Der Strombedarf, den wir weltweit haben, dürfte in den kommenden Jahren deutlich steigen. Einer der größten Treiber dahinter ist der Boom rund um Künstliche Intelligenz. Es werden immer größere Rechenzentren benötigt, um die verschiedenen KI-Anwendungen zur Verfügung zu stellen und am Laufen zu halten. Laut der Internationalen Energieagentur könnte der Stromverbrauch der Rechenzentren von rund 485 Terawattstunden im Jahr 2025 auf etwa 950 Terawattstunden im Jahr 2030 steigen. Der Großteil hiervon wird für die Rechenzentren genutzt, die auf Künstliche Intelligenz ausgerichtet sind.
Steigender Strombedarf rückt Kernfusion in den Fokus
Mit diesem Szenario stellt sich dann die Frage, woher denn die zusätzlichen Strommengen kommen sollen. Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie spielen beim Ausbau eine Rolle, diese sind jedoch stark vom Wetter und der Tageszeit abhängig. Die Rechenzentren benötigen jeden Tag rund um die Uhr sehr zuverlässig ihren Strom. Genau hier kommt die Kernfusion ins Spiel.
Bei der Kernfusion werden leichte Atomkerne miteinander verschmolzen. Dadurch entsteht eine extrem hohe Menge an Energie. Grundlegend handelt es sich hier um den gleichen Prozess, der auch die Sonne mit Energie versorgt. Im Mittelpunkt stehen hier vor allem die Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium. Rein theoretisch kann ein Gramm des Brennstoffs so viel Energie freisetzen wie mehrere Tonnen fossiler Brennstoffe. Entscheidend für das Thema ist jedoch vor allem der mögliche Vorteil dieser Technologie.
Dieser liegt eben in der extrem hohen Energiedichte. Die beiden Rohstoffe können einmal aus Wasser gewonnen und zum anderen mit Hilfe von Lithium in den Fusionsanlagen erzeugt werden. Bei der Stromproduktion entstehen auch keine direkten CO2-Emissionen. Eine unkontrollierte Kettenreaktion wie bei den normalen Reaktoren gibt es hier ebenfalls nicht. Sind nämlich die notwendigen Bedingungen nicht mehr erfüllt, stoppt die Reaktion.
Wie jede neue Technologie gibt es jedoch auch hier große Herausforderungen. Um die beiden Kerne miteinander zu verschmelzen, muss ein Plasma auf eine Temperatur von rund 150 Millionen Grad Celsius erhitzt und kontrolliert werden. Genau das macht die technische Umsetzung so schwierig.
Doch es gab im Jahr 2022 einen sehr wichtigen Fortschritt an der National Ignition Facility in den USA. Hier gelang es erstmals, bei einer Fusionsreaktion mehr Energie freizusetzen, als zuvor durch die Laser in den Brennstoff gebracht wurde. Diese Ergebnisse wurden seitdem auch immer wieder verbessert. Von einem kommerziellen Kraftwerk ist die Forschung zwar noch entfernt, aber die Entwicklung schreitet auch hier immer schneller voran.
Auch Zulieferer könnten zu den Gewinnern gehören
Für Anleger bedeutet das, dass nicht nur die eigentlichen Kernfusionsunternehmen interessant werden könnten. Für den Bau dieser Anlagen werden zahlreiche Spezialisten benötigt. Dazu gehören leistungsstarke Laser, Magneten, Vakuumtechnik, Kühlsysteme, Spezialwerkstoffe und weitere Komponenten. Damit entsteht ein breites Spektrum an Unternehmen, die als Zulieferer von einem wachsenden Kernfusionsmarkt profitieren könnten.
Gelingt es, die Technologie wirtschaftlich nutzbar zu machen, könnte rund um die Kernfusion eine komplett neue Lieferkette entstehen.Davon profitieren dann neben den Herstellern auch dBetreiber, Zulieferer und deren Aktionäre. Gerade vor dem Hintergrund des steigenden Stromverbrauchs und der zunehmenden Elektrifizierung könnte das ein sehr spannendes Thema für die Zukunft werden.
Passend hierzu, haben wir für Euch spannende Energie-Aktien in unserer Kernfusion-Playlist: