Rocket Internet: Die Samwers haben noch sehr viel vor!

von (sh)  /   04. April 2019, 21:00  /   unter Technologie-Aktien  /   Keine Kommentare

Die Samwer Brüder – Alexander, Marc und Oliver Samwer – sind nicht nur in der deutschen Finanzbranche bekannt. Denn unter Führung von Oliver Samwer gründeten sie einst Alando.de und verkauften das Unternehmen kurze Zeit später an eBay, woraus schließlich eBay Deutschland entstand. Danach folgte die Gründung von Jamba, dass schließlich von der US-amerikanischen Verisign übernommen wurde. Inzwischen konzentrieren sich die Samwers daher auf ihren European Founders Fund sowie, deutlich bekannter, Rocket Internet (WKN: A12UKK).

Heute nun hat Rocket Internet seine Geschäftszahlen für 2018 vorgelegt. Obwohl die fundamentale Entwicklung des Startup-Investors seit Jahren in die richtige Richtung läuft, notiert die Aktie noch immer weit unter dem Emissionspreis von 42,50 Euro – und natürlich erst Recht weit unter ihrem kurz nach der Neuemission erreichten Allzeithochs von über 57,00 Euro. Schauen wir uns daher mal die aktuellen Geschäftszahlen in aller Ruhe zusammen an.

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Laut Management um CEO Oliver Samwer verfügt Rocket Internet derzeit über zwei Milliarden Euro Cash (netto). Damit ist genügend Geld vorhanden, um neue Beteiligungen an aussichtsreichen Startups aufzubauen. Der Konzernumsatz in 2018 belief sich auf 45 Mio. Euro, der Konzerngewinn sogar auf 196 Mio. Euro. Damit lag der Gewinn je Aktie in 2018 bei 1,28 Euro, was eine deutliche Steigerung gegenüber den 0,01 Euro je Aktie in 2017 war.

2018 war ein Jahr der Exits, in 2019 wird auch wieder aufgebaut

Grundsätzlich hat sich Rocket Internet im Laufe des Jahres 2018 eher von Beteiligungen getrennt bzw. diese zumindest deutlich reduziert. So verkaufte man bspw. Aktien an den börsennotierten Beteiligungen Delivery Hero, HelloFresh, Home24 sowie Westwing. Ferner hat Unternehmenslenker Samwer einen Börsengang der Beteiligung Jumia in New York geplant. Bei Jumia handelt es sich um ein im nigerianischen Lagos beheimatetes Unternehmen, das Online-Handelsplattformen in 14 afrikanischen Ländern betreibt.

Sollte dieser IPO gelingen – nachdem sich hier zuletzt Mastercard eingekauft hat, erscheint dies sehr wahrscheinlich – würde Rocket Internet weiteres frisches Geld in die Kassen gespült. Ebenfalls ein Börsenkandidat in 2019 ist die Global Fashion Group (GFG), eine Online-Modeplattform in Schwellenländern. Dieses Geld möchte die Gesellschaft dann wieder in neue Startups investieren. In Frage kämen dabei vor allen Dingen Startups aus dem Business-to-Business-Bereich (B2B). Die Frage ist allerdings, ob die Berliner dafür wirklich knapp drei Milliarden Euro benötigen?

Dürfen sich die Anteilseigner bald freuen?

Aufgrund des extrem hohen Cashbestands – mit den jetzt schon vorhandenen zwei Milliarden Euro wird mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung durch Cash gedeckt – gab es in der Vergangenheit immer mal wieder Spekulationen über eine Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms oder die erstmalige Ausschüttung einer Dividende. Zuletzt hat Rocket Internet jedoch eher seine Schulden durch den Rückkauf der ausstehenden Wandelanleihe reduziert. Eine leichte Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms halte ich für denkbar, eine Dividendenausschüttung jedoch nicht.

Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet

Aus meiner Sicht ist diese Haltung auch verständlich. Schließlich ist das Geschäftsmodell von Rocket Internet durchaus ähnlich dem Geschäftsmodell von Berkshire Hathaway, nur eben in das (moderne) Internetzeitalter transformiert. Daher halte ich auch die hohe Netto-Cashposition, die man zuletzt aufgebaut hat und in 2019 noch weiter ausbauen möchte, für clever. Auch Warren Buffett hortet schließlich schon länger einige Milliarden US-Dollar an Cash. Allerdings müssen die Samwers in 2019, durch entsprechende Investitionen in aussichtsreiche Startups, jetzt auch liefern.

Fazit: Umsatz- und Gewinnentwicklung kann man vergessen!

Ich habe ja eben die vorgelegten Geschäftszahlen für 2018 genannt. Einem Jahresumsatz von 45 Mio. Euro stand ein Gewinn in Höhe von sage und schreibe 196 Mio. Euro gegenüber, der Gewinn war also mehr als vier Mal so hoch wie der Umsatz. Das zeigt schon, dass man die Aktie von Rocket Internet nicht nach der Umsatz- und Gewinnentwicklung und somit auf Basis eines KUV oder KGV bewerten sollte. Vielmehr ist der Wert der Beteiligungen zzgl. des Cashbestands und abzüglich der Schulden maßgeblich, der sogenannte Nettoinventarwert (Net Asset Value, NAV).

Dieser liegt aktuell nach meinen Schätzungen oberhalb des Börsenwerts von ca. 3,54 Mrd. Euro. So dürfte der Net Asset Value aktuell über vier Milliarden Euro liegen, was einem Aktienkurs von über 26,25 Euro liegt. Aus charttechnischer Sicht liegt hier auch die Schaltstelle. Kann die Aktie nachhaltig über 26,00 Euro klettern, würde hier ein Kaufsignal mit Kursziel 32,00 bis 32,50 Euro generiert. Das aktuelle Kursniveau bietet Anlegern daher ein Kurspotenzial von mindestens ca. +13%. Insofern kann man sie an schwachen Tagen durchaus einsammeln.

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