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Redaktion / 18.05.20 / 0:10

Wirecard: Boss Braun macht's wie Musk – knallharte Ansage!

Kurz vor dem Start in die neue Handelswoche gibt es für Wirecard (WKN: 747206) einen neuen Impuls vom CEO höchstpersönlich. Das Vorgehen von Markus Braun erinnert dabei an Tesla-Boss Elon Musk.

Nachdem es für die Wirecard-Aktie erneut mit vermeintlich schlechten Nachrichten ins Wochenende ging, wird die kommende Entwicklung am Markt mit Spannung erwartet. Ist der Zahlungsabwickler eine riesige Luftnummer, oder die größte Invesititionschance im DAX aller Zeiten?

Aktuelle Aussagen vom polarisierenden Unternehmenschef und Großaktionär Markus Braun auf Twitter zeugen von vollkommener Selbstsicherheit:

Wenn sich Staub und Lärm wieder legen, werde Wirecard immer noch einen EBITDA-Gewinn in Milliardenhöhe erwirtschaften und eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen seiner Industrie sein, so Brauns Botschaft.

Die seit neuestem auffallend offensive Social-Media-Präsenz Brauns zeigt Parallelen mit Elon Musk, der es letztendlich schaffte, zahlreichen großen Leerverkäufern Verluste in Milliardenhöhe zu bescheren und die Aktie des Elektroautobauers Tesla nach heftigen zwischenzeitlichen Abstürzen zu einem neuen Allzeithoch zu führen.

Kein uneingeschränktes Testat von Ernst & Young?

Tatsächlich zeichnet sich ab, dass die auf fallende Kurse setzenden Hedgefonds bald ihre letzten Trümpfe verspielt haben werden. Als das letzte Ass im Ärmel wird ein fehlendes oder eingeschränktes Testat vom Wirtschaftsprüfer Ernst & Young für den Jahresabschluss 2019 gehandelt. Die Veröffentlichung des Geschäftsberichts ist aktuell für den 4. Juni vorgesehen.

Angesichts des massiven Drucks von außen im Zuge des weitere Fragen aufwerfenden KMPG-Sonderberichts ist ein uneingeschränktes Testat für Wirecard durchaus fraglich. Die Aktie dürfte mittelfristig dennoch neue Höhe erklimmen.

Wirecard wird siegen – und die Aktie kein Halten mehr kennen!

Klar ist: Wirecard sieht sich seit Jahren der immer wieder gleichen Kritik ausgesetzt. Belastende Beweise für Bilanzmanipulation wurden bis dato trotz intensivster Prüfungen jedoch nicht gefunden. Der Markt preist bereits so viele Luftbuchungen ein, wie sie selbst im Worst Case kaum möglich wären.

Der Konzern verfügte schon letztes Jahr über rund 300.000 Kunden, darunter Hunderte mit einem Transaktonsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro. 2018 waren es zudem schon 16 Kunden, die gar über mehr als eine Milliarde Euro Transaktionsvolumen generierten. Wirecard erhält Gebühren von 1,4 bis 1,7 Prozent auf die Umsätze. Das Geschäftsmodell ist verständlich und extrem renditestark.

Im vergangenen Jahr kam mit Deutschlands größtem Discounter Aldi ein weiterer Mega-Kunde mit über 30 Milliarden Euro Jahresumsatz hinzu. Vielen weitere Großkunden sind namentlich bekannt.

Dass Wirecard rasantes, hochprofitables Wachstum aufweist, daran kann es keine Zweifel geben. Wir sehen es ebenso wie Star-Investor Hans A. Bernecker.

Wirecard wäcsht weiter rasant und hochprofitabel. Quelle: wirecard.com

Kaufen, wenn die Kanonen donnern!

Zugegeben: Die Unsicherheit ist da, die Kursentwicklung zeigt das nur allzu gut. Doch das Bild, welches medial von Deutschlands digitalem Vorzeigeunternehmen unter intensiver Mitwirkung der Shortseller-Industrie gezeichnet wird, ist hochgradig irreführend.

Unabhängig möglicher Verfehlungen aus der Vergangenheit deuten nahezu alle Indizien darauf hin, dass Wirecard mittlerweile nicht weniger sauber bilanziert als allere anderen DAX-Konzerne auch und ausschließlich Umsätze und Gewinne meldet, die tatsächlich vorhanden sind.

So hat Wirecard seit Dezember 2019 auch die als intransparent kritisierten Transaktionen von Drittpartnern auf eine eigene Plattform übertragen, um sie auch für Prüfer restlos nachvollziehbar zu machen. Die jüngsten Maßnahmen und Aussagen Wirecards machen unmissverständlich klar, dass weiterhin an den bisher kommunizierten Zahlen festgehalten wird. Geschönte Umsätze und Ergebnisse sind fortan ausgeschlossen. Das weiß die Shortseller-Fraktion, die sich für eine riesige Eindeckungsaktion wird rüsten müssen.

Bei einem KGVe von unter 15 ist Wirecard der attraktivste Technologie-Bluechip weltweit. Ein Vielfaches der Bewertung wäre gerechtfertigt. Das Unternehmen spielt eine führende Rolle in einem der strategisch bedeutendsten Zukunftsmärkten überhaupt. Nicht wenige Adressen, darunter große Institutionen und vielleicht sogar Staaten, würden Wirecard gerne scheitern sehen – oder zumindest in anderen Händen.

Deutschland sollte seine Ausnahmefirma schützen und sich nicht auf das perfide Spiel eines Netzwerks aus Hedgefonds und Medien einlassen, dessen Vorgehen dubioser ist als es Wirecards Zahlenwerk jemals war. Wir wetten auf Wirecard-Kurse jenseits der 200-Euro-Marke mit folgendem Allzeithoch bis 2021.

Schreibe uns Deine Meinung zu Wirecard in die Kommentare und diskutiere professionell und konstruktiv in unserem kostenlosen Live Chat!

Interessenkonflikt: Autor, Herausgeber, Mitarbeiter und NBC-Clubmitglieder halten selbstverständlich Aktien des besprochenen Unternehmens Wirecard. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Autor, Herausgeber, Mitarbeiter und NBC-Clubmitglieder beabsichtigen die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnten dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

Zugehörige Kategorien: Dividenden-AktienTechnologie-Aktien
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Kommentare
Helena / 18.05.20 / 7:11 Uhr Vielen Dank für den ersten objektiven Artikel seit langem. Es ist traurig zu sehen was in Deutschland auf der Börse möglich ist. Das Bafin mit ihren Aussagen noch Spekulanten befeuert und unterstützt und nicht uns Anleger vor den Leerverkäufen schützt. Ein tolles Unternehmen dass während des Wachstums immer wieder dazugelernt hat. Während der Corona Zeit wo andere ums überleben kämpfen, sich über 29% Wachstum zu beschweren ist lächerlich. Deutschland soll mehr seine Firmen in Schutz nehmen um jungen Menschen die Perspektiven zu zeigen. Helena
Klaus / 18.05.20 / 7:32 Uhr Sharedeals zeigt sich entgegen andere Börsenmedien derzeit zu Wirecard seriös und wird immer mehr zu einer Informationsquelle bei der man mal nachschauen kann.
urs wenger / 18.05.20 / 8:20 Uhr Das ist einer der wenigen Artikel der die Situation rund um Wirecard objektiv beleuchtet. Ich bin mir sicher das bei Wirecard nicht alles stimmt oder gestimmt hat. Das auch geht fast gar nicht bei dem rasanten Wachstum. Das war aber bei den 5 heute wertvollsten Firmen der Welt genauso so in dieser Phase. Wirecard wurde sogar mehrfach des DAX unwürdig bezeichnet. Das alleine zeigt die negative und destruktive Haltung die im Moment gegen Wirecard vorherscht. Wer so etwas schreibt, hat entweder keine Ahnung, seine Hausaufgaben nicht gemacht oder ist ein Börsen-Frischling. Der DAX ist voll von Firmen denen ein Betrugs- Schmiergeld oder Produkte-Skandal nachgewiesen wurde. Volkswagen, Siemens, Telekom, Daimler, Mannesmann, Bayer……. um nur mal so ein paar zu nennen. Demgegenüber ist Wirecard, wie hier richtig beschrieben, bis heute nichts nachgewiesen worden.
Johannes Bach / 18.05.20 / 10:40 Uhr Wir sehen das genauso! Die BAFIN macht sich zur Hure der Short-Seller Mafia. Shortseller sind Zecken des Marktes. Ihre Gewinne sind vornehmlich die Verluste der kleinen, zittrigen Hände und so ist es nicht verwunderlich, daß gerade das UK, das sonst über groß keine nachhaltigen Erwerbsmodelle verfügt hier brilliert. Alleine von daher sollten Leerverkäufe grundsätzlich verboten werden. Und noch zu Wirecard: wir sind seit langem in Wirecard investiert und haben ständig verbilligt achten aber darauf unter der Schwelle zur Meldepflicht zu bleiben. Für uns kann es rein wissenschaftlich gesehen, gar nicht anders sein, als daß die Zahlen von Wirecard aus 2016 bis 2018 richtig sind! Die Zahlen für 2019 bis 2020 sind bekanntlich inzwischen unbestritten. Wer sich mit Wirtschaft auskennt, kann sich dann aber ganz leicht rückrechnen, daß auch die Zahlen der Vorjahre richtig sein müssen. Denn ein Ausbau eines Geschäftes mit tausenden an Kunden geht nicht über Nacht - sowas hat eine sehr lange Anstiegsrampe! Und wenn man last but not least Wirecard mit Adyen vergleicht: Im Q1 2020 ist Wirecard um 26% gewachsen, Adyen nur 16 %. Das EBITDA Wirecards liegt bei 199,20 Mio. €. Das von Adyen bei 63,60 Mio. €. Adyen hat 30 Mio Aktien, Wirecard 123 Mio. Damit müsste per heute Wirecard auf 250 € stehen. Vielen Dank für Deinen intelligenten Artikel - im Gegensatz zu den diversen Börsenmagazinen, versteht hier einer sein Handwerk!! Herzliche Grüße, Johannes We see it the same way! BAFIN makes itself the whore of the short-seller mafia. Shortsellers are ticks on the market. Their profits are primarily the losses of the small, shaky hands and it is therefore not surprising that the UK, which does not have large sustainable business models, shines here. Therefore, short sales should in general be prohibited. And now about Wirecard: we have been investing in Wirecard for a long time and have constantly reduced prices, but make sure to stay below the threshold of reporting. From a purely scientific point of view, it cannot be otherwise than that the Wirecard figures from 2016 to 2018 are correct! As is well known, the numbers for 2019 to 2020 are now undisputed. If you are familiar with the economy, you can easily calculate back, that the numbers from previous years must also be correct. As expanding a business with thousands of customers does not work overnight - something like that has a very long ramp! And if you last but not least compare Wirecard with Adyen: In Q1 2020 Wirecard grew by 26%, Adyen only 16%. The EBITDA of Wirecard is € 199.20 million. That from Adyen at € 63.60 million. Adyen has 30 million shares, Wirecard 123 million. As of today, Wirecard should be at € 250. Thank you for your intelligent article - in contrast to the various stock market magazines, someone here understands his craft !! Kind regards, Johannes
CasH / 18.05.20 / 11:05 Uhr viele haben sicher auch schon die Zusammenfassung von KostoLenin auf ariva gelesen und da er ausdrücklich kein Copyright drauf gelegt hat stelle ich ihn hier auf wo auch mal ein, da sicher nicht alle auch noch ariva verfolgen: ----------------------------------------------------- KostoLenin: KPMG Bericht - emotionsfreie Betrachtung (Alle angegebenen Seitennummern beziehen sich nicht auf die Seitennummern im KPMG Bericht, sondern auf die Seitennummern der PDF Datei) Ich habe mir nun den KPMG Bericht ein zweites Mal durchgelesen, und in aller Ruhe „forensisch“ (ich liebe Modewörter) gelesen, und seit mir nicht böse, ich musste diesmal wirklich oft lachen, da ich mich nostalgisch zurück versetzt gefühlt habe in die Zeit als ich selbst 17 Jahre in verschiedenen Ländern Afrikas und Asien geschäftlich tätig war. (Na ja , mancher hat sich bestimmt schon über mein „Schulbus“ Profilbild gewundert, ) Da haben wir exakt so Geschäfte gemacht wie hier dargestellt ist. Ich will von meinen Investment möglichst alles wissen und versuche zu ergründen wie es zu dieser Situation kommen konnte und was Wirecard von den anderen großen Tech unterscheidet. Es soll hier keine Entschuldigung sein, sondern eine nüchterne Betrachtung der Entwicklung mit dem finalen Ende des KPMG Berichtes. Eines ist mir inzwischen klar geworden, Wirecard ist von Anfang an erfolgreicher gewesen alle anderen , warum? Jedes Startup welches den Aufstieg schaffte, egal ob facebook, Uber, Airbnb, usw usw, waren innovative Gründer mit einer Idee aber ohne Kapital. Alle wurden mit Risiko Kapital finanziert, facebook z.B von Goldmann und Sachs, und diese Kapitalgeber haben Wachstum und Entwicklung begleitet, und die Strukturen mitwachsen lassen. Wirecard ist von Anfang an im Geld geschwommen, weil sie so viel verdient haben, dass Sie keinen Risikokapitalgeber brauchten. Selbst unter Berücksichtigung aller Mängel die Wirecard nun freiwillig veröffentlicht hat, glaube ich, dass dies mit eine Rolle spielt, warum Wirecard am Kapitalmarkt so unbeliebt ist (insbesonder am angelsächsischen). Dies war ja schon der Fall als Wirecard noch viel viel kleiner war, und gar keine DAX Kriterien erfüllen musste. Bereits damals stand Wirecard unter Beschuß, weil sie erfolgreicher (ertragsstärker) waren als alle Konkurrenten. Nur um ein Beispiel zu nennen; als die „Grünschnäbel“ selbst erwachsen waren haben die Gründer von facebook, Linkedin,.. mit viel Risikokapital Adyen gegründet, die dann von Anfang an „Giganten“ als Kunden ins Nest gelegt bekommen haben, und dennoch schaffte es Wirecard schneller zu wachsen und eine fast 3 mal so hohe Marge zu generieren, wie das von den „Profis“ aufgebaute Konkurrenzunternehmen. Mein Respekt vor Brauns Leistung steigt immer mehr. Was mir beim 2. Mal lesen aufgefallen ist, ist dass der Bericht offensichtlich nicht am Stück geschrieben wurde, ich hatte schon beim ersten Mal das Gefühl, dass der Bericht nicht homogen ist, sondern etwas zerfahren, und beim 2.Mal lesen fiel es mir dann offensichtlicher auf. Der Bericht war meiner Meinung nach pünktlich fertig, aber das wäre nicht zu veröffentlichen gewesen. In fast jedem wesentlichen Abschnitt steht drin, dass Ende März und zwischen dem 22. bis 27 April noch Unterlagen nachgereicht wurden. Anhand dieser Unterlagen wurden dann Entlastungspassagen eingefügt. Um ein Beispiel zu nennen, die Bestätigungen der Banken, dass Wirecard wirtschaftlicher Berechtigter der Gelder auf den Konten von den TPA Umsätzen ist. Dieser Abschnitt wurde nachträglich eingefügt, was ganz einfach daran zu erkennen ist, dass der letzte (Seite 23 unten) und der vorletzte Abschnitt (Seite 24 oben) der Ergebnispräsentation mit exakt der gleichen Redewendung beginnen. Dass 2 Abschnitte, wenige Zeilen auseinander mit „Darüber hinaus….“ beginnen, gibt es normalerweise in einem Bericht dieser Qualität auf gar keinen Fall. Ein absolutes no go, jeder Deutschlehrer würde dies in einem Schulaufsatz mit „identischer Ausdruck“ markieren. Betrachte ich nun Absatz 1 (Punkt 1.3.1.1.2, Seite 22), „es kann weder bestätigt werden, dass die Umsätze existieren, noch dass sie nicht existieren“, und gleichzeitig den besagten, also vorletzten eingeführte Absatz, indem bestätigt wurde, „dass die Bescheinigungen der Banken vorgelegt wurden, aber wegen der Corona-Krise noch nicht abschließend beurteilt werden konnte“, dann steht dieser Abschnitt steht im krassen Gegensatz zu den scharfen Formulierungen des ersten Abschnitts, indem zudem von der Corona Problematik kein Wort zu finden ist. Bei inhaltlicher Betrachtung sind zum Teil schwerwiegende Vorwürfe enthalten, wenn ich aber dann die Begründung lese wird es oft geradezu amüsant. Beispiel 1: Es wurden bei den Treffen mit den TPA Partner keine Protokolle erstellt, für die Transaktionsvolumina wurden Exel Tabellen verwendet auf deren Basis die Provisionen der TPA Partner berechnet wurden. Im Ergebnis Ressume wurde dann festgestellt, dass es eine Abweichung von 14 Mio € gibt (Seite 30). Allerdings in der Form, dass Wirecard 14 Mio mehr auf dem Konto hat als dort sein sollten, was allein zu dem Schluss führen kann, dass die mangelnde Übersicht zu Ungunsten der TPA Provisionen abgerechnet wurde. Warum? Die Abweichungen stammen zu 5 Mio aus dem Segment Umsatz und 9 Mio aus dem Segment Materialaufwendungen. Die Umsätze wurden von den TPA Partnern in selbst erstellten Exeltabellen vorgelegt, da wird schnell mal was vergessen einzutragen was dennoch geflossen ist, und die Provisionen für die TPA Partner wurden über Materialaufwendungen verbucht. Wenn hier nun 9 Mio € mehr auf dem Konto von Wirecard ist als rechnerisch sein sollten, dann wurden schlicht und einfach weniger Provisionen ausbezahlt als den TPA Partnern zugestande wäre. Keine Protokolle, keine exakten Abrechnungen, aber der Profiteur war Wirecard. Beispiel 2: Verträge wurden nicht unterschrieben und nicht eingehalten. Wenn man das liest sind das wirklich schwere Vorwürfe auf Seite 31. Wenn ich dann die Vertragsverstöße lese, komme ich mir vor wie im Comedy. Es geht um die Verträge zwischen den Treuhändern und Wirecard. In den Verträgen war vereinbart, dass monatlich mit den Treuhändern deren Provisionen abgerechnet werden, real wurde aber nur jedes Quartal abgerechnet und den Treuhändern die Provisionen Quartalsweise ausbezahlt (Seite 31). Wirecard hat also über Jahre von den Treuhändern zinslose Darlehen erhalten, indem deren Provisionen später ausbezahlt wurde als in den Verträgen ursprünglich vereinbart wurden. Vertragsverstöße sind normal schwerwiegende Verstöße ,die eines Dax Konzerns nicht gerecht werden, aber auch hier wieder, Profiteur war Wirecard. Um nochmal zurück auf die TPA Umsätze und Vertragskonformitäten zu kommen. In vielen Beiträgen habe ich gelesen dass 13% der Umsätze nicht nachvollzogen werden konnte. Das steht so aber nicht im KPMG Bericht. Der Bericht unterteilt sich in einem Abschnitt über •die rechnerische Richtigkeit (Seite 30 unten), und kommt hier zum Ergebnis, dass 14 Mio € mehr Umsatz da sind als gebucht, und •der Vertragskonformität (Seite 31), bei der aufgrund der oben genannten Einschränkungen (Corona) für die 13 % Umsatz keine Vertragskonformität durchgeführt werden. Es steht aber nicht im Bericht, dass die 13 % Umsätze nicht gemacht wurden oder das Geld nicht da wäre. Auch hier bei den Treuhändern kommen nun wieder 2 Absätze die innerhalb weniger Zeilen mit den exakt gleichen Formulierungen beginnen, „Auftragsgemä߅.“, welche stilistisch in jedem Schulaufsatz bemängelt worden wären. Das kann einfach kein Zufall sein, vor allem vor dem Hintergrund, dass im vorangegangenen Abschnitt ausführlich die mangelnde Mitarbeit des Treuhänder 1 beschrieben wurde, und in dem nachträglich eingefügten Absatz plötzlich mitgeteilt wurde, dass Treuhänder 1 die Zusammenarbeit eingestellt hat, und alle und Treuhänder 2 für die Verwaltung der Konten mandatiert hat, und die Kontoguthaben von Treuhänder 2 von Bank auf Bank 2 und Bank 3 übertragen wurde. Dieser Abschnitt wurde offensichtlich nachträglich eingefügt. Interessant an diesem Abschnitt ist, es werden keine Kontostände im Bericht genannt sondern bei Kontostand wird (…) angegeben. Zweifellos ist das Geld auf den Konten, aber es konnte keine Verbindung hergestellt werden, dass es sich um beglichene Forderungen durch Zahlungen auf das Escrow Account handelt, um darüber eine Verbindung zu Umsatzerlösen herzuleiten. Daraus resultiert die Feststellung auf Seite 34: Von KPMG kann keine gesicherte Aussage zu der Herkunft der Gelder auf den Konten getroffen werden. Also zusammenfassend, es ist ein Haufen Geld da, es fehlen die Vertragskonforme Belege dazu wo genau sie zuzuordnen sind. Die Crux bei der Sache ist, bei den Betrügerfirmen gibt es Einnahmen in den Büchern, aber können das Geld auf den Konten nicht nachweisen, bei Wirecard ist es genau umgekehrt, die haben Geld auf den Konten deren rechnerische Richtigkeit von KPMG bestätigt wird, aber deren Vertragskonformitäten nicht bestätigt werden kann. Ehrlich gesagt, so herum ist es mir deutlich lieber. Auf Seite 35 bis 40 wird dann beschrieben wie die Kunden (33 von 34) ausfindig gemacht wurden, von denen die FT behauptete, dass diese nicht existieren, sowie eine Beurteilung ob in der Berichterstattung Wirecards, die Risiken im TPA Bereich ausreichend im GB dargestellt wurde (Hier geht es also „nur“ um die Gestaltung der Berichte). Ab Seite 41 geht es um die FT Vorwürfe der Bilanzierung von TPA Geschäften, Esrcow Accounts und digital lending, mit langwierigen Beschreibungen von IFRS Auslegungsmöglichkeiten. Hierbei kommt KPMG zu dem Schluss, dass sie Escrow Accounts anders buchen würden, dass aber Wirecard aufgrund einer gutachterlichen Stellungnahme IFRS Auslegungs- und Ermessensspielräume nutzt. Im Allgemeinen ist es eine Beschreibung der Geschäftstätigkeiten, z.T Bewertungen durch KPMG, die aber nicht wesentlich beanstandet wurden, und wenn dann in der üblichen Art, dass Belege oder Hinweise auf das Risiko in den GB aufgeführt werden sollte. Auf Seite 49 hat KPMG die rechtliche Zulässigkeit dieses Geschäftsfeldes in der Türkei bestätigt, da der Vorwurf vorlag es handle sich um eine illegale Tätigkeit. Ab Seite 50 geht es um einjährig Kreditsicherheiten die 2017 an Firmen in Singapur vergeben wurden, Ermittlung der Inhaber (99% gehören einer europäischen Versicherungsgesellschaft), Rechtmäßigkeit, usw. Da aber die Kredite/Kreditsicherheiten ausgelaufen sind und alles korrekt lief, nur eine Kontrolle alter Vorwürfe ohne Einfluss auf die Geschäftstätigkeit. Ab Seite 53 werden die Vorwürfe der Ausweisung überhöhter Umsätze in Singapur geprüft. Hier kam es bekanntlich 2018 zu einer Abweichung und Umsatzanpassung um reduzierte 1,5 Mio €, hingegen zu einer Gewinnanpassung von plus 1 Mio €. Diese wurde von Wirecard im GB korrigiert. Alle eingeleiteten Maßnahmen in Singapur durch Wirecard und E&Y wurden von KPMG als richtig bestätigt. Ab Seite 59 geht es um die Übernahme in Indien, für die auch KPMG keine Hinweise finden konnte, dass ein überhöhter Betrag bezahlt wurde. Das interessanteste an diesem Abschnitt ist, und daran müsstest du dich @dlg hoffentlich noch genau erinnern, dass damals alle geschrieben haben, dass 320 Mio gezahlt wurden. Daraufhin habe ich eine genau Beschreibung von der Aktion in Indien eingestellt, und angemerkt, dass ich niemals eine Earn-out Zahlung von 110 Mio € in den Berichten Wirecards finden konnte. Auf Seite 61 steht klar und deutlich dass diese 2017 fällige Earn-out Bezahlung in Höhe von 110 Mio € niemals erfolgt ist. (Kleine Stichelei am Rande, wenn ich das feststellen kann, warum dann keiner von der so objektiven Investigationspresse?) Es wurden also für GI Retail 110 Mio € weniger bezahlt als die Presse seit 3 Jahren lang behauptet, das ist wirklich eine kleine Genugtuung für mich. Ab Seite 65 geht es um die Vorwürfe des round tipping durch die FT. Hierzu schreibt KPMG auf Seite 67, dass sich keinerlei Hinweise auf ein round tipping ergeben habe. Ab Seite 69 kommt dann die Schlußbemerkung von KPMG. Meine Schlußbemerkung beginnt mit dem klaren Statement, dass diese Sachlage, wie Wirecard inzwischen selbst festgestellt hat, nicht eines DAX Konzern würdig ist. Vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen ist für mich inzwischen klar, dass Wirecard Geschäftsbeziehungen aufgebaut hat wie es viele Startups und Kleinunternehmen machen, wenn sie global ins Geschäft einsteigen, oft nur per Handschlag und basierend auf Vertrauen. Je länger man gemeinsam Geschäfte macht umso mehr wächst das persönliche Vertrauen, und bei Wirecard wurde es versäumt mit dem Aufstieg die Dokumentation und das Vertragswesen an die wachsenden Anforderungen anzupassen. Ursächlich dafür ist der Tatbestand, dass Wirecard von Anfang an im Geld geschwommen ist durch riesige Gewinne, und eine Kontrolle durch Risiko Kapitalgeber wie in anderen Startups nie erfolgte. Wenn jemand dafür verantwortlich ist dann am ehesten der CFO, der die Anforderungen an Dokumentation und Rechnungslegung eines Dax Konzern kennen muss, und die Versäumnisse kannte. So schwer die Vorwürfe sind, in fast allen Punkten profitierte Wirecard von den Missständen und hat daraus sogar Kapital geschlagen, aber niemals ist ein Schaden daraus für Wirecard entstanden. Egal ob TPA Geschäft, MCA oder Escrow Konten, konnte die Richtigkeit der Umsätze und Kontoständen auf Rechenbasis bestätigt werden, es mangelte überall an der Vertragskonformität, weswegen eine Bestätigung nicht gegeben werden konnte. Bei dem Text handelt es sich um eine Analyse für mich persönlich, welchen öffentlich ich zur Diskussion stelle, und stellt keine Empfehlung dar. Ein copyright auf den Text wird von mir nicht erhoben. www.wirecard.com/uploads/Bericht_Sonderpruefung_KPMG.pdf Wirecard - Top oder Flop | wallstreet-online.de - Vollständige Diskussion unter: https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1140904-117221-117230/wirecard-top-oder-flop
GrandmasterD / 18.05.20 / 11:20 Uhr @Johannes Bach: Aber macht sich dann auch nicht jeder (zumindest moralisch) strafbar, der in diesem Deppenmarkt long ist? Immerhin stehen die Indizes nur auf so hohem Niveau, weil die Zentralbanken weltweit die Märkte manipulieren?! Sind also die Zentralbanken nicht die viel größteren Verbrecher als Shortseller?!
Kurt Seibold / 19.05.20 / 10:33 Uhr Guten Tag, Ich bin wahrlich kein Börsenprofi, ich nutze Aktien um meine Rente aufzubessern. Ich habe in den letzten Wochen stetig WCard dazu gekauft, trotz oder wegen der fallenden Kurse. Meiner Logik nach, die kann falsch sein, leiht niemand (BlackRock) Aktien gegen Gebühr an Leerverkäufer, Wenn er nicht der Meinung ist das diese Aktien im Verlauf die alten Marken wieder erklimmen können. Aus meiner Sicht, wäre es sehr naiv, Aktien zu verleihen um danach diese wieder zu bekommen mir einen Wert von unter 50%. Vielleicht liege ich falsch als nicht Profi, aber niemand leiht Aktien aus um eine Firma an die Wand zu fahren und sich selbst einen Totalverlust zu bescheren.
Sascha Huber / 19.05.20 / 11:29 Uhr Auf jeden Fall kann Boss Braun nicht so gut Englisch wie Elon Musk. Denn sonst wüsste er, dass es in seinem Tweet "If..." und nicht "When..." heißen müsste. und weg...
Florian / 19.05.20 / 12:07 Uhr Lieber Sascha, so wie er es geschrieben hat ist es schon richtig so 😉. Vielleicht sollten sie anstatt sich über dumme Kleinigkeiten zu beschweren die nichtmal vorhanden sind, ab und zu ein Buch lesen.