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Uniper-Aktie: Staat übernimmt – wird jetzt alles gut?

Frank Giarra / 21.09.22 / 10:20

Nächster Akt im Drama von Uniper (WKN: UNSE01): Der Bund übernimmt die Anteile des finnischen Konzerns Fortum, womit seine Beteiligung auf 99% steigt. Das Ganze geht mit einer Kapitalerhöhung von 8 Milliarden € einher. Die Aktie fällt erneut wie ein Stein, aktuell um -17% auf 3,47 €. Können Anleger jetzt auf bessere Zeiten hoffen? Lohnt sich der Einstieg bei diesen Kursen?

Uniper erzeugt Strom aus Kohle und Gas und zählt zu den drei größten Gashändlern in Deutschland. Der Düsseldorfer Konzern ist 2016 durch Abspaltung aus dem Essener Energiekonzern E.ON entstanden. Seit März 2020 hatte das Unternehmen mehrheitlich dem finnischen Energiekonzern Fortum gehört.

Erstes Rettungspaket hält nicht lange

Das erste Rettungspaket, bei dem sich der Bund mit 30% an Uniper beteiligt hat, ist gerade einmal zwei Monate her. 19 Milliarden € sind seitdem bereits geflossen. Wie erwartet hat das dem Energieversorger aber nicht endgültig auf die Beine geholfen, zumal in der Folgezeit die Gaslieferungen aus Russland über die Pipeline Nord Stream 1 komplett eingestellt worden sind.

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Jetzt hat der Bund das Sagen

In den vergangenen Tagen ist hinter den Kulissen fieberhaft verhandelt worden, denn bei Kosten von 100 Millionen € täglich für Uniper drängte die Zeit. Heute Morgen verkündet das Unternehmen das Ergebnis, und das sieht folgendermaßen aus:

Der Bund übernimmt die vom bisherigen Mehrheitseigner Fortum gehaltenen Aktien und ersetzt dessen Kreditlinie. Seine Beteiligung steigt damit auf 99%. Die staatliche Förderbank KfW stellt Uniper Finanzmittel entsprechend des Liquiditätsbedarfs zur Verfügung.

Für Aktionäre kommt es knüppeldick

Für bisherige Aktionäre kommt es erneut knüppeldick, denn sie werden wieder massiv verwässert. Vorgesehen ist eine Kapitalerhöhung in Höhe von 8 Milliarden € zum Ausgabepreis von 1,70 € je Aktie – unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre!

Ausschließlich der Bund wird die im Rahmen der Kapitalerhöhung auszugebenden Aktien zeichnen. Zusätzlich erwirbt der Staat die derzeit von Fortum gehaltenen Uniper-Aktien für 1,70 € je Anteil, so dass er am Ende auf die besagte 99%-Beteiligung kommt.

In der Pressemitteilung heißt es:

Durch das überarbeitete Stabilisierungspaket kann Uniper seine systemkritische Rolle für die Energieversorgung in Deutschland weiterhin erfüllen.

Uniper-Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach kommentiert:

„Mit der heutigen Vereinbarung bekommen wir Klarheit in der Eigentümerstruktur, können unsere Geschäfte fortführen und unsere Rolle als systemrelevanter Energieversorger weiter erfüllen. Das sichert die Energieversorgung für Unternehmen, Stadtwerke und Verbraucher.

Bund könnte wieder gutes Geschäft machen

Maubachs Freude über die Rettung seines Unternehmens durch den Bund ist verständlich. Und der Bund hat bereits in der Vergangenheit mit seinem Einstieg bei Aktiengesellschaften ein ziemlich gutes Geschäft gemacht, man denke nur an die Lufthansa. Hier hat er jüngst seine letzten Anteile mit einem Gewinn von 760 Millionen € verkauft.

SD hat eindringlich gewarnt

Aus Sicht der Aktionäre ist der Vorgang aber natürlich ein Trauerspiel. Mir ist es ehrlich gesagt ein Rätsel, warum heute Morgen noch 3,40 € für eine Aktie gezahlt werden, wenn der Bund seine Anteile für 1,70 € zeichnet.

Wir haben mehrfach dringend davor gewarnt, diese Aktie zu kaufen, zuletzt in diesem Artikel. Im Prinzip ist exakt jene berüchtigte „Todesspirale“  eingetreten, die wir schon Ende Juli kommen sahen.

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Gefundenes Fressen für Zocker?

So positiv die Verstaatlichung für das Unternehmen sein mag – für bisherige Aktionäre ist sie das auf keinen Fall. Wer sich nicht bereits von seinen Anteilen getrennt hat, der muss nun wohl oder übel Geduld beweisen. Meiner Meinung nach wird es einige Jahre dauern, bis das bisherige Geschäftsmodell erfolgreich umgestellt worden ist, wenn das überhaupt gelingt.

Für mich stellt das Uniper-Papier kein ernsthaftes Investment dar. Für Zocker könnten die aktuellen Kurse möglicherweise ein gefundenes Fressen sein. Wer hier sein Glück herausfordern will, muss aber wohl gute Nerven haben.

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