Deutsche Börse: Die Aktie hat unser Kursziel erreicht – was jetzt?

von (sh)  /   11. September 2019, 11:58  /   unter Dividenden-Aktien  /   Keine Kommentare

Zu den größten Gewinnern in einem ohnehin wieder starken DAX zählt heute das Papier der Deutschen Börse (WKN: 581005). Leserinnen und Leser von sharedeals.de dürfte dies nicht überraschen. Denn bereits in diesem Artikel vom 6. Mai hatten wir der Aktie ein Kursziel zwischen 135 und 140 Euro für das zweite Halbjahr 2019 vorausgesagt. Nachdem dieses Kursziel erreicht wurde, stellt sich jetzt aber die Frage, wie es wohl mit der Aktie weiter gehen wird.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Perspektiven für die weitere Entwicklung des Börsenbetreibers bleiben sehr gut. Denn angesichts des Zinsumfelds setzen immer mehr Anleger auf Aktien – und der Aktienhandel wird in Deutschland nun einmal in erster Linie über die Handelssysteme der Deutschen Börse in Frankfurt (am Main) abgewickelt. Daher ist in den nächsten Jahren mit weiter steigenden Handelsvolumina zu rechnen.

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Steigende Handelsvolumina bedeuten jedoch grundsätzlich auch steigende Transaktions- und Abwicklungskosten und damit mehr Umsatz und Gewinn für die Deutsche Börse. Wenn da nur nicht die hartnäckige nationale und internationale Konkurrenz wäre. So setzen beispielsweise viele jüngere Leute auch auf Kryptowährungen wie den Bitcoin, dessen Handel die Frankfurter – anders als die Börse Stuttgart – bisher noch nicht anbieten.

Die Deutsche Börse schwimmt regelrecht im Geld, aber…

In der Vergangenheit hat die Deutsche Börse bereits mehrfach versucht die Londoner Börse LSE (London Stock Exchange) zu kaufen, ist damit jedoch jedes Mal gescheitert. Angesichts des nun wohl anstehenden Brexits kann man darüber im Nachhinein vielleicht sogar ganz froh sein. Allerdings zeigen die mehrfachen, wenngleich stets gescheiterten, Übernahmeversuche zwei Dinge ganz klar.

Zum Einen nämlich, dass die Deutsche Börse regelrecht im Geld schwimmt und das Management anscheinend nicht so genau weiß was es mit dem vielen Geld tun soll. Zum Anderen aber auch, dass größere Akquisitionen in dieser Branche schwierig sind. Vielleicht sollte man sich daher in Zukunft darauf konzentrieren kleinere Zukäufe zu tätigen, um das Angebotsportfolio sinnvoll zu erweitern bzw. abzurunden.

Gebäude der Deutschen Börse in Frankfurt (am Main), das den Handelssaal beherbergt. Davor stehen Bulle und Bär – als Symbole für steigende (Bulle) und fallende (Bär) Kurse.

Management hat Boom der Kryptowährungen völlig verschlafen!

Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens die heutige Meldung, dass die Hongkonger Börse (Hong Kong Exchange and Clearing Ltd.) der London Stock Exchange (LSE) ein Übernahmeangebot unterbreitet hat. Demnach bietet man für jede LSE-Aktie 2045 Pence sowie 2,495 neue eigene Aktien. In der Folge springt die LSE-Aktie um rund +10% nach oben. Es bleibt aber natürlich noch abzuwarten, ob diese Übernahme am Ende klappen wird.

Aber kommen wir zurück zur Deutschen Börse. Hier hat nämlich das Management um CEO Dr. Theodor Weimer wichtige Zukunftsthemen wie Kryptowährungen bisher völlig verschlafen. Das ist eben immer das Problem eines Platzhirschen, er ist irgendwann nicht mehr innovativ genug. Noch aber ist das nicht so schlimm. Denn erstens ist auch die Konkurrenz noch nicht völlig enteilt und zweitens könnte man seine Schwächen mit Hilfe von gezielten Zukäufen beheben.

Der aus dem Fernsehen bekannte Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt (am Main).

Fazit: Kurzfristig ist noch ein wenig Luft nach oben

Zusammenfassend komme ich daher zu dem Ergebnis, dass der fundamental faire Wert der Aktie heute – trotz aller beschriebenen Schwächen – einen Tick höher liegt als ich noch im Mai schrieb. Damals nannte ich als Kursziel 135 bis 140 Euro, heute würde ich der Aktie ein Kursziel zwischen 140 und 150 Euro zutrauen. Kurzfristig hat die Aktie also durchaus noch ein wenig Luft nach oben und muss nicht sofort verkauft werden.

Je näher die Aktie jedoch der runden Marke von 150 Euro kommt, desto weniger Kurspotenzial ist hier zukünftig vorhanden. Mit anderen Worten: Zu Kursen über 140 Euro kann man langsam und sukzessive mit Gewinnmitnahmen beginnen, zu Kursen um oder gar über 150 Euro sollte man die Position dann aufgelöst haben. Zwar halte ich die Aktie nach wie vor für eine der besseren Titel im DAX. Aber zunächst muss hier das Management jetzt mal liefern!

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