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Jens / 26.01.21 / 13:55

Dein brandneuer Guide für Dividenden-Aktien 2021

Das letzte Jahr stand voll im Zeichen der Corona-Krise. Doch in 2021 werden sich die Finanzmärkte auf die erwartete Erholung der zweiten Jahreshälfte fokussieren. Kann man sich mit Dividendentiteln wie BASF (WKN: BASF11) oder Daimler (WKN: 710000 noch eine gute Rendite sichern?

Im Jahr 2020 war der Einkauf dividendenstarker Titel vergleichsweise einfach und viele Werte gab es zu attraktiven Preisen. Doch mittlerweile sind auszahlungsstarke Firmen gesucht und einige Preisniveaus lassen nur noch schwache Dividendenrenditen zu. Dividendenjäger müssen also selektiver werden!

Zunächst einmal beantworten wir die wichtigsten und häufigsten Fragen rund um Dividenden und Dividenden-Aktien, bevor wir einige Vorschläge für konkrete Investments parat haben.

Eine Aktie wird als Dividenden-Aktien bezeichnet, wenn Aktionäre in regelmäßigen Abständen eine Zahlung vom Unternehmen erhalten. Diese Zahlung wird als Dividende bezeichnet. Wir möchten Dir erklären, weshalb Dividenden-Aktien ein so beliebtes Instrument für Investoren sind.

Was bedeutet "Dividenden-Aktie" oder: Was ist eine Dividende?

Eine Dividende ist zunächst einmal schlicht eine Zahlung eines Unternehmens an seine Aktionäre, also die Eigentümer der Firma. Man unterscheidet zwischen regelmäßigen Dividenden und Sonderdividenden. Der Charakter der regelmäßigen Dividende ist der einer Beteiligung an den jährlich wiederkehrenden Gewinnen der Unternehmen.

Eine Sonderdividende hingegen wird zum Beispiel ausgeschüttet, wenn ein außerordentlich hoher Sonderertrag – möglicherweise durch den Verkauf einer Sparte – für einen signifikanten Einmalertrag sorgt, für den das Unternehmen keine Reinvestitionsmöglichkeit sieht.

Es ist prinzipiell nicht notwendig, dass ein Unternehmen eine Dividende auch "verdient". Rein theoretisch kann eine Firma Schulden aufnehmen und diese Mittel als Dividende an die Aktionäre ausschütten.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite ist eine Kennzahl, die es Investoren erleichtert, mehrere Dividenden-Aktien miteinander zu vergleichen.

Die Dividendenrendite zeigt das Verhältnis der Dividende zum Aktienkurs. Die Dividendenrendite berechnet sich, indem Du die Summe an jährlichen Dividendenzahlungen durch den derzeitigen Aktienkurs teilst. Dementsprechend schwankt diese Kennziffer mit dem Aktienkurs und verändert sich quasi täglich.

Die Dividendenrendite sagt über die Attraktivität einer Aktie für sich betrachtet noch nichts aus. Ein leicht übertriebenes Beispiel: Eine Firma verfügt über genau eine Goldmine, deren Produktion zum Jahresende versiegt. Alle Gewinne des Jahres und vorhandene Restmittel werden zum Jahresende ausgeschüttet und die Firma anschließend aufgelöst.

Dementsprechend wird die Aktie ungefähr auf diesem Liquidierungsniveau handeln. Rein mathematisch weist sie also eine Dividendenrendite von 90-100% aus. Trotzdem könnte diese Aktie ein schlechtes Investment sein – zum Beispiel, wenn doch 10% weniger Gold gefunden wird als ursprünglich vermutet.

Wie hoch ist eine Dividende

Wie hoch ist eine Dividende?

Das kommt natürlich ganz auf die Firma und die Umstände an. Firmen mit starken Wachstumsmöglichkeiten sind für gewöhnlich darauf fokussiert, ihre Mittel in wertsteigernde Projekte zu investieren, um den Wert des Unternehmens langfristig zu erhöhen.

Firmen mit reifen Geschäftsmodellen ohne signifikantes Wachstum schütten in der Regel einen Großteil ihrer Gewinne aus. Beispiele hierfür sind unter anderem Hersteller von Tabakprodukten.

Normalerweise schütten Firmen etwa 30% bis 70% des nachhaltigen Unternehmensgewinns ohne Sondereinflüsse an ihre Aktionäre aus.

Zu hohe Dividendenrendite meist nicht nachhaltig

Die meisten Dividendenrenditen hingegen bewegen sich zwischen 1% und 10%. Dividendenrenditen über 5% sind für gewöhnlich ein Zeichen, dass die Marktteilnehmer erhebliche Zweifel an der langfristigen Nachhaltigkeit der Gewinne der Firma und somit auch der Dividende hegen. Investoren sollten nicht erwarten, dass die Dividende in diesen Fällen bis in alle Ewigkeit gezahlt wird.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die attraktivsten Renditen im Bereich zwischen 3% und 7% Dividendenrendite zu finden sind. Dividendenrenditen von 8% und höher sind oft nicht nachhaltig und werden durch große Kursrückgänge (beispielsweise bei sterbenden Geschäftsmodellen) beziehungsweise eine künftige Senkung der Dividende überkompensiert.

Top Dividenden-Aktien 2021 – Welche Aktie hat die höchste Dividende?

Das ist einer der schwierigsten Punkte, wenn man sich auf Dividenden-Aktien fokussiert. Wie gesagt sind übermäßig hohe Dividendenrenditen eher ein Warnzeichen als ein Qualitätsmerkmal. Viel wichtiger als die Höhe ist die Nachhaltigkeit der Dividende.

Hohe Dividendenrenditen findest Du aktuell bei BASF, Royal Dutch Shell oder British American Tobacco. Beliebt sind aber auch Getränkehersteller wie Coca Cola oder unerschütterliche Geschäftsmodelle wie die von Johnson & Johnson. In diesen Fällen legen Anleger mehr Wert auf die Nachhaltigkeit und Wachstumsmöglichkeiten der Dividende als auf ihre heutige Höhe.

Wer entscheidet, wie hoch eine Dividende ist?

Grundsätzlich entscheiden die Aktionäre einer Firma über die Dividende – meist aber auf indirekte Art und Weise. Rein technisch schlägt – je nach Jurisdiktion der Firma – das Management oder der Aufsichtsrat eines Unternehmens eine Dividende vor. Dieser Vorschlag wird von der Hauptversammlung oder dem Aufsichtsrat des Unternehmens dann akzeptiert oder abgelehnt.

De facto steht hinter der Entscheidung aber ein laufender Austausch der Entscheidungsträgern mit den Aktionären. Für gewöhnlich verfolgt ein Unternehmen zudem eine festgeschriebene Dividendenpolitik. Beispielhaft könnte es das kommunizierte Ziel sein, etwa 30-40% des nachhaltigen Gewinns (ohne Sondereffekte also) an die Aktionäre auszuschütten. Je nachdem, wie viel Kapital für internes Wachstum oder etwaigen Schuldendienst benötigt wird, kann diese Bandbreite dann ausgenutzt werden.

Darüber hinaus gilt es als Qualitätsmerkmal eines Unternehmens, eine Dividende sowohl stets zu zahlen als auch nie zu kürzen. In schlechten Zeiten schütten Unternehmen also gerne auch einmal aus zurückgelegten Gewinnen oder mithilfe von Schulden eine Dividende aus.

Unternehmen, die über einen ausreichend langen Zeitraum stetige und optimalerweise steigende Dividenden auszahlen, bezeichnen Investoren als Dividenden-Aristokraten.

Dividendenzahlungen

Muss ein Unternehmen immer eine Dividende zahlen?

Selbstverständlich kann eine Dividende jederzeit reduziert, erhöht oder aber auch komplett gestrichen werden. Benötigt das Unternehmen die Mittel zur Überbrückung einer Schwächephase, für ein attraktives internes Wachstumsprojekt oder zum Schuldendienst ist die Kürzung einer Dividende vollkommen akzeptabel und kann sogar im langfristigen Sinne der Aktionäre sein.

Es ist ebenfalls möglich, dass Elemente eines Kreditvertrages (sogenannte Covenants) einer Firma verbieten, eine Dividende zu zahlen, wenn der Jahresgewinn unter eine gewisse Schwelle fällt oder eine gewisser Bestand an liquiden Mitteln dadurch unterschritten würde.

So waren im Rahmen der Corona-Krise Dividenkürzungen zur Wahrung der Substanz des Unternehmens an der Tagesordnung. Solange die langfristige Wertschöpfungsfähigkeit des Unternehmens nicht beschränkt wird, ist das auch weder ein Problem noch ein Grund zur Sorge.

Wann werden Dividenden gezahlt?

Bezüglich der Dividendenzahlung gibt es rund um den Globus zahlreiche verschiedene Usancen. Deutsche Firmen zahlen meist um ihre Hauptversammlung aus. Das liegt daran, dass diese dem Dividendenvorschlag zustimmen müssen. In der Folge schütten deutsche Unternehmen in aller Regel nur einmal jährlich eine Dividende an ihre Aktionäre aus.

Bei britischen Unternehmen ist es üblich, jährlich zwei Dividenden zu zahlen. Meist handelt es sich um eine kleinere Zwischendividende und eine größere Hauptdividende.

Amerikanische Unternehmen hingegen zahlen in aller Regel sogar quartalsweise. Für die Aktionäre bedeutet das ein konstantes zusätzliches Einkommen, welches über das ganze Jahr verteilt ist.

Grundsätzlich gibt es hier kein richtig oder falsch. Beliebter ist dennoch die häufigere Ausschüttung (von natürlich jeweils kleineren Beträgen). Bei der Berechnung der Dividendenrendite musst Du darauf achten, alle Zahlungen eines Kalenderjahres zu addieren.

Kann man genau sehen, wann die Dividende ausgezahlt wird?

Nahezu alle Firmen unterhalten auf ihrer Webseite eine Sektion, die sich „Investor Relations“ nennt. Dort findest Du auch alle wichtigen Termine, unter anderem die Ausschüttungstage der Dividende – sofern sie denn schon bekannt sind. Hier am Beispiel von BASF und Coca-Cola.

Auch eine Google Suche nach einem „Dividendenkalender“ kann Abhilfe schaffen. Die Aktualität der Daten liegt jedoch in den Händen des jeweiligen Betreibers.

Dividendenkalender

Wie lange muss man Aktien halten, um eine Dividende zu bekommen?

Du musst eine Aktie theoretisch nur an einem einzigen Tag im Depot haben, um dividendenberechtigt zu sein. Für gewöhnlich fällt der Kurs einer Aktie nach der Zahlung der Dividende aber um ziemlich genau diesen Betrag.

Wo ist der Unterschied zwischen Ex-Date, Payment-Date, Record-Date?

Bei einer Dividendenzahlung sind diverse Stichtage für den Anleger relevant. Das ist zum Teil kompliziert, da das Eigentum an einer Aktie im Rahmen eines Börsengeschäfts in aller Regel erst zwei Tage später vom Verkäufer an den Käufer übergeht.

Wir fangen ganz einfach an: Am sogenannten „Payment-Date“ wird die Dividende ausgezahlt. Ist Deine Bank nicht komplett von gestern, wird Dir ab diesem Tag oder kurz später ein erhöhter Kontostand ausgewiesen – Tada.

Der „Record-Date“ bezeichnet den Tag, an dem Du rechtlicher Eigentümer der Aktie sein musst, um die Dividende zu erhalten. Aufgrund der oben beschriebenen Thematik musst Du die Aktie spätestens zwei Werktage vor dem Record Date kaufen, um Anspruch auf die Dividendenzahlung zu haben.

Damit sind wir auch beim „Ex-Date“. Dieses bezeichnet den ersten Tag, ab dem die Aktie ohne das Recht auf die Dividende gehandelt wird. An diesem Tag ist mit einem Kursabschlag in Höhe der Dividende zu rechnen. Investoren sprechen davon, dass die Aktie „ex Dividende“ handelt. Das Ex-Date liegt in aller Regel einen Werktag vor dem Record-Date.

Dividendenzahlung berechnen - Kann man eine Dividende berechnen?

Die Berechnung Deiner Dividende ist in aller Regel ein Kinderspiel. Rein mathematisch ergibt sich die Dividende aus: Ausschüttungsbetrag der Firma / Anzahl dividendenberechtiger Aktien. Firmen nehmen Dir den Großteil der Arbeit aber ab und teilen die Höhe der Dividende gleich „je Aktie“ mit. Diese musst Du also nur mit der Anzahl der Aktien in Deinem Depot multiplizieren und Du kennst den Vorsteuerbetrag, der Dir zur Verfügung stehen wird. Damit sind wir auch gleich bei einem unangenehmen Thema rund um Dividenden: Steuern.

Wie werden Dividenden besteuert?

Auch wenn die Unternehmen ihre Gewinne eigentlich schon versteuert haben, zwackt der Fiskus Dir noch einmal zusätzlich einen Teil der Erträge ab. Genau wie bei anderen Kapitalerträgen auch wird in Deutschland die Abgeltungssteuer von 25% fällig. Obendrauf kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5% und eine etwaige Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer ergibt sich also ein Steuersatz von 25% x 1,055 = 26,375%.
Den Solidaritätszuschlag auf Kapitalerträge abzuschaffen, hat man doch glatt “vergessen“.

Bei ausländischen Dividenden kann der Spaßfaktor darüber hinaus weiter abfallen. Je nach Jurisdiktion werden eventuell Quellensteuern von 10-30 Prozent erhoben, die über die Kapitalertragsteuer hinausgehen können und die Nettorendite schmälern können.

Hier gibt es lediglich einen Ausweg: den sogenannten Freibetrag für Kapitalerträge. Der Fiskus gewährt Dir jedes Jahr 801€ (1.602€ für Ehepaare) steuerfreies Einkommen aus Kapitalerträgen, also realisierte Kursgewinne, Zinsen und auch Dividenden.

Die ausländische Quellensteuer wird aber in jedem Fall erhoben. Hast Du in einem Kalenderjahr bereits über 801€ an Kapitalerträgen vereinnahmt, bist Du ab diesem Punkt voll steuerpflichtig. Deutsche Banken ziehen die Steuern direkt ab, bevor sie überhaupt auf Deinem Konto landen.

Dividenden-Rendite

Gibt es Kritikpunkte an Dividenden?

Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um die viel gelobte Dividende auch einmal ins negative Licht zu stellen. Behält das Unternehmen die Mittel ein und reinvestiert diese erfolgreich, kommt dies effektiv einer Steuerstundung gleich und vergrößert Dein Vermögen mittelfristig im Vergleich zur entsprechenden Dividendenzahlung stärker.

Um ein Negativbeispiel zu malen: Du kaufst Aktie A, welche am Tag darauf ex Dividende notiert, für 100€. Die Dividende beträgt 3€ je Aktie. Am Tag darauf notiert die Aktie aller Voraussicht nach auf 97€, auf Deinem Konto landen aber nur 2,21€. Obwohl sich der Kurs der Aktie effektiv nicht verändert hat, hast Du also für den Moment 0,79% Verlust gemacht. Würdest du die Aktie nun verkaufen, würde der Verlust daraus aber verrechnet werden und Du würdest das Geld zurückbekommen.

Wirklich absurd wird es erst dann, wenn Du mit der Aktie auch einmal deutlich im Verlust bist. Auch dann werden auf Dividenden Steuern fällig.

Gibt es steuerfreie Dividenden?

In bestimmten Fällen ist es möglich, dass keine Steuern fällig werden. Löst sich eine Firma zum Beispiel auf oder schüttet sie die Dividende technisch über eine Kapitalherabsetzung aus, ist die Ausschüttung abgeltungssteuerfrei.

Das liegt darin begründet, dass es sich nicht um eine Gewinnverteilung sondern um eine Substanzverteilung handelt.

Ein weiterer Sonderfall sind Aktien wie die der Deutsche Post. Schüttet die Firma eine Dividende aus, erhältst Du diese steuerfrei. Das passiert aber nicht, weil der Finanzminister besonders freundlich ist. Die Dividende senkt aus Steuersicht Deinen Einkaufskurs der Aktien in gleicher Höhe. Dementsprechend wird eine höhere Steuer beim Verkauf der Wertpapiere fällig. In Summe zahlst du gleich viel, aber eben später oder ohne Verkauf nie.

Was ist ein Dividenden ETF?

Was wäre ein Artikel im Jahre 2021, ohne ETFs zu erwähnen? Selbstverständlich gibt es auch ETFs, die sich auf dividendenstarke Aktien fokussieren. Gerade in einem ETF ist der Fokus aber im Grunde unnötig. Denn es ist für den Fondsmanager ja sehr einfach, jederzeit einen Teil der Aktien zu verkaufen und somit eine Basis für eine Ausschüttung zu erzeugen.

Aber da ein ETF nach festen Regeln in einen Index oder eine Auswahl an Aktien investiert, kannst Du mit Hilfe eines solchen Vehikels mit nur einem Wertpapier ein großes Level an Diversifikation erreichen. Das bedeutet, dass Du Risiken, die aus einer einzelnen Firma entstehen, weitgehend eliminieren kannst.

Du darfst in diesem Falle aber nicht erwarten, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Ein Beispiel für einen ETF, der global in dividendenstarke Aktien investiert, ist der iShares MSCI World Quality Dividend UCITS ETF.

Attraktiv an diesem ETF ist, dass er nicht blind Aktien mit hohen Dividendenrenditen erwirbt. Die Nachhaltigkeit der Dividendenzahlung und des zugrunde liegenden Geschäfts spielt ebenso eine wichtige Rolle.

Aber ganz ehrlich – wir auf sharedeals.de sind leidenschaftliche und erfolgreiche „Stock Picker“. Wer einen ETF kauft, schießt mit der Schrotflinte in den Wald und hofft, dass er auch mal trifft. Absurd hohe Renditen, wie wir sie beispielsweise im No Brainer Club regelmäßig einfahren, erreichst Du damit jedenfalls nicht.

Was sind die Top 3 Dividenden-Aktien 2021?

Ganz ehrlich: Es gibt sie nicht! Wichtig ist, zu wissen, was Du warum im Depot hast. Ist Dir eine kleinere, aber langfristig wahrscheinlichere und nachhaltige Dividende mit mehr Kurspotenzial wichtig?

Oder brauchst Du für Deinen Lebensunterhalt eine möglichst hohe Ausschüttung und es ist Dir total egal, wie es der Firma oder der Branche in 15 Jahren geht?

Meine Favoriten sind aus steuerlichen Gründen entweder in Deutschland oder in Großbritannien angesiedelt – die Quellensteuer aus zum Beispiel den USA tut auf Dauer einfach zu weh. Hier solltest Du eher auf Kursgewinne statt Dividendenrenditen setzen.

Bayer: Dividenden-Aktie mit Turnaround-Potenzial

Im Jahr 2020 deutlich heißer geworden ist die Aktie der Bayer AG (WKN: BAY001).
Dank der eher konjunkturunabhängigen Geschäftsbereiche Agrarchemie, Pharmazie und Verbrauchergesundheit sind Einkommen und Dividende der Firma vergleichsweise stabil. Doch der Konzern steht vor großen Herausforderungen im nächsten Jahrzehnt:

Insbesondere der Blutverdünner Xarelto und Eylea, ein Medikament gegen altersabhängige Makuladegeneration, werden in den nächsten 3-5 Jahren ihren Patentschutz in Europa verlieren und dadurch für Umsatzeinbußen im Pharmabereich sorgen.

Umsatzaufteilung Bayer 2019

Aufteilung des Umsatzes von Bayer nach Geschäftsbereich

Gleichzeitig lastet der Schuldenberg von 30 Milliarden Euro auf der Aktie – ohne die kommenden Rechtszahlungen im Rahmen der Monsanto-Streitigkeiten. Doch hier ist möglicherweise Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Der globale Agrarmarkt zeigte sich in den letzten Jahren schwach, doch mit steigenden Rohstoffpreisen im Rahmen der Corona-Krise könnte sich hier erneutes Wachstum und höhere Erträge nach einem schwachen Jahr 2020 materialisieren.

Klar ist: Bayer braucht einen Befreiungsschlag und muss den Schuldenberg schleunigst abbauen, während die pharmazeutische Pipeline ersetzt werden muss. Zweifelsohne ein Drahtseilakt! Die Dividende wird in den nächsten Jahren mit Sicherheit niedriger ausfallen als in 2020. Doch Bayer hat unverändert Zugriff auf den Schuldenmarkt und kann sich weiterhin günstig refinanzieren.

Bayer Aktien
Mit einer geschätzten Dividende von ca. 2€ je Aktie verbleibt bei einem Kurs von 51,90€ immerhin eine Rendite von 3,85% p.a. Ein Führungswechsel oder aktivistische Investoren würden der Aktie mit Sicherheit guttun.

Imperial Brands: Dividenden-Aktie mit Suchtfaktor

Mein zweiter Dividenden-Favorit – auch wenn es sich um ein etwas heißeres Eisen handelt – ist Imperial Brands (WKN: 903000).

Der in London notierte Anbieter von Tabakprodukten bietet derzeit eine sehr hohe Dividendenrendite von 8,4%. Im Rahmen der Corona-Krise wurde die Dividende gekürzt und beträgt aktuell 137,7 britische Pence.

Es ist eines der oben erwähnten Phänomene: Tabak gehört zu einem (sehr langsam) sterbenden Geschäftsmodell. Ein Teil der Dividende muss daher schon als Substanzausschüttung gewertet werden, auch wenn diese durch die Erträge derzeit mehr als gedeckt ist.

Doch das Management möchte zunächst einmal die Schulden von etwa 10,3 Milliarden GBP abbauen, was ich sehr begrüße. Eine der Stärken der Firma liegt in ihren Marken. Es ist durchaus denkbar, dass sich diese in der Zukunft in einem anderen Geschäftsmodell verwerten lassen.

Auch wenn Vaping derzeit viele regulatorische Rückschläge hinnehmen muss, ist das der naheliegendste Ansatzpunkt. Sollte die Firma eines Tages wieder ernsthafte Wachstumsaussichten demonstrieren, wäre eine komplette Neubewertung der Aktie fällig!

Kann der Konzern seine Tabakumsätze nicht durch Vaping ersetzen, werden Umsätze, Gewinne und somit auch die Dividende langfristig Jahr für Jahr leicht absinken. Dennoch lassen sich aufgrund des niedrigen Preises der Aktie auch in diesem Fall attraktive Gewinne realisieren.

Würde die Firma etwa sieben Jahre lang wie zuletzt wirtschaften, wären die Schulden abbezahlt und der komplette Preis der Aktie verdient. Für ein Geschäftsmodell, bei dem die Kunden süchtig nach dem Basisprodukt sind, ein sehr geringer Preis.

Frau Vaping

Ist Vaping die Zukunft für Imperial Brands?

Das größte und vermutlich einzig ernsthafte Risiko liegt in einer noch stärkeren Regulierung der Branche.

Die Firma zahlt viermal jährlich eine quellensteuerfreie Dividende. Die Dividendenzahlung betrug in den letzten Jahren zwischen 40% und 65% der Mitteleinnahmen im operativen Geschäft abzüglich notwendiger Kapitalinvestitionen und ist somit ausreichend gedeckt.

Mit der deutschen Post zum Dividenden-Erfolg

Letztes Jahr empfahl ich an dieser Stelle die Aktie der Deutschen Post (WKN: 555200) zum Kauf. Aktionäre wurden im Jahr 2020 deutlich belohnt. Attraktiv ist die Aktie weiterhin wegen ihrer nachgelagert besteuerten Dividende und langfristigen Wachstumsaussichten im E-Commerce.
Deutsche Post
Mit einer Rendite von +62,5% seit der letztjährigen Vorstellung bei 26,36 Euro je Aktie ist die außerordentliche Attraktivität aber geschwunden und die Aktie eine Halte-Position.

BAE Systems – Brexit-Schnapper für das Depot?

Britische Dividendenzahler sind derzeit potenziell doppelt attraktiv. Neben der häufigen und quellensteuerfreien Auszahlung hängen die Aktien der weltweiten Entwicklung durch den Brexit hinterher.

Als günstigen, stabilen und diversifizierten Dividendenzahler habe ich BAE Systems (WKN: 866131) identifiziert. Die Firma ist in den folgenden Geschäftsbereichen aktiv: Verteidigung (Flugzeuge und Schiffe), Verteidigungssysteme und Cybersecurity.

Neben dem stabilen und langfristigen Geschäftsmodell (Kunden sind in der Regel Staaten mit langfristigen Aufträgen im Rahmen ihrer Verteidigungsbudgets) bietet das Geschäftsmodell der Cybersecurity auch starkes Wachstumspotenzial.

Kampfflugzeuge

Ein Fokus von BAE Systems

Zudem ist der Wert eine echte Diversifikation, da die Aktien von – um das Kind beim Namen zu nennen – Waffenherstellern in Krisenzeiten ein ansonsten schwächelndes Depot stabilisieren können. Ich vermute zudem, dass Aktien im Grenzbereich der üblichen Kriterien der boomenden, nachhaltigen Fonds aktuell gescheut werden und langfristig attraktive Renditebringer sind.

Ob ein solches Investment Platz in der persönlichen Anlagestrategie und -ethik, sollte jeder Aktionär selbst entscheiden. Bei einer Dividende von 23,2 Pence und einem Aktienkurs von 474 Pence ergibt sich aktuell eine Rendite von 4,90% p.a.

Die Dividende ist durch die operativen Erträge auch nach dem Schuldendienst mehr als gedeckt und lässt ausreichend Luft für Wachstumsinitiativen.

Zusammenfassung

Die Dividende ist ein probates Mittel für Aktionäre, um zusätzliches Einkommen aus ihrem Vermögen zu erzeugen. Rein theoretisch könnte ein Aktionär aber auch jedes Jahr einfach einen kleinen Prozentsatz seiner Aktien verkaufen, um das gleiche Einkommen zu erzielen.

In aller Regel würde dies die steuerliche Situation deutlich verbessern, da nur etwaige Kursgewinne und nie 100% des Betrags wie bei der Dividende versteuert werden. Dieses Vorgehen ist aber kompliziert und kann hohe Transaktionskosten mit sich bringen. Anleger bevorzugen eindeutig die Ausschüttung der Dividende durch die Firma.

Wer ein großes Dividendenportfolio pflegt, sollte versuchen, die steuerliche Belastung der Dividende durch den Verkauf von Positionen im Verlust zu verringern. Bei intaktem Investment-Case solltest Du natürlich den Rückkauf nicht vergessen!

Eine stabile und nachhaltige Dividende ist aber Zeichen eines Qualitätsunternehmens, das die Gewinne zur Finanzierung der Dividende vermutlich noch auf Jahre und Jahrzehnte erwirtschaften wird.

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