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Administrator / 03.03.17 / 13:21

Epigenomics: War das der Befreiungsschlag?

Rollen bei Epigenomics (WKN: A11QW5) jetzt die großen Umsätze? Das Unternehmen meldet heute einen Vertriebsdeal in den USA. Das U.S. Department of Veterans Affairs hat einen Fünfjahresvertrag zur Lieferung des blutbasierten Darmkrebstest proColon unterzeichnet.

Erteilt wurde der Auftrag des US-Kriegsveteranenministeriums an den Epigenomics-Vertriebspartner Polymedco. Zum erwarteten Auftrags- und Umsatzvolumen wurden keine Angaben gemacht. Das Ministerium betreut über 20 Millionen Veteranen und betreibt das größte integrierte Gesundheitssystem in den USA mit mehr als 1.700 Einrichtungen. Eine gewisse Umsatzphantasie ist also berechtigt, doch sollten Anleger nähere Auskünfte im Rahmen des Ende anstehenden Jahresberichts abwarten, bevor sie übereifrig aufspringen. Die Aktie notiert bei rund 5,50 Euro aktuell bereits 15% höher und verabschiedet sich somit aus einem längeren Seitwärtstrend.

Schwere Stellung im Markt

Epigenomics hatte im April letzten Jahres die US-Zulassung für seinen Test erhalten, konnte den Markt in der Folgezeit aber nicht mehr begeisterm. Ob jetzt der große Durchbruch im Vertrieb gelingt, darf trotz des neuen Auftrages bezweifelt werden. Der proColon-Test ist gegenüber anderen simplen Verfahren zur Darmkrebsvorsorge unterlegen. Hierzu gehört beispielsweise der - sehr teure - Test ColoGuard des US-Anbieters Exact Sciences (WKN: 590273) sowie ein weiterer der nicht börsennotierten Mainzer Firma PharmGenomics, deren Test ColoAlert kürzlich die Marktreife erreicht hat und eine höhere Sensivität und Spezifität als proColon aufweisen soll.

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Kommentare
Henzeph / 03.03.17 / 14:50 Uhr Das ist ja nicht ganz wahr! Bei den beiden in diesem Text erwähnten Tests - ColoGurad und ColoAlert - handelt es sich zwar um Darmkrebsfrüherkennungstests, deren Sensivität und Spezifität eben nicht höher sind als bei dem Test von Epigenomics - Epi proColon. Bei ColoGuard handelt es sich zwar um einen ähnlich funktionierenden DNA-Test wie bei Epi proColon. Beide Test untersuchen eine methylasierende Veränderung der DNA, die durch einen sich entwickelnden Darmkrebs hervorgerufen werden. Im Gegensatz zu ColoGuard - wo Veränderungen von 2 Genomen untersucht werden - wird bei Epi proColon nur ein Genom untersucht, was zum einen einfacher und günstiger ist und zum anderen wesentlich verlässlicher ist, da das sequenzierte Genom eindeutiger auf eine Darmkrebsvorstufe hindeutet. Bei ColoAlert handelt es sich um einen Stuhltest. Und genau in diesem Punkt sieht Epigenomics den Vorteil seines Produktes, da es Patienten geben soll, die das wühlen in der Kloschüssel für eine Stuhlprobe scheuen. So wird dies vom Unternehmen auch kommuniziert. Darüber hinaus sind die Ergebnisse eines positiven Stuhltest erst in einem fortgeschrittenem Stadium des Darmkrebs zu erkennen, wodurch die Zahl der tödlichen Verläufe dieser Krankheit höher sind. Und damit auch die Mortalität.
Redaktion / 03.03.17 / 15:50 Uhr Hallo Henzeph, vielen Dank für Ihren Beitrag. Sie behaupten, Sensivität und Spezifität der Vergleichstests seien nicht höher als bei proColon. Genau dies wird durch uns vorliegende Studiendaten jedoch bestätigt. proColon: 72% und 82% ColoGuard: 92% und 87% ColoAlert: 85% und 90% Haben Sie andere Daten? Viele Grüße Ihre Redaktion
Henzeph / 03.03.17 / 16:57 Uhr Vielen Dank für ihre Antwort. Das Thema ist zu spezifisch, um es in einfachen Kommentaren abzuhandeln. In einer differenzierteren Darstellung zu den Testwerten von proColon beträgt die Sensitivität 61% - 92%, abhängig von den Krebsstadien ( http://www.epiprocolon.com/de/forum/nachrichten/article/epigenomics-gibt-weitere-daten-zu-den-ergebnissen-der-direkten-vergleichsstudie-zwischen-epi-procolo.html ). Eine vergleichbare differnezierte Dartstellung der Testwerte für ColoAlert gibt es nicht. Die Spezifität von proColon liegt hingegen bei 99% gegenüber 90% bei ColoAlert. Zusätzlicher Vorteil sind die Kosten und das proColon keinen kombinierten Stuhltest, den viele Patienten vermeiden wollen, benötigt, um diese Testwerte zu erreichen.
Henzeph / 03.03.17 / 17:11 Uhr Ergänzung: Die hohe Sensitivität von ColoGuard ist zum einen ebenfalls stadienabhängig und auch nur in Kombination mit einem zusätzlichen Stuhltest zu erreichen. Darüber hinaus ist dieses Testverfahren mit rd 500€ erheblich teurer als die Testverfahren der beiden anderen Produkte (proColon, ColoAlert)