Tilray: Kursziel 61 Dollar – Short-Favorit der Profis

von (mh)  /   12. März 2019, 12:08  /   unter Cannabis-Aktien  /   Keine Kommentare

Mit dem North American Marijuana Index – der eine gute Übersicht über die Entwicklung der Cannabisindustrie gibt – war in diesem Jahr viel Geld zu verdienen. Fast um die Hälfte legte er seit den Dezembertiefs zu. Der Index besteht aus 46 namhaften Cannabisfirmen, darunter Aurora (WKN: A12GS7), Canopy Growth (WKN: A140QA) und Tilray (WKN: A2JQSC). 

Die Research-Abteilung von Jefferies, eine der wohl renommiertesten Institutionen der Wall Street, hat im Februar erstmals die Beobachtung von nordamerikanischen Cannabisunternehmen durch einen in London sitzenden Analyst begonnen. Besonders Tilray bekam sein Fett weg. Jefferies startete die von Peter Thiel unterstützte Firma mit einem bärischen „Underperform“-Rating und erhob Fragen wegen der hohen Bewertung der Aktie.

Tilray ist schwerpunktmäßig im medizinischen Cannabisbereich tätig und belieferte nach eigenen Angaben bereits zehntausende Kunden. Quelle: Tilray Canada Flickr

Tilray ist das Sorgenkind der Branche

Während Jefferies für die Marihuanabranche von einer insgesamt freundlichen und wachstumsstarken Entwicklung ausgeht – so soll die Industrie bis 2029 auf ein Umsatzvolumen von mehr als 50 Milliarden US-Dollar wachsen – setzt Analyst Owen Bennett für die Tilray-Aktie ein Kursziel von 61 US-Dollar an. Aktuell notiert der Wert bei 70 Dollar.

Wenn es nach Jefferies geht, dann sind die Aussichten für Tilray zumindest was den kurz- und mittelfristigen Zeitraum angeht eher trüb. Jefferies rechnet erst über eine längere Zeitspanne damit, dass sich die Börsenbewertung rechtfertigen wird.

So sei Tilray in der Cannabisindustrie betreffend der medizinischen Entwicklung gut positioniert. Langfristig werde aber hier der Wert durch geistiges Eigentum geschaffen, für dessen Werthaltigkeit es in näherer Zukunft noch wenig Anhaltspunkte gebe. Auch sei das Unternehmen nicht unter den Top-4-Produzenten im kanadischen Markt für medizinisches Cannabis, so Bennett. Zudem hinke Tilray seinen Rivalen Aurora und Canopy in bestimmten Bereichen hinterher.

Im vergangenen Jahr meldete Tilray eine Forschungskooperation mit AB InBev, der größten Brauerei der Welt, zur Erforschung von „nicht-alkoholischen THC- und CBD-Getränken“. Beide Unternehmen beabsichtigen jeweils 50 Millionen US-Dollar zu investieren. Jefferies hat auch hier seine Probleme, die hohe Bewertung damit rechtfertigen zu können.

Unabhängig von der Berichterstattung duch Jefferies kommen bei vielen Anlegern Bedenken auf, ob Tilray in Anbetracht seines Eigenkapital in Höhe von 188 Millionen Euro (Stand 30. September) 6,5 Milliarden US-Dollar wert ist. Auch die Umsätze scheinen ausbaufähig. Tilray kam in den ersten neun Monaten 2018 auf Umsätze in Höhe von 27,6 Millionen Euro.

Die Unternehmenszahlen dürften mittlerweile nicht nur beim Eigenkapital anders ausschauen, denn im Oktober sicherte Tilray seine Akquisitionspläne mit einem 435 Millionen US-Dollar schweren Kredit.

Offizielle, darunter der CEO und Vorsitzende des Aufsichtsrats, Brendan Kennedy, wie auch der Finanzchef, fielen zuletzt durch erhebliche Reduzierung ihrer Aktienbestände auf.

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