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PayPal-Aktie schießt hoch – das steckt dahinter

Simon Ruic / 03.08.22 / 12:18

Die Aktie des Online-Bezahldienstes PayPal (WKN: A14R7U) springt nachbörslich um über +11% auf 99,80 US$ hoch. Der US-Konzern hat am späten Dienstag seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt. Zwar ist der Gewinn des Unternehmens eingebrochen; die Anleger feiern jedoch den Einstieg des aktivistischen Investors Elliott Management, der bei den Kaliforniern sogleich eine Reihe von spannenden Maßnahmen nach sich zieht. Ist das die Wende für das gebeutelte Tech-Papier?

PayPal mit Sitz in San José im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein Onlinebezahldienst, dessen Plattform über 400 Millionen Menschen weltweit nutzen. Von 2002 bis zu seiner Abspaltung 2015 war das Unternehmen ein Tochterunternehmen des Online-Marktplatzes eBay. Seitdem wird der Titel an der Nasdaq gehandelt mit einem derzeitigen Börsenwert von 115 Milliarden US$.

Aktie schießt trotz Gewinneinbruch hoch

Die PayPal-Aktie sprang am Dienstag nachbörslich um +11,35% auf 99,80 US$, nachdem der Zahlungsdienstleister seine neuen Quartalsergebnisse vorgelegt hatte. Kurzum: Der US-Konzern verdiente zwar deutlich weniger, doch ein neuer Großinvestor und die Ankündigung eines milliardenschweren Rückkaufprogramms machen den Anlegern Hoffnung.

So fiel der Betriebsgewinn zwischen April und Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf 764 Millionen US$, wie PayPal mitteilte. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) verringerte sich zwar von 1,15 auf 0,93 US$, übertraf damit jedoch die Erwartungen der von Capital IQ befragten Analysten (0,87 US$).

Unter dem Strich rutschte das Nettoergebnis im zweiten Quartal mit -341 Millionen US$ sogar deutlich ins Minus – nach einem Überschuss von 1,184 Milliarden US$ im Vorjahr. Ursächlich dafür waren jedoch vor allem Sonderfaktoren wie höhere Steuern.

Das Tagesgeschäft lief bei den Kaliforniern hingegen rund: Der Umsatz in den drei Monaten steigerte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um +9% auf 6,8 Milliarden US$.

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Neuer Großinvestor und milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm

Nachdem vergangene Woche bereits Gerüchte hochgekocht sind, gibt es nun die offizielle Bestätigung: Elliott Investment Management hat, wie PayPal gestern bekannt gab, eine Investition von über 2 Milliarden US$ in das Unternehmen getätigt. Damit gehört der aktivistische Investor nun zu den größten Aktionären des Fintechs. Die Wall Street begrüßt den Einstieg des einflussreichen Hedgefonds, der für sein Pochen auf hohe Renditen und seine Einmischung ins Management bekannt ist.

PayPal verfügt über „einen unübertroffenen und branchenführenden Fußabdruck in seinen Zahlungsgeschäften“, sagte Jesse Cohn, Managing Partner bei Elliott, einen Tag, nachdem die Investmentfirma eine ähnliche Beteiligung am sozialen Netzwerk Pinterest bekannt gegeben hatte.

Der Einfluss des Hedgefonds macht sich mit einer Reihe von Maßnahmen sogleich bemerkbar: Zum einen versprach Paypal Sparmaßnahmen und erhöhte die Gewinnziele für das Gesamtjahr. So erwartet der Zahlungsdienstleister nun ein bereinigtes EPS zwischen 3,86 und 3,97 US$. Die bisherige Prognosespanne lag bei 3,81 bis 3,93 US$.

Was die Anleger ebenfalls entzückt haben dürfte: Der US-Konzern kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 15 Milliarden US$ an.

Darüber hinaus stellte das Unternehmen einen neuen Finanzchef vor: Blake Jorgensen kommt vom Videospielentwickler Electronic Arts und übernimmt ab sofort den CFO-Posten.

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Heftige Korrektur nach Corona-Boom

PayPal war während der Corona-Krise ein absoluter Anleger-Favorit, da die Fintech-Branche dank extrem niedriger Kreditkosten und dem vorübergehend boomenden E-Commerce florierte. Seit ihrem Höchststand im Juli 2021 bei über 308 US$ hat die Aktie jedoch mehr als zwei Drittel ihres Werts eingebüßt, mehr als die Hälfte allein seit Jahresbeginn.

Dieser Abwärtstrend ist auf zahlreiche Faktoren zurückzuführen – wie etwa die gesunkenen Bewertungen im Technologiesektor und die enttäuschenden Ergebnisse für das dritte und vierte Quartal 2021, gefolgt von einer Prognosesenkung und einer Strategieänderung.

Fazit: Aktie derzeit unterbewertet

Ich gehe davon aus, dass die PayPal-Aktie immer noch mit Gegenwind zu rechnen hat, da die E-Commerce-Branche weiterhin zu kämpfen haben wird – aufgrund von Lieferkettenstörungen, der Rekordinflation und einer stärkeren Rückbesinnung auf das Einkaufen in Einzelhandelsgeschäften. Darüber hinaus hat die Abkehr von eBay ebenfalls zu Umsatzeinbußen geführt.

Auf der anderen Seite scheint der Markt den Zahlungsriesen genug geprügelt zu haben. Auf dem aktuellen Kursniveau halte ich das Tech-Papier für unterbewertet, worauf auch der Elliott-Einstieg und das üppige Aktienrückkaufprogramm hindeuten.

Die Geschäfts- und Wachstumsstrategien von PayPal machen das Unternehmen aus meiner Sicht weiterhin zu einem sehr attraktiven langfristigen Investment. Hinzu kommt: Da die Unternehmensleitung Ende vergangenen Jahres ihre Prognosen auf besser erreichbare Ziele reduziert hat, wird die Volatilität aufgrund negativer Überraschungen nachlassen.

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