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Netflix
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US64110L1061 / 552484
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Netflix - Profil

Netflix (von "Net" als Kurzform für Internet und "Flicks" als ein umgangssprachlicher englischer Ausdruck für Filme) ist ein US-amerikanischer Medienkonzern, der seinen zahlenden Abonnenten das Streaming von Filmen und Serien anbietet. Gegründet wurde das heute zu einem Internetkonzern avancierte Unternehmen am 29. August 1997 in Scotts Valley, Kalifornien (USA) von Marc Randolph und dem bis heute amtierenden Co-CEO Reed Hastings, die sich aus Hastings Firma Pure Atria kannten.

Hastings verkaufte seine Firma Pure Atria im Jahr 1997 für 700 Millionen US-Dollar an die Rational Software Corp, was seinerzeit den größten solchen Deal in der Geschichte des Silicon Valley darstellte. Die Idee zur Gründung von Netflix kam den beiden, während sie auf die Genehmigung dieses Deals durch die Regulierungsbehörden warteten. Randolph war schon damals ein großer Bewunderer von Amazon.com und wollte daher gerne ein Unternehmen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell aufbauen.

Gründung und Börsengang als moderne Online-Videothek...

Zunächst bestand die Geschäftsidee der beiden Startup-Gründer darin Filme auf den damals neu eingeführten DVDs gegen Zahlung einer Gebühr zu verleihen, so dass man letztlich schlicht und einfach eine – wenn auch zu dieser Zeit sicherlich schon sehr moderne – Online-Videothek betrieb. Obwohl sie alle damals schon auf DVD verfügbaren Filme in ihren Katalog aufnahmen, bestand dieser aus weniger als 1.000 verschiedenen Titeln. Schon kurz nach dem Start wurde ein Flatrate-Preismodell eingeführt, so dass sich die Kunden gegen eine monatliche Pauschale mehrere Filme (gleichzeitig) ausleihen konnten.

Strafgebühren für verspätete Rücksendungen gab es nicht, was man im Marketing stark betonte. Offenbar war jedoch nicht nur Netflix-Mitgründer Marc Randolph ein Bewunderer von Amazon.com, sondern Amazon.com-Gründer Jeff Bezos fand schnell Gefallen an Netflix. Daher versuchte Amazon.com Netflix bereits im Jahr 1998 zu übernehmen, was jedoch scheiterte. Erster CEO des jungen Unternehmens war Marc Randolph, der von der Gründung im Jahr 1997 bis zum Jahr 1999 diesen Posten innehatte.

Dann übernahm Reed Hastings die Führung und gab sie bis heute nicht mehr ab. Marc Randolph dagegen verließ Netflix, nachdem das Unternehmen 2002 erfolgreich an die Börse gegangen war und 2003 bei einem Jahresumsatz von 272 Millionen US-Dollar erstmals schwarze Zahlen schreiben konnte.

Wichtigste strategische Unternehmensentscheidung im Jahr 2007!

Somit wurde auch die wichtigste strategische Entscheidung des Unternehmens unter der Führung von Reed Hastings getroffen. Denn im Jahr 2007 gab Netflix bekannt, dass man zukünftig ins Video-on-Demand-Business (VoD) einsteigen und alle Inhalte per Streaming für seine Abonnenten zugänglich machen werde. Als diese Entscheidung öffentlich bekanntgegeben wurde brach die Aktie des Unternehmens zunächst heftig ein, konnte die massiven Kursverluste jedoch sehr schnell wieder aufholen und stieg anschließend immer weiter.

Anscheinend brauchten geschockte Anleger erst etwas Zeit, um die Dimension dieser Entscheidung zu begreifen. Letztlich wurde durch diese Entscheidung das sogenannte "Binge Watching" sowie "Netflix and chill" geboren. Nachdem Netflix inzwischen sehr erfolgreich weltweit expandieren konnte, verfügt der Konzern inzwischen über sage und schreibe mehr als 200 Millionen zahlende Abonnenten. Kein Wunder also, dass Netflix – als Profiteur der Covid-19-Pandemie – nach Börsenwert zeitweise sogar an Walt Disney vorbeiziehen konnte.

Timeline

1997 – Reed Hastings verkauft seine Firma Pure Atria für 700 Millionen US-Dollar an die Rational Software Corp. Nach Abschluss des Geschäfts gründen er und sein Marketingleiter bei Pure Atria, Marc Randolph, am 29. August 1997 gemeinsam die für damalige Verhältnisse sicherlich schon sehr moderne Online-Videothek Netflix.

1998 – Amazon.com versucht Netflix zu übernehmen – und scheitert.

1999 – Marc Randolph tritt als CEO ab und übergibt diesen Posten an Mitgründer Reed Hastings, der bis heute als Co-CEO fungiert.

2000 – Aufgrund anhaltend roter Zahlen bietet sich Netflix der US-Videothekenkette Blockbuster selbst zum Kauf an. Als Kaufpreis werden 50 Millionen US-Dollar aufgerufen, was Blockbuster zu teuer ist. Zudem stößt Ted Sarandos als neuer Chief Content Officer (CCO) zu Netflix. Diesen Posten hat er bis heute inne, ferner wurde er vor wenigen Monaten zum gleichberechtigten Co-CEO (neben Reed Hastings) berufen.

2002 – Im Zuge des Börsengangs (IPO) platzieren die Banken zunächst 5,5 Millionen Netflix-Aktien zu 15 USD pro Stück bei interessierten Anlegern. Auch für den sogenannten Greenshoe – weitere 825.000 Aktien – finden sich zu 15 USD pro Stück genügend Käufer. Insgesamt verzeichnet Netflix somit durch den IPO einen Bruttoemissionserlös in Höhe von knapp 95 Millionen US-Dollar, von dem nach Kosten (netto) über 90 Millionen US-Dollar beim Unternehmen verblieben sein dürften.

2003 – Netflix steigert seinen Jahresumsatz auf 272 Millionen US-Dollar und erzielt damit, sechs Jahre nach der Gründung, erstmals auch einen Gewinn in Höhe von immerhin 6,5 Millionen US-Dollar. Trotz dieser positiven Entwicklung kündigt Mitgründer Marc Randolph seinen Abschied an und verlässt das Unternehmen schließlich auch. Anscheinend hatte er sich vorgenommen so lange im Unternehmen zu bleiben bis dieses erstmals den Sprung in die Profitabilität schafft.

2007 – Das Management von Netflix unter Führung von CEO Reed Hastings trifft die wichtige strategische Entscheidung in das Video-on-Demand-Business (VoD) einzusteigen und alle Inhalte zukünftig per Streaming verfügbar zu machen. Dies ist die Geburtsstunde des modernen Netflix und somit von "Binge Watching" sowie "Netflix and chill".

2010 – Bis zum Jahr 2010 war Netflix nur in den USA verfügbar, ab diesem Jahr begann man dann vorsichtig international zu expandieren. Als erstes Land neben den USA, in dem man sein Angebot verfügbar machen möchte, entscheidet man sich beinahe logischerweise für das Nachbarland Kanada.

2012 – Beginn der Expansion nach Europa

2014 – Im ersten Quartal 2014 verzeichnet das Unternehmen erstmals einen Quartalsumsatz von über einer Milliarde US-Dollar. Im Herbst wird Netflix dann endlich auch in Deutschland offiziell verfügbar.

2016 – Mit Ausnahme von der Demokratischen Volksrepublik Korea ("Nordkorea"), Syrien, der Volksrepublik China und der inzwischen wieder zu Russland gehörenden Halbinsel Krim ist Netflix nun weltweit verfügbar.

2020 – Netflix gilt als ein großer Profiteur der Covid-19-Pandemie und konnte auch darum Ende des Jahres 2020 erstmals die Marke von 200 Millionen zahlenden Abonnenten überschreiten. Daher ist Netflix an der Börse zeitweise erstmals mehr wert als Walt Disney. Dank des sehr erfolgreichen Launchs des direkten Netflix-Konkurrenten Disney+ konnte Walt Disney nach Börsenwert inzwischen jedoch wieder an Netflix vorbeiziehen.

 

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FAQs

Zahlt Netflix eine Dividende?Nein. Als stark wachsendes Unternehmen investiert Netflix jeden Cent in sein weiteres Wachstum. Dies erkennt man auch an einem besonderen Fakt - obwohl das Unternehmen nämlich auf dem Papier schon lange profitabel ist, also schwarze Zahlen schreibt, ist der operative Cash Flow stets stark negativ. Dies liegt schlicht und einfach daran, dass der Konzern sehr viel Geld für die Produktion frischer Inhalte (Content!) ausgeben muss. Aufgrund des stark negativen operativen Cash Flows ist bei Netflix auch noch viele Jahre lang nicht mit der Ausschüttung einer Dividende zu rechnen.