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Wasserstoff statt Kohle? South32 macht alles richtig

Andreas Lambrou / 26.08.22 / 11:52

Wasserstoff gilt bis in höchste politische Kreise als Lösung für die gegenwärtige Energiekrise. Die Aktie von Plug Power (WKN: A1JA81) hat sich von ihren Tiefstständen im Juli schon wieder knapp verdoppelt. Doch ich habe große Zweifel am Geschäftsmodell. Statt Wasserstoff hat in diesem Jahr die allgemein unpopuläre Kohle den Bergbaukonzernen wie BHP (WKN: 863578) oder Glencore (WKN: A1JAGV) zu Gewinnschüben verholfen. Jetzt gewährt die australische South32 (WKN: A14QLH) Einblick in ihre Bücher – und sorgt für einen Aha-Effekt.

South32 ist ein australisches Montanunternehmen mit Sitz in Perth. Es entstand 2015 durch eine Abspaltung von BHP Billiton. Hierbei gingen unter anderem große Teile des Aluminium-, Mangan- und Nickelgeschäfts auf South32 über.

Die Energiewende ist in aller Munde, während die Energiekrise weiter ihr Unwesen treibt. Es ist keine große Überraschung, dass auch hier Kohle zu einem starken Ergebnis beigetragen hat.

Doch vor neuen Investitionen in die Sparte schreckt South32 zurück, da metallurgische Kohle im Stahlherstellungsprozess in den nächsten Jahrzehnten durch grünen Wasserstoff ersetzt werden könnte. Ein Unterfangen, an dem auch der australische Stahlhersteller BlueScope Steel (WKN: 633434) forscht.

Bundesregierung kündigt Allianz mit Kanada an

Der jüngste Abstecher von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Kanada sollte sowohl Hoffnung als auch eine Lösung bringen. Voller Begeisterung wurde sogar in der 20 Uhr-Ausgabe der Tagesschau über die Gespräche zwischen Scholz und dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau berichtet, die gemeinsam ein nachhaltiges Wasserstoff-Projekt auf den Weg bringen wollen.

Deutschlands Regierung verspricht sich daraus womöglich eine Soforthilfe für die Energiekrise, aber auch eine zukünftige strategische Energiepartnerschaft für die Energiewende.

Auf dem Pfad der emissionsarmen Wasserstoff-Technologie soll Kanada eine zentrale Rolle zukommen bei der Herstellung von grünem Wasserstoff. Das zur Aufspaltung in seine Elemente Wasserstoff und Sauerstoff benötigte Wasser und der für große Windparks benötigte Wind seien in der Region Neufundland im Überfluss vorhanden, belehrte der Tagesschau-Sprecher.

Kaum zur Sprache kamen bei diesen großen Plänen allerdings die Herausforderungen für den Aufbau so bedeutender Industrieprojekte in einer Region, die stets im Blick von Umweltschützern steht, dabei selbst für kanadische Verhältnisse relativ schlechte Infrastruktur aufweist sowie lediglich 500.000 Einwohner beheimatet.

Auf den Spuren des grünen Wasserstoffs

Ist grüner Wasserstoff die Zukunft? Auch in der Stahl- und Rohstoffindustrie macht das Thema „grüner Wasserstoff“ die Runde.

Der Herstellungsprozess von Stahl ist extrem energieintensiv. Bislang greifen Stahlerzeuger bei der Produktion zur metallurgischen Kohle, die sogenannte Kokskohle. In Zukunft könnte dieser Prozess allerdings reformiert werden.

Was zunächst gut klingt, dürfte aber bis zur kommerziellen Anwendung noch viele Jahre dauern. Kurzum: Die Umsetzung des kanadisch-deutschen Vorzeigeprojekts dürfte kaum vor 2030 realistisch sein, während die Energiekrise auf ihren Höhepunkt zusteuert und der deutschen Wirtschaft in wenigen Monaten das Rückgrat brechen könnte.

Dicke Profite durch Kohle – aber ohne Zukunft?

Der australische Rohstoffproduzent South32, der durch eine Abspaltung einst aus dem Bergbaukonzern BHP hervorgegangen ist und dort eher als Last gesehen wurde, hat in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich ein breit gestreutes Portfolio, von Zink und Silber über Aluminium bis hin zur metallurgischen Kohle, aufgebaut.

Vor allem der Kohlebergbau bescherte dem Unternehmen im abgeschlossenen Geschäftsjahr, das in Australien stets am 30. Juni endet, enorme Gewinne. Ursächlich war dafür, dass die Kohlepreise eine regelrechte Explosion erlebten.

South32 erzielte einen bereinigten Gewinn von 2,6 Milliarden US$ bzw. 0,56 US$ je Anteil. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Gewinnanstieg von sagenhaften +432%.

Anleger dürfen sich freuen, denn South32 erklärte eine Sonderdividende von 0,03 US$ sowie eine Schlussdividende von 0,14 US$ pro Aktie. Damit steigt die Gesamtdividende für das Geschäftsjahr auf einen Rekordwert von 1,3 Milliarden US$ an, was wiederum einer Dividendenrendite von 6,8% entspricht.

Eigentlich könnte sich das Management auf den Säcken voller Geld ausruhen, die man im Tausch für Säcke mit Kohle erhält. Doch mit neuen Investitionen in die derzeit so ertragreiche Kohle soll bald Schluss sein.

Woher der Sinneswandel?

Die Forschung im Bereich des Wasserstoffs schreitet stetig voran. Der Vorstand von South32 glaubt, dass grüner Wasserstoff die metallurgische Kohle bei der Stahlherstellung in zwei Jahrzehnten ersetzen könnte.

Graham Kerr, CEO von South32, äußerte sich in einem Interview mit Bloomberg Television:

In den nächsten Jahrzehnten wird es Innovationen im Stahlbereich geben – insbesondere im Bereich des grünen Wasserstoffs – die unserer Meinung nach mittel- bis langfristig die Dynamik bei metallurgischer Kohle verändern werden.

South32 glaubt also, dass die Tage der Kokskohle-Nachfrage gezählt sind. Das hat Folgen: So richtet South32 seine Unternehmensstrategie völlig neu aus. Den zukunftsweisenden Metallen wie Kupfer oder Zink soll fortan die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden.

In der Jahresabschluss-Präsentation betonen die Australier:

Wir haben unser Portfolio auf Metalle umgestellt, die für eine kohlenstoffarme Zukunft entscheidend sind.

Unterstrichen wird die Neuausrichtung durch die jüngst erfolgte Aufgabe der Dendrobium-Erweiterung. 700 Millionen US$ an geplanten Investitionen in die Kohlemine wurden damit zurückgezogen.

Wenn South32 die Entwicklung von grünem Wasserstoff richtig einschätzt, dürfte sich dies zeitlich günstig für das Unternehmen ergeben.

Die eigene Kohlemine soll schließlich noch mindestens bis 2039 in Betrieb bleiben. Damit könnte der Konzern einfach weiter von den laufenden Operationen profitieren, während das Portfolio strategisch für die Zukunft gerüstet wird.

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PLUS-Leser scheffeln schon lange Kohle

Viele Anleger glauben, dass sie dem Kohlesektor keine Aufmerksamkeit schenken müssten. Aufgrund der angeordneten Investitionsstopps bei Kohleprojekten gilt Kohle als Auslaufmodell. Allerdings wird dabei vergessen, dass ohne Investitionen der Abbau von Kohle immer weiter zurückgeht – und das schneller als die Nachfrage.

Zurzeit werden 37% des Weltstrombedarfs mit günstigen und flexibel einsetzbaren Kohlekraftwerken gedeckt. Selbst bis zum Jahr 2040 soll der Anteil der Kohle an der Verstromung lediglich auf 22% zurückgehen. Allerdings wird der Bedarf für Kohle selbst mit dieser Prognose kaum kleiner. Das liegt an dem Wachstum des Strombedarfs, der sich bis 2040 rund verdoppeln sollte. Allein schon die Umstellung von Treibstoff auf E-Autos sollte die Stromnachfrage in westlichen Ländern hochhalten.

Von einem Ende des Kohlezeitalters brauchen Sie in den nächsten 25 Jahren deshalb nicht auszugehen. Insofern dürfen Sie als renditeorientierter Anleger weiter die Aktien von Kohlebergbau-Unternehmen kaufen.

In meiner Wochenausgabe 33/2022 habe ich darum einen sehr starken Bergbaukonzern vorgestellt, der mit Kohle Rekordgewinne einfährt.

Eine mit 14% Dividendenrendite zu den dividendenstärksten Aktien zählende Kohlegrube habe ich seit Mai auf meiner Investitionsliste stehen. Dieser Spitzenreiter lief zunächst wochenlang seitwärts und hat in den letzten vier Wochen mit +17% einen beeindruckenden Kursanstieg hingelegt. Anleger sollten hier bedenken, dass sie außer den Kursgewinnen auch enorme Dividenden kassieren dürfen.

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