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Manuel / 09.12.19 / 10:53

Wirecard: Neuer Stress mit FT – es geht um richtig viel Cash!

Es rumort wieder bei der Wirecard AG (WKN: 747206): Wie die Financial Times berichtet, sei der Bestand an ausgewiesenen liquiden Mitteln in der Konzernbilanz zu hoch angegeben. Wirecard-Aktien fallen in einer ersten Reaktion auf bis zu 109,40 Euro.

Der Zahlungsdienstleister erhöhte seine Barreserven „durch die Einbeziehung von Geldern auf Treuhandkonten“, die in der Zahlungsverarbeitung verwendet werden, so die FT im neuesten Artikel von heute.

Unter Bezugnahme auf interne Wirecard-Dokumente berichtet die FT von der Situation, dass die aus den Dubai-Vorwürfen bereits bekannte Al Alam Solutions in Verbindung mit 334 Millionen Euro auf Treuhandkonten stand. Und: Es sei nicht klar, ob dieser bestimmte Betrag in die Berechnung der Barreserven des Wirecard-Konzerns einbezogen wurde im Jahr 2017. Wirecard betonte, dass das Geld auf den Accounts von „renommierten Finanzinstitutionen“ stammen würde.

KPMG könnte Licht ins Dunkle bringen 

Der bis dato letzte FT-Artikel stammt vom 6. November. Dieser stand im Zusammenhang mit der Beauftragung von KPMG als externen Sonderprüfer infolge der neuerlichen Vorwürfe seitens der FT hinsichtlich der Bilanzierungspraktiken und angeblichen Scheinbuchungen bei Wirecard-Tochtergesellschaften in Dubai und Irland.

Das Ergebnis der KPMG-Prüfung steht noch aus. Im Finanzbericht zum dritten Quartal heißt es offiziell, dass der Abschluss der unabhängigen Untersuchung „für das Ende des ersten Quartals im Geschäftsjahr 2020“ erwartet werde. KPMG erhalte dabei Zugang zu allen relevanten Informationen, so Wirecard.

Aktie bleibt getrieben von News

Wirecard weist trotz aller Nebengeräusche weiter glänzende Wachstumszahlen vor. Der Umsatz stieg von Januar bis September um 37,7% auf 1,9 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 38,4% auf 553 Millionen Euro. Auf Jahressicht soll der nächste Gewinnsprung folgen. Für 2020 peilt die Vorstandsetage ein EBITDA zwischen 1 und 1,12 Milliarden Euro an.

Die Financial Times stellt heute wiederholt die Integrität des Rechnungswesens von Wirecard in Frage. Wirecard-Aktien fallen am Montag in einer ersten Reaktion auf bis zu 109,40 Euro, bevor die Erholungsrallye einsetzt. Das übergeordnete charttechnische Bild trübt sich allerdings weiter ein. Wer long ist, sollte die teils unkalkulierbaren Risiken genau abwägen. Auch wenn die Aktie rein aus fundamentaler Sicht ein Kauf ist (wir berichteten), bleibt das DAX-Papier newsabhängig.


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Kommentare
Robin / 09.12.19 / 12:16 Uhr Die Medien besitzen eindeutig zu viel Macht. Wirecard wird trotz glänzender Zahlen zum Spielball irgendwelcher Journalisten. Scheint bald so, als seien irgendwelche Neider am Werk...