Plug Power: Milliarden-Kredit unsicher – das sind die Gründe

16.05.24 um 10:38

Was für ein irrer Run auf die Plug Power-Aktie (WKN: A1JA81)! Das Wasserstoff-Papier ist am Dienstag zeitweise um +70% angestiegen, nachdem das Unternehmen eine bedingte Kreditgarantie in Milliardenhöhe erhalten hat. Anleger sollten sich davon aber nicht blenden lassen. Bis die US-Regierung das Geld freigibt, kann noch sehr viel schiefgehen.

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Bedingte Milliardenkredit-Garantie, Aktie bricht zeitweise um +70% aus

Die angeschlagene Plug-Power-Aktie hat diese Woche mit einem massiven Handelsvolumen einen massiven Kursschub erhalten: Am Dienstag schoss das Wasserstoff-Papier um knapp +13% hoch, tags darauf um weitere +19% auf 3,44 US$.

Hintergrund ist die Bekanntgabe, dass das Unternehmen die viel beschworene bedingte Kreditgarantie des US-Energieministeriums (DOE) erhalten hat. Mit einem Darlehen von bis zu 1,66 Milliarden US$ soll Plug Power demnach dabei unterstützt werden, bis zu 6 Anlagen für die Herstellung von grünem Wasserstoff im ganzen Land zu bauen.

Mit dieser bedingten Zusage hat der Elektrolyseur-Stack-Hersteller einen bedeutenden Meilenstein erreicht, da sie die Absicht des DOE zeigt, Projekte von Plug Power zu finanzieren. Die Betonung muss jedoch auf „bedingt“ liegen. Denn bis Gelder fließen können, muss das Unternehmen eine ganze Reihe von technischen, rechtlichen, ökologischen und finanziellen Bedingungen erfüllen.

Dennoch hat die Bekanntgabe der Nachricht einen enormen Run auf die Plug-Power-Aktie ausgelöst: Zu Beginn der Dienstags-Sitzung schoss der Kurs zeitweise sogar um fast +70% hoch, begann jedoch bald wieder zu sinken.

Viel Ungewissheit beim DOE-Kredit

Anleger sollten sich meiner Einschätzung nach von der hohen Kreditsumme nicht blenden lassen.

Zunächst: Dem Wortlaut der Pressemitteilung nach zu urteilen, scheinen die Mittel ausschließlich für neue Anlagen bestimmt. Das steht im Widerspruch zu den Erwartungen, die das Management zuvor geäußert hat, wonach das Darlehen die Refinanzierung der bereits fertiggestellten Anlage in Georgia ermöglicht.

Angesichts des Umfangs der Bürgschaft und Plug Powers bescheidener Erfolgsbilanz würde ich außerdem erwarten, dass die vom DOE gestellten Finanzierungsanforderungen sehr streng sein werden. Ähnlich streng, wie es beim Zinkbatterie-Hersteller Eos Energy der Fall war, der im vergangenen August von der Behörde eine bedingte Kreditgarantie von fast 400 Millionen US$ erhalten hat. Eos hat die Bedingungen bislang noch nicht erfüllen können, und es scheint unwahrscheinlich, dass es bald gelingen wird.

Das Analysehaus Jefferies hat etwa darauf hingewiesen, dass allein die erforderliche NEPA-Prüfung bis zu 8 Monate in Anspruch nimmt. Das deutet darauf hin, dass unter der aktuellen Regierung kein Geld fließen wird. Verschoben ist zwar nicht aufgehoben Aber sollte im November Donald Trump wieder ins Weiße Haus gewählt werden, was nach aktuellen Umfragewerten nicht unwahrscheinlich ist, kann sich Plug den Kredit wohl in der Tat abschminken.

Nicht die Finger verbrennen

Zuletzt hat Plug Power erneut miserable Quartalsergebnisse gemeldet: Der Umsatz sank um mehr als 40% und die konsolidierte Bruttomarge erreichte einen neuen Tiefstand, da die Produktmargen weiterhin durch eine Vielzahl von Problemen beeinträchtigt werden.

Obwohl der Cash-Burn deutlich geringer ausfiel als in den vorangegangenen Quartalen, wird Plug Power enorme Verbesserungen erzielen müssen, um auch nur annähernd das vom Management gesetzte Ziel für das Gesamtjahr zu erreichen.

Was das Milliarden-Darlehen angeht: Aus den oben beschriebenen Gründen halte ich eine bindende Zusage des DOE unter der derzeitigen Regierung für unwahrscheinlich.

Plug Power wird also wohl oder übel wieder den Kapitalmarkt anzapfen müssen. Immerhin: In Anbetracht des erneuten Meme-Aktienrausches dürfte es für das Unternehmen kein Problem sein, ausreichende Mengen an Aktien auf dem freien Markt zu verkaufen, um den Betrieb zumindest für die nächsten paar Quartale zu finanzieren.

Mein Fazit lautet dennoch weiterhin: Finger weg, auch keine Short-Positionen! Die jüngste Kursexplosion hat schließlich gezeigt, wie gefährlich es ist, gegen das volatile Zockerpapier zu wetten.

ℹ️ Plug Power vorgestellt

  • Plug Power ist ein US-Entwickler und -Hersteller von Brennstoffzellen für stationäre Anwendungen (etwa Notstromanlagen) und mobile Lösungen (zum Beispiel Flurfördergeräte).
  • Das Unternehmen beliefert seine Kunden auch mit Wasserstoff und produziert Anlagen zur Speicherung und Ausgabe von Wasserstoff.
  • Plug Power ist im Technologieindex Nasdaq gelistet und hat einen Börsenwert von rund 2,5 Milliarden US$.

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