Vogelgrippe: Nächster Run für CureVac & Novavax?

Virologe schlägt Alarm
02.07.24 um 7:44

Die Vogelgrippe beherrscht aufgrund neuer Fälle wieder die Schlagzeilen. Die Aktien von CureVac (WKN: A2P71U) und Novavax (WKN: A2PKMZ) profitieren nach den großen Kurssprüngen im Juni diesmal aber nicht davon. Noch nicht? Oder sind Anleger vorsichtiger geworden, nachdem der letzte Hype zügig wieder abverkauft wurde?

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Virologe Drosten warnt

Der aus der Corona-Pandemie bekannte Virologe Christian Droste schlägt laut Medienberichten Alarm. Der Arzt der Berliner Charité vertritt die Ansicht, die jüngste Ausbreitung der Vogelgrippe in den USA, wo der Erreger H5N1 in Milchviehbeständen und sogar schon in Milchprodukten entdeckt worden ist, könne ein möglicher Auslöser für eine kommende Pandemie sein.

Bislang sei die Datenlage gering und man wisse daher nicht, wie häufig sich Menschen infizieren würden, schränkt der Virus-Experte ein. Gleichwohl weist Droste auf eine latente Gefahr hin. Wenn die Vogelgrippe zur Pandemie werde, sei Corona dagegen ein Spaziergang gewesen, wird der Arzt zitiert.

Auch in Finnland hat sich jüngst das Virus in Vogel- und Pelzfarmen ausgebreitet. Einem Teil der dortigen Bevölkerung werden daher jetzt Impfungen angeboten. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits zur Wachsamkeit gemahnt, jedoch ebenso wie das renommierte Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko für die Bevölkerung, sich zu infizieren, als gering eingestuft. Laut RKI sei es bislang nur zu Einzelfällen gekommen, nicht aber zu einer fortgesetzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung wie bei Covid-19.

Kursexplosion im Juni

Ende Mai, Anfang Juni hatten Spekulationen von Anlegern auf eine Ausbreitung der Vogelgrippe bereits Aktien von Impfstoffherstellern wie CureVac und Novavax massiv beflügelt. Erstere legte binnen weniger Wochen um mehr als +100% zu, letztere sogar um +300%, wobei bei Novavax ein Lizenzdeal mit dem Pharma-Riesen Sanofi als Treiber hinzukam.

Vom Hoch am 5. Juni bei fast 21 US$ hat sich der Kurs der Novavax-Aktie inzwischen wieder stark reduziert, am Montag ging sie bei 12,73 US$ aus dem Handel. Auch die CureVac-Aktie ist von knapp 5 auf 3,33 US$ zurückgekommen.

Gleichwohl könnten Anleger natürlich weiter darauf spekulieren, dass sich die Vogelgrippe ausbreiten könnte und somit Impfstoffe von Unternehmen wie Novavax oder CureVac bald stark gefragt sein könnten. Jeder neue Fall, der publik wird, dürfte sich jedenfalls nicht schädlich auf die Aktienkurse auswirken.

Besser nicht spekulieren

Aus meiner Sicht sind solche Spekulationen jedoch ein Vabanquespiel und nur etwas für hartgesottene Trader, die mit extremer Volatilität gut umgehen können. Ich würde Anlegern daher eher davon abraten, hier mitmischen zu wollen.

Die Crux in diesen beiden Fällen ist nämlich, dass sowohl die CureVac- als auch die Novavax-Aktie prinzipiell bereits zu hoch bewertet sind im Vergleich zu anderen Biotech-Unternehmen. Es besteht hier also keine fundamental begründbare Absicherung. Zudem haben weder CureVac noch Novavax einen einsetzbaren Impfstoff gegen die Vogelgrippe parat.

Bei den Tübingern wird die zu hohe Bewertung allein daran deutlich, dass einem Börsenwert von über 739 Millionen € nicht mal die Hälfte an Barmitteln gegenübersteht. Hier sind also bereits künftige Forschungserfolge eingepreist. Novavax kann immerhin auf den Deal mit dem finanzkräftigen Pharma-Riesen Sanofi verweisen.

ℹ️ CureVac und Novavax in Kürze

  • CureVac mit operativer Zentrale in Tübingen erforscht und entwickelt Arzneimittel auf Grundlage des Botenmoleküls mRNA. Der Börsenwert beträgt aktuell 739 Millionen US$.
  • Novavax ist ein US-Unternehmen, das ebenfalls auf die Entwicklung von Impfstoffen spezialisiert ist. Hier liegt der Börsenwert bei 1,8 Milliarden US$.

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