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Tilray-Aktie: Gelingt in Deutschland die Kehrtwende?

Simon Ruic / 07.09.22 / 7:55

Tilray (WKN: A2JQSC) legt seine Wachstumshoffnungen vor allem auf Deutschland, wo Freizeit-Cannabis ab 2025 legalisiert werden könnte. Am Dienstag meldet das Unternehmen nun, sich mit deutschen Behörden zusammengesetzt zu haben, um den Gesetzesentwurf zu unterstützen. Anleger zeigen sich von der Meldung bislang unbeeindruckt: Die Aktie rauscht um -5,5% auf 3,18 US$ abwärts? Werden die Kanadier diese Marktchance nutzen können?

Tilray Brands hat im Jahr 2020 Konkurrenten Aphria übernommen und gehört seitdem mit einer Marktkapitalisierung von aktuell knapp 2 Milliarden US$ zu den größten Cannabis-Firmen weltweit. Die Kanadier vertreiben neben Cannabis auch hanfbasierte Lebensmittel und Getränke in über 20 Ländern. Die besten Wachstumschancen rechnet sich das Unternehmen nun ausgerechnet in Deutschland aus, wo das Rauschmittel ab 2025 legalisiert werden könnte.

Der deutsche Markt im Visier

Tilray beginnt langsam, für den Markteintritt in Deutschland die Weichen zu stellen: Am Dienstag gab das Unternehmen bekannt, dass es mit den deutschen Regulierungsbehörden einen runden Tisch zur Cannabis-Legalisierung für Erwachsene initiiert hat.

Den Angaben nach stellte Burkhard Blienert, der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bei dem ersten Treffen den Legalisierungsplan der Ampel-Koalition vor und wiederholte die Ankündigung, dass in den nächsten Monaten ein erster Gesetzesentwurf vorgelegt werden soll.

Tilray meldet darüber hinaus, dass es zu den Bemühungen der staatlichen Behörden mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung in allen Bereichen rund um Cannabis beitragen will – von Produktqualität und -sicherheit über Liefermanagement und Verbraucherschutz bis zur Aufklärung.

Denise Faltischek, Chief Strategy Officer von Tilray, kommentiert:

Wir fühlen uns geehrt, diesen hochrangigen Austausch über eines der wichtigsten Cannabisprojekte der Welt initiiert zu haben. […] Wir begrüßen es, dass die deutsche Regierung bei der Einführung einer verantwortungsvollen Cannabisgesetzgebung für Erwachsene in Europa eine Vorreiterrolle spielt, und wir sind stolz darauf, diese Bemühungen zu unterstützen.

Bislang eine große Enttäuschung für Anleger

Cannabisaktien sind im vergangenen Jahr im Allgemeinen stark gefallen, wobei es viele Tilray-Anleger sicherlich am heftigsten erwischt hat: Nach der ursprünglichen Monsterrallye im Jahr 2018 auf über 200 US$ ist inzwischen nur noch ein Kurs von unter 4 US$ übrig.

Durch die Fusion mit Aphria sollte ein globaler Cannabis-Riese entstehen, doch das zusammengeführte Unternehmen hat seine Finanzziele bislang nicht einmal annähernd erreicht. Stolz hatte CEO Irwin Simon damals verkündet, bald einen Jahresumsatz von 4 Milliarden US$ zu erreichen. Tatsächlich tun sich die Kanadier jedoch schwer damit, im Quartal mehr als 150 Millionen US$ einzunehmen. Obendrein sieht sich das Managementteams wegen dem Aphria-Deal mit einer Aktionärsklage konfrontiert.

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Unsichere Aussichten in Deutschland

Nun soll Tilray der Turnaround im Freizeit-Cannabis-Geschäft auf dem vielversprechenden deutschen Markt gelingen. Schätzungen des Finanzdienstleisters Cantor Fitzgerald zufolge soll er ein Volumen von bis zu 12 Milliarden € erreichen. Dass die bislang indexierte Pflanze hierzulande für den Spaßkonsum in absehbarer Zeit wirklich zugelassen wird, ist jedoch noch nicht ganz sicher, auch wenn die derzeitige Regierung offenbar eine hohe Bereitschaft zeigt.

Auch im Fall einer Legalisierung ist ein kommerzieller Erfolg von Tilray alles andere als gewiss. So besteht die Gefahr, dass lokale Unternehmen wie Cureleaf den Vortritt erhalten oder EU-Gesetze es sogar vorschreiben, dass der Markt ohne Importe starten muss.

Fazit: Finger weg von dem Zeug

Mit Deutschland als einzigem großen potenziellen Wachstumsvehikel wird Tilray in den nächsten Jahren weiterhin sehr zu kämpfen haben. Trotz der heftigen Kursverluste ist die Aktie außerdem nicht wirklich günstig, da sie aktuell mit dem fast 30-Fachen des EBITDA-Ziels für 2023 bewertet ist.

Auch wenn sich die Bundesrepublik in einigen Jahren voraussichtlich zum Milliardenmarkt für Cannabis entwickeln wird, sollten Investoren Tilray meiner Meinung nach meiden. Das Papier ist überteuert und dem Unternehmen fehlt ein klarer Wachstumspfad, während zu allem Überfluss ein kostspieliger Prozess gegen klagende Aktionäre droht.

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