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/ 06.06.19 / 11:33

Staramba: Droht hier bald die Pleite?

Turbulente Tage bei Staramba (WKN: A1K03W): Nur einen Tag, nachdem das Virtual Reality Startup seinen Aktionären einen neuen Schreck einjagte, kündigt es am Mittwoch eine Mega-Kapitalerhöhung an. Die Gesellschaft will bis zu 20 Millionen Euro einwerben. Die Staramba-Aktie rutschte innerhalb weniger Tage von 8,76 Euro um mehrere Euro ab. Heute gibt der Wert weitere -12,61% nach auf 5,82 Euro. 

Wie Staramba bereits am Dienstag mitteilte, darf das VR-Startup Erlöse aus dem Verkauf von STARAMBA.Token im Rahmen des ICO nur als erhaltene Anzahlungen ausweisen. Das Unternehmen plante für 2018 mit 17,6 Millionen Euro Umsatz, durch die "handelsrechtliche Neueinstufung" schrumpft dieser Betrag auf nurmehr 0,3 Millionen Euro. Das hat noch ganz andere Konsequenzen.

Einst mischte Staramba im VR-Markt mit, jetzt hat man andere Probleme ...

Neben der Umsatzverringerung von 17,6 auf rund 0,3 Millionen Euro, reduziert sich das EBITDA um 16,8 Millionen Euro gegenüber der letzten Prognose von 5,7 Millionen Euro auf -11,1 Millionen Euro. Nach 2016 (-45,8 Mio. Euro) und 2017 (-43,8 Mio. Euro) muss also auch 2018 ein großer Fehlbetrag verkraftet werden. Staramba geht davon aus, dass für 2018 ein Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals gemäß § 92 Abs. 1 AktG eingetreten ist.

Der Grund ist eine "handelsrechtliche Neueinstufung" bei Tokenverkäufen. Demnach seien die Token-Verkäufe aus dem ICO im Geschäftsjahr 2018 "nicht unmittelbar als Umsatz anzuerkennen". Staramba entwickelte den eigenen Token als In-Game-Währung für die Staramba.spaces wie auch als Bezahlmittel bei Partnern. Sie sollten sogar an einer Kryptobörse gehandelt werden.

Neuausrichtung soll Geschäft "zukunftsfähig aufstellen" - Mega-Kapitalerhöhung steht an

Staramba kündigte am 15. Mai grundlegende Maßnahmen zur Neustrukturierung des Berliner Startups an. Der Personalbestand wird um 40% verkleinert. Kurz- bis mittelfristig will Staramba wieder profitable Geschäftsfelder erschließen. Fortan wird sich die Gesellschaft auf zwei Geschäftsbereiche fokussieren: Den Technologiebereich "Scanner" mit der vom Unternehmen eigenentwickelten Scannertechnologie und den Bereich "Virtual Reality" mit dem Social VR-Netzwerk MATERIA.ONE.

Um wieder an Geld zu gelangen, plant Staramba eine Mega-Kapitalanhebung mit Bezugsrecht für Aktionäre - bis zu 20 Millionen Euro will man so erlösen. Auf der extra einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung am voraussichtlich 26. Juli steht der Punkt auf der Tagesordnung.

Dass Staramba nach der Verlustanzeige sein Eigenkapital stärken muss, war abzusehen. Die Firma prüfte explizit Maßnahmen diesbezüglich.

Im Wort Case droht die Pleite!

Nach dem Wirbel um den Geschäftsbericht für 2017 (wir berichteten) ist das die nächste Meldung, auf die Staramba-Aktionäre wohl gerne verzichten könnten.

In den vergangenen Tagen werfen Aktionäre ihre Aktien verstärkt auf den Markt. Staramba wird an der Börse gerade noch einmal mit knapp 14 Millionen Euro bewertet. Im Worst Case droht hier die Pleite.

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