Palatin: Weltweite Verhandlungen; Kursziel 6 USD bestätigt (Update)

von (as)  /   16. Mai 2017, 18:30  /   unter Aktien, Technologie, Top-Stories  /   Keine Kommentare

Bereits gestern nach Börsenschluss präsentierte Palatin Technologies (WKN: A1C538) seinen Quartalsbericht via 10-Q-Filing. Eine entsprechende News ist für 13:30 Uhr deutscher Zeit vorgesehen. Weitaus interessanter: der kommende Conference Call um 17.00 Uhr.

Palatins Zukunft sieht besser aus als jemals zuvor. Nach dem 465 Millionen USD schweren Lizenzdeal mit AMAG Pharmaceutcials (WKN: A0MXU2) besitzt die Biotechschmiede aus New Jersey erstmals seit Jahren über die nötigen Mittel, um auch den Rest der Pipeline aus eigener Kraft voranzutreiben. Reihenweise Kurskatalysatoren werden über die kommenden Wochen und Monate erwartet.

50,27 Millionen USD oder 0,33 USD je Aktie Quasi-Gewinn

Bereits im Rahmen unserer Erstvorstellung hatten wir einen Quartalsgewinn Palatins von mindestens 50 Millionen USD erwartet. Zwar weist das Unternehmen für die ersten drei Monate des Jahres noch einen kleinen Verlust aus, jedoch ist dieser einzig und allein auf die Bildung eines Rechnungsabgrenzungspostens zurückzuführen, der die Erträge auf die kommenden Quartale verteilt. Bereinigt durch diesen Posten hätte der Quartalsgewinn tatsächlich über besagter Marke, nämlich genau bei 50,27 Millionen USD und damit bei über 0,33 USD je ausstehender Aktie gelegen.

Cash über 2018 hinaus

Dank der erhaltenen Vorauszahlung von AMAG und der Tatsache, dass AMAG seit Anfang Februar sämtliche für den Zulassungsantrag nötigen Rekynda-Kosten trägt, erwartet Palatin, bis über das Kalenderjahr 2018 hinaus durchfinanziert zu sein. Weitere Kapitalerhöhungen sind somit nicht zu befürchten. Per Ende März verfügte Palatin mit 55,5 Millionen USD über so viel liquide Mittel wie ewig nicht mehr. Addiert man noch die Erstattungsforderungen gegenüber AMAG hinzu, kam man sogar auf rund 60 Millionen USD.

Zulassungsantrag im Plan

Die Vorbereitungen für den Zulassungsantrag für Palatins Blockbuster-Wirkstoff laufen weiter nach Plan, doch wird der Antrag voraussichtlich nicht den Markennamen Rekynda beinhalten, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA offensichtlich auf eine Namensänderung gedrängt hat. Erwartet wird der Zulassungsantrag weiterhin für Anfang kommenden Jahres. Für Palatin winkt dann eine weitere signifikante Zahlung aus dem 80 Millionen USD umfassenden „Regulatory Milestones“-Paket.

Anzahl „prefunded Warrants“ sinkt weiter – kommt der Buyout?

Zum Quartalsende hatte Palatin noch 50,6 Millionen seiner vieldiskutierten und kursbremsenden „prefunded Warrants“ ausstehend, am 11. Mai waren es nur noch 42,6 Millionen. Weiterhin gehen wir davon aus, dass mit der zunehmenden Verringerung der Warrants ein nachhaltiger, massiver Kursausbruch immer näher rückt. Mit Wandlung sämtlicher prefunded Warrants käme Palatin auf 195,6 Millionen ausstehende Aktien und damit derzeit lediglich auf eine Marktkapitalisierung von nur etwa 88 Millionen USD.

Es bleibt dabei: Eine vergleichbare, derart drastische Unterbewertung im Biotechsektor ist uns nicht bekannt, weswegen es uns nach wie vor nicht überraschen würde, wenn Pharmagrößen sich für einen kompletten Buyout Palatins interessieren. Immerhin ist das Unternehmen auch führend im Bereich Melanocortin-basierter Forschung und Entwicklung und besitzt hier ein reichhaltiges Patentportfolio.

Update 18:30 Uhr
Nach einer nicht unerwarteten Missinterpretation der Zahlen herrschte zum US-Handelsbeginn starker Verkaufsdruck. Gleichzeitig lockte der ausgewiesene Quartalsverlust kaum neue Anleger in den Wert. Doch langsam setzt sich im Markt die hier schon kommunzierte Erkenntnis durch, dass Palatin seine Gewinne durch einen gebildeten, möglicherweise vorteilhaften Rechnungsabgrenzungsposten im Prinzip lediglich in die nächsten Quartale überträgt.

Weltweite Lizenzdeals im Anmarsch

Viel wichtiger jedoch und durchaus überraschend: Palatin spricht bereits von fortgeschrittenen Gesprächen und konkret sogar von Verhandlungen über eine Verpartnerung des Bremelanotide-Wirkstoffs in Regionen außerhalb Nordamerikas. Neben der EU wurden im Rahmen der Analystenkonferenz mögliche Zielregionen wie Asien, Lateinamerika, Russland und der ozeanische Raum benannt.

Das Management betonte, durch den AMAG-Deal in einer komfortablen Position zu sein, in Sachen weltweiter Lizenzvergaben keine Schnellschüsse abliefern zu müssen. Schließlich geht Palatin schon jetzt davon aus, bis mindestens über das Jahr 2018 hinaus und damit bis zur erwarteten Auslösung der kompletten 80 Millionen USD an „Regulatory Milestones“ finanziert zu sein. Das nach den positiven Phase-3-Daten offensichtlich weltweit bestehende, große Interesse an Bremelanotide, sollte für Palatin also in Kürze in weiteren lukrativen Deals münden, welche die ohnehin schon vorherrschende, drastische Unterbewertung noch einmal verschärfen.

News angekündigt

Bis zum Halbjahresende in rund sechs Wochen will Palatin weitere News liefern. Ob es hier schon um weitere Lizenzdeals geht, ist fraglich. Doch zumindest liegt die angekündigte Herzfehler-Studie des Medikamentenkandidaten PL-3994 weiterhin im Plan, bis Juni zu starten. Diese subventionierte Phase-2A-Studie soll in Zusammenarbeit mit zwei renommierten Instituten durchgeführt werden, deren Namen man mit Studienbeginn enthüllen möchte. Schon Ende des Jahres sollen dann Ergebnisse vorliegen.

Eine Indikationserweiterung für Bremelanotide ist ebenfalls im Gespräch. In der zweiten Jahreshälfte will man zusammen mit AMAG weitere Details hierzu liefern.

Palatins Managament äußerte sich unter anderem auch zu der Warrant-Situation, die derzeit noch den Kurs belastet. Obwohl nach letztem Stand noch über 40 Millionen „Penny-Warrants“ in Palatin-Aktien gewandelt werden können, ist man der Meinung, dass sich das Thema schon im kommenden Quartal erledigt haben könnte.

Die Neubewertung geht weiter

Nach dem Conference Call (Transkript) dürfte sich das Sentiment rund um Palatin in den kommenden Tagen langsam aber sicher wieder deutlich ins Positive bewegen. Viele Kurskatalysatoren stehen sowohl kurz- als auch mittelfristig an. Fundamental ist Aktie auch unter der Annahme von nur mäßigen Bremelanotide-Verkäufen nach Markteinführung eklatant unterbewertet. Allerdings gibt es keinen Grund an einem Kassenschlager zu zweifeln und so dürfte eine Bewertung Palatins um ein Vielfaches über dem aktuellen Niveau gerechtfertigt sein.

Die Analysten von Canaccord bestätigten nach dem Conference Call ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von satten 6 USD.

Interessenkonflikt
Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien des hier besprochenen Unternehmens Palatin Technologies und hat die Absicht, diese – auch kurzfristig – zu veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Bitte beachten Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss und weitere Hinweise gemäß §34b Abs. 1 WpHG in Verbindung mit FinAnV (Deutschland) unter: sharedeals.de/haftungsausschluss.

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