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Netflix-Aktie springt nach Zahlen hoch, aber...

Simon Ruic / 20.01.23 / 11:28

Die Netflix-Aktie (WKN: 552484) springt nach Q4-Zahlenvorlage vorbörslich um +6% hoch auf 334,50 US$. Anleger honorieren das überraschend starke Abonnenten-Plus und die Cashflow-Prognose des Managements. Es gibt jedoch schwerwiegende Herausforderungen für den Streaming-Pionier, die den Aktienkurs 2023 weiter belasten dürften.

Netflix ist der führende Anbieter, wenn man an Streaming denkt. Das 1997 gegründete Kreativunternehmen aus dem Filmbereich mit Sitz in Los Gatos, Kalifornien kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 145 Milliarden US$.

Überraschend viele neue Abos, schwaches EPS

Die Netflix-Aktie ist am Freitag vorbörslich um knapp +6% auf über 334 US$ hochgesprungen, nachdem der Streaming-Dienst tags zuvor nach Börsenschluss seine Finanzzahlen für das Schlussquartal 2022 vorgelegt hat.

Hinsichtlich des weltweiten Abonnenten-Wachstums in den drei Monaten hat das Unternehmen die Analystenschätzungen deutlich übertroffen. So haben die Kalifornier zwischen Oktober und Dezember 7,66 Millionen Kunden dazugewonnen.

Der Umsatz im Berichtszeitraum lang mit 7,85 Milliarden US$ im Rahmen der Schätzungen, der Gewinn je Aktie blieb mit 0,12 US$ jedoch deutlich hinter den Erwartungen (0,48 US$).

Mieser Trend in Top-Regionen, aber FCF-Prognose überzeugt

Die jüngsten Ergebnisse verdeutlichen jedoch auch, dass die Marktanteile in den profitabelsten Regionen weiter zurückgehen. In Nordamerika etwa hat Netflix im vierten Quartal weniger als 1 Million neue kostenpflichtige Abonnements abgeschlossen. Einen ähnlichen Trend verzeichnete die EMEA-Region, womit der Wirtschaftsraum Europa, Afrika und der Mittlere Osten gemeint ist.

Anleger honorierten hingegen vor allem die Prognose des Streaming-Riesen. So hat das Unternehmen für das Gesamtjahr 2023 einen freien Cashflow von 3 Mrd. US$ vorhergesagt, was gegenüber dem Vorjahr (1,6 Mrd. US$) fast einer Verdoppelung entspricht.

Die Verbesserungen werden dem Vorstand nach in erster Linie durch die Einführung neuer Funktionen wie „Basic with Ads“ erzielt sowie durch den Launch von „Paid Sharing“ in neuen Regionen.

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Marktführer-Status wackelt

Netflix hat durch seinen dominierenden Marktanteil in den meisten Kernmärkten den entscheidenden Wettbewerbsvorteil, der das Unternehmen zur derzeit einzig profitablen Streaming-Plattform macht.

Die wachsende Konkurrenz – auch durch finanzstarke Tech-Riesen wie Apple, Amazon und Alphabet – verwässert jedoch nach und nach die Position des Platzhirsches. Das zeigt sich vor allem in der Wachstumsverlangsamung in den profitabelsten Regionen.

Große Bilanz-Probleme

Insbesondere in der ersten Jahreshälfte wird Netflix nun aufgrund der Auswirkungen des kostenpflichtigen Sharings mit einer neuen Abwanderungswelle rechnen müssen. Ab dem Sommer dürfte sich die Situation dann normalisieren, auch weil man mit Basics with Ads immer mehr neue Kunden anziehen dürfte.

Der Streaming-Dienst hat derzeit zwei große Problemzonen, die ich im Vorfeld der Zahlenvorlage schon ausführlich erläutert habe: Ein eher ungesundes Verhältnis von liquiden Mitteln zu Schulden, von denen ein beträchtlicher Teil noch im laufenden Jahr beglichen werden muss.

Zweitens muss sich der Noch-Marktführer auf ein kostspieliges Wettrüsten mit den Rivalen einstellen, von denen die meisten über deutlich höhere freie Cashflows verfügen. Die enormen Marktwert-Rückgange von Netflix im vergangenen Jahr haben diese Gegenwinde bereits widergespiegelt.

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Aktie weiter unter Druck

Auch wenn der Markt aufgrund der Abo-Entwicklung und der FCF-Prognose auf die Q4-Zahlen positiv reagiert hat: Ich gehe davon aus, dass die oben genannten Herausforderungen gepaart mit möglichen Stolpersteinen bei der Umsetzung der neunen Funktionen weiterhin auf der Performance der Netflix-Aktie lasten werden. Von den sechs FAANMG-Titeln würde ich den Streaming-Pionier für ein Investment daher aktuell am wenigsten in Betracht ziehen.

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