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Standard Lithium -26%: Namhafter Shortseller landet Wirkungstreffer

Simon / 04.02.22 / 10:08

Standard Lithium (WKN: A2DJQP) hatte schon immer viele Skeptiker. Jetzt hat sich ein namhafter Shortseller das kanadische Unternehmen wirkungsvoll vorgeknöpft. Der Aktienkurs des Rohstoff-Explorers sackte am Donnerstag auf 5,3 CA$ ein. Damit verloren die Kanadier an einem Tag mehr als ein Viertel ihres Börsenwerts. SD-Leser wurden in unserem letzten Update der Aktie auf das Risiko eines Investments hingewiesen.

Standard Lithium mit Sitz in Kanada ist spezialisiert auf die Gewinnung und Erzeugung von Lithiumcarbonat – ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Akkus, wie sie etwa in Smartphones und E-Autos stecken. Das Unternehmen ist in der Entwicklungsphase und plant, im laufenden Jahr erstmals nennenswerte Umsätze zu generieren.

-26% nach Shortseller-Attacke

Der Leerverkäufer Hindenburg Research sorge am Donnerstag mit einer Kundenmitteilung über den Explorer für ein Börsengewitter. In dem Bericht stellt die Investment-Gesellschaft die Erfolgsbilanz von CEO Robert Mintak sowie die Lithiumextraktions-Technologie der Kanadier in Frage. Standard Lithium, so der Shortseller, sei im Grunde nur ein durch den Elektroautomobil-Trend angeheiztes Aktienförderungsprogramm.

Obwohl der Explorer prompt mit einem Dementi reagierte, kollabierte der Aktienkurs des Unternehmens am Donnerstag um -26%. Zum Handelsschluss notierte die Anteilsscheine an ihrer Heimatbörse nur noch bei 5,30 CA$. Die Marktkapitalisierung der Kanadier ist damit deutlich unter die 1-Milliarde-CA$-Marke gefallen.

Standard Lithium „wird keine Einnahmen erzielen“

Standard Lithium sei laut Hindenburg 2021 an die New Yorker Börse gekommen, weil das Unternehmen fälschlicherweise behauptete, der erste Anbieter einer direkten Lithiumextraktions-Technologie zu sein. Dem Leerverkäufer zufolge gibt es das verwendete Verfahren jedoch bereits „seit 50 Jahren“.

Der kanadische Explorer investiere „praktisch nichts“ in Forschung und Entwicklung und gebe sein eingesammeltes Kapital im Grunde nur für Investor-Relations-Dienstleistungen aus, so Hindenburg. Obendrein heißt es in dem Bericht, dass CEO Mintak bereits in „fast einem Dutzend“ gescheiterten börsennotierten Unternehmen beteiligt gewesen sei.

Die „hohe“ Bewertung von Standard Lithium in Höhe von 1,2 Milliarden US$ wird dem Research-Unternehmen zufolge nicht lange Bestand haben, da es den Kanadiern nicht gelingen werde, nennenswerte Einnahmen zu erzielen.

Unverzügliches Dementi

Standard Lithium bezeichnete den Bericht prompt als „falsch und irreführend“. Das Hindenburg-Kommuniqué mit dem Titel “Standard Lithium: All The Hallmarks of A Made-In-Vancouver Stock Promotion Scheme Fueled By EV Lithium Hype” sei demnach „eindeutig dazu gedacht, Hindenburg Research zu begünstigen, das selbst offengelegt hat, dass es im Falle eines Rückgangs des Aktienkurses von Standard Lithium profitieren wird“.

So warnte der Lithium-Explorer Investoren eindringlich davor, Entscheidungen auf der Grundlage dieses Berichts zu treffen. Stattdessen verweist das Unternehmen auf Unterlagen, die es bei den kanadischen und US-amerikanischen Wertpapieraufsichtsbehörden eingereicht hatte.

Hindenburg ist kein Nobody

Viele zweifelten an der SiFT-Technologie von Standard Lithium, nun ist es passiert: Ein aktivistischer Shortseller hat sich den Rohstoffförderer in spe vorgeknöpft und offenbar einen wunden Punkt erwischt. Dabei ist Hindenburg auch nicht gerade ein Nobody, der unfundierte Anschuldigungen erhebt. Das hat die Research-Gesellschaft zuletzt im Fall des Brennstoffzellen-Start-ups Nikola bewiesen, der bezüglich der Fahrbarkeit seiner Trucks gelogen hatte.

Hype-Themen wie in diesem Fall Lithium werden leider immer wieder von skrupellosen Geschäftemachern mit Anlagevehikeln ohne Substanz bespielt. Jede Anlegergeneration muss das aufs Neue lernen. In meinem jüngsten Update zu Standard Lithium hatte ich SD-Leser bereits darauf hingewiesen, dass ein Investment in Standard Lithium ein nicht überschaubares Risiko birgt. Schließlich hatten die Kanadier bislang weder einen Proof-of-Concept noch ihre Skalierungsfähigkeit unter Beweis gestellt.

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Kommentare

Max
"Erste Umsätze zum Greifen nah" - super Headline für eine explizite Risiko-Warnung ;-)
P.J.
Nun ja, Sie schrieben von einen "gewissen Risiko".....und von hohen Renditen... Unter einer Warnung verstehe ich etwas anderes.
Simon Ruic
Hallo P.J. und Max, vielen Dank für die Kommentare. Ich sehe ein, dass "Warnung" in diesem Zusammenhang das falsche Wort ist, und habe es abgeändert zu einem "Hinweis". Besten Gruß Simon