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Manuel / 27.11.19 / 10:49

zooplus: Finanzchef geht nach Aktiendesaster

Der Finanzchef verlässt das sinkende Schiff: Wie zooplus (WKN: 511170) am Dienstag nach Handelsschluss bekannt gab, trennt sich der Online-Tierbedarfshändler von Finanzvorstand Andreas Grandinger.

Personelle Veränderungen im Vorstand, insbesondere im Finanzressort, besitzen für Investoren immer eine hohe Relevanz. zooplus betonte gestern, der Abschied zum 31. Dezember erfolge „im besten beiderseitigen Einvernehmen“. In den Vorstand nachrücken wird Andreas Maueröder, bisher Leiter Finanzen des SDAX-Konzerns.

Vehementer Warnung folgt Kursrutsch 

Die haushohe Bewertung der zooplus-Aktie thematisierte ich bereits im Sommer mehrmals und drückte meine Vorsicht aus wie beispielsweise hier. SD-Leser, die meinen Tipp folgten, überrascht der Kursabstieg seit September nicht. Der Kursverlauf ist geradezu desaströs vor dem Hintergrund, dass der SDAX sich im gleichen Zeitraum phänomenal entwickelte.

Die Zahlen sind das Gegenteil von toll 

Zuletzt stimmte die Ergebnisqualität einfach nicht. Laut 9-Monatszahlen steigerte zooplus den Umsatz seit Januar bis Ende September um 13% auf beachtliche 1,1 Milliarden Euro. Besonders im – kolportiert margenstärkeren – Eigenmarkengeschäft konnte das Münchner Unternehmen überproportionale Zuwächse von 29% verzeichnen. Auch die Neukundenzahl stieg um ein Viertel.

Dennoch steht unter dem Strich wohl nicht das, was sich das Management erhofft. Das Verhältnis zwischen dem winzigen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 6,7 Millionen Euro und der Börsenbewertung von zooplus ist schlichtweg zu groß. Vom defizitären Konzernergebnis will ich an dieser Stelle gar nicht reden.

Hauck & Aufhäuser mit Kursziel 52 Euro 

Ich schließe mich dem bearishen Outlook von Hauck & Aufhäuser-Analyst Christian Salis an, der die Aktie laut aktualisierter Einschätzung vom 15. November bei 52 Euro fair bewertet sieht. Salis identifiziert das Hauptproblem darin, profitables Wachstum zu generieren.

Insofern muss die Bewertung überdacht werden. Ich sehe auch nicht, warum man für ein Unternehmen, das Probleme mit dem nachhaltigen Erreichen der Profitabilitässchwelle hat, eine Börsenbewertung von 700 Millionen Euro zahlt, wie das beim Aktienkurs von 98 Euro der Fall war.


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