Verbio-Aktie: +21% – ist das erst der Anfang?

09.02.24 um 7:15

Die Bekanntgabe der Geschäftszahlen sorgte am Donnerstag bei der Aktie von Verbio (WKN: A0JL9W) für ein wahres Börsen-Feuerwerk: Der Kurs sprang um rund +21% € hoch und ging schließlich mit einem Tagesplus von 17,8% bei 21,54 € aus dem Handel. Der TecDAX-Titel steht damit immer noch -50% unter dem Niveau von September 2023. Sollten Anleger jetzt auf dieses Erholungs-Potenzial spekulieren?

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ℹ️ Verbio vorgestellt

  • Die Verbio SE ist einer der führenden Bioenergieproduzenten und gleichzeitig der einzige großindustrielle Hersteller von Biodiesel.
  • Neben dem Hauptsitz in Leipzig befinden sich Produktionsstätten in Deutschland, Polen und den USA. In Indien ist eine Anlage im Bau.
  • Das im TecDAX gelistete Unternehmen wird mit 1,4 Milliarden € bewertet.

In schwierigem Marktumfeld behauptet

So lautet die Kernaussage des am 8. Februar veröffentlichten Halbjahresberichts. Die Lage am Biodieselmarkt ist noch immer geprägt durch die hohen Importe aus China. Die Problematik der Falschdeklaration wurde seitens der EU angegangen, bis zur Klärung dürfte jedoch noch viel Zeit vergehen. Die Preise für Biodiesel sind wieder leicht gestiegen.

Das erste Halbjahr war durch eine erhebliche Steigerung der Produktionsmenge geprägt. Insbesondere die Menge bei Bioethanol ist von 142 auf 248 Millionen Tonnen gestiegen. Hier wurden neue Rekordwerte erzielt.

Aufgrund gesunkener Preise während der ersten sechs Monate reduzierte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15% auf knapp 909 Millionen €. Die operative Ertragslage verschlechterte sich deutlich, das EBITDA sank von 170 auf 75 Millionen €. Hier schlugen sich die niedrigeren Verkaufspreise deutlich nieder.

Die Finanzlage des Bio-Unternehmens ist als sehr solide zu bezeichnen. Die Eigenkapitalquote liegt weiterhin bei rund 70%. Die Nettofinanzverschuldung lag zum Jahresende bei 13,6 Millionen €. Der Rückgang resultiert durch hohe Investitionen von rund 54 Millionen € in Sachanlagen. Der größte Anteil davon floss in die Modernisierung der US-Anlage. Für 2025 ist die Neuerrichtung einer Produktionsanlage für Spezialchemie in Bitterfeld geplant.

Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender der Verbio SE, sagt:

Die Belastungen bleiben weiterhin bestehen. Inmitten dieser Herausforderungen konzentrieren wir uns auf das, was wir direkt beeinflussen können. Dazu zählt die effiziente Nutzung und kontinuierliche Optimierung unserer Anlagen sowie die verantwortungsvolle Investition in Wachstumsprojekte, wobei wir unsere Kapitaldisziplin im Auge behalten.

Ausblick bestätigt

Der weiter anhaltende Preisdruck auf den Biodiesel sowie die THG-Quoten führt vorerst zu keiner wesentlichen Verbesserung; die bisherige Prognose wurde bestätigt.

Für das Geschäftsjahr 2023/2024 wird mit einem EBITDA von 120 bis 150 Millionen € gerechnet. Bei der Nettofinanzverschuldung stehen 145 bis 175 Millionen € auf dem Zettel. Dass keine Reduzierung der Prognosewerte erfolgte, ist hier positiv zu sehen.

Beginnt jetzt die Trendwende?

Die Aktie befindet sich zwar in Rückwärtsgang, allerdings kam es immer wieder zu größeren Erholungstendenzen. Für eine nachhaltige Trendwende konnten diese Erholungen allerdings nicht sorgen. So dürfte es auch diesmal sein. Kursgewinne werden immer wieder durch Abverkäufe zunichtegemacht.

Ich halte die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung für unbegründet. Das schwierige Umfeld bleibt erhalten, es fehlt auch ein klares Signal der Politik für Biokraftstoffe. Allerdings scheint die Lage sich langsam zu entspannen. Vorerst sollten Anleger abwarten, die Unsicherheit ist noch immer sehr hoch.

Die Analysten der Deutschen Bank stimmen mit meiner Einschätzung überein; sie sehen den fairen Wert bei 22 €. Positiv dagegen sind Jefferies und Hauck & Aufhäuser mit ihren jeweiligen Zielkursen von 44 €.

Mein Fazit: Weiter an der Außenlinie abwarten.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens UBS. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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