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Was ist XRP? Wie funktioniert der Coin und welche Chancen bietet er?

XRP hat sich in den letzten 14 Jahren zur fünftwichtigsten Kryptowährung der Welt entwickelt. Neben den beiden dominanten digitalen Währungen Bitcoin und Ethereum ist XRP die dritte Krypto im Bunde, die einen rechtlich geklärten Status besitzt. Das hat XRP den Weg zu institutionellen Anlegern und zur Adoption in der internationalen Bankenszene geebnet. Die Voraussetzungen stehen damit gut, dass die Kryptowährung in den kommenden Jahren ihre eigentliche Vision erfüllt: grenzüberschreitende Zahlungen schnell, effizient und nahezu kostenlos zu machen. In diesem an Börseneinsteiger gerichteten Ratgeber erfährst du alles Wissenswerte rund um XRP und lernst, wie du in diese aufstrebende Kryptowährung investieren kannst.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • XRP ist die derzeit fünftwichtigste Kryptowährung der Welt (gemessen an der Marktkapitalisierung).
  • Entwickelt und verwaltet wird XRP vom US-amerikanischen Finanztechnologieunternehmen Ripple Labs.
  • Der Hauptvorteil der XRP-Blockchain ist eine sehr schnelle und kostengünstige Transaktionsabwicklung.
  • Zielsetzung von XRP ist es, das bisherige SWIFT-System als Basis für den internationalen Zahlungsverkehr zu ersetzen.
  • Darüber hinaus wird XRP auch als Brückenwährung genutzt, um zwei Fiat-Währungen direkt zu tauschen.
  • Neben Bitcoin und Ethereum ist XRP die dritte Kryptowährung der Welt mit einem abschließend geklärten rechtlichen Status.
  • XRP kann über Kryptobörsen, Online-Broker und Peer-to-Peer-Plattformen gehandelt werden.
  • Als alternative XRP-Investments kommen Exchange-traded Products und Derivate infrage.

Was ist XRP?

XRP ist eine Kryptowährung, die speziell für den Einsatz im Finanzsektor entwickelt wurde. Hauptziel von XRP ist es, grenzüberschreitende Zahlungen in Echtzeit deutlich einfacher und kostengünstiger abzuwickeln als über klassische Systeme, wie beispielsweise das Finanztransaktionsnetzwerk SWIFT. Zudem kann XRP als Brückenwährung dienen, um zwei Fiat-Währungen direkt zu tauschen.

Was ist der Unterschied zwischen XRP und Ripple?

Sehr häufig werden die beiden Begriffe XRP und Ripple synonym verwendet. Das ist allerdings ein Irrtum, denn mit XRP wird der native Token (die Kryptowährung) des XRP-Ledgers bezeichnet, einer offenen und dezentralen Blockchain.

Ripple (offiziell Ripple Labs Inc.) bezieht sich hingegen auf das US-amerikanische Finanztechnologieunternehmen, das das Ripple-Protokoll entwickelt und verwaltet. Ripple betreibt ein aus drei Säulen bestehendes Geschäftsmodell: ein Netzwerk zur Abwicklung von Zahlungen (Ripple Payments), die Verwahrung von digitalen Vermögenswerten für Großbanken (Ripple Custody) und eine spezielle Version des XRP-Ledgers für die Ausgabe digitaler Währungen (CBDC-Plattform).

Ripple Labs hat 25 Milliarden der insgesamt bestehenden 100 Milliarden XRP einbehalten. Primäres Geschäftsziel des Technologieunternehmens ist somit die größtmögliche Verbreitung und Maximierung des Nutzens der Kryptowährung.

Wie funktioniert XRP?

XRP funktioniert grundlegend anders als die beiden weltweit dominanten Kryptowährungen Bitcoin oder Ethereum. Während Bitcoin auf „Mining“ (Proof-of-Work) und Ethereum seit 2022 auf „Staking“ (Proof-of-Stake) setzt, ist das Herzstück von XRP das XRP Ledger Consensus Protocol.

Anstatt Währungseinheiten über die Lösung komplexer Rätsel zu schaffen (wie beim Mining), basiert das XRP-Ledger auf einem Abstimmungsverfahren. Das Netzwerk besteht aus vielen Servern (Nodes), von denen einige als Validatoren fungieren.

Alle drei bis fünf Sekunden schlagen Validatoren Sätze von neuen Transaktionen vor. Damit eine Transaktion endgültig in das Ledger (das Kontobuch) aufgenommen wird, müssen mindestens 80% der vertrauenswürdigen Validatoren zustimmen. Der große Unterschied zu einem Proof-of-Work-System (wie bei Bitcoin) ist, dass es keinen Wettbewerb um den nächsten Block der Blockchain gibt, weshalb das System fast so wenig Energie verbraucht wie ein normaler E-Mail-Server.

Jeder Server im Netzwerk entscheidet selbst, welchen Validatoren er vertraut. Das Unternehmen Ripple veröffentlich zwar eine Standardliste vertrauenswürdiger Validatoren, aber jeder Nutzer kann seine eigene Liste zusammenstellen. Dies stellt sicher, dass keine zentrale Instanz das Netzwerk kontrollieren kann, solange die Validatoren organisatorisch und geografisch verteilt sind.

Eine Besonderheit der Funktionsweise der Kryptowährung XRP ist, dass die Transaktionsgebühren nicht an jemanden gezahlt (wie beispielsweise beim Mining), sondern vernichtet werden. Jede Transaktion kostet eine winzige Menge XRP (ca. 0,0002 US$), die aus dem Gesamtsystem gelöscht werden. Dadurch sinkt die Gesamtzahl der existierenden XRP über die Zeit ganz langsam, was einen deflationären Effekt auf die Kryptowährung ausübt. Seit dem Start wurden rund 12 Millionen XRP „verbrannt“.

Was sind die technologischen Vorteile von XRP?

Wie bereits einleitend erwähnt, handelt es sich beim XRP-Ledger um eine sehr schnelle Blockchain. Während die Abwicklung einer Bitcoin-Transaktion ca. 10 bis 60 Minuten in Anspruch nimmt, dauert eine XRP-Transaktion lediglich drei bis fünf Sekunden.

Über den XRP Ledger lassen sich mehr als 1.500 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Das ist eine mit dem Kreditkartenriesen VISA vergleichbare Größenordnung.

Ein weiterer Vorteil sind die sehr geringen Transaktionskosten der XRP-Blockchain. Die Transaktionsgebühren liegen nur bei ca. 0,0002 US$ und damit deutlich unter den Kosten anderer Blockchains.

Zudem wurde das Angebot von XRP bei der Erschaffung der Kryptowährung auf 100 Milliarden Einheiten beschränkt (ähnlich wie beim Bitcoin). Diese Limitierung bedeutet, dass der XRP-Kurs bei steigender Nachfrage nach der Kryptowährung automatisch steigt.

Nicht zuletzt hat sich auch der XRP-Ledger wie viele andere Blockchains über die Jahre von einer reinen Zahlungs-Blockchain zu einer Plattform für dezentrale Finanzen entwickelt. Über den direkt im Protokoll integrierten Automated Market Maker können XRP-Nutzer Liquidität bereitstellen und Zinsen verdienen.

Darüber hinaus nutzt das XRP-Ledger-Protokoll sogenannte „Hooks“. Dabei handelt es sich um Smart Contracts, die die automatische Abwicklung von Verträgen ermöglichen.

Außerdem können seit der Einführung der EVM (Ethereum Virtual Machine)-Sidechain im Jahr 2025 Entwickler ihre Ethereum-dApps fast ohne Aufwand auf das XRP-System portieren und dabei XRP als „Gas“ (Gebühr) für die Ethereum-Blockchain nutzen.

Wie funktioniert XRP im Banking?

Im Bankwesen fungiert XRP nicht primär als Währung, die Kunden im Alltag nutzen, sondern als technische Brückenwährung für den internationalen Zahlungsverkehr. Ziel von Ripple ist es schließlich, das über 50 Jahre alte SWIFT-System zur Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen abzulösen.

Das Hauptproblem des traditionellen internationalen Zahlungsverkehrs ist, dass Banken Konten in den jeweiligen Ländern vorhalten müssen, in die sie bzw. ihre Kunden Geld schicken wollen. Eine deutsche Bank hält demnach US-Dollar bei einer US-Bank. Weltweit liegen deshalb Billionen Dollar ungenutzt auf diesen Konten, nur um Zahlungen abzusichern. Hinzu kommt, dass grenzüberschreitende Zahlungen aufgrund der Zwischenschaltung mehrere Intermediäre bis heute oft zwei oder sogar mehr Werktage in Anspruch nehmen.

Mit der Blockchain von Ripple benötigen Banken dieses komplexe, kostspielige und behäbige System der Vorfinanzierung nicht mehr. Eine XRP-Transaktion macht das bisherige System durch ihren sehr einfach, schnellen und kostengünstigen Ablauf obsolet. In der Praxis sieht der Ablauf einer Transaktion mit XRP wie folgt aus:

Eine Bank in Deutschland möchte im Auftrag eines Kunden 10.000 € nach Indien transferieren. Die Software kauft in Echtzeit auf einer Kryptobörse XRP im Gegenwert von 10.000 €. Diese XRP werden über das XRP-Ledger an eine Börse in Indien gesendet. Diese Transaktion dauert lediglich zwischen drei und fünf Sekunden. Die indische Bank empfängt die XRP und tauscht sie postwendend in Rupien um, die dem Empfänger sofort gutgeschrieben werden.

Warum hat sich XRP noch nicht durchgesetzt?

Nun stellst du dir zu Recht die Frage, warum bei all den genannten Vorteile des Ripple-Netzwerks die Akzeptanz von XRP im internationalen Zahlungsverkehr nach wie vor so gering ist. Das hat im Wesentlichen mit drei Gründen zu tun.:

Zum Ersten benötigen Banken regulatorische Sicherheit, bevor sie sich in einen Markt wagen. Erst seit Ende 2025 gibt es in den meisten G20-Staaten klare Gesetze für den Einsatz von Kryptowährungen im Bankensektor. Diese Gesetze stellen das entscheidende Fundament für die Verwendung von XRP im internationalen Zahlungsverkehr dar.

Zum Zweiten hat XRP einen massiven Wettbewerbsnachteil gegenüber dem etablierten SWIFT-Netzwerk. Während SWIFT weltweit über 11.000 angeschlossene Banken besitzt, muss sich Ripple sein Netzwerke erst Schritt für Schritt aufbauen.

Und zum Dritten haben Banken Sorgen aufgrund möglicher nachteiliger Preisveränderungen von XRP während der Transferzeit. Zwar dauert die Abwicklung einer XRP-Transaktion nur wenige Sekunden. Aber in diesem Zeitraum kann es zu einem Kursrückgang kommen, der zu Lasten der beteiligten Banken ginge. Ripple versucht, Banken diese Sorgen durch garantierte Kurse für die Dauer einer Transaktion zu nehmen.

Was ist der aktuelle rechtliche Status von XRP?

XRP verfügt inzwischen über einen abschließend geklärten rechtlichen Status. Nach einer jahrelangen juristischen Auseinandersetzung haben sich Ripple Labs. und die US-Börsenaufsicht Mitte 2025 auf einen Kompromiss geeinigt, der regulatorische Klarheit schafft. XRP wird rechtlich in den USA nicht mehr als Wertpapier (Security) eingestuft, wenn es an öffentlichen Börsen an Privatanleger verkauft wird.

In Deutschland und den meisten EU-Ländern ist XRP nicht speziell als Wertpapier reguliert. Es wird ähnlich wie andere Kryptowährungen behandelt und fällt in den Regulierungsrahmen für Kryptowerte gemäß der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA), die seit 2024 schrittweise Anwendung findet.

MiCA klassifiziert digitale Vermögenswerte nicht automatisch als Wertpapiere, sondern definiert klare Transparenz- und Aufsichtsregeln für Emittenten, Verwahrer und Anbieter von damit verbundenen Dienstleistungen. XRP kann damit bei Kryptobörsen und Brokern in der EU uneingeschränkt gehandelt und angeboten werden, solange Plattformen die MiCA-Vorgaben erfüllen.

Ein wichtiger Meilenstein für den rechtlichen Status war auch die Einführung von Spot XRP ETFs in den USA im November 2025. Durch die Genehmigung dieser ETFs durch die SEC wurde XRP indirekt als legitimer digitaler Vermögenswert für den breiten Finanzmarkt anerkannt. Anfang 2026 verzeichneten diese ETFs massive Zuflüsse, was zeigt, dass XRP nun als "institutionelles Asset" für Settlement und Liquidität wahrgenommen wird.

Erwähnenswert im Zusammenhang mit dem rechtlichen Status von XRP ist ebenfalls, dass die Blockchain der Kryptowährung mittlerweile sogar von mehreren Kleinstaaten als Basistechnologie für die Ausgabe eigener digitaler Zentralbankwährungen genutzt wird.

Trotz der Klärung des rechtlichen Status von XRP in den wichtigsten Finanzmärkten der Welt solltest du dir bewusst sein, dass die Kryptowährung weiterhin ein volatile Investment bleibt. Die regulatorische Sicherheit bedeutet nicht automatisch eine garantierte Wertsteigerung, sondern lediglich den Wegfall des "Delisting-Risikos" durch Behörden.

Wo kann man XRP kaufen?

Wenn du in XRP investieren willst, hast du grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verfügung: Kryptobörsen, Online-Broker und Peer-to-Peer-Plattformen. Aufgrund der Bedeutung von XRP in der Kryptowährungswelt kann die digitale Währung bei fast allen Anbietern gehandelt werden. Nachfolgend findest du die wesentlichen Unterschiede bzw. Vor- und Nachteile dieser drei Anbieterkategorien.

Kryptobörsen

Kryptowährungsbörsen sind wahrscheinlich die einfachste Möglichkeit, XRP zu kaufen. In Deutschland hast du die Wahl zwischen einer Reihe in- und ausländischer Kryptobörsen, über die du XRP handeln kannst. Zu den bekanntesten spezialisierten Börsen gehören hierzulande Binance, BISON, Bitpanda, Coinbase und Kraken.

Diese großen Kryptobörsen besitzen eine Reihe von Vorteilen in Bezug auf den XRP-Handel. Sie verfügen über eine hohe Liquidität (und dementsprechend laufend aktuelle XRP-Kurse), sie bieten verschiedene Zahlungsmethoden für den Kauf von XRP an und sie besitzen sehr benutzerfreundliche Handelsplattformen bzw. Apps. Sofern du auch an anderen Kryptowährungen interessiert bist, überzeugen die großen Börsen mit einem generell sehr umfangreichen Handelsangebot digitalen Assets.

Der einzige Nachteil von Kryptobörsen ist, dass deine XRP-Tokens bei einigen Börsen nicht zu 100% sicher verwahrt sind. Es besteht grundsätzlich die Gefahr, dass eine Börse gehackt wird und im schlimmsten Fall deine XRP-Bestände dabei vollständig geraubt werden.

Online-Broker

Die meisten Online-Broker sind bereits wesentlich länger auf dem Markt als Kryptobörsen. Viele von ihnen sind jedoch spät auf den „Kryptozug“ aufgesprungen und haben erst in den letzten Jahren Kryptowährungen in ihr Handelsangebot aufgenommen. Über große Online-Broker wie eToro, flatex und TradeRepublic kannst du heutzutage bequem XRP handeln.

Falls du bereits über ein Depot bei einem Online-Broker verfügst, ist dies für dich der bequemste Einstieg in den XRP-Handel. Du musst schließlich kein weiteres Handelskonto bei einer Kryptobörse oder einem anderen Broker eröffnen.

Der Hauptnachteil von Online-Brokern ist jedoch, dass sie oftmals höhere Gebühren für das Krypto-Trading verlangen als spezialisierte Kryptobörsen. Zudem ist das Angebot an handelbaren Kryptowährungen bei Online-Brokern in der Regel deutlich überschaubarer als auf Kryptobörsen.

Peer-to-Peer-Plattformen

Im Unterschied zu einer Kryptobörse kaufst du bei einer Peer-to-Peer-Plattform wie Uniswap oder PancakeSwap XRP direkt von anderen Nutzern. Das ist auch der große Vorteil dieser dezentralen Plattformen. Da es keine Intermediäre gibt, bleiben deine Transaktionen vollständig anonym. Zudem ist der XRP-Handel über eine Peer-to-Peer-Plattform im Regelfall kostengünstiger ist als über eine (zentrale) Kryptobörse.

Der Nachteil des XRP-Tradings mit dieser Methode ist allerdings, dass du ein gewisses Basis-Knowhow über den dezentralen Krytpohandel mitbringen solltest. Ein Grundverständnis der zugrundeliegenden Blockchain ist beim Trading über eine Peer-to-Peer-Plattform unbedingt erforderlich.

Wie kann man indirekt in XRP investieren?

Viele Anleger wollen aus unterschiedlichen Gründen nicht direkt in Kryptowährungen investieren. Damit du indirekt an der Kursentwicklung von XRP partizipieren kannst, stehen dir die beiden folgenden Möglichkeiten zur Auswahl:

Zertifikate/Exchange-traded Products (ETPs)

Exchange-traded Products sind die gängigste und am stärksten regulierte Form eines indirekten XRP-Investments. ETPs werden wie Kryptowährungen, Aktien und andere Wertpapiere an der Börse gehandelt.

Bei ihnen handelt es sich jedoch um Schuldverschreibungen, die den Preis des zugrundeliegenden Vermögenswerts, also zum Beispiel von XRP, abbilden. Viele XRP-ETPs sind physisch besichert, das heißt, der Emittent hält tatsächlich die Kryptowährung als Sicherheit.

XRP-ETPs bieten dir eine Reihe von Vorteilen. Sie lassen sich genauso einfach wie die Kryptowährung selbst über ein Handelskonto kaufen und verkaufen. Der Handel erfolgt zudem über stark regulierte Börsen, wie zum Beispiel XETRA oder die Börse Stuttgart. Zudem musst du dich bei ETPs nicht um die Speicherung deiner Kryptowährungsbestände kümmern.

Viele Anleger machen aufgrund der Namensähnlichkeit zwischen ETPs und ETFs den großen Fehler, diese beiden Finanzprodukte miteinander zu verwechseln. Exchage-traded Products und Exchange-traded Funds haben jedoch signifikante Unterschiede, die du kennen solltest.

Im Gegensatz zu den USA gibt es in der EU keine XRP-ETFs, da ein ETF hierzulande diversifiziert sein, also mehrere Werte enthalten muss. In Deutschland kannst du demnach nur über ETPs in XRP investieren.

Im Unterschied zu ETFs haben ETPs einen Nachteil, den dir bewusst sein sollte. Sie stellen kein Sondervermögen dar, sondern sind Schuldverschreibungen. Das bedeutet, dass du das Emittentenrisiko (Ausfallrisiko) trägst, falls der Herausgeber des ETPs zahlungsunfähig wird.

Derivate

Die zweite Möglichkeit, indirekt in XRP zu investieren, sind Derivate wie Contacts for Difference (CFDs) oder Turbo-Optionsscheine. Diese Hebelprodukte bieten dir die Chance, die Kursentwicklung der Kryptowährung um einen gewählten Faktor zu potenzieren.

Der Vorteil von Derivaten ist ihr großes Gewinnpotenzial, wenn sich der Kurs von XRP in die von dir gewünschte/vorhergesagte Richtung bewegt. Diese „Wette“ ist jedoch mit einem ebenso großen Verlustrisiko im Falle unvorteilhafter Kursbewegungen verbunden. Potenziert wird dieses Risiko durch die erratischen und teilweise hohen Kursschwankungen von XRP. Derivate solltest du deshalb nur handeln, wenn du über ausreichend Knowhow und eine hohe Risikobereitschaft verfügst.

Was sind die Chancen von XRP?

Institutionelle Kapitalzuflüsse

Institutionelle Anleger, wie beispielsweise Vermögensverwalter oder Pensionskasse, können aufgrund des inzwischen geklärten rechtlichen Status von XRP sicher und legal in die Kryptowährung investieren. In den letzten Wochen war aufgrund dessen eine deutliche Zunahme der Zuflüsse in XRP zu beobachten. Hinzu kommt, dass viele Investoren angehalten sind, XRP physisch zu halten. Damit entziehen sie dem Markt große Mengen an Coins und treiben den XRP-Kurs in die Höhe.

Gesicherter Altcoin-Rechtsstatus

XRP ist gemeinsam mit den beiden Kryptoschwergewichten Bitcoin und Etherum erst die dritte Kryptowährung weltweit, die über einen eindeutigen Rechtsstatus verfügt. Das macht XRP sehr attraktiv für Investoren, für die Rechtssicherheit und Compliance an erster Stelle stehen und kann eine große Chance für die digitale Währung im Wettbewerb mit anderen Altcoins darstellen, die noch keinen sicheren Rechtsstatus besitzen.

Integration in das Bankensystem

Wie zuvor dargestellt, dient XRP als eine Art „Brückenwährung“ im internationalen Zahlungsverkehr. Die Kryptowährung ist darauf ausgelegt, das langsame und teure SWIFT-System zu ersetzen. Dazu wird es aufgrund der Marktdominanz von SWIFT wahrscheinlich nicht kommen. Trotzdem hat XRP realistische Chancen, SWIFT als alternatives Zahlungssystem zu ergänzen. Immer mehr Banken weltweit nutzen XRP aktiv für grenzüberschreitende Transaktionen.

Expansion der Ripple-Stablecoin

Auch Ripple hat inzwischen einen eigenen Stapelcoin, den Ripple USD (RLUSD) etabliert. Banken und Anleger nutzen Stablecoins aufgrund der Koppelung ihrer Kurse an eine Fiat-Währung wie den US-Dollar für unterschiedliche Transaktionen. Eine Expansion der Ripple-Stablecoin könnte die Bedeutung von XRP in Zukunft erhöhen.

Hohe Energieeffizienz

Die Energieeffizienz hat sich aufgrund des teilweise enormen Stromverbrauchs von Kryptowährungen, allen voran des Bitcoins, zu einem zentralen und kontroversiellen Thema entwickelt. XRP gehört zu den energieeffizientesten Kryptowährungen auf dem Markt. Das könnte die Beliebtheit der digitalen Währung bei steigenden Stromkosten erhöhen.

Was sind die Risiken von XRP?

Geringe DeFi-Relevanz

Die sinkende Zahl an täglich im XRP-Ledger aktiven Adressen deutet auf eine sinkende Attraktivität der Kryptowährung bzw. der Blockchain hin. Deren Zahl ist von über 600.000 im März 2025 auf ca. 190.000 zum Jahresende eingebrochen. Grund für den massiven Rückgang privater Nutzer könnte sein, dass XRP im Bereich Dezentrale Finanzen und Smart Contracts im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen kaum eine Rolle spielt. Ohne eine „Killer-App“ droht das Netzwerk bei Privatnutzern in Vergessenheit zu geraten.

Indirekte Ripple-Kontrolle

Obwohl Ripple nicht müde wird zu betonen, dass der XRP-Ledger dezentral ist, kontrolliert das Unternehmen selbst einen erheblichen Teil der Validierungsknoten. Eine Änderung des Konsensmechanismus (z. B. Hin zu Proof-of-Stake) ist seit längerem im Gespräch, bislang aber noch nicht umgesetzt.

Großer Preiseinfluss von Ripple

Zudem besitzt Ripple einen großen Einfluss auf den XRP-Kurs, da das Unternehmen weiterhin rund 40% des gesamten XRP-Angebots treuhänderisch verwaltet. Die monatlichen Freigaben dieser Escrow-Bestände erzeugen einen konstanten Druck auf den Preis der Kryptowährung.

Starke SWIFT-Konkurrenz

XRP ist mit dem Ziel angetreten, das internationale Zahlungsverkehrssystem SWIFT abzulösen. Der Wettbewerbsvorteil von XRP hinsichtlich der Transaktionsgeschwindigkeit scheint nun verloren zu gehen. SWIFT hat seine Systeme massiv beschleunigt, wodurch der Zeitvorteil von XRP bei grenzüberschreitenden Zahlungen kleiner geworden ist.

Wettbewerb durch Zentralbanken

Erste Zentralbanken haben damit begonnen, eigene digitale Zentralbankwährungen herauszugeben. Diese digitalen Währungen für den Interbankenhandel könnten XRP langfristig obsolet machen.

Wie hat sich der Kurs von XRP entwickelt?

Die Kursentwicklung von XRP ist eine der volatilsten unter allen größeren Kryptowährungen. Von Bruchteilen eines Cents bis hin zu mehreren Euro hat der Coin extreme Zyklen durchlaufen, die oft von rechtlichen Entwicklungen geprägt waren.

Nach dem Launch 2012 dümpelte der Kurs jahrelang im Bereich zwischen 0,002 € und 0,005 €. Wie der gesamte Kryptomarkt explodierte auch der Kurs von XRP Ende 2017. Er stieg von etwa 0,20 € im Dezember 2017 auf deutlich über 2 € im Januar 2018.

Ende 2020 kam es schließlich zum sogenannten „SEC-Schock“. Die Klage der US-Börsenaufsicht im Dezember 2020 ließt den XRP-Kurs innerhalb weniger Tage von 0,50 € auf unter 0,20 € abstürzen. Einigen Börsen nahmen als Reaktion darauf die Kryptowährung aus dem Handel.

Während des Bullenmarktes 2021 erholte sich XRP kurzzeitig auf über 1,40 €, blieb aber hinter der Kursentwicklung des Bitcoins zurück. Der Teilsieg vor Gericht im Juli 2023 sorgte für einen Sprung auf ca. 0,70 €, gefolgt von einer langen Seitwärtsphase zwischen 0,40 € und 0,60 €.

Das Jahr 2025 markierte den Wendepunkt durch das Ende des Rechtsstreits mit der SEC und die Einführung von ETFs. Im Juli 2025 erreichte XRP ein neues lokales Hoch bei ca. 3,10 €, angetrieben durch die Euphorie über die regulatorische Klarheit in den USA. Im Herbst kam es erneut zu einer deutlichen Kurskorrektur auf ca. 1,60 €.

Die Meinungen von Analysten hinsichtlich der weiteren Kursentwicklung von XRP klaffen sehr weit auseinander. Während einige nur ein minimales Potenzial bis ca. 2 € sehen, glauben anderen an einen Kursanstieg der Kryptowährung auf über 7 €.

Expertenwissen Teil 1: Worauf muss man bei einem Investment in XRP achten?

Wie du im Verlauf dieses Ratgebers gelernt hast, ist XRP eine Kryptowährung, die in vielen Dingen etwas anders tickt als „normale“ Kryptos. Bei einem Investment in XRP solltest du deshalb vor allem auf die folgenden drei Punkte achten.

Bindung an Ripple

Wie zuvor dargestellt, ist XRP zwar eine dezentrale Kryptowährung, in gewisser Weise aber ein Sonderfall unter den wichtigen digitalen Währungen. Im Gegensatz zu anderen Kryptos ist XRP nach wie vor stark abhängig von seinem „Gründungsunternehmen“ Ripple Labs. Das Unternehmen verwahrt immer noch rund 40% des gesamten XRP-Bestands und kontrolliert eine große Zahl an Validierungsknoten. Das macht XRP deutlich weniger dezentral und unabhängig als andere Kryptowährungen.

Abhängigkeit vom Bankensektor

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen XRP und anderen Kryptowährungen ist die Tatsache, dass der Erfolg von XRP im Wesentlichen mit der Durchdringung des internationalen Bankensektors steht und fällt und nicht mit der Nutzung durch Privatleute. Aufgrund der geringen Bedeutung von XRP in den Bereichen DeFi und Smart Contracts hat die Kryptowährung eine recht geringe Nutzerbasis. Der zwingend erforderliche Erfolg als Transaktionswährung im Bankensektor macht den XRP-Kurs allerdings sehr anfällig. Die weitere technologische Verbesserung von SWIFT und die Einführung weiterer digitaler Zentralbankwährungen könnten mittelfristig existenzgefährdend für XRP werden.

Verbreitung bei institutionellen Investoren

Der langfristige Erfolg von Kryptowährungen hängt im Wesentlichen von der Adoption durch institutionelle Investoren zusammen. Zwar besitzt XRP mit einem geklärten Rechtsstatus inzwischen die wichtigste Voraussetzung für Investitionen durch Banken und sonstige Finanzinstitute. Aber Ripple Labs ist weiterhin der direkte Verkauf von XRP an institutionelle Kunden in den USA untersagt. Das könnte die Annahme der Kryptowährung bei institutionellen Anlegern stark bremsen.

Expertenwissen Teil 2: Wie startet man am besten mit XRP?

Wenn du in XRP investieren willst, ist ein strukturiertes und sicheres Vorgehen absolut erfolgskritisch. Der Einstieg in die derzeit fünftwichtigste Kryptowährung der Welt ist heute einfacher als je zuvor – aber du solltest nicht unvorbereitet handeln, sondern verstehen, was du tust.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du vernünftig in XRP einsteigst:

1. Wissen aufbauen

XRP und seine Besonderheiten sind für die meisten Anleger nicht leicht verständlich. Um in die Kryptowährung zu investieren, musst du kein Informatikstudium absolvieren. Aber ein Grundverständnis für die Funktionsweise und die Bedeutung des XRP-Ledgers solltest du auf jeden Fall mitbringen. Über Bücher oder das Internet kannst du dir ein solides Grundwissen über XRP aneignen.

2. Strategie festlegen

Bevor du in XRP investierst, solltest du eine Investmentstrategie festlegen. Überlege, ob du die Kryptowährung langfristig halten willst oder sie nur spekulativ handeln möchtest.

Von deiner Investmentstrategie sind im Regelfall eine Reihe von Entscheidungen abhängig: Wie viel Geld investierst du pro Trade? Welche Handelsplattform ist am besten? Wie viel Zeit benötigst du für deine XRP-Anlage? Vor allem als spekulativer Trader solltest du alle mit Kryptowährungen im Allgemeinen und mit XRP im Besonderen verbundenen Risiken im Detail kennen.

3. Handelsplattform auswählen

Um XRP kaufen zu können, benötigst du ein Konto bei einer Kryptobörse oder einem Online-Broker. Alternativ kannst du die Kryptowährung auch über eine Peer-to-Peer-Plattform erwerben, was für Anfänger allerdings nicht ratsam ist.

Achte bei der Auswahl der Handelsplattform darauf, dass es sich um einen regulierten, großen und benutzerfreundlichen Anbieter handelt. Bewertungen im Internet helfen dir dabei, die für dich am besten geeignete Plattform zu finden.

4. XRP verwahren

Die Verwahrung von XRP über eine Börse bzw. über einen Broker ist die bequemste Form. Du musst dich um nichts weiter kümmern, gehst damit aber bei einigen Anbietern das Risiko ein, bei einem Hackerangriff deine Währungsbestände zu verlieren.

Wenn du beabsichtigst, größere XRP-Bestände aufzubauen, ist deshalb die Anschaffung einer eigenen Hardware-Wallet ratsam. Da ihr Schlüssel offline gespeichert ist, garantiert sie einen maximalen Schutz vor Hacks.

5. Strategisch investieren

Bei deinen XRP-Käufen und -Verkäufen solltest du dich an deine in Schritt 2 festgelegte Investitionsstrategie halten. Je klarer deine Ziele formuliert sind, desto weniger wirst du dich von Kursschwankungen beeinflussen und verunsichern lassen.

Ebenso solltest du zu Beginn nur kleinere Beträge investieren, um dich mit dem Handelsprozess der Kryptowährung vertraut zu machen. Kleinere Beträge haben ebenfalls den Vorteil, dass du über die XRP-Kursschwankungen deine Emotionen besser kennenlernst und kontrollieren kannst. In diesem Zusammenhang ist auch der Abschluss eines Sparplans, über den du in regelmäßigen Zeitabständen einen bestimmten Betrag in die Kryptowährung investierst, sinnvoll.