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BioNTech-Aktie: Das wäre eine bittere Enttäuschung

Simon Ruic / 08.04.22 / 12:54

Nachdem sich die Aktie von BioNTech (WKN: A2PSR2) in den vergangenen 30 Tagen kräftig vom Omikron-Sinkflug erholt hat, setzte es gestern einen herben Rückschlag: Die allgemeine Impfpflicht in Deutschland ist samt aller Kompromissvorschläge gescheitert. Nachdem die Impfpflicht ab 18 Jahren bereits zuvor vom Tisch war, sackte die Aktie des Wirkstoffentwicklers am Mittwoch um fast -8% ab. Nach einem leichten Plus am Folgetag notiert der Titel nun bei 169 US$. Zwei weitere Faktoren könnten den Aktienkurs der Mainzer in den nächsten Wochen stark belasten.

Das Mainzer Pharma-Unternehmen BioNTech ist weltweit bekannt geworden durch seinen hochwirksamen Covid-19-Impfstoff auf Basis der mRNA-Technologie. Spätestens seit dem Aufkommen der Omikron-Variante ist der Vakzin-Hersteller jedoch unter Druck und legt seine Hoffnung nun in einen speziell auf die neue Mutation zugeschnittenen Impfstoffkandidaten. Der Wirkstoff-Hersteller forscht zudem an Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Krankheiten. An der Börse hat das Unternehmen derzeit einen Wert von 37 Milliarden €.

Impfpflicht in Deutschland gescheitert

Schlechte Nachrichten für BioNTech und Co: Die Einführung der allgemeinen Impfpflicht in Deutschland ist gestern krachend gescheitert. Nachdem eine Impfpflicht ab 18 Jahren bereits vom Tisch war, fanden gestern im Bundestag auch die Kompromiss-Anträge keine Mehrheit.

Die Abgeordneten hatten über einen Antrag abgestimmt, der eine Impfpflicht ab 60 Jahren und eine verpflichtenden Beratung für alle nicht immunisierten Erwachsenen vorgesehen hatte. Letztlich fehlten für eine Mehrheit Stimmen aus der Regierungsopposition.

Das Scheitern ist nicht nur für Kanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbauch eine Niederlage, die sich beide für eine Impfpflicht ausgesprochen hatten. Das haben die Kursverluste der Impfstoff-Aktien am Mittwoch gezeigt. Mit einem Minus von fast 8% sackte der BioNTech-Titel am heftigsten ab. Den folgenden Handelstag beendete das Papier leicht im Plus und notiert aktuell vorbörslich im Minus bei rund 165 US$.

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Marktmacht in den USA auf dem Spiel?

Der Rückschlag kommt für die Mainzer inmitten einer beachtlichen Erholungsrallye nach einem monatelangen Omikron-Sinkflug. Innenhalb der letzten 30 Tage hat das Papier des Wirkstoffentwicklers wieder um mehr als ein Drittel zugelegt. Verantwortlich für den jüngsten Auftrieb waren die hohen Infektionszahlen in vielen Regionen der Welt und die absolute Rekordbilanz, die die Mainzer für 2021 ausweisen konnten. Neben der gescheiterten Impfpflicht gibt es jedoch weitere Faktoren, die den Pharma-Titel in nächster Zeit belasten könnten.

Zum einen muss BioNTech wohl um seine dominante Marktposition bangen. So hatte Moderna-Chef Stéphane Bancel vor knapp zwei Wochen bekannt gegeben, dass sich sein Unternehmen in den USA auf den Impfstoffvertrieb am privaten Markt einstellt – eine radikale Umstellung, da in den Vereinigten Staaten wie vielerorts die Regierung bislang für den Kauf und die Verteilung der Impfdosen zuständig ist.

Offenbar reagiert der BioNTech-Konkurrent auf Berichte, wonach die Finanzierung des staatlichen Impfprogramms in den USA noch nicht sicher sei. Falls keine neuen Mittel freigegeben würden, hätte das Weiße Haus nicht annähernd genug Impfdosen, um allen Bürgern eine zweite Auffrischungsspritze zu bieten, berichtete das Finanzportal Barron's.

In diesem Fall könnten die Covid-Vakzine wie auch andere Medikamente über den freien Markt vertrieben werden. Der Preis für den Impfstoff würde dann voraussichtlich zwar steigen, sagte Moderna-Chef Bancel. Zwischen BioNTech und den Herausforderern würde jedoch eine echte Wettbewerbssituation entstehen, womit die Mainzer ihr Quasimonopol in vielen Regionen verlieren würden.

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Omikron-Showdown schon Ende April?

Besonders die kommenden Wochen werden für BioNTech-Anleger nervenaufreibend, denn die Resultate der Omikron-Studie des Unternehmens werden für Ende April oder Anfang Mai erwartet. Bei seinem auf die vorherrschende Virusvariante angepassten Serum muss der Wirkstoffhersteller eine hohe Wirksamkeit liefern. Zahlen unter 80% wären für den Markt bereits eine bittere Enttäuschung.

BioNTech ist nach eigenen Angaben schon seit Ende März bereit, sein Omikron-Vakzin in großen Mengen auszuliefern. Bis zu vier Milliarden Dosen will der Konzern zusammen mit US-Partner Pfizer in diesem Jahr produzieren. Angesichts der schwächelnden Impfkonjunktur und der noch ausstehenden Studienergebnisse gehen die Mainzer ein hohes Risiko ein. Schlimmstenfalls könnten die beiden Pharma-Unternehmen auf einem großen Teil der Produktion sitzen bleiben – und die BioNTech-Aktie damit in eine tiefes Loch schicken.

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