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/ 27.09.19 / 13:48

Nebenwerte-Roundup: Westwing & Staramba

Wird die Westwing-Aktie (WKN: A2N4H0) innerhalb von 12 Monaten zum Pennystock? Von 26,99 Euro auf 1,80 Euro ist bereits Realität. Infolge der gestrigen Gewinnwarnung wurde die Aktie unter einem Handel von 1,56 Millionen Euro auf Xetra gnadenlos abverkauft. Zudem im Fokus: Staramba SE (WKN: A1K03W). 

In unserer mehrjährigen Börsenhistorie haben wir wenige Aktien erlebt, die einen derart rapiden Kursverfall aufweisen wie Westwing und Staramba. Am 9. Oktober 2018 startete die Westwing-Aktie ihre Börsenpremiere und handelte tags drauf sogar bei 26,99 Euro - ein Kurs, von dem Anleger heute nur träumen können. Wir kommen zum Entschluss: Finger weg von beiden Aktien!

Westwing: Umsatzdynamik lässt zu wünschen übrig

Wir vermissen hier - abgesehen von den in vielerlei Hinsicht zu kritisierenden Profitabilitätszahlen - zuallererst eine Belebung auf der Umsatzseite. Westwing, als klassisches Online-Startup, wächst 2019 auf Jahresbasis voraussichtlich am unteren Ende der in Aussicht gestellten Spanne von 6% bis 12%. In der ersten Jahreshälfte stagnierten die Erlöse gar.

Hat Westwing das Umsatztop erreicht? Quelle: Westwing / excitingcommerce.de

Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn Westwing im ersten Halbjahr 2020 seine Umsätze nicht steigern kann, diese erneut stagnieren oder sogar merklich fallen. Die Aktie scheint bereits mehrere Monate vorauszulaufen - und die guten Prognosen für das Weihnachtsgeschäft glatt zu ignorieren. So rechnet Westwing laut eigenen Angaben im vierten Quartal mit "einem positiven bereinigten EBITDA und einem Umsatzwachstum von mehr als 10%".

Wenn das Negativszenario eintritt, könnten hier vor Hintergrund des massiven Cashburns (wir berichteten), womöglich schon 2020 die Lichter ausgehen. Wichtige internationale Märkte wie Italien entwickeln sich nicht wie erwünscht.

Glückwunsch, Herr Samwer!

Oliver Samwer brachte mit seinem Rocket Internet-Konzern die Westwing Group AG zu einem Preis von 26 Euro je Aktie an die Frankfurter Börse. Damals wurde der Online-Möbelhändler mit einer Marktkapitalisierung von über 500 Millionen Euro (!) bewertet. Rückblickend machte Rocket Internet - die sich auf dem Weg nach unten sukzessive von ihrer Beteiligung verabschiedeten - alles richtig.

Staramba: Ex-CEO verkauft im großen Stil!

Desöfteren berichteten wir in letzter Zeit über die Aktie der Staramba SE. Nach unserer Volltreffer-Warnung, die SD-Lesern einen Ausstieg aus der Aktie zu 15 Euro ermöglichte, kannte der Kurs des einstigen selbsternannten "VR-Vorreiters" nur eine Richtung.

Staramba hat vor Kurzem den ehemaligen mybet-Chef Peuler angeheuert, der die Unternehmensneuausrichtung leiten soll. Nun wird vermeldet, dass sich der Ex-Chef und amtierende Verwaltungsrat Christian Daudert von seiner 25%-Beteiligung verabschiedet. Aktuell gehören ihm unter 20% an der Staramba SE.

Finger weg!

Auch wenn das Ziel einer weiteren Halbierung der Westwing-Aktie in den Pennystockbereich unter 1 Euro in den kommenden zwei Wochen als unwahrscheinlich erscheint, sind wir - wie wir ausführlich begründet haben - mittelfristig wenig optimistisch. Unter Einbezug aller Faktoren kommen wir aus Anlegersicht zum Schluss: Finger weg von beiden Aktien! Beide Werte sind potenzielle Pleitekandidaten und in beiden Titeln erkennen wir zurzeit keine "Must Haves". Wenn SD-Tipps laufen, dann richtig - siehe unser neuester 100%-Tipp Vectron Systems!

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