigen die Einkommen kontinuierlich. In vielen dieser Länder hat sich über die Jahre eine sehr breite Mittelschicht gebildet.
Dieses Wachstum stellt die Grundlage für ein verbessertes staatliches und privates Gesundheitswesen dar. Die Zahl der Menschen in Schwellenländern, die Zugang zu den gleichen oder ähnlichen Medikamenten wie Patienten in Industriestaaten haben, erhöht sich Jahr für Jahr.
Wie kann man in Pharma-Aktien investieren?
In kaum einer anderen Branche hast Du eine so große Auswahl an börsennotierten Unternehmen wie im Bereich Pharma und Biotechnologie. Schätzungen zufolge gibt es derzeit rund 5.000 Unternehmen, die in diesen beiden Branchen tätig sind. Eine genaue Abgrenzung von Pharma-Aktien ist kaum möglich, da wie zuvor erwähnt, die Grenzen zwischen der Pharma- und der Biotech-Branche stark verschwommen sind.
Alternativ zu direkten Investments in Einzelaktien kannst Du Dein Kapital über ETFs und Investmentfonds auch über mehrere Unternehmen aus dem Pharmasektor streuen. Derzeit sind in Deutschland rund 15 Exchange-traded Funds mit einem Investitionsfokus auf die Pharma- bzw. Gesundheitsbranche zugelassen. Mit einem Fondsvolumen von fast 3 Milliarden € ist der Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF der mit Abstand größte Pharma-ETF auf dem Markt. Mit dem Amundi MSCI World Health Care UCITS ETF EUR Acc, dem SPDR MSCI World Health Care UCITS ETF und dem iShares MSCI World Health Care Sector Advanced UCITS ETF USD (Dist) gibt es noch drei weitere Pharma-ETFs, die ein signifikantes Fondsvolumen von über 500 Millionen € aufweisen.
Ein noch wesentlich breites Angebot im Pharmasektor erwartet Dich bei Investmentfonds. Derzeit gibt es über 60 Investmentfonds, die das Geld ihrer Anleger in die Pharmabranche bzw. das Gesundheitswesen investieren. Die drei größten Pharma-Investmentfonds sind der Fidelity Health Care Portfolio, der JPMorgan Global Healthcare Fund und der Janus Henderson Life Science Fund, die alle ein Fondsvolumen von über 3,5 Milliarden € aufweisen.
Neben ETFs und Investmentfonds hast Du auch die Möglichkeit, Dein Kapital über Zertifikate in die Pharmabranche zu investieren. Zertifikate bilden einen Index 1:1 ab und eignen sich deshalb hervorragend dafür, auf die Wertentwicklung einer bestimmten Gruppe von Pharmaunternehmen zu setzen. So kannst Du beispielsweise über Zertifikate auf den STOXX Europe 600 Health Care Geld in die größten europäischen Pharmatitel investieren. Mit einem DAX Pharma Zertifikat setzt Du gezielt auf die deutschen Schwergewichte der Pharmaindustrie.
Zusätzlich zu diesen Index-Zertifikaten bieten Dir viele Banken auch Themen-/Basket-Zertifikate an, mit denen Du gezielt in bestimmte Pharma-Subbranchen investieren kannst. So gibt es heutzutage beispielsweise Zertifikate für Adipositas- oder Onkologie-Baskets.
Tipps und Tricks für Investments in Pharma-Aktien
Ein Investment in Pharma-Aktien mag auf den ersten Blick sehr einfach erscheinen. Auf den zweiten Blick zeigt die Pharmabranche jedoch einige Charakteristiken, die in dieser Form kaum in anderen Industrien zu finden sind. Beim Investieren in Pharma-Aktien ist deshalb Vorsicht geboten. Die folgenden fünf Tipps und Tricks helfen Dir dabei, auf der Gewinnerseite zu landen.
Abhängigkeiten von Blockbustern prüfen
Obwohl die großen Pharmakonzerne zweistellige Milliardenumsätze machen, weisen sie nicht selten eine hohe Umsatzkonzentration bei einem Medikament bzw. Wirkstoff auf. Das machen die Beispiele von Merck, Novo Nordisk und Pfizer deutlich. Wenn dieses Blockbuster-Medikament plötzlich neuen Wettbewerb bekommt, kann das massive Umsatz- und Gewinneinbrüche zur Folge haben, die sich wiederum auf den Aktienkurs auswirken. Vor einem Investment in eine Pharma-Aktie solltest Du deshalb auf die Streuung der Umsätze über mehrere Fachbereiche und Medikamente achten.
Die Patente bewerten
Die entscheidende Besonderheit der Pharmaindustrie im Unterschied zu anderen Branchen ist die Bedeutung von Patenten. Pharmaunternehmen entwickeln über Jahre unter hohen Kosten neue Medikamente, für die sie nach der Zulassung einige Zeit lang einen Patentschutz erhalten. In diesem Zeitraum erwirtschaften die Unternehmen ihre Entwicklungskosten und machen ihre Gewinne. Nach dem Ablauf des Patentschutzes (die sogenannte „Patentklippe“) dürfen andere Unternehmen die Wirkstoffe nachahmen. Das führt zu einem drastischen Preisverfall. Vor einem Investment in eine Pharma-Aktie solltest Du deshalb immer prüfen, in welcher Phase sich die Patente des Unternehmens befinden. Wenn viele wichtige Umsatz- und Gewinnbringer vor der Patentklippe stehen, können sich die Finanzdaten des Unternehmens in den Folgejahren erheblich verschlechtern.
Die Pipeline bewerten
Neben den bereits zugelassenen Medikamenten musst Du bei einer Pharma-Aktie unbedingt auch die sogenannte „Pipeline“, also die Wirkstoffe/Medikamente in der Forschungs- und Entwicklungsphase berücksichtigen. Sie werden in verschiedenen Studienphasen getestet. Von einer Phase-1-Studie eines Wirkstoffs zu einer Zulassung eines Medikaments vergehen nicht selten mehrere Jahre. Viele Medikamente in der Studienphase 3 können ein Indikator dafür sein, dass ein Unternehmen seinen Umsatz und Gewinn in den kommenden Jahren deutlich erhöhen kann. Aber es kommt oftmals vor, dass wichtige Studien auch in der letzten Phase vor der Zulassung scheitern. Du hast keine Garantie dafür, dass aus allen Wirkstoffen in der Pipeline eines Tages zugelassene Medikamente werden.
Auf politische Entwicklungen achten
Die Pharmabranche ist eine hochpolitische Branche. Sie ist so strengen Regularien unterworfen wie kaum eine andere Industrie. Das bedeutet, dass Du politische Entwicklungen immer im Auge behalten solltest. Das gilt insbesondere für die Krankenversicherungssysteme und die Erstattung von Medikamentenkosten. Sie können über den Erfolg oder Misserfolg einzelner Medikamente entscheiden.
Die Zusammensetzung von Fonds berücksichtigen
Wie zuvor erläutert, hast Du eine große Auswahl an ETFs und Investmentsfonds für breitgestreute Investments in Pharma-Aktien. Doch die Zusammensetzung dieser Fonds ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Fonds ist die Konzentration von Big Pharma-Konzernen recht hoch. Bei anderen investierst Du konzentriert in eine bestimmte Fachrichtung, wie beispielsweise Onkologie oder Adipositas. Berücksichtige deshalb vor einem Investment in einen Fonds dessen Zusammensetzung, um keine unliebsame Überraschung zu erleben.
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