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Redaktion / 12.08.20 / 10:31

Impfstoff-Roundup: Moderna, BioNTech und CureVac

Russland proklamiert den ersten zugelassenen Covid-19-Impfstoff für sich. Doch der PR-Gag schockt die westlichen Vakzinentwickler nur kurz. Die Aktien erholen sich heute wieder deutlich. Wir werfen einen aktuellen Blick auf die mRNA-Player Moderna (WKN: A2N9D9), BioNTech (WKN: A2PSR2) und CureVac (WKN: Cur333).

Der "Sputnik V" getaufte Corona-Impfstoff aus Russland wird international mehr als kritisch beäugt. Führende Experten sprechen gar eine dringliche Warnung aus. Kein Wunder: Umfangreiche Tests am Menschen, wie wir sie von einer typischen Phase 3 kennen, hat das Mittel nicht durchlaufen. Weder die tatsächliche Effektivität und schon gar nicht die Risiken können derzeit zuverlässig abgeschätzt werden. Entsprechend ist ernsthaftes Interesse westlicher Staaten nicht zu erwarten. Als mögliche Abnehmer werden derzeit Brasilien, die Verinigten Arabischen Emirate und die Philippinen gehandelt.

Moderna mit Milliardendeal

Nachbörslich meldete die US-Firma Moderna gestern einen milliardenschweren Liefervertrag mit der US-Regierung. Für 1,525 Milliarden US-Dollar sichert sich der Staat 100 Millionen Einheiten des potenziellen Moderna-Impfstoffs. Darüber hinaus wurde eine Option auf 400 Millionen weitere Dosen vereinbart. Einen ähnlichen Deal mit den USA konnte Ende Juli bereits BioNTech mit seinem Partner Pfizer abschließen. Der Unterschied: Bei Moderna wird die Entwicklung des Impfstoffs bereits mit stolzen 955 Millionen US-Dollar staatlich gefördert.

Die Moderna-Aktie schloss im gestrigen Handel um -4,22% leichter bei 68,97 USD. Nach den News ging es im nachbörslichen Handel zweistellig bis auf 78,35 USD in der Spitze nach oben. Die Bewertung Modernas überspringt damit wieder die Marke von 30 Milliarden US-Dollar.

BioNTech nur noch zweite Wahl?

Auch die BioNTech-Aktie geriet in den vergangenen Tagen unter Druck. Von seinem Juli-Hoch verlor der Wert gut -40%. Bezüglich eines potenziellen Zulassungsantrages für den ersten Corona-Impfstoff aus westlichen Gefilden liefert man sich weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Moderna. Im Oktober wollen die Mainzer entscheidende Studiendaten vorlegen, auf deren Basis umgehend ein entsprechender Antrag erfolgen soll. Die gestern veröffentlichten Quartalszahlen und der gemeldete Rekordverlust in Höhe von 88,3 Millionen Euro sind zunächst nebensächlich.

Der "Angriff" aus Russland und das in den letzten Tagen ohnehin schwache Biotech-Umfeld ließen die BioNTech-Aktie gestern weiter um -7,44% auf 68,45 USD abstürzen. Im frühen deutschen Handel relativiert der Markt heute die Korrektur und die Aktie setzt zu einem Rebound an. Mit über 16 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung bleibt BioNTech zwar deutlich günstiger bewertet als Moderna, aber angesichts des schon auslizenzierten Corona-Assets und der ansonsten sehr jungfräulichen Pipeline durchaus immer noch ambitioniert.

CureVac vor Hype-IPO?

Ende Juli lieferten wir die wichtigsten Infos zum bevorstehenden Börsengang der zweiten deutschen Impfstoff-Hoffnung CureVac. Die Tübinger könnten neuesten Informationen zufolge in der ersten Septemberhälfte an die Nasdaq gehen und hierbei eine Bewertung von knapp 2,7 Milliarden US-Dollar anstreben – nach Ausgabe neuer Aktien im Wert von 300 Millionen US-Dollar im Zuge des IPOs. In der Entwicklung hinkt man der Konkurrenz etwas hinterher. Im September oder Oktober soll eine entscheidende Studie in Brasilien anlaufen.

An CureVac ist unter anderem der deutsche Staat und der britische Pharmariese GlaxoSmithKline beteiligt. Exklusive Lieferverträge dürften hier vornehmlich in Europa zu erwarten sein.

Klar ist: Kommt CureVac mit einer Bewertung von unter 3 Milliarden US-Dollar in den Markt, dürfte allein ein initial einsetzender Hype für schnelle Kursgewinne sorgen. Die Bewertung wäre im Peer-Group-Vergleich sehr günstig. Zudem wurde von Expertenseite bereits mehrfach darauf verwiesen, dass es mehrerer Impfstoffe bedarf, um der Pandemie adäquat begegnen zu können.

Am Ende wird nicht der Hersteller mit dem am schnellsten verfügbaren Impfstoff am stärksten profitieren, sondern jener mit dem besten. Und hier kommen neue Kandidaten ins Spiel, die wir im Rahmen unseres Live Chats sowie im exklusiven No Brainer Club im Detail behandeln.

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