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Sascha / 23.10.19 / 14:07

BioNTech: Aktie verspricht alles oder nichts!

Große Kurskapriolen gab es zuletzt beim ADR des deutschen Biotechunternehmens BioNTech (WKN: A2PSR2). Dieses feierte vor kurzem bekanntlich noch einen eher holprigen Börsengang an der NASDAQ (wir berichteten).

In den letzten Tagen kam es dann aber zunächst zu einem größeren Kurssprung, der jedoch heute abverkauft wird. Dies wirft jedoch Fragen auf. Ist die Aktie ein Schnäppchen, die man in Kursschwäche hinein einsammeln sollte? Oder sollte man besser in steigende Kurse hinein verkaufen?

Nun, ich bin an dieser Stelle ehrlich und fasse mich kurz. Denn die Antwort ist schlicht und einfach, dass ich es nicht weiß, dass ich das nicht beantworten kann. Denn es ist ganz grundsätzlich schon so, dass selbst absolute Experten nur sehr schwer beurteilen können wie die Aussichten bei der Entwicklung von Medikamenten und Therapien sind. Bestes Beispiel hierfür ist Biogen, die noch im März ihren Alzheimer-Medikamenten-Kandidaten Aducanumab selbst aufgeben wollten und nun beschlossen haben Anfang 2020 einen Zulassungsantrag bei der FDA einzureichen.

Fest steht, das habe ich hoffentlich schon in meinem letzten Artikel hier bei sharedeals.de deutlich gemacht, dass das Unternehmen über eine sehr aussichtsreiche Entwicklungspipeline verfügt. Ob es der Gesellschaft jedoch wirklich gelingt Krebsimpfungen zu entwickeln, steht in den Sternen. Frühestens 2020/2021 kann man dies abschätzen, wobei schon der Begriff "abschätzen" zeigt, dass es selbst dann keine Garantien gibt. Was also kann ich ihnen bezüglich der Aktie von BioNTech nun raten?

Investition in die Aktie kann zum Tenbagger werden oder im Totalverlust enden!

Nun, im Prinzip ist die Sache ganz einfach. Wer sich für eine Investition in die Aktie von BioNTech entscheidet, kann bei entsprechenden Forschungserfolgen mittel- bis langfristig einen Vervielfacher, also auch einen sogenannten "Tenbagger" (Verzehnfacher) im Depot haben. Genauso gut kann diese Investition jedoch auch in einem totalen Desaster, sprich in einem Totalverlust enden. Wenn Sie sich das klar machen und akzeptieren, können Sie gerne in die Aktie investieren. Mehr als maximal 5% ihres Depots sollte ein solch spekulativer Wert dabei aber nicht ausmachen.

Optimalerweise kaufen Sie die Aktie aber, sofern Sie sich dazu entscheiden, nicht in eine Kursrally von +30% in wenigen Tagen hinein, sondern an schwachen Tagen. Stoppkurse helfen bei solchen Aktien wenig, denn bei Forschungserfolgen kann es aus dem Stand zur Verdopplung kommen, genauso wie Misserfolge zu einer schnellen Halbierung (und mehr) führen können. Ein ähnliches Chance/Risiko-Profil weist übrigens auch eine andere deutsche Biotechaktie auf, nämlich Medigene.

Zu guter Letzt aber noch eine letzte, wichtige Warnung: Bei Medigene wird gerne darüber berichtet, dass das Unternehmen eine Kooperation mit dem US-Biotechkonzern bluebird bio vorweisen kann. Trotz dieser Kooperation lief die Aktie in den letzten Monaten jedoch sehr schlecht. Genauso sollte es daher kein Investitionsgrund für Sie sein, dass die Bill und Melinda Gates-Stiftung in BioNTech investiert hat.

Denn erstens ist das eine gemeinnützige Stiftung, die auch mal schlicht und einfach hoffnungsvolle Projekte finanziell unterstützt. Und zweitens sind die bereit gestellten Millionen für Bill Gates wirklich nur die berühmten "Peanuts" (Ex-Deutsche Bank-Vorstandschef Hilmar Kopper lässt grüßen!). So hat die Bill und Melinda Gates-Stiftung beispielsweise vor vielen Jahren auch mal der österreichischen Intercell finanzielle Mittel für deren Forschungsarbeit zur Verfügung gestellt, ohne das dies zu einem Erfolg wurde.

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