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Plug Power: Das steckt wirklich hinter dem Kurseinbruch

Andreas Lambrou / 12.05.22 / 7:57

Die Wasserstoffaktie von Plug Power (WKN: A1JA81) befindet sich im Sturzflug. Die hohen Erdgaspreise lassen die Kosten explodieren und die Kurse implodieren. Ferner ist für die Gaspreise keine Entspannung in Sicht. Das Energieberatungs-Unternehmen Rystad Energy prognostiziert für das laufende Jahr eine Angebotsunterdeckung. Öl- und Gasproduzenten wie Equinor (WKN: 675213) oder BP (WKN: 850517) dürften als große Gewinner hervorgehen.

Es ist kein Geheimnis, dass ich für Wasserstoffaktien sehr pessimistisch bin. Mit ihren Wasserstoff-Initiativen setzt die Bundesregierung auf ein lahmes Pferd. Schlimmer noch: Die Wasserstofftechnologie ist kurzfristig von enormen Erdgasmengen abhängig. Diesen Zusammenhang bekommen Anleger in Wasserstoff-Aktien nun schmerzhaft zu spüren.

Plug Power ist ein führender Hersteller von Wasserstoff-Brennstoffzellen. Die Brennstoffzellen des Unternehmens ersetzen herkömmliche Batterien in Geräten und Fahrzeugen, die mit Strom betrieben werden.

Plug Power hat die Prognosen weit verfehlt

Die Aktie von Plug Power fiel am Mittwoch auf einen neuen Jahrestiefststand unter 15 US$, nachdem das Brennstoffzellenunternehmen am Montag einen hohen Verlust erlitten hatte, der die Prognosen der Wall Street bei weitem verfehlte.

Das Unternehmen meldete für das erste Quartal einen Verlust von 0,27 US$ pro Aktie. Höher als der Vorjahresverlust von 0,12 US$ pro Aktie und mehr als der erwartete Verlust von 0,16 US$ der Analysten.

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Allerdings stiegt der Umsatz um 96% auf 140,8 Mio. US$ an. Doch stehen die Margen erkennbar unter Druck. Plug Power macht dafür die hohen Gaspreise verantwortlich und sagte, dass man daher auch im zweiten Quartal 2022 mit geringeren Margen rechne.

Wir konzentrieren uns auch auf die Senkung der Logistikkosten und die Verbesserung der Systemeffizienz, um einen Teil dieses Rohstoff- und Inflationsdrucks in naher Zukunft abzumildern.

Bis Ende 2024 zielt Plug Power darauf ab, einen positiven Cashflow aus dem operativen Geschäft zu erwirtschaften. Das Unternehmen bekräftigte seine Ziele für 2025: 3 Mrd. US$ Jahresumsatz bei 30% Bruttomarge und 17% operativer Marge.

Unterversorgung beim Erdgas

Ein Sturm zieht auf. Für europäische Länder bahnt sich eine Krise bei Flüssigerdgas (LNG) an, da die Nachfrage das Angebot bis Ende dieses Jahres übersteigen wird. Zumindest geht das aus den Prognosen von Rystad Energy hervor.

Rystad erwartet, dass die weltweite LNG-Nachfrage im Jahr 2022 436 Mio. Tonnen erreichen wird und damit das verfügbare Angebot von nur 410 Mio. Tonnen übersteigt.

In dem Bericht von Rystad heißt es:

Die EU möchte die Abhängigkeit von russischem Gas innerhalb dieses Jahres um 66% verringern – das kollidiert mit dem Ziel der EU, die Gasspeicher bis zum 1. November wieder auf 80% ihrer Kapazität aufzufüllen.

Weiter heißt es:

Wenn die russischen Gaslieferungen morgen ausbleiben würden, wäre das derzeit gelagerte Gas wahrscheinlich noch vor Jahresende aufgebraucht, und Europa wäre einem brutalen Winter ausgesetzt.

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Ist die Wasserstoff-Zukunft ausgeträumt?

Da Wasserstoff (H2) auf unserem Planeten nie allein, sondern nur in gebundener Form vorkommt, muss dieser von Stoffen wie Erdgas oder Wasser abgespalten werden.

Bislang schafft die Wasserstoff-Technologie den wirtschaftlich rentablen Absprung noch nicht. Zwar könnten Wasserstoff wie von Plug Power und andere erneuerbare Energien langfristig interessant werden. Doch zum aktuellen Zeitpunkt genießen alleine die Produzenten von konventionellen fossilen Energien die Vorzüge der Energiekostenexplosion.

Renditesturm für Gasproduzenten

Statt des Wasserstoff-Booms könnte ein Gas-Boom einsetzen, denn die gestiegenen Gaspreise bieten ein optimales Umfeld für die Entwicklung neuer Projekte und machen Investitionen in den Sektor attraktiver.

Doch wie so oft müssen die Preise erst enorm steigen, bevor das große Aufwachen beginnt und Investitionen angeregt werden. So meint Rystad, dass durch die Bauzeiten der LNG-Projekte keine wesentliche Entlastung vor 2024 zu erwarten sei.

Wandeln Sie große Sorgen in hohe Profite

Für Trader sind die Aktien der Wasserstoffunternehmen ein Traum. So lange sie flexibel auf der Long- und Shortseite aktiv sind. Für langfristige Investoren sehe ich bei Plug Power & Co. jedoch zunächst rot. Bevor die Wasserstofftechnologie Marktreife erlangt und von erdgasfreien Energiequellen produziert wird, werden viele Jahre vergehen. In dieser Zeit gehe ich von einer Serie höchst stark verwässernder Kapitalmaßnahmen aus.

In dieser Dekade wird jedoch noch viel Geld in die Entwicklung von Gasvorkommen fließen müssen, um das langfristige Angebot zu sichern. So dürfte der Sektor in den kommenden Jahren sagenhafte Renditen sowie Dividenden abwerfen.

Öl- und Gasproduzenten sind vergleichsweise noch immer günstig bewertet. So wird die norwegische Equinor lediglich mit einem EV/EBITDA von ~1,5 gehandelt. Auch für BP liegen die EV/EBITDA Schätzungen bei nur ~2,5.

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