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Sascha / 18.11.19 / 20:31

Qiagen: Kommt es jetzt doch zu einem Bieterkampf?

Erst vor wenigen Tagen berichtete ich an dieser Stelle hier auf sharedeals.de über aufkeimende Übernahmespekulationen bei Qiagen (WKN: A2DKCH).

Angeblich, so hatte der US-Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtet, plane das Management von Thermo Fisher Scientific die Vorlage eines entsprechenden Übernahmeangebots. Grundsätzlich gehört Bloomberg dabei zu den seriösesten Unternehmen seiner Branche. Mit anderen Worten: Wenn Bloomberg über solche Übernahmegerüchte berichtet, ist in der Regel auch etwas dran. Wo Rauch ist, ist dann also (meistens) auch Feuer.

Dies war auch dieses Mal nicht anders. Zwar gab es bisher noch kein offizielles Übernahmeangebot durch Thermo Fisher Scientific. Dafür aber bestätigte Qiagen schon am späten Freitag Abend den „Eingang mehrerer nicht verbindlicher und unter Bedingungen stehenden Interessensbekundungen zum Erwerb sämtlicher ausgegebener Aktien an der Gesellschaft“. Oder um es einfacher und kürzer zu formulieren: Dem Management liegen gleich mehrere, jedoch rechtlich noch nicht bindende, Übernahmeangebote vor.

Bieterkampf wird somit möglich

Bereits in meinem, eingangs verlinkten, letzten Artikel hatte ich auf die Möglichkeit eines Bieterkampfs hingewiesen. Konkret schrieb ich, dass die Aktie im Falle eines solchen noch über erhebliches Kurspotenzial verfügen würde. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass ich einen solchen Bieterkampf für unwahrscheinlich hielt. Noch muss man diese Einschätzung zwar nicht als Fehleinschätzung einstufen. Mit den neuen Informationen (von Freitag Abend) im Hinterkopf ist die Wahrscheinlichkeit für einen Bieterkampf jedoch deutlich gestiegen.

Was im Falle eines Bieterkampfs passieren kann, hat man zuletzt – wenngleich in abgespeckter Form – bei OSRAM Licht gesehen. Der Prototyp eines Übernahmekampfs fand jedoch im Jahr 2010 in den USA statt. Dort wollten seinerzeit sowohl der Computerbauer Dell als auch dessen großer Rivale Hewlett-Packard (HP) den Datenspeicher-Spezialisten 3PAR. Dabei waren beide wohl so begeistert von ihrem Übernahmeziel, dass sie sich zeitweise im Stundentakt überboten.

Die Mutter aller Übernahmeschlachten – und die Rückschlüsse auf Qiagen!

So hatte Dell seinerzeit zunächst initial ein Übernahmeangebot vorgelegt, dass 3PAR mit 1,15 Mrd. US-Dollar (abzüglich der vorhandenen Barmittel des Konzerns) bewertet hatte. Am Ende musste Hewlett-Packard mit sage und schreibe 2,35 Mrd. US-Dollar mehr als das Doppelte für die Übernahme hinlegen. Heute, nach der Aufspaltung der ehemaligen Hewlett-Packard (HP) in HP Inc. und Hewlett-Packard Enterprise (HPE), gehört 3PAR übrigens zu HPE.

Bisher hatte ich einen Übernahmepreis für Qiagen zwischen 35 US-Dollar (31,60 Euro) und 35 Euro ins Auge gefasst. Bei einem Bieterkampf wäre sicherlich noch etwas mehr als die genannten 35 Euro möglich. Allerdings auch nicht mehr viel mehr, denn wie bereits in meinem letzten Artikel dargelegt wäre die Bewertung der Aktie bei 35 Euro schon ziemlich ausgereizt. Soll heißen: Sollte die Aktie im Rahmen eines sich abzeichnenden Bieterkampfes deutlich über 40 Euro ansteigen, sollte man als investierter Anleger (Teil)Gewinne mitnehmen und Positionen sukzessive reduzieren!


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