CureVac-Aktie: Tief, tiefer – jetzt einsteigen?

04.10.23 um 8:06

Das Vertrauen der Anleger in die CureVac-Aktie (WKN: A2P71U) scheint vollständig dahin. Seit dem Hoch im Juni bei rund 11 € ist eine Kurshalbierung eingetreten. Aktuell notiert das Papier bei 5,92 €. Die Bekanntgabe des Landgerichts Düsseldorf auf eine vorläufige Aussetzung der Rechtsstreitigkeiten mit BioNTech sorgte für den endgültigen Ausverkauf. Womit ist jetzt zu rechnen?

CureVac

ℹ️ CureVac vorgestellt

CureVac N.V. mit operativer Zentrale in Tübingen erforscht und entwickelt Arzneimittel auf der Grundlage des Botenmoleküls mRNA. Im vergangenen Sommer musste der Wirkstoffhersteller den Zulassungsantrag für seinen ersten Corona-Impfstoff aufgrund schwacher Studienergebnisse zurückziehen. Derzeit arbeitet das Unternehmen zusammen mit dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK) an einem verbesserten Corona-Vakzin. Die Marktbewertung liegt bei 1,34 Milliarden €.

Rechtsstreitigkeiten vorerst ausgesetzt

Von den fünf eingereichten Klagen gegen den Konkurrenten BioNTech und dessen Partner Pfizer wurden vier Klagen vorerst ausgesetzt. Das Landgericht Düsseldorf begründet dies damit, dass zuerst die Entscheidungen des Deutschen Patent- und Markenamtes sowie des Europäischen Patentamtes abgewartet würden. In diesem Artikel bin ich auf den Inhalt der Klagen eingegangen.

Die Bewertung der Entscheidung ist sehr schwer. Das zeigt sich schon daran, dass sowohl CureVac als auch BioNTech die Entscheidung als positives Signal für ihre Argumentation werten.

Dr. Alexander Zehnder, Vorstandsvorsitzender von CureVac, kommentiert die Entscheidung so:

Wir sind von der Stärke unseres Portfolios an geistigem Eigentum überzeugt, und die heutige Entscheidung lässt darauf schließen, dass die verhandelten Schutzrechte verletzt werden.

BioNTech interpretiert die Entscheidung des Gerichtes so, dass keine Verletzung vorliege und die Entwicklung ihres Corona-Impfstoffes originär war.

Spannend wird es bei der fünften Klage. Hier ist eine Entscheidung über die Gültigkeit des Schutzrechtes für den 19. Dezember angesetzt. Ein Urteil soll dann am 28. Dezember seitens des Gerichts gefällt werden. Gleichgültig, wie das Urteil ausfällt, es ist mit einem Einspruch einer Partei zu rechnen. Insgesamt dürfte sich das Verfahren noch sehr lange hinziehen.

Sollte ein endgültiger Schadensersatzanspruch seitens CureVac bestehen, dürfte dieser sehr hoch ausfallen. Die Entscheidung der Patentämter wird ebenfalls noch einige Zeit beanspruchen.

Halbjahresdaten schwach ausgefallen

In dem am 17. August veröffentlichten Halbjahresbericht geht das Tübinger Unternehmen überwiegend auf die Forschungsfortschritte ein. Die finanziellen Aspekte werden nur kurz abgehandelt. Der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist um 67% auf 14,7 Millionen € gesunken. Begründet wird dies damit, dass im Vorjahreszeitraum eine sehr hohe Meilensteinzahlung seitens des Kooperationspartners GSK erfolgt sei.

Der operative Verlust ist von 75,6 Millionen € auf 132,2 Millionen € gestiegen. Die Ursachen hierfür sind überwiegend hohe Folgekosten aus dem fehlgeschlagenen Corona-Impfstoff. Daneben sind die Personalkosten durch eine Einstellung von rund 100 neuen Mitarbeitern gestiegen. Auch höhere Forschungskosten sind für diese negative Entwicklung mitverantwortlich.

Insgesamt ist die Halbjahresbilanz schwach ausgefallen.

Ist mit einem schnellen Rebound zu rechnen?

Der Chart zeigt, dass kleine positive Nachrichten ausreichen, um eine Kursrallye auszulösen. So kann es auch zukünftig wieder kommen. Eine positive Meldung über den Rechtsstreitverlauf oder erfolgreiche Tests – schon springt der Kurs an.

Meiner Meinung nach eignet sich die Aktie momentan nur für sehr risikobewusste Anleger. Diese nehmen vorübergehende Kursverluste bewusst in Kauf und verkaufen dann bei entsprechenden Gewinnen. Diese Nachrichten werden kommen, gerade bei forschungsintensiven Biotech-Unternehmen ist das der Normalfall. CureVac verfügt über vielversprechende Forschungsvorhaben. Hier sind besonders die mRNA-basierten Krebsmittelforschungen vielversprechend. Erste Impfungen wurden durchgeführt.

Mein Fazit: Wer hier investiert, muss sich über das hohe Risiko bewusst sein. Der Kursverfall bietet Anlegern aber auch hohe Gewinnchancen.

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