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Manuel / 25.11.19 / 9:00

Aurora Cannabis: Darauf kommt es jetzt an

Aktien von Aurora Cannabis (WKN: A12GS7) zeigten sich in der letzten Handelswoche sehr schwankungsfreudig. Auf den scharfen Abverkauf auf bis zu 2,14 US-Dollar am Dienstag folgte ein ebenso ausgiebiger Rebound, der den Kurs in der Spitze auf 3,25 US-Dollar am Donnerstag führte. Aktuell hält das Papier bei 2,70 US-Dollar.

Die „Buy the Dip“-Strategie hat sich als goldrichtig erwiesen: Investoren, die meinem Tipp am Dienstag zu absoluten Tiefstkursen gefolgt sind und noch keine Gewinnmitnahmen getätigt haben, achten auf die entscheidende Kursmarke von 2,70 US-Dollar. Sollte die Marke mit Karacho durchbrochen werden, dürften wieder tiefere Kursregionen winken.

Wie geht es in der Aurora-Aktie nun weiter? 

Die Aurora-Aktie hat theoretisch bei einer Marktkapitalisierung von 2,8 Milliarden US-Dollar erhebliches Potenzial nach unten. So wird sie noch immer bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis zwischen 9 und 10 bewertet – unter Annahme eines Umsatzes von 300 Millionen US-Dollar für das laufende Geschäftsjahr 2019/2020.

Kurs jetzt an wichtiger Unterstützung 

Bei 2,70 US-Dollar notiert die Aktie an einer wichtigen Unterstützung. In diesem Bereich könnte sich im Kurzfristchartbild bei anhaltend rückläufigen Kurse eine bearishe SKS-Formation ausbilden.

Langsam denke ich jedoch, dass das kurzfristige Abwärtspotenzial rein aus Sentimentsicht ausgeschöpft sein sollte. Aurora gehört aufgrund der Bilanzstruktur und des Geschäftsmodells nicht zum Kreis meiner Langfrist-Favoriten wie die markenstarke Cronos Group, deren Potenzial sich über die kommenden 5 bis 10 Jahre voll entfalten sollte.

Primär zählen die Preise, zu denen Aurora sein Cannabis absetzen kann. Sekundär dürfte es besonders darauf ankommen, inwiefern von Quartal zu Quartal ein Wachstum verzeichnet werden kann.

Cannabispreise fallen – wir wussten es schon im Januar! 

Seit geraumer Zeit stellen Investoren fest, dass Cannabisaktien, gleich welchem Geschäftsmodell, sich von ihren Höchstständen signifikant entfernt haben. Wir hatten im Januar bereits auf sich andeutende Überkapazitäten bei der Cannabisproduktion hingewiesen, als Anleger verständlicherweise noch im Freudentaumel waren. So schrieben wir:

In den nächsten 12 Monaten werden die Preise stark fallen. [...] Darum machen wir uns beim kanadischen Cannabis auf eine gewaltige Preisrutsche gefasst. Denn von 10 CA$ kann es auf Sicht von 12-18 Monaten eigentlich nur zwischen 50-70% tiefer gehen.

In der Tat ist der Rückgang beim Grammpreis hauptursächlich für die aktuelle Kursmisere bei kanadischen Cannabisaktien. Allein von Juni bis September ist der von Aurora realisierte Verkaufspreis von medizinischem Cannabis von 8,51 auf 8,00 CA$ gesunken.

Was ist nur im Cannabissektor los? 

Fundamental hängt alles von der weiteren Preisentwicklung im Cannabissektor ab, der sich Aurora als marktführender Produzent nicht entziehen kann. Die Überproduktion kam auch durch die Expansion des Aurora-Konzerns zustande, der allein von Juli bis September 40.000 Kilogramm erntete und damit fast um die Hälfte mehr als im vorherigen Quartal. Aurora verkaufte von Juli bis September vergleichsweise geringe 12.000 Kilogramm. Der Rest stapelt sich nun im Lager (wir berichteten).

Hoffnungsträger für den Industriezweig ist die USA. Auch wenn sich dort langsam eine flächendeckende(re) Legalisierung abzeichnet, waren die Erwartungen zu Zeiten der Höchststände der kanadischen Cannabisaktien im Nachhinein überzogen, dahingehend, dass Cannabis in vielen Ländern der Welt bald (für medizinische Zwecke) legalisiert werden würde und die kanadischen Produzenten als Lieferanten fungieren.

Viele Anleger setzten ihre Hoffnung in Entkriminalisierungsinitiativen von Cannabiskonsum, die dann mithilfe etablierter Parteiensysteme, die sich ein modernes Gesicht geben wollen, zu einer raschen Legalisierung führen sollten – so die Theorie.


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