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/ 18.08.17 / 14:20

Nebenwerte-Roundup: Stada, Teva, SMA Solar, Novo Resources

Wie sich doch die Schicksale bei Generika-Aktien unterschein können: Bei Stada (WKN: 725180) ist die Übernahme geglückt, Teva Pharma (WKN: 883035) beschert seinen Anlegern dagegen ein Blutbad. Die deutschen Unternehmen SMA Solar (WKN: A0DJ6J) sowie Aixtron (WKN: A0WMPJ) punkten mit starken Auftragseingängen. Novo Resources (WKN: A1JG38) begeistert derzeit die Rohstoff-Anleger und ist aktuell einer der teuersten Explorer der Welt - aber trotzdem nur ein Hoffnungswert.

Präsident Trumps Position geriet in den letzen Tagen immer mehr ins Wanken. Das führte bei den stark über das 1. Halbjahr gelaufenen Aktien zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Besonders bei den Wirtschaftslenkern des Landes verlor Trump, seit seinen vagen Äußerungen über Charlottesville, an Ansehen. Seine ursprüngliche Idee eines staatlich und privat finanzierten Infrastrukturprogramms (PPP), das 1 Milliarde US$ groß sein soll, droht mit Pauken und „Trumpeten“ zu scheitern. Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur bei den Standardwerten steigt.

Korrektur langsam überfällig

Dazu kommt, dass die Schuldenobergrenze durch den Kongress angehoben werden muss, um eine Havarie der Staatsfinanzen abzuwenden. Nur noch bis zum 29. September haben die Politiker dafür Zeit. Bis dahin bleiben, nach dem Ende der jährlichen Sommerpause, nur noch 12 Arbeitstage. Die Finanzwelt geht zwar sicher davon aus, dass der Kongress diese Thema in letzter Sekunde lösen und die Obergrenze anheben wird - Überraschungen wären unter Trump dennoch möglich. Zuletzt verweigerten ihm die Abgeordneten eine Reform des Gesundheitssystems und das gleiche Schicksal droht bei der großen Steuerreform.

Bisher hatte der Markt alle diese Risiken noch gar nicht im Blick und reagierten auf sämtliche Drohgebärden besonnen, da man grundsätzlich keine wirtschaftlichen Probleme erwartet.

Eine Korrektur war nach dem starken Anstieg des 1. Halbjahres jedoch überfällig und das Stimmungsbild könnte sich in den Herbst hinein noch einmal verschlechtern.

In der aktuellen Phase helfen Edelmetalle und Goldaktien, um das Portfolio zu stabilisieren. Niemand geringeres als der weltgrößte Hedgefondsmanager Ray Dalio erwartet in den nächsten Monaten eine erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten und empfiehlt Gold als Ankerinvestment.

Aixtron schwach wegen Unsicherheiten im Halbleiter-Sektor

Vor allem im Technologiesektor wurde in den letzten Tagen vermehrt vor einem möglichen Zyklushoch bei den Halbleitern gewarnt. Investoren befürchten, dass das globale Wirtschaftswachstum leiden und sich der bisher stärkste Chip-Nachfragezyklus seit der Jahrtausendwende langsam dem Ende zuneigen könnte.

Im Juli hatte Taiwan Semiconductor zuletzt einen 6%-Umsatzrückgang berichtet. Wenngleich dieser bisher eher mit der verspäteten Umstellung auf 10 Nanometer-Chips begründet wurde.

In der Halbleiter-Industrie läuft derzeit nicht alles rund

Darum war etwas Zurückhaltung bei den Aktien von Ausrüstern der Halbleiterindustrie zu spüren. Trotz guter Quartalszahlen sehen ängstliche Investoren eine mögliche Spitze des Geschäftsverlaufs und standen bei Aktien wie Applied Materials oder KLA Tencor zuletzt eher auf der Verkäuferseite.

Trotzdem sind die Wachstumszahlen und Preisanstiege bei Speicherchips so groß, dass Industrieexperten nach den laufenden Gewinnmitnahmen doch noch Potenzial für eine weitere Welle und Rekordhochs vermuten. So hat der Hedgefondsmanager David Tepper zuletzt seine Aktien von Apple und Teva Pharma verkauft – dazu später noch mehr – dafür aber beim Speicherchiphersteller Micron Technologies kräftig zugekauft. Aus historischer Perspektive wäre ein Zyklushoch spätestens für 2018 nicht ungewöhnlich und die Kurse der Halbleiteraktien reagieren darauf oft schon im Voraus.

Die deutsche Aixtron hatte sich in diesem Kontext zuletzt ebenfalls hervorragend entwickelt und mehr Aufträge für seine Produktionsanlagen für Hochleistungs-LEDs ergattert. In unserem letzten Bericht nannten wir als groben Richtwert ein Kursziel von 6 €, das wir Anfang Dezember bei Ausverkaufskursen von 3,75 € sahen, nachdem die Übernahme durch Fujian aus China scheiterte. Dieses Ziel wurde spielend leicht erreicht und geduldige Anleger wurden mit Spitzenkursen von fast 8 € belohnt. Mitte Juli wurde zur Veröffentlichung der Zahlen zum 2. Quartal von einem starken Auftragseingang berichtet, der mit 129 Mio. € mehr als 30% über dem Vorjahreswert lag.

Novo Resources der teuerste Explorer der Welt?

Ein australischer Goldexplorer steht im Mittelpunkt einer der größten Spekulationswellen, die es am Goldmarkt in den letzten Jahren gab.

Bisher besaß man nur eine kleine geplante Tagebaumine, das Beatons Creek Projekt, mit einer Goldressource von circa 0,6 Mio. Unzen. Doch der Geologe, Großaktionär und Aufsichtsratschef, Dr. Quinton Hennigh, hat Größeres vor und sucht darum seit Jahren und weltweit, auch für Konzerne wie Newmont oder Newcrest Mining, nach einer potenziell riesigen Goldlagerstätte und einer Wiederholung des Witwatersrand-Vorkommens. Witwatersrand ist das bisher größte zusammenhängende Goldabbaugebiet der Welt, das bisher 1,5 Milliarden Goldunzen hervorbrachte und vor über 100 Jahren zu einem Goldrausch in Südafrika führte. Zwar verlief die jahrelange Suche bisher erfolglos, doch nun zeigt sich plötzlich ein Hoffnungsschimmer.

Novo kontrolliert in Australien ein 9.000 Quadratkilometer großes Gebiet, das Karratha Projekt in der Pilbara-Region von Westaustralien, das starke geologische Parallelen zum Witwatersrand aufweist und wo seit Ende 2016 immer wieder Goldnuggets an der Oberfläche gefunden wurden.

Mit einer Marktkapitalisierung von 600 Mio. AU$ hoffen Investoren bei Novo auf den größten Goldfund der letzten Jahrzehnte und sehen hier Milliardenpotenziale.

Gold-Nuggets alleine sind noch keine 600 Millionen AU$ wert

Diese Spekulation wird von einigen namhaften Goldinvestoren genährt, die ebenfalls an die Integrität und Theorie von Dr. Hennigh glauben. Zumindest die 1. Phase der Exploration verlief vielversprechend, nachdem eine Gesteinsprobe beachtliche Goldresultate brachte.

Bisher ist aber nicht viel über die Kontinuität der Goldvorkommens bekannt. Statt eines riesigen, zusammenhängenden Erzkörpers ist eher von vielen Vorkommen auszugehen, deren Exploration viel Zeit und Geld benötigen wird.

Was an dieser These dran ist, wird sich zeigen. Zunächst sollten sich Anleger wohl eher auf Gewinnmitnahmen einstellen. Der aktuelle Kurs liegt bei über 5 CA$ und es scheint, dass schon viele Spekulationen, Träume und Übertreibungen enthalten sind.

Unklar ist, wie Novo Resources mit seinen bescheidenen Finanzmitteln eine umfassende Exploration finanzieren möchte. Zum 1. Quartal per 30. April waren nur 1,8 Mio. CA$ in bar in der Kasse und zuletzt wurde im Mai durch eine Privatplatzierung über 15 Mio. CA$, bei sehr günstigen 0,66 CA$, frisches Kapital eingesammelt.

Stada vor Entscheidung

Beim Pharmaunternehmen Stada zog sich der Krimi einer möglichen Übernahme durch Bain und Cinven scheinbar endlos in die Länge. Doch nun ist das Thema durch.

Wir berichteten und unsere Leser haben schon mehrfach von der Erhöhung des Übernahmeangebots profitiert. Zwischenzeitlich sah es sogar danach aus, dass die Übernahme sogar scheitern könnte und wir hatten rechtzeitig zu Gewinnmitnahmen geraten. Jetzt wurden noch einmal 66,25 € pro Aktie geboten - eine „satte“ Prämie von 25 Cent auf das alte Übernahmeangebot. Paul Singer und andere Hedgefondsgrößen haben zudem einen Deal geschlossen und waren bereit, ihre Aktien anzudienen.

Dieser hinter verschlossenen Türen verhandelte Deal brachte wohl nun den Ausschlag dafür, dass die Übernahme durchging. Dies wiederum erwischte die Leerverkäufer auf dem falschen Fuß, die zur Stunde über 72 € - und damit 8% mehr - für die Eindeckung ihrer Aktien bezahlen.

Für Privatanleger gibt es hier nach oben nichts mehr zu holen. Damit hebt sich Stada mit einem Happy End wohltuend von den meisten Generika-Aktien ab.

Generika-Probleme: Teva-Anleger baden im eigenen Blut

Die meisten Generika-Depots glichen in den letzten Wochen eher einem Blutbad. Die israelische Teva Pharmaceuticals, Mutter von Ratiopharm, musste im US-Geschäft erheblichen Preiswettbewerb und eine milliardenschwere Abschreibung verdauen. Man scheint sich mit der völlig überteuerten Übernahme des Generika-Geschäfts von Allergan, für unglaubliche 40 Mrd. US$, überhoben zu haben. Zumal das Geschäft teils stagniert oder sogar rückläufig ist.

Aktienkurse der Generika-Hersteller: Viel Rot und fast kein Grün

Im 2. Quartal wurden deshalb schon 5,7 Mrd. US$ Verlust verkündet und eine Dividendenkürzung um 75% beschlossen. Eine Goodwill-Abschreibung von 6,1 Mrd. US$ trübte die Bilanz hierbei besonders ein. Daraufhin halbierte sich der Kurs der ADRs von 33 auf 17 US$.

Dies wirft nun erhebliche Fragen für die Bilanzierung von immateriellem Vermögen (Goodwill) auf. Dieser Posten wird in der Bilanz immer noch mit 40 Mrd. US$ aufgeführt, der größtenteils mittels Krediten finanziert wurde. Es zeigt sich bei Teva einmal mehr, dass blinde Übernahmewut den Wert einer Aktie beinahe völlig zerstören kann.

Die Aktie ist aus spekulativer Sicht sicher nicht chancenlos, aber auch nichts für schwache Nerven. Es gibt bessere Alternativen.

Wahrscheinlich bessere Chancen auf eine  Erholung hat der weltweit zweitgrößte Generikahersteller, die niederländische Mylan, welche seit Jahresanfang wegen der Preisgestaltung für das Allergiker-Notfall-Medikament EpiPen unter Druck war. Diese Woche einigte man sich endlich mit dem US Justizministerium, zahlt 465 Mio. US$ Strafe und lässt das dunkle Kapitel hinter sich. Die Aktie ist mir einem erwarteten KGV von unter 10 relativ günstig und das Schuldenniveau, bei einer ähnlichen Marktkapitalisierung wie Teva, ist um rund zwei Drittel geringer.

SMA Solar profitiert von starken Auftragseingängen

Am 1. August hob der Vorstand von SMA Solar seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich an. Am 10. August wurde zudem ein relativ gutes Halbjahresergebnis vorgelegt. Der Preisverfall für Wechselrichter belastete in den letzten 12 Monaten und Jahren zwar Umsatz und Gewinn, doch im 2. Quartal lagen die Erlöse immerhin 20% über dem 1. Quartal. Dies signalisiert, dass sich der Preisverfall verlangsamt hat, was wieder Käufer anzieht.

SMA-Produkte wieder gefragter

Die meisten Analysten beurteilen den Rebound der Aktie von 24 auf 34 € skeptisch. Es gibt momentan von Seiten der bekannten Analysten keine einzige Kauf- und massenhaft Verkaufsempfehlungen. Die Kursziele liegen zwischen 20 und 28 €.

Wir beurteilen das Potenzial für die Aktie deutlich positiver. Sobald sich einzelne Analysten nach vorne wagen und die Lage auch nur weniger schlecht beurteilen als bisher, könnte dies starken Auftrieb für den Kurs bringen. Dieser notiert inzwischen über 28 € im Aufwärtstrend und kann noch locker in Richtung 40 bis 45 € steigen.

Besonders attraktiv für Anleger könnten die hohen Kapitalzuflüsse sein, die zur Steigerung der Nettoliquidität auf runde 400 Mio. € führten. Das entspricht einem Drittel der gesamten Marktkapitalisierung von 1,2 Mrd. €.

SD-Leser haben in unserem Live-Chat natürlich längst von den Chancen bei SMA Solar, Aixtron, Novo Resources oder Stada erfahren und kräftig mitverdient. Die nächsten Chancen warten nur darauf, entdeckt zu werden.

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