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Standard Lithium: Fragezeichen hinter den Projektfinanzen

Simon Ruic / 19.01.23 / 11:34

Die Standard-Lithium-Aktie (WKN: A2DJQP) ist erst fulminant ins neue Jahr gestartet, landete in den letzten fünf Handelstagen jedoch deutlich im roten Bereich. Das Kursplus seit Anfang Januar beträgt noch 16,75%. 2023 wird richtungsweisend für die Kanadier, um die kostspielige Entwicklung ihrer ersten kommerziellen Anlage voranzutreiben. Über die Projektfinanzierung besteht jedoch große Unklarheit.

Standard Lithium mit Sitz in Kanada ist spezialisiert auf die Gewinnung und Erzeugung von Lithiumcarbonat – ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Akkus, wie sie etwa in Smartphones und E-Autos stecken. Seit Februar sieht sich das Unternehmen in der Entwicklungsphase jedoch mit schwerwiegenden Vorwürfen eines prominenten Shortsellers konfrontiert, die das Anlegervertrauen massiv geschädigt haben.

Neue Experten im Direktorium

In das richtungsweisende Jahr 2023 startet Standard Lithium mit frischem Blut auf der Führungsebene. Wie der Minenbetreiber am Dienstag bekanntgab, sind zwei „erfahrene Führungskräfte aus dem Energiesektor“, Claudia D’Orazio und Anca Rusu, mit sofortiger Wirkung dem Verwaltungsrat des Unternehmens beigetreten.

D’Orazio ist derzeit Vice President und Chief Human Resources & Technology Officer der kanadischen Bergbaufirma Centerra Gold und hat den Angaben nach Führungserfahrung in diversen Branchen, darunter Öl und Gas, Energie, Bergbau, öffentliche Rechnungsprüfung und Finanzen. Die erste Hälfte ihrer Laufbahn verbrachte sie demnach in der öffentlichen Rechnungsprüfung und im Finanzwesen bei der Royal Bank of Canada und KPMG.

Rusu ist laut Meldung unter anderem derzeit Mitglied des nationalen Vorstands der Project Management Association of Canada. Zuvor hat die Diplomingenieurin demnach knapp 20 Jahre für den Mineralöl-Riesen Royal Dutch Shell gearbeitet, wo sie in einer Reihe von Führungspositionen, darunter Vice President, die Neupositionierung des Unternehmens mit Blick auf die Energiewende unterstützte.

Standard-Lithium-CEO Robert Mintak kommentiert:

Ich freue mich sehr, mit Anca und Claudia zwei außergewöhnliche, unabhängige Direktoren in unserem Board begrüßen zu dürfen. Beide bringen eine Fülle von Kenntnissen und Erfahrungen aus dem Energie-, Rohstoff- und Finanzsektor mit, die die derzeitige Zusammensetzung unseres Boards deutlich verstärken und ergänzen werden.

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Schweres Börsenjahr endet versöhnlich

In den letzten Wochen und Monaten hat Standard Lithium bei Anlegern Stück für Stück Vertrauenspunkte gesammelt und den Aktienkurs um 5 CA$ einigermaßen stabilisiert.

Zunächst hat der Minenbetreiber Koch-Industries-Tochter OPD für die endgültige Machbarkeitsstudie (DFS) und das Front End Engineering Design (FEED) engagiert. Dann gelang die Vereinbarung „wichtiger Parameter“ für den kommerziellen Betrieb seiner Lithiumanlage mit dem verpartnerten Kölner Spezialchemie-Konzern Lanxess. Schließlich stellte Standard-Chef Mintak auch Liefer- und Abnahmeverträge in Aussicht: Man befinde demnach in „intensiven Dialogen“.

Unter dem Strich war es für Standard wie für die meisten Risiko-Assets dennoch ein schwieriges Börsenjahr: Mit -58% Kursverlust kommt das Unternehmen nun auf eine Marktkapitalisierung von rund 700 Millionen CA$.

Noch mehr Verwässerung in Aussicht

Die Projektanlaufkosten haben sich 2022 gegenüber dem Vorjahr naturgemäß von 5,5 auf 13,3 Millionen CA$ erhöht, was der Lithium-Spezialist jedoch mit einem relativ hohen Barbestand von zuletzt 145 Millionen CA$ gut auffangen konnte.

Als Finanzierungsquelle hat sich das Unternehmen dabei konsequent auf die Beschaffung von Eigenkapital beschränkt. Seit 2017 hat das Unternehmen in mehreren Platzierungsrunden zwischen 11 und 148 Millionen CA$ eingeworben, wodurch die Investoren erheblich verwässert wurden.

Aufgrund der aktuell hohen Zinssätze ist der Rückgriff auf Fremdkapital wahrscheinlich auch für die kommenden Quartale keine Option. Ich rechne daher in der zweiten Jahreshälfte mit weiteren Aktienemissionen.

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Erhebliche Risiken

Aus meiner Sicht birgt die Projektfinanzierung von Standard Lithium ein hohes Risiko. Zwar sind die Kanadier nicht den hohen Länderrisiken ausgesetzt wie vergleichbare Projekte in Argentinien und Chile; trotzdem bestehen beträchtliche Umwelt-, Genehmigungs- und Gesetzesrisiken. Lithium-Sole-Lagerstätten sind extrem wasserintensiv, was mögliche betriebliche Herausforderungen mit sich bringt.

Ich bleibe damit skeptisch, was die Aussichten von Standard Lithium betrifft. Das Unternehmen verfügt zwar über einige interessante Zukunftsprojekte; in den Investitionspräsentationen oder Finanzberichten wurde jedoch wenig getan, um die Monetarisierung klar zu beschreiben.

Der Minenbetreiber, so schätze ich, wird noch eine ganze Weile lang den Kapitalmarkt anzapfen müssen. Die Entscheidungen über Projektgenehmigungen liegen schließlich noch in weiter Ferne und in Bezug auf die tatsächliche Front-End-Produktion gibt es noch zahlreiche Fragezeichen.

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