Andreas Lambrou

Die goldene Hand
Man muss beim Investieren zu Ende denken, die Dinge aufschreiben und analysieren, seine Hausaufgaben erledigen.
 

Für Andreas Lambrou hat das Abenteuer Börse mit einem Ärgernis begonnen. Er freute sich schon auf Gewinne, die sein Vater mit der Anlage seines Taschengeldes erzielen würde. Doch dann waren 20% des in einen Fonds investierten Kapitals futsch. „Da war ich ganz schön sauer“, erinnert er sich. Heute lacht der 43-Jährige über diese Episode. Er hat sich in drei Jahrzehnten zu einem hochangesehenen Fachmann für Rohstoffe entwickelt, wovon er selbst und seine große Fangemeinde finanziell enorm profitieren.

Der Mann mit dem griechischen Nachnamen schüttelt den Kopf. „Nein“, sagt er, „dass ich auf Zypern wohne, hat nichts mit familiären Wurzeln zu tun.“ Seit dem Sommer 2020 genießt Lambrou auf der Mittelmeerinsel täglich entspannt den Blick auf die Wellen vor seiner Haustür. Wer jedoch meint, er würde hier seinen vorzeitigen Ruhestand genießen, der irrt gewaltig.

An den Extremen des Marktes orientieren

Vielmehr ist der Börsianer mit Leib und Seele beinahe rund um die Uhr aktiv, um bei Gold, Silber, Öl, Kupfer oder anderen Rohstoffen nach lukrativen Investmentchancen zu forschen. Die er immer wieder findet, sehr zur Freude seiner Anhänger. Wie er das macht? „Ich suche nach asymmetrischen Chancen, die sich an den Extremen des Marktes orientieren, und ich suche nicht in der Mitte“, erzählt er.

Mögliche Verzehnfacher aufspüren

Will heißen: Er schaut nach rechts, wo er Deep-Value-Werte günstig einsammeln kann, und nach links, wo er mögliche Verzehnfacher aufspüren kann. Selbst wenn letztere ein Totalverlustrisiko bergen. „Meine Philosophie ist eben nicht die Verlustbegrenzung“, sagt Lambrou. Weil er weiß, dass am Ende immer ein Volltreffer steht, der mehr als reicht, um andere Verluste vergessen zu machen.

„Günther Goldherz“, wie sein Künstlername lautet, kann mit Fug und Recht behaupten, dass seine Strategie funktioniert. Immerhin hat er diese in mehr als 25 Börsenjahren entwickelt und immer weiter verfeinert.

Knallharte Börsen-„Schule“ durchlaufen

Als er im Alter von 15 Jahren eine Ausbildung zum Chemikanten bei der Degussa in Rheinfelden begann, waren diese Erfolge natürlich noch nicht absehbar. Seine ersten Aktien kaufte er allerdings damals schon. Es waren BASF-Papiere. Lambrou, in Jena geboren und bei Lörrach/Basel aufgewachsen, durchlief in den folgenden Jahrzehnten eine knallharte Börsen-„Schule“.

Die wichtigsten Stationen in aller Kürze:

  • 1999-2000: Aktivitäten bei Hornblower Fischer, einem Broker für US-Aktien und Rohstoffe, mit Abschluss Series-3-Prüfung
  • 2000-2001: Analyst für Internetaktien und Aufstieg zum Junior-Fondsmanager eines Internetfonds und eines Multi-Assetfonds der Value Management & Research AG, gegründet von Florian Homm
  • 2001-2004: Studium BA International Management in Freiburg, Abschluss in Cambridge
  • 2005: Fondsmanager der Privatbank Sarasin in Basel und Zürich
  • 2006-2010: Portfoliomanager und Partner der JPV AG Jud & Partner Vermögensverwaltung, Spezialisierung auf Emerging Markets und Rohstoff-Anlagen, Futures wie Aktien
  • 2010-2012: Börsenbriefautor seit Gründung seines ersten Börsenbriefs 2003, Selbstständigkeit in Asien mit einer Firma in Singapur als Consultant

Nach einer Erholungsphase mit einer jahrelangen Weltreise, die er sich locker leisten konnte, packte den verheirateten Finanzexperten wieder der Ehrgeiz. Nur mit seinem Hund, einem Spaniel-Dackel-Mischling, wandern zu gehen, war ihm auf Dauer zu langweilig.

Erster Newsletter erschien exakt am Goldpreis-Korrekturtief

Im Dezember 2015 rief Lambrou erstmals den Goldherz-Newsletter ins Leben, den die bull markets media GmbH herausbringt. „Die Erstausgabe erschien punktgenau eine Woche vor dem absoluten Goldpreis-Korrekturtief bei 1.150 US$“, freut er sich. 2017 folgte der Goldherz VIP Club, in dem es nicht nur um starke Investitionsideen, sondern auch um lukrative Privatplatzierungen geht. Schließlich kam im Sommer 2018 Goldherz PLUS, als der Goldpreis bei 1.200 US$ gerade das zweite signifikante Tief erreicht hatte.

Der Schnelligkeit entgehen

Was zeichnet den gebürtigen Ostdeutschen aus? Warum vertrauen ihm so viele Anleger? Der Experte für Rohstoff-Aktien und Gold-Aktien gewährt Einblick in seine Strategie: „Man muss beim Investieren zu Ende denken, die Dinge aufschreiben und analysieren, seine Hausaufgaben erledigen.“ Nur wer „das verrückte Hin und Her an der Börse“ aus einer Hubschrauberperspektive überblicke und auf Sicht von bis zu drei Jahren agiere, sei am Ende erfolgreich. Sein wichtigster Ratschlag: „Man muss der Schnelllebigkeit entgehen.“

Über das verzockte Taschengeld durch seinen Vater, mit dem alles angefangen hat, ist Andreas Lambrou übrigens rückblickend sehr dankbar. Denn als Papa ihm achselzuckend den Verlust eines Teils des Geldes offenbarte, verband er das mit einem Spruch, den sein Sohn nie mehr vergessen hat: „Junge, Rohstoffe braucht die Welt immer.“

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