CureVac-Aktie: Schlag ins Kontor für Aktionäre!

07.02.23 um 13:01

Böse Überraschung für Aktionäre: Die CureVac-Aktie (WKN: A2P71U) verliert vorbörslich in den USA -7% auf 9,86 US$, nachdem das Unternehmen gestern am späten Abend eine Kapitalmaßnahme verkündet hat. Die Tübinger wollen in einem öffentlichen Zeichnungsangebot 200 Millionen US$ frisches Geld gegen die Abgabe von Stammaktien einsammeln. Was bedeutet das für Anleger?

CureVac mit Zentrale in Tübingen erforscht und entwickelt Arzneimittel auf der Grundlage des Botenmoleküls mRNA. Im vergangenen Sommer musste der Wirkstoffhersteller den Zulassungsantrag für seinen ersten Corona-Impfstoff aufgrund schwacher Studienergebnisse zurückziehen. Derzeit arbeitet das Unternehmen zusammen mit dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK) an einem verbesserten Corona-Vakzin. CureVac ist an der Nasdaq-Börse notiert mit einer Marktkapitalisierung von rund 2 Milliarden US$.

Großartige Performance in 2023

Die CureVac-Aktie hat in diesem Jahr eine phänomenale Performance aufs Parkett gelegt und steht aktuell noch bei einem Wertzuwachs von +66%. zwischenzeitlich waren es sogar weit über 100%.

Jetzt weiß man, woher die Kursexplosion wohl rührt: Es dürfte sich um einen der im Biotech-Sektor hinlänglich bekannten, lupenreinen KE-Run (KE = Kapitalerhöhung) gehandelt haben, bei dem gewisse Adressen bereits wussten, was kommen wird.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs, Jefferies und SVB Securities fungieren als Bookrunner für das geplante Angebot. Van Lanschot Kempen ist Konsortialführer.

Preis je auszugebendem Anteil noch offen

Zu welchem Preis ein Anteil im Rahmen der Kapitalmaßnahme, die noch im Februar komplett über die Bühne gehen soll, letztlich an die Zeichner ausgegeben wird, steht noch nicht fest. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte er um oder unter dem aktuellen Kurs von 10 US$ liegen, möglicherweise sogar deutlich darunter.

Fakt ist, dass CureVac den beteiligten Konsortialbanken über die 200 Millionen US$ hinausgehend das Recht einräumt, binnen 30 Tagen bis zu weitere 15% der Anzahl der Stammaktien zu erwerben. Damit könnte das Unternehmen bis zu 3 Millionen US$ zusätzlich einnehmen.

Massive Verwässerung

Während der Preis je auszugebender Aktie noch offen bleibt, steht bereits fest, dass Altaktionäre eine massive Verwässerung von geschätzt 10% hinnehmen müssen. Es dürften wohl mindestens 20 Millionen Aktien hinzukommen.

Ausweislich der zuletzt vorgelegten Quartalszahlen verfügte CureVac Ende September 2022 über 540,9 Millionen € an liquiden Mitteln. Mit dem zusätzlichen frischen Geld durch die Kapitalmaßnahme sollten die Tübinger zunächst ausreichend finanziert sein, um ihre klinischen Forschungen voranzutreiben.

Genug Geld für weitere Forschungen

Bekanntlich wollen die Tübinger ihre Phase-1-Programme zu Covid-19 und saisonaler Grippe gemeinsam mit Partner GlaxoSmithKline (GSK) in die nächste Phase der klinischen Prüfung bringen. Vorläufige positive Daten legen Erfolgsaussichten nahe.

Analysten zeigten sich zuletzt euphorisch und gehen mittlerweile davon aus, dass die mRNA-Technologie der Tübinger letztlich eben doch funktioniert. Daran war nach dem Scheitern des ersten Corona-Impfstoffs stark gezweifelt worden.

Aktie zu teuer

Wir hatten bereits am 11. Januar in diesem Artikel zur Vorsicht bei dieser Aktie und zu Gewinnmitnahmen nach der Kursrallye geraten. Die jetzige Kapitalmaßnahme bestätigt unsere Skepsis.

Das Tübinger Unternehmen wird aktuell an der Börse mit rund 2 Milliarden US$ bewertet, hier sind also bereits künftige Forschungserfolge deutlich eingepreist. Verglichen mit anderen Biotech-Titeln, wie man sie etwa im exklusiven No Brainer Club findet, ist die CureVac-Aktie deutlich zu teuer.

Solange der Preis je auszugebendem neuen Anteil nicht feststeht, sollten Anleger auf keinen Fall kaufen.

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