Bitcoin ist aus der globalen Finanzwelt nicht mehr wegzudenken. Was 2008 als digitales Experiment begann, um eine Antwort auf die weltweite Finanzkrise zu geben, hat sich bis heute zu einem Phänomen entwickelt, das die Regeln unseres Finanzsystems neu schreibt. Für Millionen von Menschen stellt die Kryptowährung eine Art von Gold dar, das man per Klick um den Globus schicken kann. Sie ist dezentral, schnell, kostengünstig und lässt sich nicht zensieren oder manipulieren. In diesem an Börseneinsteiger gerichteten Ratgeber erfährst du alles Wissenswerte rund um Bitcoin und lernst, wie du am besten in die Welt der wichtigsten Kryptowährung einsteigen kannst.
Das Wichtigste in Kürze:
- Bitcoin ist die älteste sowie die mit Abstand wichtigste und am weitesten verbreitete Kryptowährung der Welt.
- Sie ist sowohl ein digitales Zahlungssystem als auch ein virtueller Wertspeicher.
- Bitcoin zeichnet sich im Gegensatz zu Fiat-Währungen durch seine Dezentralität, Verschlüsselung, Anonymität, Transparenz und Mengenbegrenzung aus.
- Die digitale Währung wurde 2008 von einer Person oder Gruppe unter dem Pseudonym "Satoshi Nakamoto" erfunden.
- Bitcoin können über Kryptobörsen, Peer-to-Peer-Plattformen, Online-Broker oder Bitcoin-Automaten gekauft werden.
- Als alternative Investments kommen Exchange-traded Products, Aktien von Kryptounternehmen und Derivate infrage.
- Gewinne aus dem Bitcoin-Handel sind in Deutschland steuerfrei, sofern die Coins länger als ein Jahr gehalten wurden.
Was ist Bitcoin?
Bitcoin ist die älteste, wichtigste und am weitesten verbreitete Kryptowährung der Welt. Sie kann sowohl als digitales Zahlungssystem als auch als digitale Werteinheit betrachtet werden. Die Erfindung der virtuellen Währung im Jahr 2008 hat den Grundstein für eine völlig neue Klasse an Währungen, Zahlungsmitteln und Vermögenswerten geführt und eine revolutionäre Veränderung des globalen Finanzsystems bewirkt.
Was sind die wichtigsten Eigenschaften von Bitcoin?
Im Gegensatz zu Fiat-Währungen, wie dem Euro und dem US-Dollar, ist Bitcoin eine rein digitale bzw. virtuelle Währung. Das bedeutet, dass die Kryptowährung völlig andere Eigenschaften als klassische Währungen besitzt. Diese Haupteigenschaften von Bitcoin sind:
Dezentralität
Hinter Bitcoin steht keine zentrale Autorität wie beispielsweise eine Zentralbank, die die Währung schafft, ausgibt und verwaltet. Die Kryptowährung wird von einem weltweiten Netzwerk von Computern (Peer-to-Peer-Netzwerk) kontrolliert bzw. verwaltet. Jede Person kann als Teilnehmer dieses Netzwerks Bitcoin schaffen und Transaktionen mit der digitalen Währung verifizieren.
Kryptografische Technologie
Die technische Grundlage von Bitcoin ist die sogenannte "Blockchain". Dabei handelt es sich um ein öffentliches, verteiltes Register, das alle Transaktionen chronologisch und unverändert speichert. Jeder neue Transaktionsblock wird kryptographisch mit dem vorherigen verknüpft - daher die Bezeichnung "Block" + "Chain". Das macht die Blockchain zu einer äußerst fälschungssicheren Technologie.
Anonymität und Transparenz
Alle Bitcoin-Transaktionen sind öffentlich einsehbar, aber nicht direkt mit realen Identitäten verknüpft. Nutzer agieren im Unterschied zu einem klassischen Bankkonto, das mit einem Namen verbunden ist, über alphanumerische Bitcoin-Adressen. Das macht Bitcoin pseudonym, aber nicht völlig anonym.
Mengenbegrenzung
Die Gesamtanzahl der Bitcoins ist vom Schöpfer bzw. den Schöpfern von vornherein auf maximal 21 Millionen Einheiten festgelegt worden, was im Gegensatz zu traditionellem Fiat-Geld eine Knappheit schafft. Diese künstliche Verknappung macht Bitcoin zu einem deflationären Vermögenswert, ähnlich wie Gold. Aufgrund dieser Eigenschaft wird die Kryptowährung häufig als "digitales Gold" bezeichnet.
Mining
Neue Bitcoins werden durch das sogenannte "Mining" geschaffen. Dabei lösen Rechner im Netzwerk komplexe mathematische Aufgaben, um Transaktionen zu bestätigen und neue Blöcke zur Blockchain hinzuzufügen. Als Belohnung erhalten sie neu generierte Bitcoins.
Wer hat Bitcoin erfunden?
Bitcoin wurde von einer bis heute unbekannten Person oder Personengruppe unter dem Pseudonym "Satoshi Nakamoto" erfunden. Im Oktober 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto das berühmte Whitepaper "Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System", in dem die Grundlagen von Bitcoin beschrieben sind. Im Januar 2009 wurde die erste Version der Bitcoin-Software veröffentlicht und der erste Block der Bitcoin-Blockchain, der sogenannte "Genesis-Block", erzeugt.
Satoshi Nakamoto kommunizierte in den ersten Jahren ausschließlich per E-Mail und in Foren mit der Bitcoin-Community - stets auf Englisch, mit einem neutralen Sprachstil, ohne dabei persönliche Details preiszugeben. Im April 2011 verschwand Nakamoto spurlos aus der Öffentlichkeit mit den Worten "I’ve moved on to other things" und überließ die weitere Entwicklung der Kryptowährung der Bitcoin-Community.
Mit seiner Anonymität hat Satoshi Nakamoto das Projekt Bitcoin vor Zentralisierung und persönlicher Vereinnahmung geschützt. Er unterstrich damit den dezentralen Geist der Kryptowährung. Es gibt bei ihr weder einen Anführer, noch eine zentrale Kontrolle.
Bis heute ranken sich zahlreiche Mythen und Gerüchte um die Identität Nakamotos. Sie ist nicht nur aus historischem Interesse bedeutsam, sondern auch von praktischer Bedeutung. Nakamoto besitzt vermutlich rund eine Million Bitcoins, was einem aktuellen Wert (Stand Anfang Oktober 2025) von rund 100 Milliarden Euro entspräche.
Wie funktioniert Bitcoin?
Bitcoin funktioniert als dezentrales digitales Zahlungssystem, das es Menschen ermöglicht, direkt - ohne Banken oder zentrale Instanzen - Geld über das Internet zu senden und zu empfangen. Die Grundlage dafür ist eine Kombination aus Blockchain-Technologie, kryptografischer Sicherheit und einem Netzwerk von Teilnehmern, die gemeinsam das System betreiben.
Eine Bitcoin-Transaktion lässt sich anhand von fünf Schritten erklären:
1. Transaktion wird gesendet
Wenn jemand Bitcoins an eine andere Person senden will, benötigt er ein kryptografisches Schlüsselpaar. Dieses besteht aus einem öffentlichen Schlüssel (public key) und einem privaten Schlüssel (private key). Der öffentliche Schlüssel ist die Bitcoin-Adresse des Senders bzw. des Empfängers, vergleichbar mit einer Kontonummer. Der private Schlüssel ist hingegen ein geheimer Code, der als digitale Unterschrift dient, um eine Transaktion zu autorisieren. Nur wer den privaten Schlüssel besitzt, kann über die Bitcoins verfügen.
2. Transaktion wird verteilt
Die durch den private key autorisierte Transaktion wird dann an das Bitcoin-Netzwerk gesendet. Das gesamte System wird von einem weltweiten Netzwerk von Computern (sogenannten "Nodes") betrieben und verwaltet, die alle eine Kopie des Transaktionsbuchs besitzen.
3. Transaktion wird bestätigt
Um eine Bitcoin-Transaktion offiziell in die Blockchain aufzunehmen, muss sie bestätigt werden. Das erledigen sogenannte Miner. Sie sammeln Transaktionen aus dem Netzwerk und fügen diese zu einem neuen Block zusammen. Um den Block zu erstellen, müssen sie ein mathematisches Rätsel lösen (das sogenannte "Proof-of-Work"-Verfahren). Der erste Miner, der die Lösung findet, darf den Block zur Blockchain hinzufügen. Als Belohnung für seine Rechenarbeit erhält er neue Bitcoins und die Transaktionsgebühren im Block.
4. Transaktion wird gespeichert
Wie zuvor erwähnt, werden alle Bitcoin-Transaktionen in der Blockchain gespeichert, einem öffentlichen und unveränderbaren Register. Jeder Block in diesem Register enthält eine Liste von Transaktionen, einen Zeitstempel und einen Verweis (Hash) auf den vorherigen Block. Dadurch ist die Blockchain fälschungssicher: Würde man eine alte Transaktion ändern, müssten alle nachfolgenden Blöcke ebenfalls manipuliert werden - was praktisch unmöglich ist. Ein Hacker müsste über 50 % der weltweiten Rechenleistung kontrollieren, um das System manipulieren zu können.
5. Transaktion wird durchgeführt
Sobald ein Miner die Bitcoin-Transaktion bestätigt und in der Blockchain freigegeben hat, wird diese ausgeführt. Der Empfänger erhält typischerweise nach 10 bis 60 Minuten die Bitcoins gutgeschrieben.
Wofür kann man Bitcoin verwenden?
Bitcoin ist heutzutage deutlich mehr als nur ein reines Spekulationsobjekt. Nachfolgend eine Übersicht der fünf wichtigsten Anwendungsbereiche der digitalen Währung:
Vermögensanlage/Wertsicherung
Die meisten Bitcoin-Käufer nutzen die Kryptowährung als Vermögensanlage bzw. zur Wertsicherung. Aufgrund seiner Mengenbeschränkung auf 21 Millionen Coins ist Bitcoin ein guter Schutz gegen Inflation, die traditionelle Fiat-Währungen Jahr für Jahr entwertet. Von vielen Leuten wird Bitcoin aufgrund dieser deflationären Eigenschaft auch als "digitales Gold" bezeichnet.
Zahlungsmittel
In den vergangenen Jahren hat die Akzeptanz von Bitcoin als Zahlungsmittel erheblich zugenommen. Viele Händler weltweit ermöglichen Kunden inzwischen die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen in Form der Kryptowährung. Spezielle Kryptokreditkarten ermöglichen es Nutzern, Bitcoin in Echtzeit in Fiat-Währungen umzuwandeln und so fast überall zu bezahlen, wo normale Kreditkarten akzeptiert werden.
Internationale Überweisungen
Als "Peer-to-Peer-Währung" ermöglicht Bitcoin grenzüberschreitende Transaktionen potenziell einfacher, schneller und günstiger, da keine zentralen Banken als Zwischenhändler benötigt werden. Dies ist besonders in Regionen mit erschwertem Zugang zu Bankdienstleistungen oder politischer Instabilität von Bedeutung.
Umgehung von Kontrollen
Besonderer Beliebtheit erfreut sich Bitcoin in autoritären Staaten. Hier nutzen weite Teile der Bevölkerung die Kryptowährung, um Zensur zu umgehen, Aktivismus zu finanzieren und Kapital ins Ausland zu transferieren, wenn andere Wege von staatlicher Seite blockiert werden.
Spekulation
Nicht zuletzt ist die Spekulation für viele Menschen die Hauptmotivation, Bitcoin zu kaufen. Die atemberaubenden Kurssteigerungen der Kryptowährung in den letzten Jahren üben eine hohe Anziehungskraft auf Anleger aus.
Wo kann man Bitcoin kaufen?
Heutzutage stehen dir vier Möglichkeiten offen, Bitcoin zu kaufen, und zwar über Kryptobörsen, Peer-to-Peer-Plattformen, Online-Broker und Bitcoin-Automaten. Alle vier Methoden haben ihre Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile, die im Anschluss kurz vorgestellt werden:
Kryptobörsen
Die einfachste Möglichkeit, Bitcoin zu kaufen, ist über eine Kryptowährungsbörse. In den vergangenen Jahren sind aufgrund des Erfolges digitaler Währungen zahlreiche Kryptobörsen entstanden, auf denen du zum aktuellen Marktpreis Bitcoin kaufen und verkaufen kannst. Zu den im deutschsprachigen Raum größten und beliebtesten Kryptobörsen gehören Binance, BISON, Bitpanda, Coinbase und Kraken.
Die großen Kryptobörsen besitzen eine Reihe von Vorteilen in Bezug auf den Bitcoin-Handel. Sie haben eine hohe Liquidität (und dementsprechend immer aktuelle Bitcoin-Kurse), sie bieten verschiedene Zahlungsmethoden für den Kauf von Bitcoin an und sie verfügen über sehr benutzerfreundliche Handelsplattformen bzw. Apps. Zudem punkten die großen Börsen mit einem sehr umfangreichen Angebot an weiteren Kryptowährungen.
Der einzige Nachteil dieser Kryptobörsen ist, dass deine Coins nicht zu 100% sicher verwahrt sind. Es besteht die Gefahr, dass eine Börse gehackt wird und im schlimmsten Fall deine Bitcoin-Bestände dabei vollständig geraubt werden.
Peer-to-Peer-Plattformen
Im Gegensatz zu einer Kryptobörse kaufst du bei einer Peer-to-Peer-Plattform Bitcoin direkt von anderen Nutzern. Die meisten dieser dezentralen Börsen basieren auf der Etherum-Blockchain sowie Layer-2-Lösungen wie Arbitrum oder Polygon. Die beiden größten Peer-to-Peer-Plattformen sind Uniswap und PancakeSwap.
Der große Vorteil des Bitcoin-Tradings über eine dezentrale Börse ist, dass du dabei vollständig anonym bleibst und es keine Mittelsmänner gibt. Das hat auch zur Folge, dass der Bitcoin-Handel über Peer-to-Peer-Plattformen im Regelfall kostengünstiger ist als über eine (zentrale) Kryptobörse.
Der Nachteil des Kaufs und Verkaufs von Bitcoin über diesen Weg ist allerdings, dass du ein größeres Knowhow mitbringen solltest. Ein Grundverständnis der zugrundeliegenden Blockchain ist dafür unbedingt erforderlich.
Online-Broker
Eine weitere Möglichkeit zum Handel von Bitcoin sind Online-Broker. In den letzten Jahren haben fast alle klassischen Broker ihr Handelsangebot an Kryptowährungen erheblich ausgeweitet. Über Online-Broker wie eToro, flatex und TradeRepublic kannst du heutzutage bequem Bitcoin kaufen und verkaufen.
Der große Vorteil von Online-Brokern ist, dass Kunden, die bereits über ein Depot verfügen, ohne ein weiteres Handelskonto bei einer Kryptobörse direkt in den Bitcoin-Handel einsteigen können. Der Nachteil von Online-Brokern ist allerdings, dass sie oftmals höhere Gebühren für das Trading mit Kryptowährungen verlangen. Zudem ist ihr Angebot an handelbaren Kryptowährungen in der Regel deutlich begrenzter als bei spezialisierten Kryptobörsen.
Bitcoin-Automaten
Nicht zuletzt findest du heutzutage in Städten weltweit Bitcoin-Automaten (BTMs), an denen du mit Bargeld Bitcoin kaufen kannst. Der Vorteil dieser Methode, Bitcoin zu kaufen, ist die Bargeldzahlung. Du benötigst dafür kein Handelskonto bei einem Broker. Nachteile von BTMs sind hingegen die meist hohen Gebühren und die limitierten Kaufbeträge.
Wie läuft der Kauf von Bitcoin ab?
In diesem Abschnitt wird der Kauf von Bitcoin über die gebräuchlichsten Methoden, also über eine Kryptobörse oder einen Online-Broker, dargestellt. Der Prozess ist bei fast allen seriösen Börsen identisch und läuft in sechs Schritten ab:
1. Plattform wählen
Im ersten Schritt entscheidest du dich für einen Anbieter, der dir den Handel mit Bitcoin ermöglicht. Bei der Wahl des für dich besten Anbieters solltest du unterschiedliche Kriterien berücksichtigen, wie beispielsweise die Handelsgebühren, das Kryptowährungsangebot, die Benutzerfreundlichkeit und die Regulierung. Je nachdem, welche Auswahlkriterien für dich im Vordergrund stehen, wird eine Kryptobörse oder ein Online-Broker aus dem In- oder Ausland dein Favorit sein.
2. Konto eröffnen
Nachdem du dich für einen Bitcoin-Handelsanbieter entschieden hast, musst du bei der Börse oder dem Broker ein Konto eröffnen. Der Kontoantrag ist heutzutage bei allen Anbietern vollständig digitalisiert und dauert in der Regel nur wenige Minuten.
3. Konto verifizieren
Um die Erstellung deines Handelskontos bei einer Kryptobörse oder einem Online-Broker abzuschließen, musst du noch deine Identität verifizieren. In Deutschland und der EU sind alle Anbieter dazu verpflichtet, die Identität ihrer Kunden zu prüfen. Diese Identitätsprüfung läuft heutzutage ebenfalls online ab, entweder über das Video-Ident-Verfahren oder das Hochladen von Ausweisdokumenten in Kombination mit einem Adressnachweis.
4. Geld einzahlen
Sobald die Kryptobörse oder der Online-Broker den Kontoeröffnungsprozess abgeschlossen hat, kannst du auf dein Handelskonto zugreifen. Um in den Handel mit Bitcoin einzusteigen, musst du noch dein Konto kapitalisieren, also Geld darauf einzahlen. Je nach Anbieter stehen dir dazu unterschiedliche Zahlungsmethoden zur Verfügung, beispielsweise die klassische SEPA-Überweisung, Kreditkarten oder PayPal.
5. Bitcoin kaufen
Wenn das Geld auf deinem Handelskonto eingegangen ist, kannst du umgehend mit dem Kauf von Bitcoin beginnen. Du musst übrigens keinen ganzen Bitcoin kaufen, sondern kannst auch Bruchteile der Kryptowährung erwerben (beispielsweise für 100 €).
6. Bitcoin verwahren
Nach dem Kauf von Bitcoin musst du dich noch für eine Verwahrungsmethode entscheiden. Im einfachsten Fall wird dein Bitcoin-Bestand auf deinem Handelskonto bei der Kryptobörse oder dem Online-Broker gespeichert. Sofern du jedoch auf Nummer sicher gehen willst, solltest du deinen Bitcoin-Bestand auf eine externe Hardware-Wallet übertragen, die ausschließlich dir die volle Kontrolle über deine Währungsbestände gibt.
Welche Alternativen gibt es zum direkten Kauf von Bitcoin?
Einige Anleger scheuen aus unterschiedlichen Gründen den direkten Kauf von Bitcoin. Falls du an der Entwicklung des Bitcoin-Kurses partizipieren, aber nicht direkt in die Kryptowährung investieren willst, stehen dir einige alternative Investment-Möglichkeiten zur Verfügung.
Exchange-traded Products (ETPs)
Exchange-traded Products sind die gängigste und am stärksten regulierte Form des indirekten Bitcoin-Investments. ETPs werden wie Kryptowährungen, Aktien und andere Wertpapiere an der Börse gehandelt.
Bei ihnen handelt es sich jedoch um Schuldverschreibungen, die den Preis des zugrundeliegenden Vermögenswerts, also zum Beispiel des Bitcoin, abbilden. Sehr viele Bitcoin-ETPs sind physisch besichert, das heißt, der Emittent hält tatsächlich Bitcoin als Sicherheit.
Bitcoin-ETPs bieten dir eine Reihe von Vorteilen. Sie lassen sich genauso einfach wie Bitcoin über dein Handelskonto kaufen und verkaufen. Der Handel erfolgt zudem über stark regulierte Börsen, wie zum Beispiel XETRA oder die Börse Stuttgart. Zudem musst du dich bei ETPs nicht um die Speicherung deiner Kryptowährungsbestände kümmern.
Exchange-traded Products haben jedoch einen Nachteil, den du unbedingt kennen solltest. Im Gegensatz zu Exchange-traded Funds (ETFs), stellen sie kein Sondervermögen dar, sondern sind Schuldverschreibungen. Das bedeutet, dass du ein Emittentenrisiko (Ausfallrisiko) trägst, falls der Herausgeber des ETPs zahlungsunfähig wird.
Aktien von Kryptounternehmen
Eine weitere Möglichkeit, indirekt von der Entwicklung des Bitcoin-Kurses zu profitieren, sind Aktien von Kryptounternehmen. Ihre Aktienkurse sind meist sehr eng an die Kursentwicklung von Bitcoin gekoppelt, weshalb sie oft als "Bitcoin-Proxys" bezeichnet werden.
Eine Gruppe von Bitcoin-Proxys sind Unternehmen mit großen Bitcoin-Beständen. Das bekannteste von ihnen ist MicroStrategy. Eine weitere Unternehmensgruppe, deren Aktienkurse sich stark am Bitcion-Kurs orientieren, sind Kryptobörsen und Dienstleister. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist Coinbase, die größte börsennotierte Kryptobörse der Welt. Eine dritte Gruppe von Unternehmen, deren Aktienkurse eng mit Bitcoin verbunden sind, sind Bitcoin-Miner. Bekanntestes Beispiel dafür ist Riot Platforms.
Derivate
Eine dritte Möglichkeit, indirekt in Bitcoin zu investieren, sind Derivate wie Contacts for Difference (CFDs) oder Turbo-Optionsscheine. Diese Hebelprodukte geben dir die Möglichkeit, die Kursentwicklung der Kryptowährung um einen gewählten Faktor zu potenzieren.
Der Vorteil von Derivaten ist ihr großes Gewinnpotenzial, wenn sich der Kurs des Bitcoin in die gewünschte/vorhergesagte Richtung bewegt. Dieses ist jedoch mit einem ebenso großen Verlustrisiko im Falle unvorteilhafter Kursbewegungen verbunden. Derivate sollten deshalb nur von sehr erfahrenen Anlegern gehandelt werden.
Wie wird Bitcoin steuerlich behandelt?
In Deutschland wird Bitcoin nicht wie Aktien oder andere Wertpapiere zu den Kapitalanlagen gezählt. Deshalb werden Gewinne aus dem Bitcoin-Handel hierzulande auch nicht als Kapitalerträge behandelt und es fällt demnach keine Abgeltungssteuer in Höhe von 25% an.
Stattdessen greifen beim Bitcoin die Regeln für private Veräußerungsgeschäfte im Einkommenssteuergesetz. Gewinne aus dem Handel mit der Kryptowährung werden deshalb mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert.
Es gibt allerdings eine sehr wichtige Ausnahme: Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin, die du über ein Jahr lang gehalten hast, sind für Privatpersonen steuerfrei. Die einjährige Haltefrist beginnt am Tag nach der Anschaffung. Demnach ist es steuerlich vorteilhafter, direkt in die Kryptowährung zu investieren als indirekt über Finanzprodukte wie ETPs, Proxy-Aktien oder Derivate. Bei ihnen fällt unabhängig von der Haltedauer die Abgeltungssteuer in Höhe von 25% (ggf. zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) an.
Solltest du deine Bitcoin mit Gewinn innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung verkaufen, wird der gesamte Gewinn mit deinem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert. Bitcoin-Handelsgewinne bleiben jedoch steuerfrei, wenn die Summe aller Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 € liegt. Dabei handelt es sich jedoch um eine Freigrenze. Wenn deine Gewinne aus Veräußerungsgeschäften auch nur 1 € über 1.000 € liegen, musst du den gesamten Gewinn versteuern.
Wie bei anderen Wertpapieren kannst du auch Verluste aus dem Handel mit Bitcoin mit Gewinnen aus anderen Veräußerungsgeschäften verrechnen. Du kannst beispielsweise Verluste aus dem Bitcoin-Trading mit einem Gewinn aus dem Verkauf von Aktien verrechnen.
Einkünfte aus dem Staking, Lending oder Mining von Bitcoin werden nach deutschem Steuerrecht als sonstige Einkünfte behandelt. Das bedeutet, dass die erhaltenen Coins zu ihrem Marktwert zum Zeitpunkt des Zuflusses zu versteuern sind. Hier gilt eine Freigrenze von 256 € pro Jahr. Bei Überschreitung ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.
Wie hat sich der Bitcoin-Kurs entwickelt?
Die Kursentwicklung des Bitcoin war in den letzten fünfzehn Jahren seit seiner Entstehung von einer extrem hohen Volatilität geprägt. Starke Kursrallyes wechselten sich mit tiefen Korrekturen ab. Die historische Bitcoin-Kursentwicklung lässt sich in einigen Phasen charakterisieren:
2009 - 2012: Von Null zum Dollar
Im Jahr 2009 startete der Bitcoin mit einem Wert von 0 US$. Ein Jahr später fand der sogenannte "Bitcoin Pizza Day" statt. Erstmals wurde die Kryptowährung für den Kauf von Produkten (zwei Pizzen) eingesetzt. 2011 erreichte der Bitcoin erstmals Parität mit dem US$, das heißt, 1 Bitcoin hatte den Gegenwert von 1 US$.
2013 - 2019: Die ersten Rallyes und Korrekturen
Im Jahr 2013 erlebte der Bitcoin seine erste große Kursrallye. Der Kurs schoss von 100 US$ auf über 1.000 US$ hoch, brach im Anschluss aber wieder stark ein.
2017 folgte der bisher größte Bullenmarkt. Der Bitcoin-Kurs stieg explosionsartig auf sein damaliges Allzeithoch von fast 20.000 US$. Durch diese Kursrallye erhielt die Kryptowährung große mediale Aufmerksamkeit und wurde erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Nach dem Hoch von 2017 brach der Kurs des Bitcoin jedoch dramatisch ein und verlor in den darauffolgenden Monaten über 80% seines Wertes. Die Jahre 2018 und 2019 werden deshalb auch als "Kryptowinter" bezeichnet.
2020 - 2022: Corona-Rallye und zweiter Kryptowinter
Im Frühjahr 2020 begann mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ein neuer Bullenmarkt für den Bitcoin. Angetrieben durch die lockere Geldpolitik der Zentralbanken in aller Welt und das wachsende Interesse institutioneller Anleger verzehnfachte sich der Bitcoin-Kurs innerhalb eines Jahres von ca. 5.000 US$ (März 2020) auf rund 50.000 US$ (März 2021). Nach einem kurzen, aber heftigen Kurseinbruch stieg der Bitcoin im November 2021 auf ein neues Allzeithoch bei knapp 70.000 US$.
2022 ging als bislang schwärzestes Jahr in die Entwicklungsgeschichte des Bitcoin ein. Der Markt kollabierte aufgrund steigender Zinsen, geopolitischer Unsicherheiten und der Pleiten großer Akteure im Kryptomarkt (z.B. FTX). Innerhalb eines Jahres sackte der Bitcoin-Kurs auf ca. 15.000 US$ ab.
2023 - heute: Die große institutionelle Rallye
Anfang 2023 begann eine neue Aufwärtsbewegung, die den Bitcoin bis heute auf neue Höchstkurse von über 120.000 US$ katapultierte. Haupttreiber dieser gewaltigen Kursrallye war (und ist) die zunehmende Adoption der Kryptowährung durch große Unternehmen und Finanzdienstleister.
Die Zulassung von Bitcoin-Spot-ETFs in den USA sorgte für eine sehr starke Nachfrage nach der Kryptowährung. Zudem wurde das Angebot der Währung durch das Bitcoin-Halving Anfang 2024 verknappt.
Was sind die Chancen von Bitcoin?
Der Bitcoin bietet Privatanleger, Unternehmen und Staaten ein breites Spektrum an zukünftigen Chancen. Nachfolgend findest du eine Zusammenfassung der fünf wichtigsten:
Kursgewinne
Die jährlichen Renditen des Bitcoin haben in den letzten Jahren die Kursgewinne anderer Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Aktien, in den Schatten gestellt. Die Aussichten auf weitere Kurssteigerungen stehen nach wie vor gut.
Das auf 21 Millionen Coins begrenzte Angebot sorgt für automatisch steigende Kurse bei steigender Nachfrage. Die Nachfrage nach Bitcoin steigt sowohl von privater als auch von gewerblicher Seite. Firmen wie MicroStrategy und Tesla halten Bitcoin in größeren Mengen als Cash-Alternative.
Teilweise ist die Nachfrage nach Bitcoin auch politisch getrieben. Der mittelamerikanische Staat El Salvador hat Bitcoin als erstes Land der Welt als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt.
Schutz
Das westliche Demokratiemodell gerät weltweit zunehmend unter Druck. Selbst in den USA gibt es unter Präsident Trump starke autoritäre Tendenzen.
Bitcoin bietet Menschen in aller Welt Schutz vor staatlichem Zugriff und Gängelung. Die Kryptowährung ist dezentral, weshalb sie von keiner Regierung oder staatlichen Institution verboten oder kontrolliert werden kann. Bitcoin-Guthaben lassen sich nicht auf staatliche Order hin einfrieren und Regierungen haben keine Möglichkeiten, Zahlungsflüsse ihrer Bürger in Bitcoin zu beschränken. Das macht die Kryptowährung zum Paradebeispiel einer Schutz- und Fluchtwährung.
Überweisungen
Bitcoin-Überweisungen sind bereits heute schneller und kostengünstiger als traditionelle Banküberweisungen. Durch das Lightning Network werden Zahlungen in der Kryptowährung noch schneller und günstiger als je zuvor. Dadurch entstehen neue Anwendungsfälle für Bitcoin in der Praxis, wie zum Beispiel Mikrozahlungen für Content, Gaming, Podcasts und Streaming.
Diversifikation
Der Bitcoin-Kurs weist eine geringe Korrelation mit den Kursentwicklungen anderer Anlageklassen, wie beispielsweise Aktien, auf. Die Kryptowährung eignet sich deshalb sehr gut als Portfoliobeimischung, um das Gesamtrisiko eines Anlageportfolios zu senken.
Politik
Vielen Staaten, allen voran die Welt- und Regionalmächte China, Indien und Russland ist die globale Dominanz des US-Dollars in der Wirtschafts- und Finanzwelt seit langem ein Dorn im Auge. Der Bitcoin stellt für sie eine interessante Alternative als Zahlungsmittel und Wertspeicher ohne politische Bindung an die USA dar.
Was sind die Risiken von Bitcoin?
Kryptowährungen im Allgemeinen und der Bitcoin im Speziellen sind mit einer Reihe von Risiken verbunden. Diese sind wirtschaftlicher, technologischer, regulatorischer und umweltpolitischer Natur. Hier sind die fünf wichtigsten Bitcoin-Risiken kurz zusammengefasst.
Wertverlust
Wie bereits zuvor im Abschnitt über die historische Kursentwicklung des Bitcoin dargestellt, hat die Kryptowährung im Laufe der Geschichte bereits mehrfach innerhalb kurzer Zeit über die Hälfte ihres Wertes verloren. Bitcoin ist und bleibt vor diesem Hintergrund ein hochspekulatives Investment.
Im Gegensatz zu anderen Finanzinstrumenten, wie Aktien oder Anleihen, ist der Kurs des Bitcoin nicht durch (Unternehmens-)Werte hinterlegt. Er basiert ausschließlich auf dem Glauben von Anlegern an die Werthaltigkeit der Kryptowährung.
Regulierung
Kryptowährungen sind weitgehend unreguliert. Im Gegensatz zu Bankeinlagen, die durch die Einlagensicherung geschützt sind, gibt es bei Bitcoin keine staatliche Absicherung.
Zudem sind die regulatorischen Rahmenbedingungen von Kryptowährungen von Land zu Land unterschiedlich und ständig im Fluss. Neue, restriktive Gesetze oder ein Verbot in großen Volkswirtschaften können den Bitcoin-Kurs massiv belasten.
Irreversibilität
Einmal getätigte Bitcoin-Transaktionen sind unwiderruflich. Bei einer Falschüberweisung oder einem Betrug gibt es keine zentrale Stelle, die die Zahlung rückgängig machen könnte.
Sicherheit
Wenn du deine Bitcoin-Bestände in einer Wallet verwahrst, bist du selbst für ihre Sicherheit verantwortlich. Geht dein privater Schlüssel verloren, sind deine Bitcoins für immer unerreichbar.
Verwahrst du deine Coins hingegen auf einer Handelsplattform, können sie zum Ziel von Hackerangriffen werden. In der Vergangenheit kam es bereits zu größeren Kryptovermögensverlusten durch gezielte Hacks.
Umwelt
Der Prozess des Bitcoin-Minings (Proof-of-Work Verfahren), also der Verifizierung von Transaktionen und der Schaffung von Blocks in der Blockchain, ist extrem energieintensiv. Der Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks ist inzwischen auf die Größenordnung einiger europäischer Kleinstaaten angewachsen. Dieser hohe Energieverbrauch steht seit langem in der Kritik und wirft Fragen zur Nachhaltigkeit der Kryptowährung auf.
Expertenwissen: Wie startet man am besten mit Bitcoin?
Wenn du mit Bitcoin starten möchtest, ist es wichtig, strukturiert und sicher vorzugehen. Der Einstieg ist heute einfacher als noch vor ein paar Jahren - aber du solltest nicht unvorbereitet handeln, sondern verstehen, was du tust.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du vernünftig in die Bitcoin-Welt einsteigst:
1. Wissen aufbauen
Bitcoin und seine technologischen Grundlagen sind für die meisten Anleger nicht leicht verständlich. Um in Bitcoin zu investieren, musst du kein Blockchain-Experte werden. Aber ein Grundverständnis der Funktionsweise der Kryptowährung (Blockchain, Mining, Halving, etc.) solltest du vor einem Investment auf jeden Fall besitzt. Über Bücher oder das Internet kannst du dir ein Grundwissen zum Bitcoin aneignen.
2. Strategie festlegen
Bevor du in Bitcoin investierst, solltest du eine Investmentstrategie festlegen. Überlege, ob du langfristig in die Kryptowährung investieren willst (Buy-and-Hold) oder sie spekulativ handeln möchtest.
Von deiner Investmentstrategie sind im Regelfall eine Reihe von Entscheidungen abhängig: Wie viel Geld investierst du pro Trade? Welche Handelsplattform ist am besten? Wie viel Zeit benötigst du viel deine Bitcoin-Anlage? Vor allem als spekulativer Trader solltest du alle mit dem Bitcoin verbundenen Risiken im Detail kennen.
3. Handelsplattform auswählen
Um Bitcoin kaufen zu können, benötigst du ein Konto bei einer Kryptobörse oder einem Online-Broker. Alternativ kannst du die Kryptowährung auch über eine Peer-to-Peer-Plattform erwerben, was für Anfänger allerdings nicht ratsam ist.
Achte bei der Auswahl der Handelsplattform darauf, dass es sich um einen regulierten, großen und benutzerfreundlichen Anbieter handelt. Bewertungen im Internet helfen dir dabei, die für dich am besten geeignete Plattform zu finden.
4. Bitcoins verwahren
Die Verwahrung von Bitcoins über eine Börse bzw. über einen Broker ist die bequemste Form. Du musst dich um nichts weiter kümmern, gehst damit aber das Risiko ein, bei einem Hackerangriff deine Währungsbestände zu verlieren.
Wenn du größere Bitcoin-Bestände aufbauen willst, ist es deshalb ratsam, dir eine eigene Hardware-Wallet zuzulegen. Da ihr Schlüssel offline gespeichert ist, garantiert sie einen maximalen Schutz vor Hacks.
5. Strategisch investieren
Bei deinen Bitcoin-Käufen und -Verkäufen solltest du dich an deine in Schritt 2 festgelegte Investitionsstrategie halten. Je klarer deine Ziele sind, desto weniger wirst du dich von Kursschwankungen beeinflussen und verunsichern lassen.
Ebenso solltest du zu Beginn nur kleinere Beträge investieren, um dich mit dem Handelsprozess der Kryptowährung vertraut zu machen. Kleinere Beträge haben ebenfalls den Vorteil, dass du über die Bitcoin-Kursschwankungen deine Emotionen besser kennenlernst und kontrollieren kannst.
Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die steuerliche Behandlung von Bitcoin. Wie zuvor erwähnt, sind Gewinne aus Bitcoin-Investments, die du länger als ein Jahr gehalten hast, steuerfrei.