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Tilray-Aktie +31%: Startschuss für neue Megarallye?

Simon Ruic / 07.10.22 / 9:06

Die Aktie von Tilray (WKN: A2JQSC) schießt am Donnerstag um +31% auf 3,90 US$, nachdem US-Präsident Biden die Marihuana-Legalisierung auf Bundesebene in Aussicht stellt. Wiederholt sich jetzt die Cannabis-Megarallye von 2018?

Tilray Brands hat im Jahr 2020 Konkurrenten Aphria übernommen und gehört seitdem mit einer Marktkapitalisierung von aktuell 2,5 Milliarden US$ zu den größten Cannabis-Firmen weltweit. Die Kanadier vertreiben neben Cannabis auch hanfbasierte Lebensmittel und Getränke in über 20 Ländern. Die besten Wachstumschancen rechnet sich das Unternehmen nun ausgerechnet in Deutschland aus, wo das Rauschmittel ab 2025 legalisiert werden könnte.

Cannabis-Rallye nach Biden-Rede

Am Donnerstagnachmittag sind in den USA die Aktien von börsennotierten Marihuana-Anbauern und Verkäufern sprunghaft angestiegen. Das Tilray-Papier ging letztlich mit einem Plus von fast 31% bei 3,90 US$ aus dem Handel.

Verantwortlich für die Kurssprünge war niemand Geringeres als US-Präsident Joe Biden. Er hatte zuvor über mehrere Medien-Kanäle eine neue Politik gegenüber der Droge angekündigt. Alle Personen, die nach Bundesrecht wegen einfachen Marihuana-Besitzes verurteilt wurden, sollen begnadigt werden. Auf Twitter sagte Biden:

Niemand sollte im Gefängnis sitzen, nur weil er Marihuana konsumiert oder besitzt. Heute unternehme ich Schritte, um unseren gescheiterten Ansatz zu beenden.

Er verwies darauf, dass in seinem Land Tausenden von Menschen wegen einfachen Besitzes der Substanz Arbeitsplätze, Wohnungen und Bildungschancen verwehrt bleiben. Diese Belastungen wolle er mit seiner Begnadigung beseitigen.

An der Einstufung von Marihuana auf Bundesebene soll sich zudem etwas ändern. So sagte US-Präsident, dass er den Gesundheitsminister Xavier Becerra und den Generalstaatsanwalt Merrick Garland gebeten hat, die Klassifizierung des Rauschmittels im Bundesgesetz zu überprüfen. „Wir setzen Marihuana auf die gleiche Stufe wie Heroin – und schlimmer als Fentanyl. Das macht keinen Sinn“, sagte Biden.

Eine Frage der Zeit

Die Aussicht auf eine Legalisierung von Cannabis auf Bundesebene lässt wenig überraschend die Wachstumsfantasien der Tilray-Anleger wieder hochkochen. Angesichts der Entwicklung der vergangenen Jahre in den einzelnen Bundesstaaten, wird es weiterhin nur eine Frage der Zeit bleiben, bis der Gebrauch und Besitz der Substanz in den USA auch im Bundesrecht entkriminalisiert wird.

So haben 19 der 50 US-Bundesstaaten sowie der Distrikt Washington D.C. die Droge für Personen ab 21 bereits legalisiert, wobei die rechtliche Ausgestaltung von einem Staat zum anderen sehr verschieden ausfällt. Im November werden zudem fünf weitere Bundesstaaten über die Legalisierung von Freizeitcannabis abstimmen.

US-Legalisierung keine Erfolgsgarantie

Für Tilray ist die Ausgangslage in den USA nun ähnlich wie in Deutschland, wo das Unternehmen in Gesprächen mit Regulierungsbehörden bereits die Weichen für den Markteintritt zu stellen versucht: Obwohl die Regierungen hohe Bereitschaft zeigen, ist es noch nicht gewiss, dass Marihuana tatsächlich in absehbarer Zeit für geringfügigen Besitz und Konsum zugelassen wird.

Hinzu kommt: Selbst wenn es zu Legalisierungen kommen wird, ist der kommerzielle Erfolg für Tilray alles andere als garantiert. Sowohl in Deutschland als auch in den USA müssen die Kanadier befürchten, dass inländische Unternehmen den Vortritt erhalten oder der Markt zunächst ganz ohne Importe starten muss.

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Fazit: Chance-Risiko-Verhältnis passt nicht

Mit massiver Unterstützung von Kleinanlegern ist die Tilray-Aktie 2018 nach der Legalisierung in Kanada auf über 200 US$ geschossen. Weil das Unternehmen jedoch nicht so schnell wie erwartet expandieren konnte, hat sich die damalige Megarallye dramatisch umgekehrt. Trotz des Kurssprungs von Donnerstag liegt das Cannabis-Papier derzeit weiterhin etwa 98% unter seinem Höchststand.

Trotz dieses enormen Wertverlusts ist der Titel mit mehr als dem 30-Fachen des EBITDA-Ziels für 2023 alles andere als günstig bewertet. Anleger sollten die Tilray-Aktie daher aus meiner Sicht vorerst weiter meiden – US-Legalisierungsaussichten hin oder her.

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