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Gazprom Aktie - Übersicht


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Gazprom US3682872078 / 903276OGZDLondon Stock Exchangehier klickenhier klicken
Name
Gazprom
ISIN / WKN
US3682872078 / 903276
Symbol
OGZD
Heimatbörse
London Stock Exchange
Gazprom IR
Gazprom News
 

Gazprom - Profil

Die Gazprom-Aktie ist wohl am häufigsten als Gazprom ADR (WKN: 903276 | US3682872078) in deutschen Depots vertreten. Die ADRs (American Depository Receipts) sind an internationalen Börsen, entweder in US-Dollar in New York und London oder auch an europäischen Börsen wie Frankfurt in Euro, leicht handelbar. Die Gazprom-Stammaktie (WKN: 766162 | RU0007661625) ist bisher lediglich an der Börse in Moskau notiert, so dass westlichen (Klein)Anlegern in der Regel der direkte Marktzugang fehlt.

Gazprom ist der größte Erdgasproduzent der Welt

Gazprom ist jedem Anleger als der weltweit größte Erdgaserzeuger bekannt. Das Unternehmen sitzt auf etwa einem Sechstel aller wirtschaftlich erschließbaren Gasreserven. In seinem klassischen Gasgeschäft, zu dem auch der Bau und Betrieb von Pipelines gehört, ist der Gas-Riese relativ unabhängig von stärkeren Schwankungen der Gaspreise. Ein Großteil der Erdgaslieferungen ist mit dem russischen Erdgasriesen über langfristige Verträge vereinbart.

Erdgas wird für die Energieversorgung immer wichtiger

Kaum ein Rohstoff ist so in Ihrem Alltag verbreitet wie Erdgas. Im Hinblick auf die anstehenden Veränderungen zu mehr "sauberer" Energieerzeugung besitzt Erdgas große Vorteile – vor allem gegenüber der Verbrennung von Kohle oder Heizöl. Bei der Stromerzeugung werden flexibel steuerbare Gaskraftwerke zunehmend wichtiger, trotz der stärker von Solar- und Windenergie geprägten Welt. Selbst für die Erzeugung von zukunftsfähigem Wasserstoff (H2) setzt die Industrie auf ein Verfahren, mit dem H2 aus Erdgas gewonnen wird.

Experten rechnen damit, dass deshalb der Erdgasverbrauch weltweit beschleunigt wächst, um die Energieversorgung flexibel zu gestalten und dennoch die Klimaziele der Regierungen erreichen zu können.

Das längste Pipelinesystem der Welt

Der russische Gas-Gigant verfügt über ein Pipelinesystem mit einer Länge von mehr als 161.000 Kilometern. Die Gesellschaft fördert insgesamt 90 Prozent des russischen Erdgases. Gazprom kontrolliert außerdem das russische Pipeline-Netz. Damit hat es faktisch ein Monopol für dessen Export. Denn andere russische Produzenten sind so natürlich auf die Nutzung des Gazprom-Netzes angewiesen. Das verleiht dem Unternehmen in diesem riesigen Markt eine Schlüsselstellung.

Gerade weil das Geschäft mit größeren Pipeline-Projekten nicht ohne Risiken ist, steht der russische Gas-Riese auf mehreren Standbeinen. Neben "Turkish Stream" und dem Projekt "Nord Stream 2" ist besonders der Ausbau der Pipeline "Power of Siberia" nach China interessant.

Asiens Gas-Hunger wächst beschleunigt

Viele Haushalte weltweit, vor allem in Asien, haben weder warmes Wasser noch eine Heizung. Besonders Einfamilienhäuser werden dort immer häufiger an das Gasnetz angeschlossen.

Hier dürfte Gazprom als Betreiber und Lieferant von Chinas großem "Energiehunger" profitieren. Das Erdgas-Geschäft in Richtung Fernost gilt als sowohl ertragreiche wie auch zukunftsweisende Ertragsquelle. Bis zum Jahr 2025 will Gazprom 38 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr nach China liefern. Die Liefermenge soll auf 44 Milliarden Kubikmeter pro Jahr über eine sogenannte zweite Etappe erhöht werden, wozu Gazprom bereits die Bau- und Montagearbeiten begonnen haben soll.

Der russische Staat hält 50 Prozent und eine Aktie an dem Unternehmen mit Sitz in Moskau und verfügt über die Mehrheit der Sitze im Aufsichtsrat. Nicht zuletzt deswegen ist das Gazprom-Management bei seiner Dividendenpolitik bisher immer sehr "ausschüttungsfreudig" gewesen. Es will sogar die bisherige Ausschüttungsquote in Höhe von 30 Prozent gemessen am Gewinn zukünftig auf 40 Prozent (2021) und in einem späteren Schritt sogar auf 50 Prozent (2022) erhöhen. Hintergrund dürfte sein, dass zuletzt im Geschäftsjahr 2019 der Nettogewinn deutlich zurückgegangen ist.

Gazprom bietet attraktive Dividenden und Kurspotenzial

Dennoch gehört die Gazprom-Aktie mit Blick auf Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und Börsenkurse seit Jahren zu den attraktivsten Dividendentiteln.

Obwohl die Gewinne durch die Covid-19-Pandemie 2020 deutlich geschrumpft sind, schüttet Gazprom eine Dividende von 0,41 US$ pro ADR aus. Als die Ausschüttung im Sommer bei Kursen von 5 Euro vorgenommen wurde, entsprach das einer Dividendenrendite von 7 Prozent. Auch in Zukunft dürfte das erwartete Ausschüttungsniveau für eine Dividendenrendite von über fünf Prozent reichen, wie sie für 2021 erwartet wird. Marktbeobachter rechnen aber damit, dass mittelfristig die Dividende sogar wieder steiler wachsen könnte.

Sollte der Nettogewinn 2021 wieder in Regionen um 10 Milliarden Dollar steigen, wie das vor der Pandemie der Fall war, würde dies wohl zu einer künftigen Dividendenrendite von knapp zehn Prozent führen.

Entsprechend positiv bewerten die meisten Experten die Aussichten für Gazprom als verlässlichen Depotwert mit verhältnismäßig hohem Kurs- und Dividendenpotenzial.

 

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FAQs

Wem gehört Gazprom?Gazprom ist ein teilprivatisiertes Unternehmen, bei dem der russische Staat weiter die Kontrolle besitzt. Die Anteilseigner waren Ende 2020 die Russische Föderation mit 38,37 Prozent, die ebenfalls staatliche Gesellschaft Rosneftegaz, die 10,97 Prozent sowie Rosgazifikatsiya, die 0,89 Prozent, der Aktien hielten. Damit kommt der Staat auf eine knappe Stimmrechtsmehrheit von 50,23 Prozent. Etwa 20 Prozent der Gazprom-Aktien liegen bei ausländischen Anlegern über das "ADR/ADS" Anteilseigner-Programm und werden treuhänderisch von der Bank of New York Mellon verwaltet.
Was zahlt Gazprom an Dividende?Gazprom schüttet traditionell einen signifikanten Anteil seiner Nettogewinne als Dividende aus. Allerdings schwanken die Dividendenzahlungen stark, in Abhängigkeit des Geschäftsverlaufs. So betrug die Dividende in US-Dollar pro ADR/ADS berechnet, in den letzten Jahren zwischen 0,23 und 0,50 US-Dollar je Aktie. 2020 betrug sie 0,41 US-Dollar und 2019 sogar 0,50 US-Dollar. Meist lag die Dividendenrendite somit zwischen knapp fünf und fast zehn Prozent.